Drei beta-Carbolin-haltige Pflanzen als Verstärker von synthetischem DMT und anderer Indol-haltiger psychedelischer Substanzen

… technische Anmerkung aus dem Underground von Gracie & Zarkov

WARNUNG: Dieser Artikel ist gedacht für ernsthaft interessierte Studenten und/oder Forscher psychedelischer Substanzen. Im Gegensatz zu vielen unserer mehr populär orientierten Publikationen und Aufsätzen, ist dieser Artikel nicht für unsere Partydrogen zugeneigten Freunde des psychedelischen Undergrounds gedacht. Angesichts der Ernährung und den Drogengewohnheiten der meisten zeitgenössischen „Heads“, könnte der Einsatz von MAO-Hemmern leicht zu schweren, körperlichen Komplikationen (z.B. TOD) führen. Darüber hinaus sind diese Zustände so intensiv, dass wenn Du verrückt genug bist, um 50 mg DMT oder 7.5 g von starken Pilzen der Gattung Stropharia als den Anfang einer guten Zeit betrachtest, dann sind diese Mischungen definitiv nichts für Dich!

Der Inhalt dieser technischen Anmerkung wird, so hoffen wir, Forschern mit Interesse an der Kombination beta-Carbolin/Tryptamin eine Mischung aus „harten empirischen Fakten und einigen unserer Träumereien liefern. Hoffentlich werden diese zu neuen Ideen und weiteren Experimente in diesem sehr spannenden und doch sehr verwirrenden Bereich der psychedelischen Forschung führen.

Zusammenfassung
Der Zweck dieses Artikels ist es, unsere aktuelle Arbeit mit drei beta-Carbolin- und Harmala Alkaloid-haltigen Pflanzen zusammenzufassen. Zu diesen Pflanzen zählen wir:

– Passiflora incarnata (Passionsblume)

Peganum harmala (Syrian Rue)

– Banisteriopsis caapi (Hauptbestandteil in Yagé)

Insbesondere möchten wir von den auftretenden Erscheinungen und vergleichenden Tätigkeiten Bericht erstatten, wenn Extrakte jeder dieser Pflanzen in Verbindung mit DMT geraucht werden.

Herkunft des Pflanzenmaterials
Die Passionsblume wurde als getrocknetes, ganzes, gehacktes Pflanzenmaterial aus einem „Kräuterladen“ gekauft. Die Samen der Syrian Rue von einem spezialisierten Saatgut-Dienstleister erworben. Es wurde nicht versucht, die Herkunft des Pflanzenmaterials zu ermitteln. Die Banisteriopsis caapi wurde von einer privaten Plantage in Hawaii gewonnen; in Längen zu einem Fuß geschnitten mit einem Durchmesser von einem bis einen halben Zoll. Die ursprünglichen Exemplare der Pflanze wurden vom Erzeuger im Amazonas gesammelt
.
Extraktionstechniken
Wir benutzen die gleiche Extraktionstechnik für alle drei Pflanzen. Ursprünglich hatten wir diese Technik für das Rauchen der Passionsblume zur Verstärkung von Psilocybin-Pilzen entwickelt. Um vergleichbare Ergebnisse zu gewährleisten, wurde diese Technik in dieser Arbeit ebenfalls benutzt. Es handelte sich dabei um eine zweistufige Extraktion, bestehend aus der Extraktion mit siedendem Alkohol (hier: Wodka) und destilliertem Wasser für die erste Stufe bzw. zweite Stufe. Jeder Schritt wurde für mehrere Stunden gekocht, wobei sich ein Dampfgarer hierfür sehr gut eignet. Im Falle der caapi wurde die Rinde zuerst in Streifen geschält. Die Samen der Syrian Rue wurden zunächst sehr fein gemahlen. Die zweiten Extrakte der Passionsblume und der caapi wurde im Wesentlichen klar und schienen daher überflüssig. Doch im Fall der Syrian Rue zeigte das zweite Extrakt eine helle gelbe trübe Färbung was auf Harmin in Lösung hindeuten konnte.

Das Pflanzenmaterial wurde nach jeder Extraktion gesiebt und ausgedrückt. Beide Extrakte wurden vereinigt und bei niedriger Hitze langsam im Dampfgarer getrocknet. Der Rückstand war bei der Passionsblume und der caapi eine braune karamellige Masse. Das Gewicht betrug jeweils etwa 20% des ursprünglichen für die Passionsblume und die Syrian Rue, sowohl etwa 40% für die caapi. Außer im Fall der Passionsblume, konnten wir keinen klaren Vorteil der Extraktion gegenüber dem direkten Rauchen des ursprünglichen Pflanzenmaterials erkennen, wegen der hierfür relativ geringen Konzentration, die für das Rauchen benötigt wird. Eine Extraktion ausschließlich mit Wasser wäre scheint uns ebenso zielführend, da diese zum Extrahieren von Harmin ausreichend effektiv erscheint, da auch keine weiteren pflanzlichen Komponenten extrahiert werden würden.

Das Extrakt der Syrian Rue war am interessantesten, weil es lange, dünne, gelbliche Kristalle beinhaltete, die in der bräunlich-roten, festen, klaren Matrix im Gegensatz zu den anderen Extrakten nicht klebrig war. Jedoch war dies wegen der anzunehmenden Konzentration der beta-Carbolin Alkaloide nicht weiter verwunderlich. Basierend auf einer groben Mittelung einer Vielzahl unserer Quellen, konnten die beta-Carbolin Konzentrationen für das Pflanzenmaterial wie folgt geschätzt werden:

Pflanze

% beta-Carbolin

Verhältnis (Syrian Rue = 1)

Rue

2,0% – 4,0%

1

Caapi

0,1%

1/20

Passionsblume

0,05% – 0,1%

1/40

Verwendung

In jedem Fall wurden die Extrakte bis zum Erreichen des gleichen Zustandes geraucht. Wie auch bei unseren vorherigen Arbeiten mit der Passionsblume, wurde durch das Rauchen signifikant größerer als diesen Mengen kein höherer Rauschzustand erreicht, es wurden lediglich die physikalischen Symptome verstärkt und man fühlte sich vermehrt krank. Bisher haben wir nur mit der Passionsblume mit oralen Dosen gearbeitet. Experimente mit der oralen Aufnahme anderer Pflanzen sind für die Reihe im Herbst 1985 geplant.

Das Pflanzenmaterial wurde jeweils mit einem Streichholz, Feuerzeug oder einer Fackel so geraucht, dass das Verdampfen des Materials beschleunigt wurde, ohne es aber zu Verbrennen. So wurde ein möglichst bester Rauschzustand erreicht, Das hochkonzentrierte Extrakt der Syrian Rue eignete sich sehr gut zum Konsum in einer Ölpfeife, wobei die Flamme jeweils die Schale von außen erhitzte.

Die Rauschzustände

Die Rauschzustände sind weder besonders psychedelisch noch halluzinogen; es entsteht ein Ruhegefühl. Dies schlägt sich insbesondere für den Betrachter durch sowohl durch eine signifikante Änderung des Gesichtsausdrucks nieder, als auch durch eine andere Stimmlage. Die Glieder werden schwer und träge und beginnen sichtbar zu zittern. Es kann zu vermehrtem Speichelfluss kommen, besonders im hinteren Teil des Mundes. Zuweilen ist auch eine leichte Reizung der Harnröhre und des Anus zu beobachten. Bei höheren Dosierungen können Schwindel und Übelkeit auftreten, die mit einer geringen Erhöhung des Rauschzustandes einhergehen. Bei geschlossenen Augen lassen sich Bilder bestenfalls als schwache bewegt Konturen erkennen. Wenn man eine besonders lebhafte Phantasie hat, kann man eventuell auch geisterhaft skizzierte Figuren wahrnehmen. Bei Erfahrungen mit DMT oder hoch dosierten Pilzen lassen sich diese Vorstellungen allerdings nicht als Visionen bezeichnen.

Der Rauschzustand beginnt und stabilisiert sich nach dem Rauchen nach etwa 5 bis 10 Minuten. Wie bereits erwähnt, ist es sehr schwierig durch mehr Rauchen einen höheren Rauschzustand zu erreichen. Für denjenigen, der an diesem Punkt mit dem Rauchen aufhört, ist der ruhige und unbeklommene Zustand am Auffälligsten. Besonders bemerkenswert ist die nachlassende Besorgnis, da wir immer vor dem Rauchen von DMT besorgt sind.

Seltsamerweise, hat die Passionsblume zwar leichtesten Rauschzustand, aber den größten antidepressiven Effekt, was vielleicht an dem breiten Mix an Alkaloiden in der Passionsblume (s.u.) liegen könnte. Während bei der Syrian Rue der klarste und reinste Rauschzustand auftrat, kann die caapi subjektiv dazwischen eingeordnet werden; allerdings mit dem geringsten antidepressiven Effekt.

Das Dosenverhältnis des ursprünglich gerauchten Pflanzenmaterials, um subjektiv auf das gleiche Rauschniveau zu kommen, wurde in etwa wie folgt geschätzt:

Pflanze

Dosenverhältnis

Syrian Rue

1

Caapi

12

Passionsblume

20

Das Dosenverhältnis basiert auf der Masse des ursprünglichen Pflanzenmaterials. Das heißt, um das gleiche Rauschniveau der Syrian Rue zu erreichen, muss die zwölffache Masse der caapi geraucht werden bzw. das Zwanzigfache an Passionsblume.

Merkwürdigerweise, obwohl verschiedene Feldforscher die beta-Carbolin-Dosierung bei einheimischen Bieren auf zwischen 300 bis 500 mg schätzen, lag die Dosierung, die wir benötigten, lediglich bei 50 mg. Wie bereits oben erwähnt, führte die Erhöhung der Dosierung nicht zu einer Erhöhung des Rauschzustandes, sondern nur zu einer Verstärkung körperlicher Symptome. Selbst wenn später zusätzlich Tryptamine aufgenommen wurden, die Erhöhung der Dosierung über diesen Punkt hinaus, veränderte nicht wesentlich den kombinierten Trip. Es war, als gäbe es im Gehirn einen „Schalter“, der mit genügend beta-Carboline, von „aus“ auf „ein“ springt, und keine weiteren Aktionen stattfinden konnten. Wir schließen aber nicht die Möglichkeit aus, dass es eine zweiten „Schalter“ im 300-500 mg-Bereich gibt, den wir übersehen haben könnten.

Kombinationen mit Tryptamine

Für Vergleichszwecke wurde jedes der pflanzlichen Materialien nach dem obigen Verfahren geraucht. Etwa 10 Minuten nachdem Erreichen eines stabilen Rauschzustands, wurden 15mg DMT geraucht. Während einer von uns das gesamte Verfahren durchlief, machte sich der andere Notizen und achtete auf die Timings.

Die folgenden Effekte wurden einheitlich für alle Pflanzenmaterialien beobachtet:

– Der Gesamteffekt des Trips war weitaus stärker als die Auswirkungen einer alleinigen 15 mg-Dosis DMT. Subjektiv fühlte es sich eher an wie die dreifache Intensität; also ca. 35 bis 45 mg.

– Die Gesamtlänge des DMT Flashs und die Nachwirkungen wurden verlängert. Der Teil des Flashs mit Visionen, der normalerweise 2 bis 3 Minuten bei einer Dosis von 40 mg ist, verlängerte sich mit vorheriger beta-Carbolin Vordosierung auf ca. 6 Minuten bei 15 mg DMT. Die gesamte Zeitspanne der visuellen Wahrnehmungen bei geschlossenen Augen, normalerweise für die Dauer von weniger als 5 bis 7 Minuten (inkl. Flash), verlängerte sich einheitlich auf ca. 9 Minuten plus ca. 10 Minuten währenddessen die Wahrnehmungen langsam abnahmen.

– Die auditiven Effekte waren so ausgeprägt, dass sie bei mehreren Gelegenheiten fast überwältigend waren. In der Tat waren die auditiven Effekte stärker als bei hoch dosierten Trips nach dem einmaligen Konsum von 50 bis 70 mg DMT. Am Anfang hört es sich an wie beim Zerreißen von Plastik; nur sehr viel verstärkt. Die sogenannte „DMT Musik“, die wir wie einen Xylophon Ton beschreiben, der die Visionen begleitet, war auch hier sehr viel lauter; teilweise sehr störend.

– Das grundlegende Muster einer mit Juwelen besetzen Kuppel (auch „Chrysantheme“ Muster), das nach dem Visionsflash zu sehen ist, trat hier gebrochen bzw. getrennt auf. Anstelle eines einheitlichen kreisförmigen Musters schien es eindeutig eine rechte und eine linke Hälfte zu geben, mit einem neuen, schwer zu beschreibenden Muster in der Mitte. Der Gesamteindruck des Musters schien uns mehr pilzförmig zu sein, obwohl uns eine detaillierte Beschreibung schwer fällt.

– Die Visionen insgesamt schienen sich uns gemächlicher zu entfalten. Auch hier wurden wir an einen Pilz erinnert. Während der DMT Effekt immer noch schnell und hart auftritt, ist das Gefühl „einer Millionen Dinge auf einmal“ wie beim Rauchen von DMT alleine doch ziemlich gedämpft.

– Die Farben der Muster sind ebenfalls verschoben im Vergleich zu DMT allein. Auch weil wir Farben in erster Linie nicht so leicht beschreiben ist es schwer zu beschreiben. Man kann aber sagen, die Farben seien nicht nur in ihrer Anzahl weniger, sondern auch weniger intensiv oder gesättigt als bei DMT alleine.

– Schließlich, wenn man aus dem Zustand der Visionen kommt, stellt sich für weitere 10 Minuten ein starkes Gefühl der Benommenheit ein. Bei dem Gefühl wurden wir stark an den „Knock-out“ bei Pilzen erinnert.

Auch der Inhalt der Visionen war verändert. Es gab weniger fremde, sich selbst verändernde Kobold-Maschinen und mehr Visionen von erkennbaren Dingen. Fremdartige Tiere und Figuren mit Kapuzen marschierten in halb erhabenen Prozessionen. Griffin-ähnliche Monster verwandelten sich rhythmisch in nackte Frauen und wieder zurück. Grundsätzlich waren das Gefühl und der Ton während der Visionen ernst, im Gegensatz zu der Verspieltheit und der Fröhlichkeit der wenn auch ziemlich erschreckenden Heiterkeit der selbst verändernden Koboldmaschinen, wie wir sie auf DMT allein erlebten. Auch die Intensität war anders; nicht wirklich erhöht, doch die Veränderung des Gefühls zu mehr Ernsthaftigkeit bzw. beinahe an einen direkt persönlich gerichtete Information, machten den Trip subjektiv betrachtet doch intensiver. Während eines Trips machte einer von uns Bekanntschaft mit einem sehr schlimmen körperlichen Wesen, dessen Botschaft man ganz einfach wie folgt zusammenfassen könnte: „Bist du sicher, dass Du das machen möchtest? Dies ist weit extremer als alles was du vorher gemacht hast. Es ist der Weg zu der Zerstörung der Gnosis!“

Subjektiv bevorzugten wir die Syrian Rue um DMT zu verstärken. Es ergab den saubersten und intensivsten Rauschzustand. Obwohl wir keine Erfahrung mit Ayahuasca haben, bestätigten detaillierte Diskussionen über einige unserer Erfahrungen während der Trips mit einem Anwender, der viel Erfahrung im Umgang mit Ayahuasca hat, die Ähnlichkeit beider Trips.

Die Passionsblume zeigte das geringste Potential zur Verstärkung von DMT; wahrscheinlich aufgrund des niedrigen Harmin Inhalts im Verhältnis zu dem gesamten Gehalt an beta-Carbolin. Die gesamte Menge, die für eine vergleichbar wirksame Tryptamin Verstärkung erforderliche war, schien uns übertrieben und etwas krank. Zudem dauerten die Effekte der MAO-Hemmer für zwei bis drei Tage an. Auch hier waren die Auswirkungen der caapi wieder im mittleren Bereich.

Ungewöhnliche Beobachtungen

Dies bringt uns zu einer Reihe von seltsamen Beobachtungen. Erstens, obwohl in der Literatur steht, dass die MAO-Hemmung durch Harmin nach etwa 5 Stunden vollständig abgeklungen sein sollte, dauerten die Auswirkungen von allen gerauchten Pflanzen mindestens 24 bis 48 Stunden. Es konnte also eine klare Verstärkung der Wirkung über den beobachteten Zeitraum festgestellt werden. Wir vermuten, dass dieser Effekt vor allem auf das neben Harmin ebenfalls in den Pflanzen vorhandene beta-Carbolin zurückzuführen ist, obwohl dieses ein qualitativ schwächerer MAO-Hemmer ist, und die Dauer der Wirkung dennoch viel länger war. Allerdings haben wir Grund zu der Annahme, dass die zusätzliche Wirkung eventuell durch Tryptamin verursacht wurde.

Einmal nahmen wir 7,5 g eines getrockneten, sehr starken Stropharia, weil wir uns näher für das bereits erwähnte Phänomen der „Stimmen im Kopf“ interessierten. Wir verstärkten die Pilze ca. 30 Minuten nach dem Verzehr durch das Rauchen von ca. 750 g (!) der Passionsblume; es war ziemlich überwältigend. Nach dem Rauchen etwa eines Viertels des pflanzlichen Materials, brachte jeder frische Zug innerhalb von Sekunden eine Halluzination eines hellen durch einen Blitz durchzogenen Strahlenkranzes, der mit geöffneten Augen, einen gut durchleuchteten Raum verdunkelte. Das „Stimmen“ Phänomen war laut, deutlich und sehr beunruhigend (der genaue Inhalt dieses Trips wird in „High Frontiers“, Heft 2 beschrieben). Bereits zuvor hatten wir mehrfach versucht das „Stimmen“ Phänomen mit dem gleichen Pilz in Dosierungen von bis zu 10 g heraufzubeschwören, allerdings ohne Erfolg.

Aber, noch sehr viel interessanter war, dass gewisse Effekte wie MAO-Hemmung, Stimmen im Kopf und Visionen (mit offenen und/oder geschlossenen Augen) sowie die Verstärkung sogar noch LSD in kurzen Intervallen über einen Zeitraum von 14 Tagen auftraten! Obwohl wir uns der Tatsache bewusst sind, dass sich dies verrückt anhört, ist es dennoch passiert. Wir sind der Meinung dass die besonderen Langzeitwirkungen auf die Kombination großer Dosen von Tryptamin und beta-Carbolin zurückzuführen sind, die nicht mit herkömmlichen Modellen der Chemie des Gehirns erklärt werden können.

Zudem kommt, dass diese eher erschütternden Trips mit der Pilz-„Stimme“ sogar bei Dosen so niedrig wie etwa 1 g unausweichlich waren. Als etwas weniger spektakuläre Langzeitwirkung, beobachteten wir ein diesen Verstärkungseffekte der Kombination aus beta-Carbolin und DMT; das heißt, Effekte, die bisher schwer erreichbar auf DMT allein waren, traten schneller in der Kombination mit beta-Carbolin auf.

HINWEIS: Aus Gesprächen mit anderen Forschern erkennen wir, dass dieser Ansatz erst die Pilze einzunehmen und dann, wenn sich die ersten Wirkungen der Pilz entfalten, das beta-Carbolin-haltige Material zu rauchen, am wirksamsten ist.

Eine weitere merkwürdige Beobachtung ist die der „9 Minuten-Grenze“. Bisher hatten wir keinen Erfolg bei der Aufrechterhaltung der DMT-„Bilder“ für länger als 9 Minuten, unabhängig von der Dosierung oder der Art des vordosierten Pflanzenmaterials. Unsere Experimente mit DMT und MDA (auch ein milder MAO-Hemmer) waren umso interessanter, als dass Wirkungen von DMT auf etwa 9 Minuten verlängert werden konnten (Siehe unsere „Anmerkung aus dem Underground“, Nummer 4). Auf der anderen Seite dauert ein Trip mit Ayahuasca mehrere Stunden. Zur Zeit haben wir dafür keine Erklärung, zumal ein Großteil der aktiven Komponenten des oral konsumierten Gemisches sich in Magen und Darm inaktiviert und nicht resorbiert.

In anderen Experimenten, in denen wir mit DMT vordosierten und einiger Stunden später eine andere psychedelisch wirksame Substanz nahmen, stellten wir deutlich erkennbare (MDA) bis  zu dramatische Auswirkungen (Pilze oder LSD), auch wenn die zweite Substanz bis zu 8 Stunden nach DMT genommen wurden (Siehe unsere „Anmerkung aus dem Underground“, Nummern 5 und 6). Auch dies ist schwer zu erklären, da der gesamte DMT-Trip nur etwa eine Stunde dauern sollte. Wenn wir jedoch erst DMT rauchten und nach dem Flash das beta-Carbolin-haltige Pflanzenmaterial, konnten keine klaren DMT-„Bilder“ verursachen. Was geschah war ein unmittelbares Gefühl der Depression, fast genau entgegengesetzt der Wirkung auf die Stimmung von DMT.

Und das letzte schwer zu erklärende Phänomen: Auf etwa einem Viertel der Trips, ca. 20 Minuten nach dem Rauchen von DMT, gleich nachdem man aus der Trance kam und sich der Zustand stabilisierte (oder zumindest fühlten wir uns so), erfuhren wir einen Ansturm von „Informationen“ in unseren Köpfen, der mit keinen anderen psychedelischen Effekten auftrat.  Das heißt, ohne eine Änderung der visuellen, auditiven oder physikalischen Wahrnehmungen, besaßen wir plötzlich in unseren Köpfen komplexe, langwierige und detaillierte Gedanken, ohne zu wissen, woher sie kamen, aber mit der Überzeugung, dass sie einen Augenblick zuvor in unseren Köpfen nicht existiert hatten, auch in Fragmenten. Der Inhalt jedes dieser Gedanken war bizarr und stand im Zusammenhang mit Anweisungen, wie man Tätigkeiten, die gewöhnlich als übernatürlich, unmöglich und/oder verrückt gelten, erreichen kann. Darüber hinaus ermutigte  uns der Inhalt dieser Gedanken, diese Kunststücke zu versuchen! Während wir keine Erfahrungen aus erster Hand mit Schizophrenen haben, führen uns Vergleiche aus der Literatur zu dem Schluss, dass diese Art von Phänomen als ein klares Beispiel schizophrenen Denkens betrachtet werden können.

LSD-Verstärkung mit beta-Carbolin

Wir haben auch mit Verstärkung von LSD mit beta-Carbolin-haltigen Pflanzen experimentiert. Im Allgemeinen folgen die Auswirkungen dem gleichen Muster. Subjektiv fühlt sich die Dosis drei- bis vier-mal stärker an als sie tatsächlich ist. Die Bilder bei geschlossenen Augen sind mit kreisförmigen, sehr detaillierten hellen Bildern verstärkt, die bereit auf Dosen von 25 Mikrogramm sichtbar werden. Bei höheren Dosen (150 bis 200 Mikrogramm) gab es ein Gefühl von einer uralten Präsenz. Auf mehreren hundert Acid-Trips haben wir auf LSD allein nie eine externe Präsenz gefühlt. Aber, wenn LSD mit einer anderen psychedelischen Substanz kombiniert wurde, schien es uns durchaus üblich.

Die Muster, die wir bei geschlossenen Augen sahen, ähnelten Visionen; sie waren klarer als hypnagogische Bilder, aber nicht so überwältigend oder klar wie die Visionen auf DMT. Sie ähnelten eher klaren Traumbildern. Auch die Stimmungsaufhellung war ziemlich erstaunlich. Einmal schrie einer von uns: „Man kann unmöglich einen schlechten Trip auf diesem Zeug haben!“ Es gab keine Stimmungsschwankungen und die lebhafte Begeisterung fiel im Laufe des Trips langsam zum Ausgangswert zurück.

Vorläufige Schlussfolgerungen und Vorschläge für die weitere Forschung

Um das Offensichtliche noch einmal zu bekräftigen: Indol-haltige Psychedelika, wenn sie in einem Zustand der MAO-Hemmung eingenommen werden, sind viel intensiver und qualitativ anders, als wenn man sie für sich alleine konsumiert. Wir glauben, dass diese Kombinationen eine Vielzahl von fruchtbaren Wegen für weitere Forschungen bieten.

Darüber hinaus finden wir, dass die Samen der Syrian Rue, eine bequeme, konzentrierte und leicht zugänglichen Quelle von beta-Carbolin sind, die auch als Ersatz für die eher exotische und schwer zu bekommene Banisteriopsis caapi dienen sollte.

Natürlich sollte unser nächstes Forschungsgebiet im Bereich der synthetischen Ayahuasca liegen; also ein oral verabreichtes Gemisch von Syrian Rue und synthetischen DMT zu perfektionieren, das sich qualitativ wie die südamerikanische Pflanzengemische verhält.

Zusätzliche Arbeiten sollten mit dem Rauchen von Mischungen gemacht werden, um die „9 Minuten-Grenze“ weiter zu untersuchen und um daher eine qualitative Mischung für ein zukünftiges beta-Carbolin/Tryptamin-Kochbuch zu ergeben.

Schließlich hoffen wir, dass die Informationen in diesem Artikel mit der Arbeit anderer Forscher korreliert werden könnten, um völlig neue Bereiche für die Forschung vorzuschlagen und Erläuterungen für einige der hier beschriebenen Phänomene zu liefern.

Bleibt High und bleibt Frei!

Gracie & Zarkov