Teo Nanacatl, das Fleisch der Götter

Zur Geschichte und Bedeutung psilocybinhaltiger Pilze

Joerg Happe
Mit der menschlichen Frühgeschichte beginnend schlägt Joerg Happe in seinem Beitrag einen Bogen über die (Wieder)entdeckung der heiligen Pilze, deren „Entzauberung“ durch Isolation des wirksamen Prinzips bis zu den psychologischen Studien der sechziger Jahre und heutigen Pilzritualen als Vorboten tiefgreifender gesellschaftlicher und geschichtlicher Veränderungen

Die Magischen Kulturbringer

In der Geschichte der Menschheit haben veränderte Wachbewusstseinszustände, die durch den Gebrauch psychoaktiver Pflanzen hervorgerufen werden, wahrscheinlich schon sehr früh eine große Bedeutung gehabt. So gab es bereits in der menschlichen Frühgeschichte vor etwa 60.000 Jahren Spezialisten für den Gebrauch von heilenden Pflanzen. Dies belegen bei Ausgrabungen im Irak gefundene Heilpflanzen, die als Grabbeigaben identifiziert wurden. Sie enthalten Substanzen, die noch heute im medizinischen Gebrauch Anwendung finden. Unter ihnen war auch die psychoaktive Substanz Ephedrin nachweisbar.

Durch andere archäologische Funde wissen wir, dass Pflanzen, die psychoaktive Wirkstoffe enthalten, in prähistorischer Zeit auf fast allen Kontinenten in Gebrauch waren. Solche Zauberpflanzen gehören so eng zum menschlichen Leben, dass ihre Entstehung in den Ursprungsmythen fast aller Völker erwähnt wird. So ist zu vermuten, dass erste Gotteserfahrungen unter dem Einfluss von psychoaktiven Substanzen stattgefunden haben. Die Zauberpflanzen waren Geburtshelfer der Religion, der Schlüssel zum mystischen Raum, der Urgrund menschlicher Kultur. Unsere Ahnen erkannten in solchen Pflanzen Lehrmeister, die ihnen Visionen gaben, die Sprache der Natur entschlüsselten oder Ratschläge zur körperlichen und geistigen Heilung erteilten. Überall auf der Welt sind Kulte entstanden, in deren Zentrum die rituelle Einnahme magischer Pflanzen steht. Manche dieser Rituale haben sich über Jahrtausende bis in die Neuzeit erhalten. Zu ihnen gehört der religiöse Gebrauch psilocybinhaltiger Pilze in Mittelamerika.

Die Mexikanischen Zauberpilze

Nur wenigen Götterpflanzen wurde größere Verehrung entgegengebracht als den heiligen Pilzen in Mexiko. Die Azteken nannten sie Teonanacatl, was „Göttliches Fleisch“ bedeutet. Wie die anderen Zauberpflanzen wurden auch die Pilze von den spanischen Eroberern und den mit ihnen einfallenden katholischen Missionaren als Teufelswerk gebrandmarkt. Man versuchte, den Pilzkult auszurotten, doch die Indios hüteten das Geheimnis des Teonanacatl erfolgreich über viele Jahrhunderte im Verborgenen.

Dass die Psilocybinpilze und ihr ritueller Gebrauch heute recht gut bekannt sind, ist vor allem dem Forschergeist des Ehepaars R. Gordon und V. P. Wasson zu verdanken. Die beiden Mykologen (Pilzforscher) waren schon lange fasziniert von der unterschiedlichen Sichtweise auf Pilze in verschiedenen Kulturkreisen. Sie unterschieden die Menschen in Mykophile, die Pilze lieben, und Mykophobe, die Pilze fürchten. Die Europäer sind beispielsweise in ihrer Mehrzahl bis heute mykophob. Sie glauben, dass schon der Genuss eines einzigen Fliegenpilzes den sicheren Tod bedeutet und viele Pilze nichts als Teufelswerk sind. Ein trauriger Beleg dafür sind die vielen von Wanderern blindwütig umgetretenen Fliegenpilze in unseren heimatlichen Wäldern und die Verteufelung der psilocybinhaltigen Pilze als Droge, deren Gebrauch strafrechtlich verfolgt wird.

Dagegen feierten die mykophilen Indios des alten Amerika prachtvolle Feste für ihre Götter und erlebten durch rituelle Pilzeinnahme das Paradies auf Erden. Die Wassons hatten schon länger einen Großteil ihrer Freizeit mit der Enthüllung der Geschichte der heiligen Pilze verbracht, als sie die Bekanntschaft mit dem Ethnobotaniker R. E. Schultes machten. Schultes arbeitete am selben Thema und wies den Wassons die Richtung, in der sie nach den Überresten der alten Pilzkulturen zu suchen hätten. Im Juni 1955 wurden sie in einem kleinen Dorf im Hochland von Oaxaca fündig. Von der später berühmt gewordenen Curandera (Heilerin, Seherin) Maria Sabina wurden R. G. Wasson und der Fotograf A. Richardson in die Mysterien der heiligen Pilze eingeweiht. Während vieler weiterer Expeditionen erforschten die Wassons den über Jahrtausende erhaltenen Pilzkult, nahmen an Ritualen teil und machten ihre Erkenntnisse einer größeren Öffentlichkeit zugänglich.

Der Chemiker Dr. Albert Hofmann, Entdecker des LSD-25, interessierte sich für die Forschung der Wassons und war bald darauf in der Lage, aus den Zauberpilzen die psychoaktiven Moleküle Psilocybin und Psilocin zu isolieren und sie synthetisch herzustellen. Bei einer erneuten Expedition im Jahre 1962 gab Hofmann der Schamanin Maria Sabina anstelle der Pilze die synthetischen Moleküle in Tablettenform. Nach dem Ritual versicherte sie Hofmann, dass die Wirkung identisch sei. Das Geheimnis der heiligen Pilze war gelüftet.

Mittlerweile sind etwa achtzig bis neunzig psychoaktive Pilzarten bekannt, die sich über den gesamten Erdball verbreiten. Wenn vom „Fleisch der Götter“ die Rede ist, denken wir sicher zuerst an Psilocybe Mexikana – aus dieser Spezies synthetisierte Albert Hofmann die psychoaktiven Moleküle. Darüber hinaus sind viele andere Psilocybe- und Stropharia- Arten bei verschiedenen Stämmen Mexikos wie den Matzateken, Zapoteken und Chontal in Gebrauch. Von den diversen Arten ist die Spezies Stropharia cubensis [heute Psilocybe cubensis, Anm. d. Red.] von besonderem Interesse, die relativ leicht künstlich gezüchtet werden kann. Durch die Möglichkeit der Kultivierung dieses Pilzes auf Roggensubstrat hat er sich seit den siebziger Jahren vor allem in den USA und in Mitteleuropa weit verbreitet. Die meisten der auf dem Untergrund- Markt erhältlichen Psilocybin-Pilze sind heute von der Spezies Stropharia cubensis. In diesem Zusammenhang muss allerdings daraufhin gewisen werden, dass Besitz, Konsum, Herstellung und Handel mit psilocybinhaltigen Substanzen nach dem Betäubungsmittelgesetz in Deutschland strafbar ist.

Spitzkegelige Kahlköpfe

Auch auf den heimischen Feldern und Wiesen wachsen verschiedene Arten psilocybinhaltiger Pilze. Hier ist vor allem der Spitzkegelige Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) zu nennen, eine weit- verbreitete Art, deren Wirkstoffgehalt ähnlich wie bei Stropharia cubensis gleichmäßig hoch ist.

Botanik

Der Spitzkegelige Kahlkopf wächst oft versteckt unter Gras auf gut gedüngten Weiden und Feldern, mit Vorliebe an feuchtwarmen, sonnigen Stellen. Vor allem auf Kuhwiesen, auch Schaf- und Pferdeweiden, ist mit hoher Ausbeute zu rechnen. Erntezeit ist von August bis Januar, hauptsächlich Anfang September bis Mitte November. Dann treten die Pilze oft in großen Gruppen auf. Der Hut ist etwa 5 bis 30 mm hoch, halbkugelig bis spitzkegelig, mit einem Nippel an der Spitze. Die Haut ist glatt und schleimig, die Farbe variiert von blassem gelbbraun bis dunkelbeige, mit deutlichem Oliv-Einschlag wenn sie feucht ist. Der Stiel ist 20 bis 80 mm hoch und etwa 2 mm gleichbleibend dick (Verdickung an der Basis), dabei oft geschwungen. Er ist etwas heller braun als der Hut. Die Lamellen sind beige bis dunkelbraun. Eine bläuliche Färbung, die besonders an verletzten Stellen auftritt, wird als Indikator für den Psilocybingehalt betrachtet. Beim Sammeln sollte man darauf achten, die Fruchtkörper nicht auszureißen, sondern kurz über dem Boden abzuknipsen, um den eigentlichen Pilz, das unterirdische Mycelgeflecht, nicht zu verletzen. Die gesammelten Pilze können entweder frisch genossen oder an der Luft getrocknet und aufbewahrt werden. Wasser- und luftdicht verpackt sind sie längere Zeit im Kühlschrank haltbar.

Pharmakologie

Sowohl der Spitzkegelige Kahlkopf als auch Stropharia cubensis enthalten gleichmäßig hohe Anteile von rund 0,3 % Psilocybin und Psilocin in der Trockensubstanz. Diese Wirkstoffe gehören – wie viele andere Psychedelika – in die Stoffklasse der Alkaloide. Das Psilocybin weist große Ähnlichkeit mit LSD-25 und N,N-DMT auf. All diese Tryptamin- Derivate sind wiederum ähnlich gebaut wie der menschliche Neurotransmitter Serotonin, was eine Erklärung liefern kann für die psychotrope Aktivität dieser Halluzinogene. Dank der gleichen Grundstruktur vermögen die Moleküle auf die selben Stellen im Nervensystem einzuwirken, an denen das Serotonin seine Wirkung entfaltet. Dadurch werden die psychischen Funktionen, die an den betreffenden Stellen des Gehirns lokalisiert sind, verändert.

Die physische Toxizität von Psilocybin ist extrem gering – die tödliche Dosis liegt etwa 600 mal höher als die normalerweise konsumierte Dosis und würde der Menge von 40 kg Frischpilzen entsprechen. Auch bei langjährigem Gebrauch von Psilocybinpilzen treten keine physischen Schädigungen auf. Die Gefahren einer psychischen Abhängigkeit bestehen nicht, da keine Einwirkungen auf das hormonelle System stattfinden. Die Toleranz gegenüber Psilocybin wird leicht erreicht, wenn die Pilze öfter als einmal pro Woche genommen werden, das heißt, die Wirkungen fallen bei gleicher Menge wesentlich schwächer aus. Dieser Effekt verschwindet , wenn man mit der nächsten Einnahme etwa eine Woche bis zehn Tage wartet.

Dosierung und Wirkung

Eine Dosis Von etwa 10 bis 12 mg Psilocybin, entsprechend ca. 50 g frischen oder 5 g getrockneten Pilzen (die Pilze bestehen zu 90% aus Wasser), genügt, um einem Erwachsenen von 70 kg Körpergewicht das volle Spektrum halluzinogener Effekte zu offenbaren. Dies entspricht einer Menge von rund 5 bis 7 mittelgroßen Stropharia cubensis- Pilzen oder 60 bis 70 Spitzkegeligen Kahlköpfen. Weniger auffallende Effekte können bereits bei der Einnahme von 1 bis 2 g der getrockneten Pilze empfunden werden. Die Pilzwirkung beginnt etwa 15 bis 30 min nach der Einnahme, die Wirkungsdauer beträgt 4 bis 7 Stunden.

Die Effekte einer vollen Pilzdosis schließen visuelle und akustische Halluzinationen, extreme Euphorie, Verzerrung der zeitlichen und räumlichen Wahrnehmung und Zustände von ruhiger Klarheit ein. Die mit geschlossenen Augen wahrgenommenen Bilder sind farbig, scharfkantig und überaus deutlich. Sie können von abstrakten geometrischen Formen bis zu Visionen phantastischer Landschaften und architektonischer Perspektiven reichen. Die nach außen gerichtete Wahrnehmung ist von einer seltenen Klarheit. In der Natur wird oft eine intensive Verbindung mit Pflanzen und Tieren erlebt.

Pilzrituale

Generell ist die Wirkung extrem stark abhängig von der Umgebung, in der das Pilzritual stattfindet, sowie von der Vorbereitung und der Erwartungen der Teilnehmer. Mexikanische Stämme, die den Zauberpilz auch heute noch in Heilungszeremonien und religiösen Ritualen einnehmen, kennen seit jeher die große Bedeutung von „set and setting“. Sie beginnen das Ritual schon beim Sammeln der Pilze, das von Gebeten begleitet wird. Bei den nächtlichen Zusammenkünften von Heilern, Patienten und Interessierten setzt man sich im Kreis zusammen. Die Pilze werden gereicht und gegessen. Oft singen der Schamane oder die Curandera dann stundenlang, wobei sie den Rhythmus auf ihren Schenkeln schlagen. Sie werden zu Menschen der Sprache, erleuchtet vom Geist. Sie selbst nennen sich „diejenigen, die sprechen“. Durch das „inspirierte Sprechen“, die Eingebungen des Pilzes, werden Krankheitsursachen erkannt und Prophezeiungen gegeben.

„Je tiefer man in die Welt des Teonanacatl eindringt, desto mehr Dinge sieht man. Und man sieht Vergangenheit und Zukunft, die dann vereinigt sind, schon fertig, schon geschehen… Ich sah gestohlene Pferde und verschüttete Städte, deren Existenz unbekannt war und die nun ausgegraben werden. Millionen Dinge sah und wusste ich. Ich kannte und sah Gott: eine riesige Uhr, die tickt, mit sich langsam drehenden Sphären, und darin die Sterne, die Erde, das ganze Universum, Tag und Nacht, Weinen und Lachen, Glück und Schmerz. Wer das Geheimnis des Teonanacatl ganz durchschaut, kann sogar das unendliche Uhrwerk sehen.“

So beschreibt die Heilerin Maria Sabina ihre Verbindung mit den heiligen Pilzen.

Die mexikanischen Pilzrituale weisen viele Ähnlichkeiten mit heutigen therapeutischen Sitzungen auf, die unter dem Einfluss von MDMA oder anderen psychoaktiven Substanzen abgehalten werden. Es ist zu beachten, dass bei den meisten Westeuropäern die Ego-Struktur besonders stark ausgeprägt ist. Wir sind gewöhnt an eine rational-technologische, entmystifizierte Welt und haben die Wurzeln zum magischen Wissen unserer Ahnen weitgehend abgeschnitten (es ist gut möglich, dass die kleinen Kahlköpfe auch unseren Vorfahren bekannt waren, obwohl der Beleg dafür bislang aussteht). In der Vereinigung mit dem Pilz geht es also auch darum, unsere Persönlichkeitsstruktur zu verändern, Barrieren unseres überstarken Egos abzubauen, um altes, ewiges Wissen zu erlangen. Dies kann für viele von uns zunächst mit großem Schrecken und Leid verbunden sein. Besonders während der ersten starken Erfahrungen mit Halluzinogenen macht man oft ein Stadium der „Angstvollen Ich-Auflösung“ durch, wenn das Ego beginnt, sich aufzulösen und dies nicht zugelassen und als „Sterben“ empfunden wird.

Die heiligen Pilze sind, verglichen mit anderen Halluzinogenen, ein eher sanfter Schlüssel zu den Pforten der Wahrnehmung. Durch eine überlegte Ritualgestaltung sind die Risiken eines „bad trip“ weitgehend auszuschließen. Zuallererst ist darauf zu achten, dass sich kein Teilnehmer in psychisch labilem Zustand befindet. Eine mehrtägige Einstimmung in ruhiger Umgebung ist wünschenswert. Die Einnahme erfolgt auf leeren Magen mindestens einige Stunden vorher sollte gefastet werden.

Es bietet sich an, das Pilzritual an einem besonderen Platz in der Natur (beispielsweise auf einer geschützten Waldlichtung oder an prägnanten Gesteinsformationen) oder in einem schön hergerichteten, mit positiven Assoziationsvorgaben versehenen Ritual-Raum durchzuführen. Der Raum und die Teilnehmenden werden rituell gereinigt, indem sie mit Salbei oder anderen Kräutern abgeräuchert werden. Vor der Einnahme helfen gemeinsame Meditationen und Atemübungen bei der Entspannung und der „Entleerung des Geistes von weltlichen Problemen“.

Will man eine hohe Dosis zu sich nehmen, so wird das Angstgefühl während des oftmals heftigen Einsetzens der Wirkung dadurch gemindert, dass man zunächst eine geringe Menge Pilze zu sich nimmt und mit der Einnahme der vollen Dosis solange wartet, bis eine sanfte Pilzwirkung spürbar ist. Vom nun erreichten Plateau lässt sich weitaus leichter „abheben“ als aus einem nüchternen Zustand heraus. Während der Session kann eine Stimulation durch Gerüche (Räucherwerk) und ruhige Musik erfolgen.

Es können auch Kreise stattfinden: Die Teilnehmer fassen sich an den Händen und lassen Heilungsenergie durch den Kreis fließen. Während solcher Sessions erleben die Beteiligten oft eine intensive Verbindung untereinander, eine Art telepathischen Kontakt, das gleichzeitige Durchströmt-werden von einem Bewusstsein. Während des Rituals sollte keiner der Beteiligten mit seinen Handlungen oder Äußerungen auf Unverständnis oder Ablehnung innerhalb der Gruppe stoßen. Alles noch so bizarr scheinende wird aufgenommen, verstanden und integriert.

Extrem wichtig für eine wertvolle Erfahrung ist auch die Nachbereitung der Session, die mit dem gemeinsamen „Landen“ beginnt. Am besten haben die Teilnehmenden noch ein paar Tage Zeit, um alleine und gemeinsam mit der Gruppe das Erlebte zu verarbeiten und zu integrieren. Dies ist eine sehr bedeutende Phase, in der sich entscheidet, wieviel von der Erfahrung man erinnern und für seinen weiteren Weg verwerten kann. Nach einer Ruhephase empfiehlt es sich, möglichst bald ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen, da die Erinnerung an das Erlebte schnell verblasst. Darüber hinaus finden Gruppensitzungen statt, in denen die persönlichen und gemeinsamen Erlebnisse diskutiert und interpretiert werden. Wer gut vorbereitet in die Erfahrung geht, verbringt in den meisten Fällen eine wundervolle, extatische Zeit mit den Pilzen.

Anfang der sechziger Jahre führte der junge Psychologe Timothy Leary Experimente mit Psilocybin an vielen Testpersonen durch. Eine Veröffentlichung seiner Testergebnisse mit 129 Männern und 48 Frauen wurde 1963 in einer psychologischen Fachzeitung publiziert. Demzufolge fanden 70% den Rauschzustand erfreulich oder extatisch, 88% meinten, sie hätten etwas gelernt oder seien zu wichtigen Einsichten gelangt, 62% der Probanden waren überzeugt, die Erfahrung hätte ihr Leben zum Besseren gewendet und volle 90% drückten den Wunsch aus, die „Droge“ erneut zu testen.

Sternensamen

Der Visionär und Ethnobotaniker Terence McKenna glaubt, dass der Gebrauch halluzinogener Pilze weit älter als 3.000 Jahre ist und der Pilz schon von den Urmenschen benutzt und verehrt wurde. Nach seiner Theorie könnten Pilzsporen, die aus dem All kamen, die erste Form von Leben und Intelligenz auf unserem Planeten gewesen sein. Neuere wissenschaftliche Studien belegen, dass bestimmte Pilzsporen bis zu 45 Millionen Jahren im All überleben können.

Bei seinen Experimenten mit den auf Roggensubstrat gedeihenden Stropharia cubensis empfing Terence Botschaften, die sein Leben maßgeblich veränderten:

„Ich bin alt, älter als das Denken in eurer Spezies, das selbst fünfzig mal älter ist als eure Geschichte. Zwar bin ich seit Jahrhunderten auf der Erde gewesen, doch ich stamme von den Sternen. Meine Heimat ist jedoch kein einzelner Planet, viele über die glänzende Scheibe der Galaxis verstreute Welten haben Bedingungen, die meinen Sporen eine Lebensmöglichkeit geben. Der Pilz, den ihr seht, ist der Teil meines Körpers, der sich dem sexuellen Kitzel und dem Sonnenbad hingibt, mein eigentlicher Körper ist ein feines Netzwerk von Fasern, die die Erde durchwuchern. Diese Netzwerke können mehrere Morgen durchziehen und haben weit mehr Schnittstellen als ein menschliches Gehirn. Mein Pilzgeflecht ist fast unsterblich – nur die plötzliche Vergiftung des Planeten oder die Explosion des Gestirns, das ihn am Leben erhält, kann mich auslöschen. All meine Pilzgeflechte in der Galaxis befinden sich in Kommunikation miteinander, und zwar schneller als die Lichtgeschwindigkeit und über Raum und Zeit hinweg, doch wie das vonstatten geht, kann ich euch nicht erklären, da es in eurem Modell von Realität gewisse Mängel gibt. Das Pilzgeflecht ist so fragil wie ein Spinnennetz, doch der kollektive Übergeist und die kollektive Erinnerung sind wie ein riesiges historisches Archiv über den Werdegang der sich auf vielen Welten in unserem Spiralnebel entwickelnden Intelligenz…“

Heute stehen wir an der Schwelle zu den Sternen, langsam dämmert es im Bewusstsein der Massen, dass der nächste Entwicklungsschritt die Menschheit derart verändern wird, dass alles Vorhergegangene wie ein Präludium erscheint. Wir stehen am Rand der Geschichte, bereit, unsere menschliche Entwicklung und Erfahrung in dem riesigen Abgrund der Nacht, die unseren Planeten verschlingt, zu beschleunigen, während die Stunden unseres historischen Werdegangs noch in den Korridoren der Zeit verhallen. Wir sind dabei, uns in das größte jemals erfahrene Abenteuer zu stürzen, eines, das unsere Begriffe davon, was es bedeutet Mensch zu sein, von Grund auf ändert. Die heiligen Pilze und andere Pflanzenlehrer helfen uns, in dieser immer dichter werdenden Zeit, unseren Weg zu den Sternen zu finden und geben uns Ausblicke auf unsere kommenden Entwicklungsstufen.

mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.