Piper methysticum – Kava-Kava

Die Wurzeln eines Strauchs aus der Südsee. Die Kava-Kava ist dort das traditionelle Rauschmittel. Wo die, wie allzu häufig, verantwortungslos handelnden Missionare in ihrem Wahn, einen heidnischen Brauch beseitigen zu müssen, den Alkohol eingeführt haben, ist der Kava-Gebrauch teilweise stark zurückgegangen. Dafür sind die entsprechenden gesundheitlichen und sozialen Probleme drastisch angestiegen. Der Kava-Trank ist heute nur noch auf den Fidschi-Inseln, auf Tonga, und auf den Samoa-Inseln in Gebrauch, In neuester Zeit nimmt der Gebrauch der Kava bei den australischen Ureinwohnern zu; eine erfreuliche Entwicklung, da nur wenige Völker der Erde in einem solchen Maße von der harten Droge Alkohol zerstört wurden, wie die australischen Buschmänner.

Verwendung: Die entrindeten Wurzeln werden zerkleinert, etwa 15-30 Gramm gekaut, der sich in Mengen bildende Speichel mitsamt den zerkauten Wurzelstücken in ein Gefäß mit wenig Wasser gespuckt. Das Ergebnis läßt man einige Zeit stehen, seiht ab und trinkt. In neuerer Zeit wird die Wurzel zermah-len und nur noch mit kaltem Wasser vermischt etwa 24 Stunden stehen gelassen. Dann wird abgeseiht und getrunken. Die stärkste und angenehmste Wirkung tritt beim Kau-und-Spuck-Verfahren ein. Aber auch die nach der zweiten Methode zubereitete Kava ist durchaus noch wirksam, vor allem, wenn die pulverisierte Wurzel mit getrunken wird.

Wirksame Inhaltsstoffe: Kavapyrone, ein komplexes Wirkstoffgemisch, von denen 14 bisher genauer untersucht wurden.

Wirkungen: Kava wirkt in mittleren Dosen euphorisierend, gedankenanregend, entspannend, appetitanregend und aphrodisierend. Besonders bei der gekauten Version stellt sich ein Gefühl glücklicher Zufriedenheit und tiefer Entspannung ein. Kleinere Dosen wirken leicht entspannend und anregend. Extrem hohe Dosen wirken einschläfernd, nur extremste Dosen können einen Kater hervorrufen. Ich halte die Kava, trotz der etwas unangenehmen Einnahmeform, für die ideale Droge für alle diejenigen, die glauben, ihren Streßsymptomen nicht ohne chemische Hilfe begegnen zu können. Noch besser ist es natürlich, wenn man seinen Streß völlig ohne chemische Hilfe zu verarbeiten lernt. Insbesondere stellt Kava die bessere Alternative zu den körperlich schädlichen und häufig suchtbildenden Benzodiazepinen (z.B. Valium, Librium, Tranxilium etc.) und anderen chemischen Tranquilizern dar. Sicher wirkt Kava auch pharmakologisch und sozial weniger schädlich als die oft regelmäßig getrunkenen drei oder mehr Bier, Wein oder Schnaps abends vor dem Fernseher. Während Alkohol häufig Aggressivität freisetzt, wirkt Kava stets und bei jedem ausgleichend und erzeugt eine heitere, friedliche Stimmung. Die rezeptfrei in Apotheken erhältliche synthetische Reinform des Kavains wirkt nicht annähernd so umfassend, wie der Auszug aus der Wurzel. Aber auch Vollauszüge der Wuzel sind in der Apotheke erhältlich. Leider sind diese of erheblich unterdosiert.

Nebenwirkungen: Der Kava-Trank schmeckt scharf, seifig und hinterläßt für etwa zehn Minuten ein taubes Gefühl im Mund. Bei Langzeiteinnahme in hoher Dosierung soll es gelegentlich zu schuppiger Haut kommen; einige Autoren führen dies nicht auf die Kava, sondern auf Mangel- und Fehlernährung zurück. Psychische Abhängigkeit von Kava wird nur sehr selten, körperliche Abhän- gigkeit bisher nie beobachtet. Beim Absetzen der Kava treten keine Entzugserscheinungen auf. Jahrhundertelanger Gebrauch der Kava in der Südsee zeigte darüberhinaus keine schädlichen Folgen.

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