THEMA: DROGEN- UND SUCHTBERICHT – Erfolge und Probleme

am Jun16

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung enthält seit einigen Jahren
immer wieder erfreuliche Details. Diesmal ist erneut die Zahl der Jugendlichen,
die zur Zigarette greifen, zurückgegangen. Wohl weil der Staat beim Tabak
kräftig an der Preisschraube gedreht hat. Außerdem ermöglicht der schärfere
Nichtraucherschutz weniger Gelegenheiten, “mal eine mitzurauchen”. Junge
Menschen konsumieren weniger Cannabis und trinken insgesamt weniger Alkohol. Die
Zahl der Drogentoten nahm weiter ab.

Solche Erfolge können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiter
massive Suchtprobleme gibt. Trotz einschlägiger Todesfälle gibt es noch immer
Extrem-Säufer, die sich bis zur Besinnungslosigkeit “abschießen”. Fast zehn
Millionen Deutsche trinken Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Hier rollt
auch auf die Solidargemeinschaft eine erhebliche Belastung zu.

Nicht zu verharmlosen ist eine verhältnismäßig junge Abhängigkeit, die
vorwiegend junge Leute betrifft: Die Computer- bzw. Internet-Sucht. Dem Staat
sind allerdings weitgehend die Hände gebunden. Er kann versuchen, beispielsweise
über die Schulen aufzuklären und Eltern zu sensibilisieren. Den Schalter umlegen
kann er nicht.

Schwierig auch das Thema öffentliche Glücksspielautomaten. Dass die gesetzliche
Reduzierung ihrer Anzahl in Gaststätten zu einer signifikanten Verringerung der
Spielsüchtigen führt, ist eher unwahrscheinlich.

Vlothoer Anzeiger, 23.05.2012

http://www.vlothoer-anzeiger.de/meinung/kommentare/6744390_Erfolge_und_Probleme.html


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