Salvia divinorum Flüssigextrakt

S. Bear (T.E.R. Vol. X #2, S. 71, 72; Übersetzung: Hartwin Rohde)
mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

Salvia divinorum zu rauchen, ist zur hauptsächlich angewandten Einnahmeform, speziell der 5- fach und 10-fach Extrakte, geworden. Dabei wird natürlich die Tatsache, dass dies nicht die traditionelle Einnahmeform ist berücksichtigt. Verwendet man Salvia auf diese Weise in Dosierungen, die groß genug sind um eine starke Erfahrung zu bewirken, so wird der eigene „Verrücktheitsgrad“ vom Reisenden als extrem hoch eingeschätzt. Jene Forscher, die den traditionellen Weg der Einnahme mit dem Ziel einer ähnlichen Dosierung probierten, berichten von einem sehr viel angenehmeren, besser handhabbaren Erlebnis – auch wenn viele von ihnen Probleme haben, die benötigte Menge bitteren Blattmaterials zu kauen (oder einfach nicht immer an genug frisches Material gelangen).

Auf der Sage Wisdom Website (sagewisdom.org) bietet Daniel Siebert unter dem Namen „Emerald Goddess“ einen stabilen Alkoholextrakt an.  Ich habe mir etwas davon bestellt und stelle fest, dass dieser Extrakt definitiv sehr wirksam ist. Er kann sehr stark sein, speziell wenn höhere Dosierungen angestrebt werden, scheint aber das Problem „sich verrückt zu fühlen“ höherer Dosen gerauchten Salvia divinorum größtenteils zu vermeiden. Generell scheint die Wirkung auch langanhaltender zu sein und in Wellen einzusetzen. Es kann passieren, dass man meint, die Wirkung ließe nach, nur um dann festzustellen, dass Boden und Wände immer noch Buckel bekommen.

Es wurde schon an vielen Stellen vor unbedachter Einnahme von S. divinorum gewarnt und nahezu alle Quellen konstatieren, dass Geräusche während eines Salvia-Erlebnisses äußerst irritierend sein können und öffentliche Plätze besser zu meiden sind.

Obwohl ich niemanden zu unüberlegten Handlungen bewegen möchte – erst recht, wenn es um mögliche Probleme und daraus resultierende unschöne Öffentlichkeit für das Entheogen handelt – will ich diese allgemeinen Warnungen ein wenig hinterfragen. Fest steht, dass eine starke Sensibilisierung für akustische Reize, unabhängig von der Konsumform, durch S. divinorum ausgelöst wird. Diese Sensibilisierung ist jedoch nicht nur auf die gefühlsmaÅNssige Aufnahmefähigkeit von Musik beschränkt, sondern generell eine Verstärkung des Gehörs – eine Erfahrung, die ich und einige Mitreisende regelmäßig machen. Diese Verstärkung kann selbst einen Tag nach Einnahme noch anhalten.

Unter Nutzung des Flüssigextraktes konnte ich mit dem dadurch veränderten Bewusstsein ohne irgendwelche Probleme an Konzerten teilnehmen. Unter anderem hatte ich das große Glück die Los Angeles Philharmoniker bei einer Aufführung von Stravinskis „Le Sacre du Printemps“ (Die Frühlingsweihen) auf diese Weise zu erleben. Ich hatte auch gerauchtes Salvia zu Live-Musik probiert, empfand dies aber als ein deutlich weniger entspanntes Erlebnis.

Ein Wort der Warnung sei jedoch gestattet: Jede Nutzung von S. divinorum schränkt die Koordinationsfähigkeit während der Wirkung veränderlich ein. Autofahren ist also unbedingt zu unterlassen solange man sich nicht absolut sicher sein kann, dass der Trip vorbei ist. Auch Konzerte, bei denen man stehen oder sich irgendwie im Dunkeln zurecht finden muss, sind eher zu meiden. Ein fester Sitzplatz und ein nüchterner Fahrer sind also ideal.

Selbst wenn Live-Musik nicht zu den Dingen gehört, die der interessierte Leser auf S. divinorum erleben möchte, empfehle ich wirklich sehr wenigstens etwas Konserve abzuspielen – speziell wenn ein Flüssigextrakt genutzt wurde: Die Schäferin scheint sich als Musikliebhaberin heraus zu stellen.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.