Salvia divinorum, Anwendung-Wirkung-Rezepte

Droge

Für psychoaktive Anwendungen werden ausschließlich die Blätter in frischer oder getrockneter Form verwendet.

Anwendung

Bei Verwendung von frischen Pflanzen nimmt man zwischen 8-30 Blätter, dreht sie zu einer Zigarre (Priem) und kaut diese langsam für einige Minuten. Man sollte versuchen den dabei entstehenden Saft möglichst nicht zu schlucken, da der Wirkstoff (Salvinorin A) über die Schleimhaut im Mund resorbiert wird. Nach 10 min tritt die Wirkung ein, die eine dreiviertel Stunde anhält.

Getrocknete Blätter raucht man pur ohne Tabak. Die Dosis liegt zwischen einem halben bis zu zwei Blättern. Der Rauch wird tief inhaliert. Die Wirkung tritt sofort ein und hält einige Minuten an.  Und Verletzungen durch Stürze vorzubeugen, sollte man dafür sorgen bequem zu sitzen, da es manchmal zur Desorientierung kommt. Im Handel gibt es mittlerweile gute Extrakte und sogar Rauchmischungen fertig zu kaufen. Davon benötigt man wesentlich geringere Mengen. Auch kann man sehr einfach eigene Tinkturen  aus einem Alkohol-Wasser-Gemisch herstellen. Dazu  nimmt man 60 prozentigen Alkohol und lässt den Blätteransatz für einige Tage stehen. Diesen kann man dann dazu verwenden, die Potenz getrockneter Blätter zu erhöhen, indem man diese mit der Tinktur beträufelt und danach wieder trocknet.

Wirkung

Das wie oben beschrieben konsumierte Salvia divinorum erzeugt starke, einzigartige psychoaktive Effekte.  Obwohl halluzinogen, unterscheidet sich die Wirkung von  Salvia divinorum grundsätzlich von der anderer Halluzinogene wie LSD, Psilocybin oder Meskalin. Ein sehr oft beschriebener Zustand ist, dass man das Gefühl hat, sich in ein Objekt verwandelt zu haben. Auch räumliche Verzerrungen, ein verändertes Zeitempfinden  (Zeitsprünge in die Kindheit und Ähnliches), temporäre Identitäts-und Körperverlustgefühle, Lachklicks und viele andere physische und psychische Effekte geben dieser Droge ihren sehr speziellen Charakter.

Wirkstoffe

Salvinorin A Strukturformel

Salvinorin A Strukturformel

In den Blättern finden sich die psychoaktiven Wirkstoffe Salvinorin A und Salvinorin B, von denen das Salvinorin A der Hauptwirkstoff ist und im Gegensatz zu anderen psychoaktiven Substanzen anderer Pflanzen kein Alkaloid, sondern ein Diterpen ist. Es ist das bisher einzige bekannte psychoaktiv wirksame Diterpen und deutlich wirksamer in Bezug auf die Dosierung als andere natürlich in Pflanzen vorkommende

Halluzinogene. Es wirkt als κ-Opioid-Rezeptor-Agonist. Für eine wirksame Dosis benötigt man nur 0,2-0,5 mg.  Dies sind allerdings nur Annäherungswerte. Getrocknete Blätter können über Jahre gelagert werden, ohne dass ein Wirkstoffsverlust eintritt. Es können bis zu 1,5 g Salvinorin A. aus 1 kg getrockneter Blätter extrahiert werden.

Salvia divinorum Extrakt

Nebenwirkungen sind keine bekannt. Beim Rauchen von reinem Salvinorin, oder sehr starken Extrakten,  kann es zur Überdosierung kommen. Dieses äußert sich zum Beispiel durch Kontrollverlust und dadurch ausgelöste Stürze. Bei oralem Konsum durch Kauen von Prims wurden derartige Reaktion allerdings noch nicht festgestellt. Alles in allem ist bei Beachtung der beschriebenen Sicherheitsvorkehrungen der Konsum von Salvia divinorum als relativ sicher zu betrachten.

Medizinische Anwendungen

In nicht psychoaktiven Zubereitungen wird  Salvia  divinorum in Mexiko noch zu Behandlungen von Kopfschmerzen, Rheumatismus und zur Stärkung von Kranken eingesetzt. Ebenso findet es Verwendung bei Störungen von Stuhlgang und beim Urinieren.

Literatur

Jochen Gartz: Salvia divinorum – Die Wahrsagesalbei. Nachtschatten Verlag, Verlagsort 2001, 80 Seiten, ISBN 3-907080-28-9.

Bastian Borschke: Salvia Divinorum und andere psychoaktive Salbeiarten. Grüne Kraft, Verlagsort 2002, 32 Seiten, ISBN 3-930442-55-8.