Psilocybe cubensis, Rechtliches

Rechtliches

Zusätzlich erfreuten sich die Pilze in den finanziell schwächeren Gruppen großer Beliebtheit und wurden vermehrt in Südamerika, Australien und auch Europa konsumiert. Es sind bislang noch keine Fälle bekannt, in denen das Sammeln und Züchten zum sofortigen Eigenverzehr strafrechtlich verfolgt wurde.

Deutschland

Durch die Verabschiedung des alten Opiumgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland und der damit einhergehenden Implementierung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) wurde 1971 Psilocybin und seine Derivate sowie deren Zubereitung auch in Deutschland verboten. Die bedeutet, dass die Anreicherung und auch Konservierung von Psilocybin, sowie Extraktion aus Pilzen als auch Synthese strafrechtliche Konsequenzen hat. Jedoch fiel lediglich der Inhaltsstoff Psilocybin unmittelbar unter das BtMG, und nicht der Pilz an sich. Dies hat der Gesetzgeber seit 1998 versucht zu ändern, mit mäßigem Erfolg. Laut des BtMG (stand nach der letzten Änderung durch Art. 1 V. v. 22.12.2003) gehören folgende Stoffe zum BtMG:

㤠1 BtMG

Betäubungsmittel

(1) Betäubungsmittel im Sinne dieses Gesetzes sind die in der Anlage I bis III aufgeführten Stoffe und Zubereitungen. …

§ 2 BtMG

Sonstige Begriffe

(1) Im Sinne dieses Gesetzes ist

1. Stoff:

eine Pflanze, ein Pflanzenteil oder Pflanzenbestandteil in bearbeitetem oder unbearbeitetem Zustand sowie deren chemischen Verbindungen …

Das Problem mit dem dazugehörigen Anhang war, dass dieser nur Pflanzen und Pflanzenteile erwähnte, Pilze jedoch einer ganz eigenen Spezies angehören und dadurch nicht zu Pflanzen gezählt werden. Dies ist der Bundesregierung dann auch aufgefallen, und seitdem versucht sie die Zauberpilze ebenfalls mit einzubeziehen. Da es einfacher ist eine Anlage zu ändern (muss nur von dem Bundestag beschlossen werden), anstatt das gesamte Gesetz zu ändern (muss von dem Bundestag beschlossen werden), hat man versucht dahingehend die Anlage 1 präziser zu formulieren. Das führte dazu, dass 2001 mit der 15. BtMÄndV auch Pilzmyzelien und auch Sporen in Anlage 1 mit aufgenommen wurden. Allerdings wurden nun Argumente laut, dass die aus den Myzel entstehenden Fruchtkörper, die eigentlichen Zauberpilze, noch immer nicht erfasst wurden. Deswegen wurde Februar 2005 mit der 19. BtMÄndV alle aufgezählten Lebensformen durch Organismen ersetzt, was definitiv auch die Fruchtkörper mit einschließt.

Nun wurden erneut argumentiert, dass eine Anlage nicht den eigentliche Wortlaut des Gesetztes überschreiten darf, in dem lediglich von Pflanzen und Pflanzenteilen die Rede ist. Doch dies wurde am 25.10.2006 durch den Bundesgerichtshof (BGH) klargestellt, und verkündete ein Urteil, dass auch der Umgang mit Pilzen unter Strafe steht.

Niederlande

Seit dem 01.12.2008 ist der Besitz als auch der Verkauf von psychoaktiven Pilzen in den Niederlanden verboten.

USA

Durch die vermehrte Beachtung von halluzinogenen Pilzen in der Literatur wurden die „Magic Mushrooms“ sehr populär in der Protest- und Hippiebewegung der USA. Daraufhin häuften sich negative Schlagzeilen in der Presse und zusätzlich wurde die „Magic Mushrooms“ auch in der Politik thematisiert und wahre Horrorszenarien über die Gefahren von Pilzkonsum verbreitet, so dass schließlich 1966/67 die Halluzinogene LSD, Meskalin als auch Psilocybin in den USA verboten wurden.