Das erste Mal: Psilocybe semilanceata und ein Tag im Herbst

von sodmin |

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24. Januar 2012 at 13:14 #8301
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sodmin

[i]Eines Tages war ich bei einem Freund zu Besuch…ein schon älterer Typ, ein Freak und Lebenskünstler. Nicht nur dass er mir eine Bomberjacke schenkte, die mich dann jahrelang begleitete bis sie auseinander gefallen ist, er fragte mich

“Sach ma, kennst du Psillos?”
“Nö…wasn das?”
“Naja, Pilze eben…Lachpilze.”
“Lachpilze?”

Mein Interesse war geweckt und wir fuhren zu einer Wiese, ganz in der Nähe einer sehr bekannten Sehenswürdigkeit, einem Warzeichen der Stadt in unserer Nähe. Es fuhren ständig Autos und Busse an dieser Wiese vorbei, was uns aber weder beeindruckte noch störte.

Etwas skeptisch wurde ich, als ich gesehen habe dass eine Schafherde auf der Wiese war.

“Die tun nix.”

Schon nach wenigen Schritten rief er freudig entzückt

“Da is einer…”

Er kniff den kleinen Pilz vorsichtig mit den Fingernägeln ab, erklärte mir worauf ich achten müsse und erklärte mir auch, dass man den Pilz keinesfalls aus dem Boden ziehen darf, da dies nur der Fruchtkörper sei und der eigentliche Pilz, das Mycel, beim Herausziehen verletzt wird und dann keine neuen Pilze wachsen.

Ein wenig später las ich das Buch “Zauberpilze” von Ronald Rippchen, was ich jedem, der das Pilzzeremoniell betreibt, empfehlen muss und kann, da auch die möglichen Gefahren wie Psychosen (Neben den Halluzinationen können durch die psychoaktive Wirkung, insbesondere bei höheren Dosen, verdrängte traumatische Erlebnisse aus dem Unterbewußtsein wieder an die Oberfläche gelangen, wo sie ohne fremde Hilfe unter Umständen nicht mehr verarbeitet werden können. Das kann bei psychisch labilen Personen zu starken Angst- und Panikzuständen führen.), “Hängenbleiben”, Magenbeschwerden und die Gefährlichkeit des dort öfter eingenisteten Fuchswurms aufgeführt werden. Das Mitessen des Fuchswurms kann beim Menschen Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Leber- oder Lungenentzündungen, Sehstörungen, Hirn- und Rückenmarksschädigungen, epileptische Anfälle, stark juckende Ekzeme und allergische Reaktionen hervorrufen. Nicht gerade ungefährlich…

Er hielt mir den Pilz hin und sagte, ich solle den ersten essen dürfen. Etwas skeptisch fragte ich ihn nach der Wirkung.
“Lachen und Hallus.”

Haluzinationen waren mir bis dahin unbekannt, aber von gehört hatte ich schon viel. Ich aß ihn.

“Und wie lange dauert das jetzt?”

Er erklärte mir dass erstmal nichts passieren würd. Man müsse schon so 10-20 davon essen. Also begannen wir mit der Suche, die sich als nicht sehr schwer erwies. Alle paar Meter stand einer, manchmal ein ganzes “Büschel”. Und nach etwa 15 Pilzen und einer halben Stunde später sah ich alles viel klarer, alles etwas schimmrig, wie von einer Aura umgeben, aber klarer als sonst, was begleitet war von einem ziehend-kitzligem Gefühl in der Magengegend, was sich langsam auf den kompletten Körper ausweitete. Das Grinsen konnte ich langsam nicht mehr unterdrücken.

Ein paar Minuten später sah ich meinen Freund an, der mich im selbem Augenblick mit dem selben Grinsen im Gesicht anschaute, und wir mussten beide anfangen zu lachen, was sich langsam zu einem schallendem, unaufhaltsamen Lachen entwickelte, so heftig dass wir uns beide erstmal setzen mussten.
Er rollte einen Dübel, der alles aber noch verschlimmerte.

Völlig platt und drauf saßen wir dann auf der Wiese in Schafknöddel, umgeben von Schafen und den Autos und Reisebussen, die an der Wiese vorbei fuhren, und lachten und lachten…
Wir sammelten noch eine ganze Menge, wovon wir aber nur einen Teil noch aßen. Letztendlich waren wir etwa 8 Stunden auf der Wiese…und es war ein Hammererlebnis, was mir aber die Pforten der Wahrnehmung öffnete…und somit auch die Neugier auf mehr…[/i]

(Aus: Meinem Tagebuch [url]http://suchtkind.log.ag/2006_11_2006_11_3_weblog.html[/url])

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Pilze sollten nicht frisch gepflückt von der Wiese gleich gefuttert werden (Gefahr: Würmer) sondern offen ausgebreitet z.B. auf einem Tablett an einem warmen, trockenen Ort. Ich wusstes damals nicht besser… ;-)


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