Psilocybe cubensis, Wirkung

Wirkung

Nach der Einnahme von Psilocybe cubensis wird häufig von einem traumartigen Zustand berichtet. Da oft von einer Parallelität zwischen Träumen und Halluzinationen berichtet wird (Jacobs, 1978), wird der Pilz auch als Halluzinogen bezeichnet, obwohl Halluzinationen eher selten nach der Einnahme auftreten (Hollister, 1968). Nach der Einnahme einer normalen Dosis von 5-10 mg halluzinogener Stoffe können noch zahlreiche weitere Effekte wie z.B. Muskelschwäche, plötzliche Lachanfälle, erhöhte Körpertemperatur, zwanghafte Bewegungen, Gänsehaut, Benommenheit, Wahrnehmung von Farben und veränderten Formen und eine angenehme oder besorgte Stimmung auftreten. Nach Pilzkonsum kann es in den ersten 30 Minuten zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Anschließend stellt sich ca. nach 20-30 ein Zustand ein, der einem leichten Alkoholrausch ähnelt. Die volle Wirkung entfacht der Pilz erst nach ca. 1-2 Stunden nach Einnahme und die oben beschrieben Symptome treten auf. Dieser Zustand dauert in der Regel bis zu 5-6 Stunden und der Rausch klingt schnell und weich ab. Bei häufigerem Konsum innerhalb kurzer Zeit können sich schnell Toleranzen einstellen und man muss eine höhere Dosis einnehmen um den gleichen Effekt hervorzurufen. Diese Toleranz verschwindet aber nach einer Einnahmepause von ca. einer Woche. Diese Toleranz wirkt sich auch auf andere Substanzen wie z.B. LSD, Meskalin oder THC aus, verschwindet aber nach einer Einnahmepause von ca. einer Woche. Durch die Ausbildung einer Toleranz ist es auch unmöglich eine Abhängigkeit zu entwickeln.

In einem Versuch testete Isbell (1959) die Wirkung von Pisolcybin an 9 Probanden im Alter von 22-40 Jahren. Alle hatten eine Drogenvergangenheit und haben gegen das Betäubungsmittelgesetz der USA verstoßen. In ihrer klinischen Studie wurden folgende Symptome von den Probanten beschrieben, nachdem sie eine Dosis von 114 mcgm/kg eingenommen haben:

„Following administration of psilocybin orally the patients usually spontaneously reported the first subjective effects within 10 to 15 minutes. These effects consisted of vague sensations that things looked, felt, or seemed peculiar, and were accompanied by mild anxiety. After 30 minutes, anxiety became quite definite and was expressed as consisting of fear that something evil was going to happen, fear of insanity, or of death. At this time, changes in mood, usually in the direction of elation (despite the anxiety) and sometimes in the direction of depression, occurred. The patients reported increased keenness of hearing, paresthesia, and blurring of vision. One hour after the drug the reaction was well developed. Anxiety became more marked and, in some cases was intense. Elation, when present, was great and in some patients was expressed by almost continuous gales of laughter. Alterations in practically all sensory modalities were mentioned, particularly in touch, hearing and vision. As is the case with LSD, distortion of visual perception was outstanding, and involved distance, depth, size, shape and color. Visual distortion usually varied rapidly from moment-to-moment. Perception of elementary visual hallucinations were commonly reported. These entoptic phenomena consisted of colored lights which flickered and coalesced to form patterns varying in a kaleidoscopic fashion, or of shadows that seemed to dance on the wall. In sensitive patients, the lights or shadows were perceived as a definite person, object, or animal which the individual could name. The patients reported increased difficulty in thinking, difficulty in concentration, and in carrying out simple arithmetical calculations or reading. They reported a „rush of thoughts“, with one thought replacing another before the first was completed. A feeling of alteration in the individual’s own body occurred consistently and varied from simple feeling of being light or heavy to marked alterations in size, shape or color. Some patients felt they had become very large, or had shrunk to the size of children. Their hands or feet did not seem to be their own, and sometimes took on the appearance of animal paws. At times, patients had the sensation that they could see the blood and bones in their own body or in that of another person. They reported many fantasies or dream-like states in which they seemed to be else- where. Fantastic experiences, such as trips to the moon or living in gorgeous castles, were occasionally reported. Despite these striking subjective experiences, the patients remained oriented in time, place and person. In most instances the patients did not lose their insight, but realized that the effects were due to the drug. Two of the 9 patients, however, did lose insight and felt that their experiences were caused by the experimenters controlling their minds. Reaction usually reached its peak one and one-hMf hours after the drug was given and remained intense for two to three hours. It subsided almost completely five to six hours after the drug was given. “

In 1961 another study involving prisoners were conducted in the prison in Concord, Massachusetts, USA. They gave the imprisoned psilocybin followed by personality tests. It has been found during the test that the subjects were more responsible, more thoughtful and less aggressive. Also, the percentage of inmates who have violated their probation declined from 64% to 30%. This approach showed that psilocybin intake could shape the personality in a positive manner. After this study, no further investigations were conducted.

Es wurden 1961 auch noch Test an Häftlingen im Gefängnis von Concord, Massechusetts, USA, durchgeführt. Man gab den inhaftierten Psilocybin und machte Persönlichkeitstest. Man hat während der Test herausgefunden, dass die Probanten verantwortungsbewusster, nachdenklicher und weniger aggressiv wurden. Ebenfalls ist der Prozentsatz der Häftlinge die gegen ihre Bewährungsauflagen verstoßen haben von 64% auf 30% gesunken. Diesen Ansatz der Persönlichkeitsformung hat man aber anschließend nie weiter geführt.

Der Psilocybingehalt von Pilzen ist schwierig zu bestimme, da er zwischen den einzelnen Pilzarten sehr stark variiert, aber auch innerhalb einer Spezies stark schwankt. Dadurch ist es nicht immer möglich, einen Rückschluss von der konsumierten Pilzmenge auf den aufgenommenen Psilocybingehalt zu schließen. Wenn man annimmt, dass ein Pilz einen Psiloybingehalt von ca. 0.7% aufweist, und man 1 g getrocknen Pilz zu sich nimmt, dann hat man 7 mg Psilocybin zu sich genommen. Doch da der Gehalt stark variiert, kann es auch leicht die doppelte bis dreifache Menge sein (Badham, 1983). Generell kann man aber sagen, dass 10 mg halluzinogene Stoffe (Psilocybin und Psilocin) in 2 g getrockneten Psilocybe cubensis, in 1 g getrockneten bzw. in 10 g frischen Psilocybe semilanceata oder 0,5 g getrockneten bzw. 5 g frischen Psilocybe cyanescens oder Psilocybe azurescens enthalten sind. Nach der Einnahme von ungefähr 4 mg halluzinogener Stoffe treten meist leichte Rauschzustände auf. Nach dem Konsum von 5-10 mg merkt man eine Antriebsteigernde Wirkung und ein Stimmungshoch, wohingegen eine verzerrte Wahrnehmung ab einer Menge von 10-20 mg eintritt. Orientierungslosigkeit, örtliche und zeitliche verzerrte Wahrnehmung sowie Gleichgewichtsstörungen sind ab einer eingenommen Menge von 20 mg zu erwarten. Die Höchstdosis von 60-100 mg wird nur zu speziellen psychotherapeutischen Sitzungen und unter medizinischer Kontrolle verwendet und eine Menge von ca. 20 000 mg ist die vermutete letale Dosis für Menschen; dazu muss ein Mensch, je nach Pilzart, ca. die Menge seines eigenen Gewichts an Frischen Pilzen zu sich nehmen. Nach einer Dosis von ca. 150 mg Psilocybin kommt es meist zu einem völligen Realitätsverlust und große Gefahren entstehen für einen selbst und auch für andere (Brown, 1968).

Nebenwirkungen

Obwohl Psilocybin-haltige Pilze nicht sonderlich toxisch sind, kann es zu schwerwiegenden psychischen Schäden kommen. (…).Es wurde herausgefunden, dass das reine Psilocybin an sich selbst nach langjährigen Gebrauch in einer üblichen Dosierung keine organischen Schäden hervorruft, aber andere Substanzen die in dem Pilz vorhanden sind negative Auswirkungen haben können. Z.B. können Beaocystin oder Bufotenin neurovegetative Auswirkungen wie z.B. Veränderung des Blutdrucks, Herzrasen, Atembeschwerden oder eine Erhöhung der Körpertemperatur zur Folge haben. Diese erhöhte Körpertemperatur kann einen kann zu einem Hitzschlag führen, und daher sollte auf gar keinen Fall Psilocybin in Kombination mit Ecstasy/Speed eingenommen werden, da diese das gleiche Symptom hervorrufen. Man sollte auch beachten, das nach der Einnahme von Psilocybin Erfahrungen die im Unterbewusstsein geschlummert haben an die Oberfläche gelangen und s eventuelle Panik- oder Angstzustände hervorrufen können, was das statistisch größte Risiko nach Psilocybingenuss darstellt. Sollte es erwünscht oder medizinisch notwendig sein die Wirkung von Psilocybe cubensis zu unterbrechen, kann man dies mit 5-10 mg Diazepam (Valium®)oder 50-100 mg Chloropromazine (Thorazine®) gegen Psychosen oder zur Beruhigung verabreichen (allerdings nur von einem Arzt). Eine Besserung des Zustandes tritt meist innerhalb der folgenden 6 Stunden ein (Mitchel und Bumack, 1978). Todesfälle von Erwachsenen sind nach der Einnahme von Psilocybin-Pilzen nicht bekannt, jedoch wurde von einem Kind berichtet, welches größere Mengen an Psilocybe baeocystis Sing. & Smith zu sich genommen hat, starb nach sehr hohem (41,1 °C) und starken Krämpfen (McCawley et al., 1962).

Psilocybin vs. LSD

Psilocybin und LSD rufen vergleichbare Zustände nach Einnahme hervor, jedoch gibt es markante Unterschiede zwischen den beiden Substanzen. Z.B. ist die Wirkungsdauer von Psilocybin wesentlich kürzer (ca. 5-6 Stunden) verglichen mit LSD, wo die Trips 10 Stunden und länger andauern können. Dadurch ist der Psilocybin-Trip leichter zu steuern. Verglichen mit LSD sind die Rauschzustände die durch Psilocybin hervorgerufen werden etwa 100 mal schwächer. Außerdem ist die Gefahr eines Horrortrips mit Psilocybin sehr viel geringer als nach Einnahme von LSD. Z.B. hat das Netzwerk zur Warnung vor Drogenmissbrauch (DAWN) 1982 32 Fälle erlebt, bei denen Konsumenten nach Psilocybingenuss aufgrund von Angstattacken und Panikzuständen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, wohingegen die Zahl für LSD bei 1498 Fällen bei vergleichbarer Konsumentenzahl lag. Dies liegt daran, dass nach Psilocybinkonsum eine stabilere positive Gemütsstimmung aufrecht erhalten werden kann, wohingegen nach LSD Einnahme plötzliche Stimmungsänderungen häufig vorkommen. Psilocybin hat auch weniger neurovegetative Nebenwirkungen und hat daher das LSD weitgehend aus der Psychotherapie/Psychoanalyse verdrängt, da es einfach besser zu handhaben ist. In einer Studie von Wolbach et al. (1962), wurde untersucht, inwieweit die Wirkung von Psilocybin und LSD-25 vergleichbar sind. Dieser Vergleich fand auf einer subjektiven Ebene durch die Eindrücke von Probanten nach Konsum, als auch auf dem molekularen Level statt. Diese Studie bestätigt, die oben beschrieben Unterschiede.

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