Wie man einen hochwertigen Klonraum einrichtet

Wie man einen hochwertigen Klonraum einrichtet - Sensi Seeds blog

Wenn es Ihre Wohnverhältnisse erlauben, ist die Einrichtung eines eigenen Klonraumes eine äußerst wertvolle Methode, um Ihre Genbank zu erhalten und zu verbessern. Allerdings muss der Klonraum sachgemäß eingerichtet werden, wenn Sie regelmäßig gesunde Klone produzieren möchten.

Allgemeine Überlegungen zur Einrichtung

Ihr Raum sollte sauber, steril und ordentlich organisiert sein, vorzugsweise mit Regalen, um den vertikalen Platz optimal auszunutzen (© Spotreporting)

Ihr Raum sollte sauber, steril und ordentlich organisiert sein, vorzugsweise mit Regalen, um den vertikalen Platz optimal auszunutzen (© Spotreporting)

Sie brauchen nicht viel Platz, um einen Klonraum einzurichten. Wenn es nicht anders geht, können Sie auch einen (Küchen-) Schrank so ausstatten, dass alle paar Wochen mehrere hundert Klone erzeugt werden. Doch idealerweise sollten Sie für diese Arbeit zumindest einen großen begehbaren Schrank oder eine kleine Abstellkammer von mindestens 2-3 m² Größe zur Verfügung haben  Die naheliegendste Methode, um den Platz optimal auszunutzen, ist die Anbringung von Regalfächern, da Klone senkrecht nach oben kaum Platz benötigen und zusammen mit Behältern und Beleuchtung bequem in nur 40 cm Höhe untergebracht werden können.

Ihr Klonraum sollte vor Gebrauch sauber und steril gereinigt sein. Falls möglich, sollten Sie die Wände in einer abwaschbaren Farbe (weiß ist ideal) streichen und sicherstellen, dass alle Oberflächen sauber sind und künftig leicht gereinigt werden können. Sorgen Sie auch dafür, dass sich nur die wichtigsten Gegenstände im Raum befinden, sodass er sich zwischen den Arbeitsgängen so einfach wie möglich reinigen lässt.

Beleuchtung

Die fürs Klonen bestimmte Beleuchtung muss vor allem kühl sein, darauf sollten Sie achten. Die typischen warmen Hochleistungslampen, die für das vegetative und das Blütenwachstum verwendet werden, sind viel zu stark und heiß für Ableger, die Wurzeln bilden.

Benutzen Sie deshalb kaltfluoreszierende Lampen (CFL) oder Lampen mit Licht-emittierenden Dioden (LED), und wählen Sie auf jeden Fall blau-weiße („kaltweiße“) Lampen. Denn im Frühjahr, wenn die Pflanzen von Natur aus wachsen, verschiebt sich das Tageslicht mehr in den blauen Spektralbereich. Im Spätsommer und Herbst tendiert das Tageslicht jedoch zum roten Spektralbereich, weshalb die Lampen für die Blütezeit eher gelblich-rot sind, im Gegensatz zu den eher blauen für die Vegetationszeit. Und es liegt auf der Hand, dass die Stimulierung des vegetativen Wachstums (d. h. das Wachstum der Blätter, Stiele und Wurzeln) für Klone von entscheidender Bedeutung ist.

Belüftung

Klone sollten in Steinwolle oder Jiffy-Blöcken angezüchtet und in Behältern gezogen werden, bis sich Wurzeln bilden (© Sarah Louise)

Klone sollten in Steinwolle oder Jiffy-Blöcken angezüchtet und in Behältern gezogen werden, bis sich Wurzeln bilden (© Sarah Louise)

Zwar liegen Ihre Ableger die meiste Zeit in verschlossenen Plastikbehältern oder Boxen, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, doch Sie müssen auch dafür sorgen, dass genügend Luft in Ihren Raum hinein- und herausströmt. Auf diese Weise können Sie die Gesamttemperatur und -feuchtigkeit in Ihrem Raum effektiv kontrollieren; darüber hinaus lässt sich durch gute, saubere, regelmäßig ausgetauschte Luft leichter verhindern, dass Keime in der Luft wie zum Beispiel Fäulnisbakterien und Pilzsporen Ihre zarten jungen Ableger befallen.

Außerdem ist es unbedingt ratsam, die einströmende Luft mithilfe von HEPA-Filtern zu filtern, um das Risiko weiter zu senken, dass Krankheitskeime von draußen in Ihren Raum eindringen. Die Filterung der Luft ist dagegen weniger wichtig, da Klone kaum Geruch produzieren, aber möglicherweise verwenden Sie lieber einen kleinen Aktivkohlefilter für Ihre Entlüftung.

Und ein letzter Punkt: Obwohl Ihre Klone die meiste Zeit in abgeschlossenen Behältern bleiben sollten, müssen Sie deren Deckel mehrmals täglich öffnen, um sicherzustellen, dass die Luft innerhalb der Behälter ausgetauscht und übermäßige Feuchtigkeit vermieden wird. Bei dieser Gelegenheit sollten Sie auch prüfen, ob die Klone Anzeichen einer Erkrankung zeigen und ob insgesamt ausreichend Wurzeln gebildet werden.

Behälter, Werkzeuge, Klonungsausrüstung

Sobald sich bei Ihren Klonen neue Blätter zeigen, können sie verpflanzt werden (© r0bz)

Sobald sich bei Ihren Klonen neue Blätter zeigen, können sie verpflanzt werden (© r0bz)

In den meisten Growshops sind spezielle Klonungsbehälter erhältlich. Sie sind sehr nützlich, da sie jedem Ihrer Ableger einen eigenen Platz zur Verfügung stellen. So kann vermieden werden, dass Wurzeln von verschiedenen Pflanzen sich während des Wachstums ineinander verheddern. Außerdem gibt es diverse komplette Klonungs-Ausrüstungen für aeroponischen Anbau und Hydrokultur, die Lampen, Behälter, Belüftung und Bewässerung in einem Produkt umfassen; solche fertigen Einrichtungssets können recht teuer sein, aber man kann sie auch selbst bauen, was wesentlich preiswerter ist.

Doch genauso gut kann man ganz einfach preiswerte Plastikbehälter oder Boxen ohne eigene Bereiche für jeden Ableger verwenden; wenn die Wurzeln sich dann verwirren, können sie ohne Schaden für Ihre Ableger abgeschnitten werden. Manche Grower glauben sogar, dass durch diese grobe Behandlung frisches Wurzelwachstum mit üppigerer Verzweigung anregt wird.

Zur Herstellung der Klone selbst brauchen Sie Anzuchtblöcke (für gewöhnlich Steinwolle oder Jiffy-Blöcke), ein Mittel zur Bewurzelung/Klonung wie zum Beispiel Clonex, eine scharfe Schere oder ein Schneidegerät, destilliertes oder RO-gefiltertes Wasser und einige Mutterpflanzen!

Wenn Sie möchten, können Sie wahlweise auch die Stiele Ihrer Ableger mithilfe einer scharfen Rasierklinge auf einen Winkel von 45 Grad trimmen (und die Stängel eventuell abschaben, was allerdings nicht nötig und zeitaufwändig ist, wenn Sie große Mengen von Klonen produzieren); außerdem können Sie eine Umpflanzlösung zur Stressreduzierung benutzen. Einen kompletten Leitfaden zur Herstellung von Klonen finden Sie in unserem tutorial.

Schädlingskontrolle & Sauberkeit

Es ist äußerst wichtig, dass im Klonraum stets ein hohes Maß an Sauberkeit herrscht. Wechseln Sie vor dem Eintreten Ihre Kleidung und waschen Sie die Hände, damit Krankheitserreger von draußen nicht in Ihren Klonraum eingeschleppt werden. Wischen Sie Oberflächen und Böden regelmäßig; und wenn etwas verschüttet wird oder herunterfällt, sollten Sie es gleich aufwischen oder -kehren. Sprühen Sie die Ableger alle paar Tage mit milden – vorzugsweise biologischen – Pestiziden ein, um zu verhindern, dass sich Krankheitskeime ansiedeln können. Kontrollieren Sie die Ableger auf Anzeichen einer Infektion, und wenn Sie etwas Verdächtiges finden, müssen Sie die betreffenden Ableger sofort beseitigen und weitere Schritte zur Schadensbegrenzung durchführen.

Bei einmaligen Problemen mit Schädlingen stehen verschiedene Heilmaßnahmen zur Verfügung. Wo dies möglich ist, sollten Cannabis oder andere Pflanzen am besten nur mit biologischen Mitteln behandelt werden. Wenn dennoch nicht-biologische Mittel erforderlich sind, sollten Sie deren Gebrauch in Bezug auf Menge und Behandlungsdauer auf ein Minimum beschränken.

Und wenn die Probleme mit Krankheitskeimen chronisch werden, müssen alle Praktiken in Bezug auf Hygiene und Umgebung umfassend untersucht werden; zudem muss der Raum gründlich gereinigt und vor dem nächsten Gebrauch hinsichtlich Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit optimiert werden.

 

Seshata Seshata ist Vollzeitjournalistin und Forscherin auf dem Gebiet von Cannabis. Sie ist auf die soziokulturellen, umwelttechnischen und geopolitischen Aspekte der Cannabisindustrie spezialisiert.

 

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