Salvia auf Deutsch

Eine literarische Gegenüberstellung

Salvia divinorum – Die Wahrsagesalbei

Dr. habil. Jochen Gartz 2001, Nachtschatten Verlag, Postfach 448, CH – 4502 Solothurn, 74 Seiten, DIN A5, Paperback, ISBN 3-907080-28-9

 

 

Salvia divinorum und andere psychoaktive Salbeiarten

Bastian Borschke 2002, Werner Pieper’s MedienXperimente, Alte Schmiede, 69488 Löhrbach, 32 Seiten, DIN A5, Broschur, ISBN 3-930442-55-8

 

Eins gleich vorweg: Dieser Absatz möchte keinen Qualitätsvergleich erzwingen und auch keine Plattform für Kompetenzgerangel jeglicher Art darstellen. Beide Publikationen sind die ersten ihrer Art im deutschsprachigen Raum und erfüllen das von ihnen erwartete, nämlich einen ersten Überblick zum Thema zu verschaffen. Eine in Entheogene Blätter 1/02 publizierte US-amerikanische Rezension des Gartz-Buches (von D. Aardvark) schien mir in ihrer Genauigkeit ein wenig übertrieben, Aardvark zählte m.E. geradezu Erbsen. Die umfangreiche Besprechung des Borschke-Hefts in der August-Ausgabe geriet in meinen Augen dagegen etwas lang. So könnte sich beim Leser die Ansicht herausbilden, Entheogene Blätter ergreife Partei – gegen Gartz und für Borschke. Um diesen Eindruck gar nicht erst zu erwecken bzw. zu unterbinden, war es mir nach einem langen Gespräch mit Jochen Gartz und einigen Lesern der Entheogene Blätter wichtig, eine kurze und annähernd wertfreie Gegenüberstellung zu präsentieren.

„Mein Büchlein soll der Anforderung gerecht werden, den heutigen Stand der Wissenschaft so genau als möglich wiederzugeben“

sagte Jochen Gartz mir im persönlichen Gespräch. Und genau jenem Profil entspricht Dr. Gartz in seinem Buch „Salvia divinorum – Die Wahrsagesalbei“. Wie gewöhnlich bringt der Autor in kompetenter und dabei verständlicher Art und Weise den derzeitigen Wissensstand zur Heiligen Sage an den ernsthaft interessierten Leser. Da stört auch nicht die versehentliche Implikation zweier falscher Bilder, wird diese doch sowieso im Frühjar 2003 in einer Neuauflage korrigiert.

Jochen Gartz trägt alle derzeit verfügbaren Informationen zu den allgemeinen Grundlagen, Botanik, Kultur, Chemie und Pharmakologie, Wirkungen und Wirkstoffen aus der Sicht des Wissenschaftlers zusammen und schließt sein Werk mit einem Blick in die Zukunft, welche unter Umständen Erkenntnisse über noch andere Salbei-Arten mit Salvinorin-Vorkommen bereithält.

Privatforscher Bastian Borschke verfolgt mit seinem ReEducation-Heft „Salvia divinorum und andere psychoaktive Salbeiarten“ ein niedriger gestecktes Ziel. Nach einer kurzen geschichtlichen und botanischen Übersicht und Einführung gelangt der Leser in den Genuß dreier aussagekräftiger Erfahrungsberichte. Die Beschreibung von zwei weiteren psychoaktiven Salvia-Arten, nämlich Salvia splendens (Feuersalbei) und Salvia sclarea (Muskatellersalbei), rundet die Broschüre ab. Leider ließ Borschke die Erwähnung möglicher anderer psychogener Salbei-Arten aus. Christian Rätschs Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen wäre zu diesem Zweck eine lohnende Quelle gewesen. Trotz des knappen Umfanges stünde dem Heft außerdem ein Inhaltsverzeichnis gut zu Gesicht.

Fazit ziehend läßt sich festhalten: Beide Werke ergänzen sich wunderbar und bieten dem interessierten Psychonauten im Verbund eine handfeste Einführung zur Wahrsagesalbei, welche eines der letzten noch freien Schamanen-Entheogene darstellt. Allerdings könnte das pharmakratische Schicksal, das schon Psilocybe-Pilze, Ololiuqhui, Peyote (Lophophora williamsii) und andere psychoaktive Gewächse so hart traf, nun durch die zunehmende Popularisierung der Zauberpflanzen auch Salvia divinorum einholen. Australien machte am 1. Juni letzten Jahres den Anfang. Pray for Gods Plants.

Markus Berger

0 Comments

  1. manfred.nimmervoll

    02/08/2011 at 13:14

    die sache mit den pilzen den aztekensalbei unsw ist sehr interessannt aber woh beschaffe ich mir salvia divinorum und co völlig legal,pilze sammeln das traue ich mir noch zu.
    auf alle fälle herzlichen dank für diese aufschlussreiche seite

    • Psychotropicon

      02/08/2011 at 13:26

      Hallo, danke für deinen Kommentar. Leider gibt es in Deutschland keine legalen Bezugsquellen für Salvia divinorum. Auch im weiteren deutschsprachigen Raum unterliegt die Pflanze gesetzlichen Regulierungen.

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