Psilocybe cubensis, Pharmakologie

Alkaloide

Die in Mexiko während Zeremonien konsumierten Pilze wurden Psilocybe mexicana Heim genannt, da Heim Proben sammelte welche er zu Hofmann et al. (1959) sendete um die rauschverursachenden Wirkstoffe darin zu identifizieren. Hofmann war auch der Entdecker des LSD, einer strukturverwandten Droge. Es wurden die beiden Alkaloide Psilocybin und Psilocin identifiziert welche alle in dem Genus Psilocybe vorkommen. Der Alkaloidgehalt der verschiedenen Psilocybe Spezies (Trockengehalt) variiert zwischen 0.2% für Psilocybe mexicana Heim, über 0,7% für Psilocybe cubensis und die höchste Psilocybinkonzentration die jemals in einem Pilz gefunden waren 2% der Trockenmasse (Beug und Bigwood, 1982).

Chemische Formel von Psilocybin und Psilocin

Die halluzinogenen Stoffe aus dem Psilocybe cubensis wurde 1958 von Hofmann et al. isoliert und die Struktur aufgeklärt. Er fand heraus, dass es sich bei den aktiven Substanzen um 0-Phosphoryl-4-hydroxy-N-dimethyl Tryptamine handelt, was auch unter dem Namen Psilocybin bekannt ist. Das eingenommene Psilocybin wird innerhalb einer Stunde in Psilocin umgewandelt, eine Substanz die ebenfalls in Psilocybe cubensis zu finden ist (Horita und Weber, 1961). Psilocin wurde als 4-Hydroxy-N : N-dimethyltryptamine oder auch als dephosphoryliertes Psilocybin identifiziert (Hofmann und Troxler, 1959). Während der Umwandlung im Körper wird die Phosphorsäuregruppe von Psilocybin oxidiert und zu einer Hydroxylgruppe umgewandelt. Durch die Methylgruppen des Indolrings ist es dann möglich, in das zentrale Nervensystem einzudringen. Psilocybin und Psilocin sind eng miteinander verknüpft, und es wird vermutet, dass Psilocin die aktive Substanz von Psilocybin ist. Im Gehirn verhält sich Psilocybin wie ein Neurotransmitter da es den typischen Indolring besitzt. Dadurch ist es Psilocybin als auch Psilocin möglich an spezielle Rezeptoren zu binden, was eine Überstimulation hervorruft. Dies geschieht dadurch, dass die Cotico-Striato-Thalamo-Cotrikale (kurz CSTC-) Schleife außer Kraft gesetzt wird. Diese Schleife ist dafür zuständig, dass die äußeren Reize und Informationen nicht ungefiltert in das Großhirn gelangen und damit eine Reizüberflutung auslösen würden. Durch die Aktivierung bestimmter Serotoninrezeptoren durch Psilocybin wird die CSTC-Schleife entkoppelt und dadurch der Thalamusfilter geöffnet. Nun werden die Sinnesinformationen nicht mehr mit den Gedächtnisspuren verglichen und sinnvoll interpretiert, sondern alle Informationen erhalten Zugang, was zu einer fundamental verändertem Ich-Umwelt Bewusstsein führt.  Diese Überstimulation wird dann als charakteristischer Trip erlebt. Im Falle von Psilocybin wirkt es als Agonist des Serotonin (5-hydroxytryptamine oder 5-HT) und bindet am 5-HT Rezeptor im Gehirn. Neben dem stärkeren Impuls von Psilocybin an dem 5-HT Rezeptor kommt es vorwiegend durch die Präsenz von beiden Substanzen in der Synapse, also Serotonin als auch einem Serotoninagonisten, zu einer Überstimulation. Psilocybin als auch Psilocin werden gleichmäßig in allen Organen verteilt, wohingegen ca. 25% unverändert durch die Nieren wieder ausgeschiedenen werden und 10% über mehrere Tage im Fettgewebe gespeichert werden. Der Rest wird innerhalb weniger Stunden metabolisiert.

Psilocybin als auch das instabilere Psilocin sind empfindlich gegenüber der Temperatur und werden bei Temperaturen zwischen 50 – 100 °C leicht zersetzt. Daher darf man die Pilze niemals zu heiß trocknen. Zusätzlich bewirkt der Luftsauerstoff ebenfalls einen Abbau der beiden Substanzen. Daher sollten frische Pilze luftgetrocknet werden und unter Ausschluss von Sauerstoff gelagert werden, was sie über Jahre hinweg haltbar macht.

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