Psychoaktive Pilze: Zwischen Mycochemie und Mycomythologie

Giorgio Samorini (Übersetzung: Andrea Solf, Hartwin Rohde)

In den letzten Jahren hat die fortschreitende Entwicklung taxonomischer und biochemischer Forschung auf dem Gebiet der psychoaktiven Pilze zur Entdeckung einer stetig wachsenden Zahl von neuen Spezies geführt; heute sind mehr als 150 solcher Spezies bekannt, die überall auf der Erde vorkommen. Sie unterteilen sich dabei in verschiedene Gattungen und sind dabei in drei unterschiedliche biochemische Klassen nach den von ihnen erzeugten, aktiven Komonenten unterteilt. Dies sind die Isoxasol-Klasse, die Psilocybin-Klasse und die durch Anwesenheit von Lysergsäure definierte Klasse.

Die meistverbreitete KLasse ist die der Psilocybin-Produzenten, welche hauptsächlich die Indolalkaloide Psilocybin, Psilocin und Baeocystin produzieren. Zu ihr gehören die Gattungen Psilocybe, Panaeolus, Inocybe, Gimnopylus und Pluteus. Die Isoxasol- Klasse wird durch die Gattung der Amanita-Pilze repräsentiert, die durch die Produktion von Alkaloiden mit Isoxasol-Struktur gekennzeichniet sind. Dazu gehören Ibotensäure und Muscimol. Der letzten der drei Klassen gehören Pilze wie Claviceps, Aspergillus und Penicillium an. Die bestbekannten Spezies dieser drei Klassen sind natürlich Psilocybe (Stropharia) cubensis, Amanita muscaria und Claviceps purpurea (SAMORINI 1993, STIJVE 1995, GUZMÁN et al. 2000, SAMORINI 2002). Speziell die Spezies der Panaeolus können in drei Gruppen unterteilt werden: Nichtpsilocybinhaltig, Psilocybinhaltig und latent Psilocybinhaltig.

In der ersten dieser drei Gruppen, derjenigen ohne Psilocybinbildung, sind Spezies wie P. acuminatus enthalten. In der zweiten Gruppe, den immer Psilocybin produzierenden Spezies, finden sich Pilze wie Panaeolus subbalteatus und Panaeolus cyanescens. Die dritte Gruppe von Panaeolus-Spezies produziert nur unter bestimmten Umständen (z.B. physische und chemische Eigenschaften des Nährmediums) Psilocybin, wie dies z.B. Panaeolus ater (OLA’H 1969) tut.

Ohne Zweifel ist die Suche nach und die Identifikation von weiteren psychoaktiven Spezies nicht beendet. Sehr wahrscheinlich wird sich durch die erweiterten Möglichkeiten chemisch-toxikologischer Untersuchungen (SAMORINI 1990) die Anwesenheit der oben genannten aktiven Komponenten (und auch weiterer, neuer Komponenten) in einer Vielzahl weiterer Arten und Habitate zeigen. Vor diesem Hintergrund möchte sich der vorliegende Artikel mit der Anwesenheit und in einigen Fällen der Rolle wenig bekannter (oder noch nicht identifizierter) psychoaktiver Komponenten in als psychoaktiv bekannten Pilzen beschäftigen.

Allgemeine Überlegungen

Der Beginn des Interesses an der Biochemie psychoaktiver Pilze kann auf die Entdeckung der rituellen Nutzung von Pilzen in Mexiko durch R.G. Wasson und die folgenden Forschungen von Dr. Albert Hofmann, mit dem Ergebnis der Entdeckung von Psilocybin und Psilocin als aktive Inhaltsstoffe der Pilze, datiert werden. Doch obwohl die chemo-taxonomische Forschung sich stetig weiterentwickelt (wie die Vielzahl der Publikationen zu diesem Thema zeigen) gibt es keinen echten Fortschritt beim Verständnis der Pilzchemie und in der Identifikation neuer aktiver Prinzipien (Stijve & Glutzenbaum 1999).

Tatsächlich ist eine bestimmte Haltung verbreitet, nach der einigen Pilzen eine einfache Handhabung zugeschrieben wird, sei es wegen ihrer geringen Grösse oder/und ihrer Seltenheit. Allerdings vertuscht dieser Fakt häufig das fehlende Wissen um ihre Biochemie, die damit zusammenhängenden toxikologischen Effekte oder gar das komplette Fehlen näherer Untersuchungen (Samorini 1990).

Auf der anderen Seite muss betont werden, dass die Verbreitug des „Freizeitgebrauchs“ psychoaktiver Pilze auch zu einem Anstieg neu identifizierter aktiver Spezies führte, wobei einige Aspekte bei der Auswertung der Datenlage in Betracht zu ziehen sind:

Erstens ist das allgemeine Phenomän der Blaufärbung psychoaktiver Pilze bei ihrer Bearbeitung, als eine Folge der enzymatischen Oxidation von Psilocin in die Betrachtung einzubeziehen. Jeder Pilz, der eine Blaufärbung aufweist, ist demnach ein guter Kandidat, als „neuer“ psychoaktiver Pilz eingeordnet werden zu können. Das könnte zwar als allgemeines Kriterium herhalten, allerdings ist der Zusammenhang zwischen Blaufärbung und psilocybin-Alkaloiden nicht immer gegeben, da einerseits einige psilocybinhaltige Pilze nicht blau anlaufen, und umgekehrt auch Pilze mit Blaufärbung aber ohne Psilocybin existieren (Ibid.).

Hinzu kommt, dass Pilze auch fälschlicherweise für andere gehalten werden können beziehungsweise in einigen Fällen zwischen aktiven Spezies bei der Nachbearbeitung der chemischen Analyse gefunden werden können. Es ist doch so, dass die Identifizierung kleiner bräunlicher Pilze im Allgemeinen schwierig ist, was unter anderem zur generalisierten Bezeichnung (aus amerikanischen Texten) „little brown mushrooms“ (LBM) geführt hat (Stijve et al 184, Gartz 1996).

Hinzu kommt als Problem die schlechte Spezifik und Empfindlichkeit chemisch-analytischer Nachweismethoden der Vergangenheit, die in manchen Fällen zur Falsch-Positiven Bestimmung von Psilocybin-Alkaloiden in bestimmten Pilzarten führte. Beispielsweise wurden bei der Analyse einiger Panaeolusarten Serotonin und sein Vorläufer 5-Hydroxytryptophan fälschlicherweise als Psilocybin bestimmt (Stijve & Kuyper 1988). Besonders erschwehrend ist das Fehlen von Kontrollprozeduren, im Falle dass quantitative Ergebnisse entweder nicht angegeben sind, oder sich diese an der Nachweisbarkeitsgrenze bewegen (Stijve & Kyper 1985). Heutzutage sind die Ergebnisse chemischer Analysen dank des Fortschritts in der modernen analytischen Chemie verlässlicher, jedoch benötigt es einige Jahre, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren (Stijve & Glutzenbaum 1999). Daneben sind Fehler aufgrund von Kontaminationen der Reagenzien z.B. ebensowenig ausschliessbar, als auch die Tatsache, dass einige Daten nur auf indirekten, unkontrollierten oder schlecht dokumentierten Nachweisen beruhen, getrieben von der immerwährenden Suche nach neuen psychoaktiven Pilzen, was zu solch wilden Spekulationen führt, wie sie sich häufig im Internet finden. Dabei sollte man die Rolle der Phantasie und Vorstellungskraft und die Möglichkeit eines Scherzes auf Kosten der Leichgläubigkeit der unwissenden Gemeinschaft nicht unterschätzen. Insofern ist es wichtig, Sensationsmeldungen bezüglich neuer Funde in nicht-wissenschaftlichen Quellen kritisch gegenüber zu stehen.

Wichtige Grenzen (der Einordnung) sind durch taxonomische oder chemische Aspekte gegeben, zumal einige Pilzarten mehr oder weniger Gattungen aufgrund der genetischen Variabilität aufweisen können, die es schwierig machen, die exakten taxonomischen Parameter für eine verlässliche chemische Analyse zu identifizieren. Im Endeffekt ist die Idenifizierung neuer psychoaktiver Komponenten in Pilzen gegebenenfalls eine schwierige, langwirige und manchmal entmutigende Aufgabe für den Forscher (Ibid.).

Wir ziehen in Betracht, dass es in einigen Pilzarten bereits beschriebene, allerdings nicht gut untersuchte Substanzen gibt. Sollte das bestätigt werden, könnten sie zu einer Erweiterung der gesamtpsychoaktiven Wirkung um den Bereich der Modulierung der Haupteffekte durch die Psilocybinalkaloide Psilocybin, Psilocin, Baeocystin und Norbaeocystin beitragen. Zusatzstoffe könnten einen synergistischen Effekt zeigen, was zu einer Summierung oder Multiplikation der Einzeleffekte führen kann. Ebenso könnten diese neuen aktiven Komponenten natürliche, wie die bereits in anderen Pilzen, Pflanzen oder Tieren identifi zierten sein, oder künstliche, die entweder in der Natur bisher nicht beschrieben oder im Labor hergestellt wurden.

Kritische Betrachtung der Spezies

Auf einigen Internetseiten finden sich Indizien bezüglich des Gehalts an „unidentifizierten Halluzinogenen (möglich Psilocybin/Psilocin)“ in Boletus erythropus und die Aussage, dass mehr als 100 g frische Pilze psychoaktive Effekte hervorrufen würden. Hier wurden bereits nichtpsychoaktive Tryptamine identifiziert und ein Gehalt an Putrescin wird zumindest angenommen (Smith 1977, Stijve 2003a).

Boletus satanas wird unter anderem für Gastroenteritis verantwortlich gemacht, die nach L. Giacomoni auch psychotropisch sein kann (Giacomoni 1985). Wahrscheinlich enthält er indolische und isoassolische Derivate. Merkwürdigerweise ist der ursprüngliche volkstümliche Name, der aus dem italienischen Trentinodialekt stammt, brisa matta, in dem die Assoziation mit Wahnsinn mitschwingt (Bresadola 1965).

Einigen Arten der Clitocybe (C. gallinacea und C. subilludens) wurden als Inhaltsstoffe Ergotalkaloide zugeschrieben, was sehr überraschend für diese Pilze wäre, da nach heutigem Wissensstand diese Stoffe nur von parasitären Pilzen, wie C. purpurea gebildet werden. Zumindest für den nordamerikanischen C. subilludens wurde dies inzwischen widerlegt (Heim 1963, Samorini 1990).

Ausserdem existieren einige Untersuchungen von Coprinus. Diese sind im allgemeinen im jungen Zustand und ohne Alkohol essbar, unter Alkoholeinfluss verursachen sie die sog. „Coprinvergiftung“. Diese Vergiftung lässt sich auf eine Acetaldehydakkumulation zurückfüheren. Die klinischen Symptome beinhalten unter anderem Wärmegefühl, Rötung der Haut (flushing), Kribbeln in den Beinen, Übelkeit und Erbrechen, Herzrasen, Herzklopfen, Schwindel, Orientierungslosigkeit und Hypotonie (Benjamin 1995).

Zu Beginn des 10 Jh. n.C. gibt es Quellen, die Vergiftungserscheinungen, wahrscheinlich durch C. comatus hervorgerufen, beschreiben (Krieger 1911). In einem der beschriebenen Fälle werden Symptome angezeigt, die denen einer Alkoholvergiftung sehr ähnlich sind, als da wären unkoordinierte Muskelbewegung, Stehprobleme, Unvermögen zu gehen, Benommenheit, verminderte Emotionskontrolle, unverständliche oder unpassende Sprache. Die Person nahm ausserdem Möbelstücke als in Bewegung oder gar lebendig war. Der oben zitierte Autor verband diese Symptome mit Berichten über die Einnahme von Panaeolus campanulatus, dem psychaktive Eigenschaften als möglich zugeschrieben werden. Angesichts der Ähnlichkeiten befand er, dass C. comatus als Ursache der Vergiftung ausgeschlossen werden kann und dass es beim Sammeln dieser zum Verzehr gegebenenfalls auch versehendlich zu Verwechslungen mit P. campanulatus kam, da C. comatus „niemals zuvor als giftig beschrieben wurde“.

Interessant ist, dass der Autor dies als wichtigen Faktor für diese Art von Vergiftung hält. Auch ein gewisser Prof. Dearness schlägt eine derartige Erklärung vor: „Im Prozess der Zersetzung können aus ungiftigen Komponenten mit Sicherheit giftige Produktgebildet werden“ und „es ist leicht vorstellbar, dass die Stärke der Gifte sicher innerhalb der Spezies variieren, oder dass gar ein Alkaloid, dass in einem Exemplar vorkommt, abhängig von den Bedingungen in einem anderen nicht vorkommt.“

Heutzutage nehmen z.B. Jugendliche in Polen 30-40 frische Fruchtkörper von C. atramentarius ohne Alkohol zu sich, um halluzinogene Erfahrungen zu machen. Die angegebene Menge ist kaum diejenige, die man zum Verzehr sammeln würde, was erklären könnte, warum bisher keine psychoaktive Wirkung hier in Betracht gezogen wurde. In diesem Zusammenhang wäre es interessant zu untersuchen, ob die rituelle Nutzung des Pilzes in Polen erst seit kurzer Zeit verbreitet ist, oder traditionell dort verwurzelt ist (Samorini 2002).

R. Heim (1963) zieht in Betracht (ohne dies allerdings nachzuprüfen), dass C. narcoticus gemeinsam mit Panaeolus papilionaceus und P. campanulatus „cerebral mycetism“ also eine Art psychodisleptischen (abnorme psychische Zustände bei Gesunden A.d.Ü) halluzinogenen Effekt hervorruft. C. narcoticus, radicans und stercoreus haben einen starken „narkotischen“ Geruch.

Im Internet finden sich ausserdem Berichte zum Konsum von C. narcotius, niveus und patouillardii wegen ihrer psychoaktiven Wirkung (>50g frische Pilze).

Es wurden dahingehend bereits Tryptophan und Tryptamine in C. atramentarius, comatus und micaceus nachgewiesen (Worthen et al 1961).

Einige wenige Pilze, wie Cortinarius infractus produzieren beta Carboline, in diesem Bsp. namentlich Infractine, 6-hydroxyinfracine und Infractopricine, die für ihren bitteren Geschmack verantwortlich sind. Daher wird dieser Pilz als nicht essbar eingeornet (Stecklich et al. 1984, Azéma, Giacomoni 1987). Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit der Stoffe zu Harmalin, einem anderen beta-Carbolin mit vermuteter psychoyktiver Wirkung, versichern einige Autoren, dass es sich hier um eine psycoaktive Spezies handelt (Azéma 1987). Allerdings beinhalteten die Pilze der Gattung Cortinarius häufig Orellanin-ähnliche Giftstoffe, unter anderem C. infractus, wenn mitunter auch nur als Spuren, so dass dieser Pilz besser unter den Giftpilzen und nicht unter den Halluzinogenen einzuordnen ist (Samorini 1990, 1993).

Auch A. muscaria produziert Beta-carboline (1,2,3,4-tetrahydro-1-methyl-beta-carbolische Carboxylsäure) (Matsumoto et al 1969). Der Hexenhut, Hygrocybe conia war auch im Fokus von Diskussionen über seine Essbarkeit, die mit einigen Legenden und Verwirrungen einhergingen. In verschiedenen Quellen wird er als essbar betrachtet (besonders im gekochten Zustand) oder als ungeniessbar oder (leicht) toxisch oder gefährlich eingeordnet. Dies kann wahrscheinlich auf das vorkommen verschiedener Stämme zurückgeführt werden, von denen einige Spezies essbar sind, wiederum andere aber nicht. In den 30er Jahren wurden dem Pilz (möglicherweise fälschlicherweise) einige Todesfälle in China (Tonkin) zugeschrieben (Heim 1963). Da diese Geschichte eine so lange Tradition hat, betrachten viele Autoren heutzutage noch den Pilz mit Argwohn. Er wird heute unter jenen eingeordnet, die Choleriformen Mycetismus verursachen (IBID).

Auf manchen Internetseiten, die Sporen und Zuchtkits für halluzinogene Pilze wie P. cubensis vertreiben wird H.conia unter den halluzinogenen aufgeführt, vielleicht weil der Name Hexenhut den Verdacht psychoaktiver Eigenschaften nährt. In Wirklichkeit bezieht sich der Name nur auf die Form des Hutes.

Einige dokumentierte Einnahmen berichten von Benommenheit und Taubheitsgefühlen, die durch denPilz verursacht wurden (Arora 1986). Es wurden allerdings keine Tryptamine gefunden, nur L-3,4-dihydroxyphenylalanin (L-DOPA) und sein biogenetisches Derivat Muscaflavin. L-DOPA ist verantwortlich für die Schwarzfärbung nach Beschädigung oder während des Alterns (Steglich & Preuss 1975, Stijve 2003a). Das wiederum kann von unkundlichen Sammlern halluzinogener Pilze fälschlicherweise als Blaufärbung interpretiert werden.

Der „falsche Pfifferling“ Hygrophoropsis aurantiaca soll angeblich ebenso Halluzinoge ne produzieren (Morgan 1995). Er wird verschiedenartig als giftig, essbar, nicht essbar oder harmlos bezeichnet (Stijve 2003a).

Hypoloma fasciculare verursacht ein „Muscarin- Syndrom und auch ein „Knollenblätterpilz- Syndrom“, allerdings wurde auch von Halluzinationen berichtet, indbesondere akustischer Natur. die Toxine dieses Pilzes sind noch nicht weiter untersucht worden, psychotropische Indolkomponenten wurden aber keine identifiziert. Möglicherweise ist das Toxin ein gelbes Pigment mit einer Struktur ähnlich Styryl-6- Pyronen, z.B. Yangonin (Giacomoni 1985).

Es scheint, das J. Gartz aus der Psilocybespezies Inocybe aeruginascens ein evasives Psilocybinanalog mit Namen Aeruginascin isoliert hat, was nach Aussage des Autors für die anregenden Eigenschaften dieser Art Inocybe verantwortlich ist. Es kann also sein, dass Aeruginascin die pharmakologische Wirkung von Psilocybin beeinflusst. Die chemische Struktur ist nicht aufgeklärt und auch über die pharmakologische Wirkung dieses Stoffs ist nichts bekannt. Es scheint zunächst eine charakteristische Komponente der Inocybe aeruginascens zu sein, obwohl andere Wissenschaftler neben Gartz vergeblich versucht haben, es zu identifizieren (Gartz 1989, 1995, Stijve & Glutzenbaum 1999).

Der vielleicht umstrittenste, eventuell halluzinogene Pilz ist Lepiota peele oder auch Lepiota bigwoodii, die dazugehörenden Informationen sind weit verbreitet in kommerziellen magazinen der Jugendgegenkultur (Peele 1982, Anonymous 1983, Arora 1986, Akers 1992, Stijve 2003d).

Während der späten 70er Jahre, meldete S. Peele, der mycologische Unternehmer des FMRC (Florida Mycological Research Center) in Pensacola (Florida) den psychoaktien Gebrauch dieses Pilzes nach Begegnungen mit lokalen Rinderfutterherstellern die dort diese Art lieber als P. cubensis sammelten und berichteten, dass ca 5-6 Fruchtkörper einer Standardosis LSD entsprächen.

Peele identifizierte die Pilze als Lepiota aber Peeles Lepiota wurden nie ordentlich in einem Wissenschaftsjournal beschrieben, was die wissenschaftliche Einordnung der Spezies unmöglich machte, da nur Beschreibungen, einige Photographien und einige Sporenabdrücke im FMRC existierten. Schlussendlich wurde der Pilz als Lepiota humei identifiziert, eine Pilzart, die bereits 1938 in dem Gebiet um Gainesville (Florida) zuerst gesammelt und 1943 beschrieben wurde.

Im Erstversuch verzehrte Peele 3 Exemplare. Nach einer Stunde fühlte er sich selbst „verändert“ und hatte Schwierigkeiten zu lesen. Er fühlte eine geringe Leichtigkeit, allerdings keine Vergiftungserscheinungen. Daneben nahm er gewellte schwarze Linien und grosse farbige Bälle wahr, genug für ihn, um diese Spezies unter den psychoaktiven einzuordnen. Nach Peele enthalten die Pilze kein Psilocybin, was die Möglichkeit einer anderen aktiven Komponente oder eines völlig neuen Stoffs offen lässt.

Zu Beginn de 80er konnte eine Kollaboration mit J.Bigwood vom Evergreen Sate College in Olympia (Washington) eingegangen werden, mit der Massgabe von Peel, dass mögliche neue Komponenten zunächst nicht benannt werden sollten.

Peele bemerkte, dass das Pilzmycel aus dem Boden, also genährt von Gras (Flächenbedingungen) stammte, also unter veränderten natürlichen Bedingungen, die dem Pilz erlaubten, Stoffe zu produzieren, die er normalerweise nicht produzieren würde. Nach Peele hat die Einnahme des Pilzes keinen psycedelischen Effekt, wenn er nicht unter Flächenbedingungen wächst.

Auf der anderen Seite führte Bigwood Kultivierungsexperimente mit nachfolgender Fütterung an Ratten durch, ohne irgendwelche Ef fekte dokumentieren zu können. Schliesslich isolierte und synthetisierte er 1983 eine neue, psychoaktive Komponente die eine Aktivitätsdauer von 1-2 Tagen hat, um dann zu nichtaktiven Produkten zu zerfallen. Die einzige Möglichkeit, diesen Zerfallsprozess zu verzögern bestand in der Lagerung in chloriertem Wasser, was sich aber mit einer späteren Trocknung zur Lagerung für spätere Analysen als inkompatibel erwies. Der Pilz würde also im frischen Zustand aktiv sein, aber diese Aktivität schnell wieder verlieren. Auf der anderen Seite würde das Mycel eine gelbe psychoaktive Flüssigkeit ausscheiden, die auch „goldene Pampe“ genannt wurde. nach Bigwood würden hier die halluzinogenen Effekte selbst beim Rauchen der getrockneten Proben auftreten.

P. Stafford sagte, Bigwood hätte ihm erzählt, dass in Peeles Lepiota viele Alkaloide vorhanden wären, vor allem Lysergamide und N,NDimethyltryptamine. Im besondern hätte Bigwood eine Substanz isoliert, die das humane Hirn produziert, zuerst aber in Pflanzengewebe identifiziert wurde (DMT? Anm. des Übersetzers). Am Ende wäre jemand in das Labor eingebrochen und hätte dort die Standards sabotiert. Von dieser Zeit an blieb diese Studie unvollständig.

Ein anderes Experiment wurde in den 90ern mit graduell ansteigenden Pilzmengen auf leeren Magen durchgeführt: 5-6 Frucktkörper führten in diesem Fall aber zu keinerlei toxischen oder halluzinogenen Effekten (Akers 1992).

Um wieder auf die chemischen Aspekte von Peeles Lepiota zurück zu kommen, wurde 1983 ein Bericht angekündigt, der allerdings nie veröffentlich wurde (Anonymous 1983). Wie auch immer, Studien durch T. Stijve 1982/83 (Stijve 2003d) zeigten, dass die Pilze keine Amatoxine (wie auch andere Lepiota) enthielten. ebenso wurden keine Phallotoxine, kein Orellanin, Muscarin, Muscimol, Ibotensäure, Psilocybin, Psilocin, Baeocystin, Bufotenin, 5-Methoxytryptamin, N,N-Dimethyltriptamin, Tryptamin, keine Beta-Carboline, Ergotalkaloide oder Adrenochrome gefunden. Es konnten nur Spuren von Harnstoff und freiem Tryptophan nachgewiesen werden.

Am Ende scheint also dieser Pilz nicht halluzinogen zu sein, was durch die Aussagen verschiedener Konsumenten und das mangelnde Interesse an diesem Pilz in den folgenden Jahren bestätigt wurde, selbst wenn einige Internetseiten den Pilz als psychoaktiv einstufen.

Einigen Spezies der Gattung Lycoperdon (namentlich L. mixtecorum und L. marginatum), die von den Mixtekischen Indianern Mexikos angebaut werden, wurden oneirogenische Eigenschaften, also die Fähigkeit, Träume zu erzeugen, zugesprochen, obwohl dieses schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, zu erforschen (Ott 1996). Unter den Tarahumara Indianern in Mexiko werden verschiedene Spezies von Lycoperdon, kalamoto (Hundepfote) genannt, in der Hexerei eingesetzt um sich Personen zu nähern ohne gesehen zu werden oder um Krankheiten zu induzieren (Bye 1979).

Die beiden oben genannten Spezies wurden 1961 in dem Gebiet um Oaxaca von Heim und Wasson entdeckt. Die erste wird gi ì wa (erstklassiger Pilz), der zweite gi ì sawa (zweitklassiger Pilz) genannt. Je ein Pilz beider Spezies wird eingenommen, um danach mehr oder weniger eine Stunde zu schlafen, während die Pilze zu einem sprächen (Heim & Wasson 1962, Heim et al. 1967). In den Folgejahren (1974 und 75) führten J.L. Diaz und J. Ott diese Studien fort und nahmen die Bovisten ein. In diesem als auch in anderen Selbstversuchen konnten keine spezifischen Effekte ausser Unwohlsein und Verdauungsprobleme berichtet werden. Die Pilze wurden auf Substanzen, wie Psilocybin, Ibotensäure und Bis-Noryangonin getestet, allerdings konnte keiner der Stoffe nachgewiesen werden, was die Forscher zu dem Schluss kommen liess, dass die Pilze bei dieser Dosierung inaktiv seien (Ott et al 1975), obwohl Heim von einem Positivexperiment 1869 berichtet, in dem einige Bovisten nach der Einnahme einen narkotisierenden Effekt zeigten. Es ist also möglich, dass die Pilze in höheren Dosen eine Aktivität zeigen würden (Coker & Couch 1928, Heim & wasson 1962, Heim et al. 1967). Giacomoni vermutet, dass solche Bovisten gegebenefalls einige Indolverbindungen enthalten, die für eine narko-psycoleptische Wirkung verantwortlich wären (Giacomoni 1989).

Im Deutschen sind die volkstümlichen Namen der Lycoperdongattung mit Hexen assoziiert (de Vries 1991): Hexenbeuteln Hexenei, Hexenfurt(z), Hexenmehl, Hexenpilz, Hexenpusters, Hexenschiss, hexenschwamm und Hexenstaub, was auf einen antiken Gebrauch dieser Spezies hinweisen könnte.

Nach A. Morgan (1995) bewirken einige Lycopredonarten mehr oder weniger starke narkotisierende Eigenschaften, wie z.B. der essbare L. pyriforme. Dieser wird von Morgan in Zusammenhang mit dem Gebrauch durch baskische Hexen gebracht, L. perlatum wird als essbar im jungen Zustand beschrieben, während er einen narkotisierenden Effekt zeigt, wenn er älter wird.

Für die Gattung Pluteus, am Beispiel von P. ephebus (P. villosus), der in den Niederlanden und in der Schweiz gesammelt wurde, konnte kein Psilocybin nachgewiesen werden. Allerdings fiel der Test auf Tryptamine positiv aus. Das lässt darauf schliessen, dass die Pilze ein Tryptaminanalog zu Psilocybin enthalten und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die graublaue Färbung des Pilzes darauf zurück zu führen ist (Stijve & Bonnard 1986).

In Psilocybe semilanceata, einem vor allem in Europa sehr weit verbreiteten Psilocybe-Pilz, fand Stijve (1984) zwei noch nicht identifizierte und noch nicht untersuchte Tryptamine, die zur Wirkung des Pilzes beitragen könnten. Er fand auch in Aufsammlungen aus dem Nordwestpazifischen Raum per TLC (Thin Layer Chromatography = Dünnschichtchromatografie – siehe Entheogene Blätter Heft #1, Ausagabe Juni 2002, Seite 34) eine Indol-Verbindung mit einer leicht geringeren Mobilität als Psilocybin (Repke & Leslie 1977). In anderen Analysen wurden acht neue Komponenten identifiziert, einige davon vermutlich mit einer streoidalen Struktur (Calligaris 1993-1994).

In Sammlungen aus Schweden wurden Phenethylamine (PEA) identifiziert, die in einer maximalen Konzentration von 146μg/g des frischen Materials vorkamen (Beck et al. 1998). Dieser Inhaltsstoff wird durch Decarboxylierung der überall vorkommenden Aminosäure Phenylalanin gebildet und wurde bis jetzt in keinem anderen Pilz identifiziert.

Der Effekt von PEA ist ähnlich dem von Amphetaminen. Es ruft in erster Linie Tachycardie hervor und die allgemein unangenehmen Reaktionen, die man nach der Einnahme von Psilocybe semilanceata bemerken kann. Die Unterschiede in der Wirkung von synthetisch hergestelltem Psilocybin und natürlichen Pilzen dürften auf die Anwesenheit von PEA in letzteren zurück zu führen sein. Andererseits ist die Konzentration von PEA sehr viel variabler als die des Psilocybin, unangenehme Körperreaktionen sind also nur in einigen Fällen bemerkbar.

PEA wird durch MAO-B Enzyme sehr schnell zersetzt während Psilocybin erst zu Psilocin umgesetzt wird, welches selbst wieder durch MAO-B deaktiviert wird und 4-hydroxyindolacetylsäure hinterlässt. Es scheint jedoch, dass dieser Reaktionsweg für Psilocin eine eher untergeordnete Rolle in Ratten spielt, was bedeutet, dass Psilocin ein eher schwacher Reak- tionspartner für MAO ist. Es ist also nicht genau bekannt ob Psilocin ein Reaktionspartner für MAO-A oder MAO-B ist. es könnte jedoch darüber spekuliert werden, ob es eine metabolische Wechselwirkung zwischen PEA und Psilocin aufgrund der konkurrierenden MAO-Hemmung gibt.

Andere, noch nicht identifizierte Tryptamine sind in Leucoagaricus spp., einigen Spezies der Psathyrella und in Sarcodon atroviridis enthalten. Im ersteren der drei Fälle wurden 6- und 7-substituierte Tryptamine gefunden, deren Verbreitung in biologischen Materialien bisher nicht sehr gut verstanden ist und die derzeit noch als Laborkuriositäten gelten (Stijve 2002-2003). In Psathyrella spp. hingegen wurden 2 fluorescente Tryptamine entdeckt (benannt nach dem Pilz: Psathyrellin I und Psathyrellin II), die nicht in den Spezies der Panaeolus, Psilocybe und Stropharia gefunden wurden (Stijve 1985, 2002- 2003). Über Psathyrella candollenana, P. gracilis und P. sepulchralis gibt es im Internet Berichte zu deren Verwendung aufgrund ihrer psychoaktiven Eigenschaften. In Sarcodon atrovirides (Stijve 1995, 2002-2003) und S. imbricatum (Smith 1977) sind mindestens vier Tryptamine nachgewiesen worden.

In Bezug auf Poorlinge (hauptsächlich Baumpilze) könnten ethnografische, biochemische und pharmakologische Daten zu einigen Annahmen über die Psychoaktivität einiger Spezies führen, wobei immer auch der Gebrauch im Schamanischen Kontext zu beachten wäre. Das ethnomykologische Wissen zu diesen Spezies ist deutlich besser als das über die oben besprochenen Arten verfügbar.

Derzeit sind jedoch keine Poorlinge mit Sicherheit als psychoaktiv wirksam identifiziert worden und toxikologische Daten zu ihnen sind weiterhin nur mangelhaft vorhanden. Da Poorlinge sehr zäh bis hart und zumeist unangenehm im Geschmack sind, werden sie kaum für den Verzehr gesammelt, was zu der Annahme verleitet, ihre Aufnahme in irgend einer Form wäre gefährlich (Samorini 1993).

Es könnte sein, dass einige dieser Spezies auf das zentrale Nervensystem wirksame Substanzen enthalten, was jedoch nicht heissen muss, dass sie halluzinogen oder auch nur potentiell halluzinogen sein müssen. Dabei ist auch zu beachten, dass die biochemischen und pharmakologischen Charkteristiken dieser Pilze nicht sehr gut dokumentiert sind (Ibid.). Dessen ungeachtet werden einige Poorlinge in pulverisiertem Zustand als Tabakzusatz verwendet. Wie bei der Nutzung einiger anderer Planzenteile könnte ihre Wirkung einfach in der Verstärkung der Tabakwirkung liegen ohne selbst einen eigenen pharmakologischen Effekt hervor zu rufen (Ibid.).

Andererseits nutzten einige Hippies pulverisierte Poorlinge regelmässig geraucht wegen vermuteter berauschender Effekte (Giacomoni 1989).

Ein ß-Carbolin (Harman) enthaltender Poorling ist Coriolus maximus (Allen & Holmstedt 1980), während eine andere Spezies dieser Gattung, C. versicolor, in Vaucluse (Frankreich) den etwas merkwürdigen Namen ‚pan doou diableÅL‘ (Teufelsbrot) bekommen hat (Thoen 1982).

Daedalea elegans, Polyporus guaraniticum und Pycnoporus sanguineus werden von Make- Indianer in Paraguay als Rauch zur Beruhigung überaktiver Kinder verwendet (Arenas 1987); Daedalea quercina wird von Imkern verräuchert um ihre Bienen bei Arbeiten im Stock zu beruhigen bzw. zu betäuben (Thoen 1982).

Fomes fomentarius wird getrocknet als Schnupfpulver von den Ostiaken des Obi in Sibirien gebraucht (Ibid.) während (überall in Sibirien) die Khanty ihn mit der Borke von Weisstanne zu Traueranlässen verräuchern (Saar 1991). In Alaska wird er mit Tabak vermischt und aufgrund seiner möglichen narkotischen Wirkungen geraucht (Ott 1978).

Fomitopsis officinalis wurde in der Antike zusammen mit Aloe, Enzian, Krokus, Rhabarber und in Theriak als ein Elixier der Langlebigkeit zubereitet (Chapuis 1985) und einige Indios der amerikanischen, nordwestlichen Pazifikküste ritzen in diesen Pilz das Bild eines Schutzgeistes als Grabbeigabe für Schamanen ein (Blanchette et al. 1992).

Ganoderma, eine Spezies die pulverisiert und mit Tabak vermischt im Amazonasgebiet Ecuadors geraucht wird, hat einem dortigen Schamenen zufolge Effekte, die denen des Ayahuasca ähnlich sind (Rätsch 1998).

In Chignahuapan (Puebla, Mexiko) ist eine Religion ‚Iglesia de Nuestro Senor del Honguito‘ (Kirche unseres Herrn des kleinen Pilzes) beheimatet, die einen Pilz mit eingeschnitzeten Bildern Christus‘, der Sonne und des Mondes als Reliquie mit heilsamen Fähigkeiten verehrt wird. Der Pilz wurde als Ganoderma lobatum identifiziert. Es ist möglich, dass sich in diesem verbreiteten Kult ein Element eines Rituales mit psychoaktiven Pilzen aus Vorspanischen Zeiten erhalten hat (Gutzmán et al. 1975).

In vielen antiken Mythen und Traditionen Chinas kommt der Ling-Chie (Ling-Zhi, Japanisch Reishi), oder ‚Pilz der Unsterblichkeit‘ vor, der heute als Ganoderma lucidum identifiziert ist. Einige Fakten lassen psychoaktive Wirksamkeit vermuten (Camilla 1995a, 1995b, Rätsch 1996). Eine Legende berichtet, dass dieser Pilz auf einer Insel im chinesischen Meer gefunden wurde (wahrscheinlich Chejudo, die südkoreanische Insel der Schamanen). Dieses Gewächs stirbt niemals und ein Mann, der seit drei Tagen tod war soll sofort nachdem das Gewächs in seiner Nähe plaziert wurde, zurück ins Leben gefunden haben. Wird G. lucidum gegessen, so soll er das Leben verlängern und den Geist füttern. Ling-Chie kann auch in der alchemistischen Tradition der Thaoisten gefunden werden (Imazeki & Wasson 1973). Es wurde als wahrscheinliches Ingredienz des mysteriösen Elixier der Unsterblichkeit betrachtet (zusammen mit Zinnober und Jade), für welches einige Rezepte überliefert wurden (Rätsch 1998). Andererseits könnte dieser Pilz im Elixier der Unsterblichkeit auch als Amanita muscaria oder als ein anderer psychoaktiver Pilz identifizert werden, wie z.B. der purpurrote Pilz mit neun Stielen (Rätsch 1998). Ganoderma lucidum wird in China und Vietnam genutzt, wo er unter anderem auch an Schweine verfüttert wird um diese träge und müde zu machen damit man sie besser stehlen kann (Thoen 1982).

Es scheint, dass G. lucidum keinerlei psychoaktive Effekte erzeugt (Laatsch 1992). Er enthält Ganodermic-Säuren und bioaktive Triterpene.

(Anm. der Redaktion: G. lucidum ist in Deutschland als Arzneimittel eingestuft und somit apothekenpflichtig bzw. darf nur mit einem ‚Kräuterschein‘ verkauft werden. Die Wirkung ist stark immunstimulierend. Gleichzeitig wird auch in Anwendungshinweisen der chinesischen und japanischen Heilkunde von einem gesteigerten Schlafbedürfnis berichtet [Prof. Dr. Jan Lelley: „Die Heilkraft der Pilze“, Econ 1997], was im Selbstversuch mehrmals sehr eindrucksvoll bestätigt wurde: Kurze Zeit nach der Einnahme con ca. 5 Gramm des trockenen Granulates befiel mich eine bleierne Müdigkeit, bei der nur mit äusserster Willensanstrengung ein spontanes Einschlafen verhindert werden konnte. Von diesem Effekt haben auch andere Personen berichtet, die damit eine aufkommende Erkältung behandeln wollten und daraufhin von weiteren Versuchen absahen um statt dessen Ephedra-Präparate zu nutzen. Das Sedieren von Schweinen mit grösseren Mengen dieses Pilzes zum Zwecke des Diebstals ist also durchaus ein glaubwürdiges Vorgehen.)

Haploporus odorus wird von den Schwarzfussindianern, den Cree und einigen anderen indigenen Stämmen der nordamerikanischen Prärie verehrt. Er soll seelische Kraft verleihen und wird als Sakrament gebraucht (Blanchette 1997).

Inonotus obliquus wird als Schnupfpulver von den Ostiaken Sibiriens unter dem Namen chaga (Thoen 1982) gebraucht. Sie halten das Pilzpulver mit Hilfe von Pflanzenfasern in die Nasenlöcher. Die sibierischen Khanty nutzen den Pilz in Rauchmischungen (Saar 1991).

Laetiporus sulphureus war 1987 für einen Vergiftungsfall mit Halluzinationen bei einem Kind in British Columbia verantwortlich (Appleton et al. 1988). Nachdem das Mädchen den frischen Pilz verspeist hatte wurde sie desorientiert und ataxisch, erlebte visuelle Halluzinatinen (Linien, Gebilde, helle Lichter und die Vision eines beänstigenden gelben und orangen, auf sie zuschwebenden Monsters). Durch eine Analyse wurden im Urin des Kindes bisher unbekannte Halluziniogene gefunden. Den Autoren des Berichtes zufolge waren für die halluzinogene Wirkung des sonst als essbar geltenden Pilzes einige besondere Faktoren zuständig. Das Kind war sehr jung, ass relativ viele der Pilze und hat diese Menge auch roh verspeist. Der Pilz, obwohl als essabr eingestuft ist jedoch dafür bekannt, dass er in einigen Fällen auch zu Beklemmungsgefühlen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühle und Desorientierung hervorrufen kann – auch in gekochtem Zustand. An chemischen Verbindungen enthält L. sulphureus Phenolethylamin, Tyramin, N-methyltyramin und Hordenin. In Japan wird L. sulphureus bei den Ainu auf Hokkaido auch kamui-karush (Götterpilz) genannt (Thoen 1982).

Phellinus ignarius wird getrocknet als Schnupfpulver von den Ostiaken von Obi in Sibirien genutzt (Ibid.). Die Nutzung in Amerika betreffend wurde der Pilz in einigen Fällen fälschlich für einen Fomitopsis pinicola oder einen Ganoderma applanatum (Blanchette 2001) gehalten. Bei den indigenen Völkern Inupiaq und Yupik wird die Asche den P. ignarius mit feinzermalenem Tabak gemixt, geknetet und zu Pellets als Priem gerollt. Oft wird der noch kurz von der herstellenden Frau angekaut um die Asche besser zusammenbacken zu lassen. Der Priem wird dann nicht gekaut sondern nur in der Wange getragen um die Inhaltsstoffe langsam lösen zu lassen. Ab und an wird der überflüssige Speichel ausgespuckt (Ibid.).

P. ignarius ist auch bei den indigenen Völkern und Eskimogruppen Alaskas bekannt (Ott 1978, Blanchette 2001). Er wird verbrannt und die zurückbleibende Asche wird Kau- und Schnupftabaken zugesetzt um diesen einen „kräftigen Kick“ zu verpassen. Die selbe Asche wurde auch anderen Pflanzenmixturen hinzugefügt, wie z.B. jener aus Pappelrinde, die gekaut wurde bevor Russen oder Europäer den Tabak einführten. Andere indigene Völker Amerikas, die diesen Pilz zu Rauch-, Kauoder Schnupfzwecken nutzten, sind die Dena’ina, die Micmac, die Inuit, Schwarzfuss und die Kwakiutl (Blanchette 2001).

P. ignarius enthält Hispidin, eine von den Styrilpyronen abgeleitete Substanz die zur Gruppe des Yangonin gehört (Bu’lock et al. 1962, Hatfield & Brady 1973, West et al. 1974, Ceruti & Ceruti 1986).

Ähnliche Inhaltsstoffe (Kavaine) wurden in Piper methysticum gefunden, einer Pflanze, die zur Herstellung des berauschenden Getränkes KavaKava in Ozeanien genutzt wird (Ott 1996). Ebenso wurden diese Inhaltsstoffe in Lonchocarpus violaceus (Balche-Baum) gefunden, den die Lakadon Maya zur Herstellung des berauschenden Getränkes „Balche“ verwenden (Rätsch 1998). Möglicherweise wirkt Hispidin direkt auf das Zentralnervensystem (Ceruti & Ceruti 1986).

Phellineus nigricans, ein anderer Vertreter dieser Species wird ebenso zu Asche verbrannt und mit pulverisiertem Tabak versetzt um das Gemisch dann kauen zu können (Saar 1991).

Von den Indianern der amerikanischen Nordwestpazifikküste wird Piptoporus betulinus auch „Spirit Bread“ also salopp übersetzt mit „Kopfbrot“ bezeichnet. Es scheint so, als hätte er tranceinduzierende Eigenschaften, wenn er als Puder bei Heilritualen inhaliert wird (Rätsch1998). Er wird für die selben Aufgaben genutzt wie D. quercina (Thoen 1982) und wird oft mit Rauchtabak vermischt (Bourke 1996). Am 19. September 1991 wurde in den Ötztaler Alpen in Tirol (Italien) auf 3210m Höhe nahe dem Hauslabjoch mit der Gletschermumie, die dann den Namen „Ötzi“ (im englischen auch „Frozen Fritz“) erhielt, ein mycologisch bedeutender Fund gemacht. Der vor 5300 Jahren im Eis konservierte Mann trug einige Stücke P. betulinus bei sich. Möglicherweise als Zunderschwamm, als Medizin oder eben zum rituellen schamanischen Gebrauch. Es wurde berichtet, dass diese Spezies eine Substanz, chemisch ähnlich dem LSD, enthielt – also letztlich einige indolische Alkaloide. Dies wurde jedoch nie richtig vorgeführt und in späteren Veröffentlichungen wurde darauf nicht weiter eingegangen (Sheppach 1992, Rätsch 1994).

Bei den Salish-Indianern Amerikas reiben die jungen Männer ihre Körper mit Polyporus abietinus, genannt Hibou-holz zur Stärkung ein (Lévi-Strauss 1978).

In Polyporus berkeley wurde Horenin entdeckt, ein ß-Phenethylamin dass auch in psychoativen Kakteen wie Ariocarpus fissuratus, Coryphanta spp., Pelecyphora aselliformis und Trichocereus spp. vorkommt (West et al. 1974, Ott 1978).

Polyporus hispidus enthält Hispidin und Bis- Noryangonin. Das selbe gilt für P. schweinizii, einen anderen Vertreter dieser Gattung (Bu’lock et al. 1962, Hatfield & Brady 1973, West et al. 1974).

Poria cocos könnte ‚Fon-Ling‘ sein, der Pilz der Unsterblichkeit einer fernöstlichen Legende (Thoen 1982).

Zum Schluss sollen noch einige Polyporus– Arten erwähnt werden, die bisher nicht präzise indetifiziert sind.

Den Aussagen von Jesuitenmönchen des 17ten Jahrhunderts zu folge, bereiteten die Yurimagua- Indianer des Peruanischen Amazonas einen stark berauschenden Trunk aus einem Pilz zu, der auf umgestürzten Bäumen wächst (Lévi- Strauss 1978, Rätsch 1998). Gartz (1993) nimmt an, dass es sich dabei um Psilocybe yungensis oder eine dem Gymnopilus purpuratus verwandte Spezies gehandelt haben könnte. Ebenso aus dem Amazonas berichten viele Reisende und Forscher, dass psychoaktive Pilze in Zusammenhang mit Ayahuasca gebraucht werden (Leginger 1981, Mc Kenna 1989, Mc Kenna & Mc Kenna 1994, Ott 1996). Mit dem interessanten Namen „Ohr des Geistes“ bezeichnen Paumari- Indianer den Pilz Polyporus badiadimurobuni (Prance et al. 1997).

Die Kenaima in Guyana nutzen einen weissen Pilz, der auf totem Holz wächst um sich leicht zu fühlen und schneller laufen zu können (Lévi-Strauss 1978).

Die Atapaskan-Indianer der Pazifikküste Amerikas führen rituelles Zielschiessen auf einige Polyporus-Arten durch, um sie dann zu reinigen und als Asche zusammen mit Tabak zu kauen. Solche Pilze werden auch ohne Zusätze von den Eyak, den Tanaina und einigen Eskimos verzehrt.

In Nordamerika werden einige nicht näher bestimmte Birkenpoorlinge zu Asche ver- brannt um mit der Asche die Wirkung von Kautabak zu verstärken.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass Soma (als Amanita muscaria identifiziert) auch eine Spezies der Polypore sein könnte, die derzeit weder identifiziert noch beschrieben ist (Rätsch 1998).

Schlussfolgerungen

Bei der Beurteilung eventueller psychaoaktiver Effekte von bisher noch nicht als psychoaktiv beschriebenen Pilzen sollte man immer beachten, dass Informationen in Zeitschriften und im Internet bisweilen falsch, übertrieben und auf Missverständnissen basierend sein können. Ein wesentlicher Faktor ist die spezielle psychologische Situation der berichtenden Person – z.B. können suggestive Beeinflussbarkeit und die psychologische Prädisposition zu psychoaktiven Effekten führen, selbst wenn pharmakologisch keine Wirkung erzielt wird (Palceboeffekt). Kurz: Wenn jemand einen Pilz unter der Vorraussetzung isst, dieser müsse psychoaktiv sein, so ist eine psychoaktive Wirkung selbst dann möglich wenn faktisch keine pharmakologische Wirkung vorhanden ist.

Wie in den Vorüberlegungen schon erwähnt wurde, ist es möglich, dass vermutete identifikationen psychoaktiver Komponenten in Pilzen schlicht auf taxonomisch inkorrekte Bestimmung der Spezies, auf zu geringe Selektivität und Empfindlichkeit bzw. auf Fehler in der Durchführung der analytischen Methoden zurück zu führen sind.

Andererseits ist es auch möglich, dass die psychotropen Effekte tatsächlich auf die Anwesenheit eines neu entdeckten Inhaltsstoffes zurück zu führen sind, der aber nicht immer und in jedem Individuum der gleichen Spezies in gleichem Masse vor kommt. Solche biochemisch variablen Grössen machen die Erforschung dieser Substanzen natürlich extrem schwer. In manchen Fällen wurden neue Substanzen entdeckt, sind jedoch bis heute nicht indentifiziert und pharmakologisch erforscht.

Letztendlich ist es also wichtig, einem wissenschaftlichen Ansatz mit präzisen chemischen Analysen, durchgeführt mit hoher Genauigkeit und Empfindlichkeit und eventuell mit einigen kontrollierten Wirksamkeitsstudien zu folgen um am Schluss belastbare Fakten präsentieren zu können.

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mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

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