Valproinsäure

 

Wirkungsweise

Valproinsäure vrmehrt den Neurotransmitter GABA.

Übersicht

Valproinsäure ist eine chemische Verbindung, die als Droge zur klinischen Anwendung als Antiepileptikum und zur Behandlung manischer Zustände, vorwiegend bei Epilepsie, bipolarer Störung und manchmal bei schwerer Depression zugelassen ist. Sie wird auch bei Migräne und Schizophrenie angewandt. Die Valproinsäure wird unter diesen Markennamen gehandelt: Convulex (D, A, CH), Convulsofin (D), Depakine (CH), Ergenyl (D), Leptilan (D), Orfiril (D, CH), Valproat (D), zahlreiche Generika (D, CH). Kinder ab 2 Jahren können bei manischem Zustand und bipolarer Störung mit Depakote und Natrium-Divalproex behandelt werden.

Valproinsäure, 2-Propylvaleriansäure oder 2-Propylpentansäure,  wurde 1882 das erste Mal von Burton als ein Analog der natürlich vorkommenden Valeriansäure im Baldrian, Valeriana,  synthetisiert. Sie ist bei Zimmertemperatur eine flüssige klare Fettsäure, in wurde jahrzehntelang als metabolisch inerten Lösungsmittel für organische Substanzen verwendet. Der französische Forscher Pierre Eymard entdeckte 1962 zufälligerweise die antikonvulsiven Eigenschaften der Valproinsäure, als er sie als Vehikel für andere Substanzen, die als Antiepileptika geprüft wurden, benutzte. Er fand heraus, dass es durch Pentetrazol ausgelöste Krämpfe bei Nagetieren verhinderte.

Pharmakologie

Man nimmt an, dass Valproinsäure auf den Neurotransmitter GABA als ein GABA Transaminase Inhibitor im menschlichen Gehirn wirkt. Diese Eigenschaft stempelt es als eine Alternative für Lithiumsalze zur Behandlung von bipolaren Störungen. Außerdem hemmt es die Transaminierung von GABA. Man vermutet, dass es in dem Prozess die Transaminisierung rückgängig macht und auf diese Art die GABA Aminosäure vermehrt wobei es somit indirekt als ein GABA Agonist wirkt. Verschiedene andere Wirkungsmechanismen von Valproinsäure bei neuropsychiatrischen Störungen sind in den letzten Jahren entdeckt worden.

Valproinsäure hemmt die von elektrischer Spannung bewachten Natrium / Calcium-Kanäle (vom T-typ). Diese Mechanismen machen Valproinsäure zu einem Antikonvulsivum mit einem breitem Anwendungsbereich. Des Weiteren hemmt Valproinsäure die Enzym Histon-Deacetylase (HDAC1) und ist somit ein Histon-Deacetylase Inhibitor.

Nebenwirkungen

Es können einige Nebenwirkungen auftreten. Besonders gefährliche Nebenwirkungen sind: Erbrechen, Appetitverlust und Fieber oder dunklen Urin, welche einen möglichen Leberschaden andeuten. Weitere ernste Nebenwirkungen sind ungewöhnliches Bluten (besonders im Urin), Halluzinationen und extreme Schläfrigkeit.

Suchtpotential

niedrig

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

unbekannt

Rechtlicher Status

rezeptpflichtiges Medikament

Literatur