Prozac, Fluoxetin

 

 

 

Wirkungsweise

Die Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin werden vermehrt.

Übersicht

Fluoxetin, ein Medikament für die Behandlung von Depressionen, Zwangsstörungen und panischen Anfällen, ist kein typischer SSRI (Selektiver Serotonin -wiederaufnahmehemmer). Studien zeigten einen vermehrten extrazellularen Gehalt von Dopamin und Noradrenalin im Frontallappen (Lobus frontalis) des Gehirns, zusätzlich zu der erhöhten Konzentration von Serotonin .

Nebenwirkungen

Es besteht eine Kontraindikation für Patienten, die MAOH (Monoaminooxidase-Hemmer) einnehmen – wie Pimozid (Orap) oder Thioridazin (Mellaril). Auch Patienten mit Leberschaden sollten vorsichtig sein, da die Ausscheidung von Fluoxetin und dem Abbauprodukt Norfluoxetin nur halb so schnell wie normal stattfindet was dem Medikament eine Verlängerung der Wirkungszeit ermöglicht.

  • Als Nebenwirkungen werden aufgeführt:
  • Übelkeit (22% vs. 9 % Placebo),
  • Insomnie (19% vs. 10% Pl.),
  • Schläfrigkeit (12% vs. 5% Pl.),
  • Appetitlosigkeit (10 % vs. 3 % Pl.),
  •  Ängste (12% vs. 6 % Pl.),
  • Nervosität (13 % vs. 8 % Pl.)
  • Asthenie (Schwäche 11 % vs. 6 % Pl.)
  • Tremor (9% vs. 2 % Pl.)

Eine häufige Nebenwirkung von Fluoxetin besteht in Akathisie. Sie stellt eine innere Spannung, Ruhelosigkeit und die Unfähigkeit stillzustehen dar. Oft begleitet sie „beständiges Auf- und Abgehen, zwecklose Bewegungen der Füße und Beine und starke Angstgefühle“. Dieser Zustand beginnt meistens nach dem Beginn der Verabreichung, einer Erhöhung der Dosierung und verschwindet nach Reduzierung der Dosis oder einer Kontratherapie mit Propanolol. Es gibt dokumentierte Fälle, die Akathisie mit Selbstmordversuchen verbindet. Aber auch ein verbessertes Befinden wird nach dem Entzug von Fluoxetin berichtet und wiederholtes starkes Auftreten der Nebenwirkungen in Antwort auf eine erneute Behandlung. Die Patienten beschrieben, „dass die Entwicklung von Akathisie ihnen Selbstmordgedanken indizierten und dass sie ihre vorhergehenden Suizidversuche begründete.“ Experten bemerken zu dieser Beziehung: „Für Ärzte und Patienten ist es unerlässlich, die Kenntnis dieses allgemeinen Symptoms zu betonen.“ Verwandte Bewegungsstörungen wie akute Dystonie und Spätdyskinesie sind seltener berichtet worden.

Die Häufigkeit von geringer neonataler Adaption wird durch die Behandlung mit Fluoxetin im Verlauf der Schwangerschaft erhöht.

Entzugssyndrom

Mehrere Veröffentlichungen beschreiben Entzugs- und Unterbrechungssymptome bei Fluoxetin-Behandlung. Im Allgemeinen glaubt man, dass die Nebenwirkungen beim Absetzen milde sind. Eine empfohlene Strategie zum Absetzen anderer SSRI‘s ist, Fluoxetin anstelle des vorher benutzten Medikaments zu verabreichen. Das ist besonders in Fällen angebracht, in denen die allmähliche Reduzierung des originalen SSRI-Präperats unwirksam war. Doppeltblind kontrollierte Studien unterstützen dieses Vorgehen. überein.

Suizidalität in antidepressiven Studien

Die FDA verlangt für alle Antidepressiva, Fluoxetin mit einbeschlossen, mit einem schwarz umrahmten Warnzeichen beschriftet zu sein, das besagt: „Dieses Mittel kann für Individuen jünger als 25 Jahre die Gefahr von Selbstmord erhöhen.“ Diese Warnung ist das Resultat von Datenanalysen, die zwei unabhängige Gruppen von FDA-Experten durchführten. Sie fanden ein verdoppeltes Auftreten von Suizidgedanken und -verhalten bei Kindern und Jugendlichen und eine 1,5-fache Zunahme der Suizidalität bei 18 – 24 Jährigen. Für gealterte Personen nahm sie leicht ab und war statistisch signifikant niedriger bei Menschen 65 Jahre und älter. Donald Klein kritisierte diese Analyse, weil Selbstmordgedanken kein guter Ersatzmarker für Selbstmordvollzug sind. Es ist erdenkbar, dass Antidepressiva Selbstmord verhindern, während sie gedachte Lebensmüdigkeit erhöhen. Diese Auffassung geht gegen die allgemeine Annahme „in rückblickenden als auch zukünftigen Forschungen, die Selbsttötung mit diesbezüglichen Gedanken und Versuchen eng zu verbinden.

Suizidalität und Fluoxetin

In klinischen Untersuchungen findet Suizidgefährdung kein häufiges Interesse. Die FDA hatte für die obige Analyse 295 Studien mit 11 Antidepressiva für psychiatrische Symptome kombiniert, um statistisch bedeutungsvolle Resultate zu erhalten. Wenn Fluoxetin allein betrachtet wird, erhöhte die Anwendung bei Kindern das Risiko von Suizidalität um 50 %. Das war wegen der geringen Anzahl von Fällen aber kein Ergebnis von Bedeutung. Bei Erwachsenen nahm die Wahrscheinlichkeit um etwa 30 % als signifikanter Wert ab.

Suchtpotential

Niedrig

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Unbekannt

Rechtlicher Status

rezeptpflichtig

 

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