Stropharia cubensis, Psilocybes, Pilzzucht im Freien

Vorgehen und Vorteile

Tyler D. Flyer
mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

In den letzten Jahren wurde der Kultivierung von Pilzen in Innenräumen mit Hilfe steriler Kultivierungstechniken und einer kontrollierten Wachstumsumgebung sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dank den mykologischen Internetgemeinschaften und auch kürzlich The Entheogen Review (PAYE 2001; PAYE 2003), hat sich die PF-Methode als Methode der Wahl für diejenigen herauskristallisiert, die Pilze in der Privatsphäre und dem Komfort zu Hause züchten möchten. Obwohl es nicht zu leugnen ist, dass die einfache und relativ ertragreiche PF-Methode für Anfänger großartig ist, sollte sie doch für Hobbyzüchter nicht die einzige bleiben müssen.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Kultivierung im Freien der Kultivierung im Haus weit überlegen ist, was Kosten, Einfachheit, Produktivität, und am wichtigsten, Potenz betrifft. Ich bin dem Mykologen Paul Stamets für seine bahnbrechenden Erkenntnisse zu tiefem Dank verpflichtet. Er arbeitete in den letzten 30 Jahren an der Weiterentwicklung der Pilzkultivierung und schrieb zwei maßgebliche Ratgeber für die Kultivierung von Pilzen: The Mushroom Cultivator (Agarikon Press 1983) und Growing Gourmet and Medicinal Mushrooms (Ten Speed Press 2000). Beide Bücher kann man direkt auf seiner Webseite (http://www.fungi.com) erwerben und beide kann ich sehr empfehlen.

Die kommerzielle Kultivierung hat eine lange Geschichte, angefangen bei den Franzosen, die als erste Freilandbeete in Höhlen etablierten und im 18. Jahrhundert Champignons züchteten. Obwohl kommerzielle Züchter die Indoor-Kultivierung verfeinert haben, was es ihnen ermöglicht, das ganze Jahr über Pilze zu züchten, so wurden die meisten der heute kommerziell gezüchteten Pilze davor mit Hilfe natürlicher Zuchtmethoden vermehrt. Jahrhundertelang haben die Menschen erfolgreich Pilze für ihren persönlichen Gebrauch im Freien angebaut. Ich habe die Hoffnung, dass ich durch das Teilen meiner Erfahrungen mit der Outdoor-Zucht andere dazu animieren kann auszuprobieren, was ich für ein vergnügliches, bereicherndes, und lohnenswertes Unterfangen halte. Natürliche Zucht bedeutet, definitionsgemäß, das natürliche Kultivieren von Pilzen im Freien. Nachdem eine mykologisch geeignete Fläche konstruiert und mit Pilzbrut geimpft wurde, überlässt der Züchter einfach Mutter Natur die weitere Verantwortung. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, eine Umgebung bereitzustellen, in der sich das gewählte Myzel großflächig ausbreiten kann. Die Geschwindigkeit des Myzelwachstums, die Zeitspanne zwischen Beimpfung und Fruchtung, die Dauer der Fruchtung bzw. die dazwischenliegenden Ruhephasen und die Qualität der Früchte sind zum größten Teil abhängig von der Qualität der Brut, der Lage des Anzuchtbeetes, dem gewählten Substrat und den vorherrschenden Wetterbedingungen. Im Allgemeinen ist die Jahreszeit, in der die Pilze in der Wildnis fruchten auch diejenige, in der man davon ausgehen kann, dass das inokulierte Freibeet ertragreich ist. Obwohl die Outdoor-Kultivierung nicht so viele Ernten erlaubt wie die Indoor- Zucht, können die einzelnen Ernten sogar noch ertragreicher sein, solange der Züchter dem Beet in den kritischen Phasen der Myzelentwicklung angemessene Aufmerksamkeit schenkt. Während zum Beispiel der Indoor-Züchter hauptsächlich gegen Schimmelpilze kämpft, sind draußen wilde Pilze die größten Konkurrenten. Wenn man alte Holzspäne verwendet, zusammen mit einer niedrigen Inokulationsrate (5-10% Brut-Substrat- Verhältnis) kann man damit rechnen, verschiedenste Pilzsorten in einem Beet zu finden. Die einfachste Möglichkeit, solche Schwierigkeiten zu umgehen, besteht darin, frisches, sauberes Material und ein mindestens 20%iges Brut-Substrat- Verhältnis einzusetzen.

Standortwahl
Der erste Schritt ist die sorgfältige Auswahl geeigneter Freilandbeete. Einige Mykologen bevorzugen das Anlegen von Beeten in der Abgeschiedenheit des eigenen Gartens. Wenn man aber einmal nicht in einer relativ einsamen Gegend wohnt, glaube ich, dass viele Gründe dafür sprechen, unauffällige Beete an öffentlich angelegten Grünflächen wie Gerichtsgebäuden, Löschhäusern, Bibliotheken, Polizeiwachen, Schulen, Universitäten und –mein persönlicher Favorit– Vorstadtparks anzulegen und zu pflegen. Dadurch, dass solche Pilze in öffentlichen Besitz gebracht werden, hoffe ich, dass es genügend geschulte Menschen gibt, die diese Pilze identifizieren und ihren Weiterbestand sichern können.

Eine Lage, die auf jeden Fall besonders erwähnt werden sollte, ist der Friedhof. Es gibt sicher einige, die denken, dass Friedhöfe ein idealer Standort für das Anlegen von Pilzbeeten sind, da es dort großflächige Sprinkleranlagen, Abgeschiedenheit und wenig Fußgänger gibt, so denke ich, dass die wichtigste Frage die ist, ob das Wasser auf dem Friedhofsgelände trinkbar ist. Wenn die Wasserversorgung des Friedhofs über eine Zuleitung aus der Stadt erfolgt, kann man hinreichend sicher sein, dass es eine sichere Quelle für die Pilzzucht darstellt. Wenn das Wasser jedoch aus einem Brunnen auf dem Friedhofsgelände stammt, bestehen gute Chancen, dass es kein Trinkwasser ist und das wiederum ist, meiner Meinung nach, ungeeignet für die Kultivierung von Pilzen.

Eine geeignete Stelle zum Gärtnern ist leicht zu finden und ist es wert, sorgfältig ausgewählt zu werden. Die zwei förderlichsten Faktoren eines erfolgreichen Standortes sind: 1) Feuchtigkeit und 2) Schatten. Der beste Hinweis auf einen erfolgreich gewählten Standort besteht darin, sich zu notieren, wo man während der Regensaison Pilze gesehen hat. Indem man beobachtet, wo das Wasser nach einem heftigen Regen entlangfließt, kann man den Unterschied zwischen zuviel Regen und nicht genug verstehen. So ist, zum Beispiel, ein sanft abfallender Hang, bewachsen mit Sträuchern und anderen schattenspendenden Pflanzen, ideal. Einfassungen entlang von Zäunen, Fußwegen und Parks eignen sich hervorragend, um dort Holzspäne zu verteilen, besonders unter Hecken und im hohen Gras. Das Blattwerk fungiert als Mikrokondensator, dadurch spendet es dem Myzel ausreichend Feuchtigkeit und Schatten. Als Faustregel gilt, je dichter bewachsen die entsprechende Stelle ist, desto weniger benötigt man eine Deckschicht, die dem Myzelkuchen ein feuchtes Mikroklima sichern soll. Während ich sehr vorsichtig mit direktem Sonnenlicht bin, da es die Holzspäne austrocknet, berichten andere von Erfolgen in Gemüseund Blumengärten (besonders unter Rhododendren). Gärten sind gesegnet mit ausreichend Bewässerung und der von den Pflanzen gespendete Schatten hält die Feuchtigkeit nah am Boden. Man sollte immer die Nordseite eines Holzstapels oder landschaftsgärtnerisch gestalteter Hügel suchen, denn dort gibt es den meisten Schatten (Vorausgesetzt man wohnt auf der Nordhalbkugel der Erde).

Ein anderer Vorteil von Parksund anderen Landschaftsanlagen ist die Sprinklernutzung. Wenn das Gras in der Nähe grün ist, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass dieses Gebiet regelmäßig genug gewässert wird, um die Holzspäne feucht zu halten. Gibt es keine Sprinkler in der Nähe, sollte man das Gebiet früh am Morgen auf Feuchtigkeit überprüfen, um festzustellen, ob es täglich Feuchtigkeit bekommt, entweder als Tau vom Blattwerk oder als Kondenswasser von Bäumen.

Ein letzter erwähnenswerter Vorschlag ist das „Begrenzen“ des Standortes. Jede Lage, die klar umrissene Grenzen hat, um einem ausufernden Wachstum vorzubeugen, ist einem offenen, unbestimmten Gebiet vorzuziehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Fruchtung wesentlich produktiver und langanhaltender ist, wenn das Substrat innerhalb fester Grenzen völlig durchwachsen und „festgehalten“ werden konnte. Es ist als würde das Myzel wissen, dass es nirgends anders hinkommt und aufgrund seiner Einschränkung ein gewaltiges „Fruchte Jetzt!“ Urprogramm initiiert. Das ist ein atemberaubender Anblick, den man mit eigenen Augen gesehen haben muss, um ihn zu glauben, wenn das Myzel sich ausbreitet und das Substrat dabei um mehrere Zentimeter nach oben drückt. Unter solchen Umständen ist es vergleichsweise mühelos, mehrere Pfund Pilze innerhalb weniger Quadratmeter zu ernten.

Beschaffung der gewünschten Kultur

Dieser Schritt wird für die meisten Mykologen der schwierigste sein. Entlang der Westküste des Pazifik, wo ich wohne, leben einige interessante Vertreter aus der Gattung Psilocybe wie P. azurescens, P. cyanescens, P. cyanofibrilla und P. stunzii. Die Liste ist zwar nicht vollständig, bezeugt aber die Vielfalt und Verbreitung dieser anspruchslosen, holzliebenden Psilocybes. Diese Arten sind nicht im geringsten an die Westküste gebunden, da mir verschiedene Bekannte von einer erfolgreichen Ansiedlung von P. azurescens und P. cyanescens im Mittleren Westen in der Gegend um die Großen Seen berichtet haben, wie auch von P. caerulipes, der eigentlich im Mittleren Westen wächst. Andere sind häufiger als auf alle anderen Psilocybe-Arten auf P. cyanescens gestoßen, während wiederum für einige P. cyanofibrillosa den stillen Held in der Familie darstellt, dank seiner äußerst ertragreichen Fruchtkörperbildung, des angenehmen Geschmacks und der überdurchschnittlichen Potenz. Wer allein keine Vertreter dieser holzliebenden Gattung finden kann, dem rate ich einer der örtlichen mykologischen Vereinigungen beizutreten bzw. einer beliebigen Pazifikküstengesellschaft, die während ihrer Herbstausstellung unauffällig Vertreter der Gattung Psilocybe präsentieren. Für mehr Informationen über Identifikation, Verbreitung und Lebensräume dieser psychoaktiven Mitglieder der Gattung Psilocybe, empfehle ich wärmstens Paul Stamets „Psilocybinpilze der Welt“ (AT Verlag, 1999). Hierbei handelt es sich zwar nicht um ein Handbuch für die Zucht, aber es ist das bislang beste Bestimmungsbuch, angefüllt mit Beschreibungen und wunderschönen Farbphotos entheogener Pilze.

Natürlich würde ich niemals irgendjemanden dazu ermutigen, solch majestätische und bemerkenswerte Pilze wie diese Psilocybes, die Psilocybin/ Psilocin enthalten, zu züchten, zu besitzen oder zu konsumieren, da das ja illegal ist. Stattdessen beziehe ich mich auf den Riesenträuschling (Stropharia rugosoannulata), um die Kultivierung dieser köstlichen, holzliebenden Pilze zu demonstrieren.

Der augenscheinliche Vorteil holzliebender Pilze besteht in der Einfachheit ihres Substrats, das aus leicht erhältlichen Materialien hergestellt werden kann. Sofern man sich für eine holzliebende Pilzsorte entscheidet, gibt es einfach keinen Grund, Mist oder gar Körnersubstrat zu verwenden. Außer man besteht darauf, mit Dung zu arbeiten und dadurch die Zuchterfahrung so schwierig und geruchsintensiv wie möglich zu gestalten, würde ich doch jedem wärmstens empfehlen, nur diejenigen Pilze in Betracht zu ziehen, die auf Holzsubstraten wachsen. Während es zum Beispiel Leute gibt, die ihre Substrate bevorzugt sterilisieren oder pasteurisieren, habe ich mein Material stets unbehandelt in seinem natürlichen Zustand belassen, mit durchaus guten Ergebnissen – vorausgesetzt, dass das Substrat innerhalb von drei Monaten oder weniger völlig mit Myzel durchwachsen war.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten Pilze zu züchten, abhängig von der Erfahrung des Züchters und seinem Ausgangsmaterial. Einige Methoden sind sehr einfach und erfordern keine besonderen Kenntnisse. Andere Methoden, wie diejenigen, die sterile Kulturen verlangen, sind technisch wesentlich anspruchsvoller und gehen über die Möglichkeiten der meisten Hobbyzüchter hinaus. Die einfacheren Methoden für die Pilzzucht, die wenig bis gar keine technischen Kenntnisse verlangen, sind:

  1. Sporeninokulation
  2. Transplantation
  3. Inokulation mit Reinkulturbrut
  4. Wellpappenkulturen und
  5. das „Mushroom Motel


Abb.: Herstellung einer Pulpe zur Sporeninokulation mit einer Küchenmaschine. Da nur die Sporen benötigt werden, können auch deutlich weniger Pilze genutzt werden. Ebenso können getrocknete Pilze mit etwas Wasser vermischt für diese Methode verwendet werden – wenn sie bei Trocknung reif waren und die Trocknung ohne Hitze geschah.

Sporeninokulation

Die Sporeninokulation ist die bei weitem einfachste Methode der Pilzzucht im Freien, sie hat allerdings den Nachteil, dass sich das Myzel nicht so gründlich ausbreitet wie bei anderen Methoden, was vereinzelte „Inseln“ von Myzel zur Folge haben kann. Die Sporeninokulation ist das gezielte Verteilen von Sporen auf vorbereitetes Substrat im Freien. Zuerst ist es notwendig, von der gewünschten Sorte Sporen zu sammeln. Dazu nimmt man eine Pilzkappe, von der man den Stiel entfernt hat und legt sie mit den Lamellen nach unten in eine Ziploc®-Tüte oder auf eine Glasscheibe o.ä. und stülpt eine Schüssel oder ein Glas darüber, um Luftbewegungen und Wasserverlust zu minimieren. Innerhalb von 12 bis 24 Stunden geben die meisten Pilze Tausende von Sporen in einer Form ab, die ähnlich aussieht wie der Kreis der umgebenden Lamellen. Dieser Umriss, auch Sporenabdruck genannt, wird gesichert, indem man die Unterlage zusammen mit dem Abdruck versiegelt. Wenn man eine Karteikarte oder Glasscheibe für den Abdruck verwendet hat, legt man einfach eine zweite Karte oder Scheibe auf den Abdruck und versiegelt die Ränder mit Klebeband. Ein Sporenabdruck kann auf Jahre hinaus keimfähig bleiben, obwohl die Keimrate mit den Jahren abnimmt. Sporenabdrücke sollten kühl und dunkel gelagert werden, ohne Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Wenn man den Sporenabdruck verwenden möchte, kann man die Sporen entweder direkt auf dem Substrat verteilen oder sie vor dem Aufbringen auf das Substrat mit Wasser vermengen. Wenn man sich dafür entscheidet, sofort ein Pilzbeet anzusetzen, kann man auch mit einer Sporenlösung anfangen. Das erfordert das Sammeln ausgewachsener Pilze, die man in einen großen Eimer mit Wasser gibt. Es ist hilfreich, einen Teelöffel Salz hinzuzugeben, um das Bakterienwachstum zu bremsen und eine Tasse Melasse, um die Keimung zu unterstützen. Nachdem die Mischung abgedeckt für 24 bis 48 Stunden bei Raumtemperatur gestanden hat, gibt man sie über das vorbereitete Substrat. Ich kenne einen Menschen, der diese Methode erfolgreich anwendet, mit einer leichten Abwandlung, die darin besteht, dass die reifen Pilze zuerst in eine Küchenmaschine kommen und püriert werden, bevor sie in den Eimer mit Wasser, Melasse und Salz gegeben werden.

Transplantation

Die Transplantation bezeichnet das Umsiedeln von Myzel in neue Gefilde. Die meisten Pilzfundstellen zeichnen sich durch riesige Myzelnetzwerke aus, die von jedem Pilz „ausstrahlen“. Es ist also nicht nur möglich Pilze zu sammeln, man kann genauso Teile des Myzeliums einsammeln und an einem neuen Ort ansiedeln. Diese Methode ermöglicht das schnelle Etablieren einer neuen Kolonie, ohne dass man Sporen keimen lassen bzw. vorbereitete Brut kaufen muss. Für das Umpflanzen von Myzel empfehle ich die Verwendung einer Papier- oder Plastiktüte, in die man ein angefeuchtetes Stück Pappe oder Papiertuch legt, um Austrocknung zu verhindern. Bei kühler und dunkler Lagerung bleibt das Myzelium monatelang lebensfähig. Ich habe Myzelproben, in feuchtes braunes Papier gewickelt und mit Ziploc®-Tüten verschlossen, jahrelang im Kühlschrank aufbewahrt, ohne erkennbaren Vitalitätsverlust.

Ich bevorzuge das Sammeln saprophytischen Myzels, das auf Holzabfällen wächst, statt Mykorrhiza- Myzel, das mit Pflanzen eine symbiotische Verbindung eingeht, von der beide profitieren. Sammelt man nämlich wildwachsendes Myzel von Mykorrhiza-Pilzen, so gefährdet man dadurch die Elternkolonie und den lebenden Baum gleichermaßen. Man sollte die entstandene Lücke mit Holzabfällen füllen und diese fest anpressen, da freiliegendes Myzel anfälliger für Krankheiten, Insektenbefall und Austrocknung ist. Das Umsiedeln saprophytischen Myzels hingegen ist bei sorgfältiger Ausführung ungefährlich für die Elternkolonie wildwachsender Pilze.

Man sollte sich vor der Gier hüten. Nur weil man eine Stelle „entdeckt“, hat man noch lange kein „Anrecht“ darauf bzw. ein „Eigentumsrecht“. Obwohl vielleicht die Möglichkeit besteht, die gesamte mit Myzel durchwachsene Stelle zu „ernten“, bitte ich die Menschen darum, nur soviel mitzunehmen wie man für das Starten einer Kultur unbedingt braucht. Wenn eine Fundstelle einmal signifikant „ausgebeutet“ worden ist, verliert sie einen Großteil ihrer Lebensfähigkeit und kann sich möglicherweise nur schwer regenerieren. Entscheidet man sich dafür, den Kreislauf des Lebens zu unterstützen, kehrt man im Frühjahr an die Fundstelle zurück, „füttert“ das Myzel mit frischen Holzstückchen und sichert damit dessen Existenz für ein weiteres Jahr oder länger, abhängig von Menge und Qualität der Holzspäne.

Beim Sammeln wildwachsenden Myzels sollte darauf geachtet werden, dass selbiges sauber und relativ schmutzfrei ist. Idealerweise sollte es feucht, sauber und weiß sein mit einem angenehm frischen Pilzaroma. Einige Mykologen empfehlen, Myzel von Kolonien zu verwenden, die in einer Tiefe von 5 bis 15 cm entlang der Außenseiten von Sägemehlhaufen in der Nähe von Sägewerken, Baumschulen, Komposthaufen oder Rosen- und Rhododendrongärten gefunden werden können. Anders als Fundstellen in der Erde, sind Myzeliumnetzwerke, die man in Sägemehl findet, ausgedehnt, sauber und relativ frei von konkurrierenden Pilzen. Mein Vorschlag ist, Myzel nur von Kolonien zu sammeln, von welchen man vorher wünschenswerte Pilzarten identifiziert und gesammelt hat. Ich hatte sowohl Erfolg mit seildicken Myzelsträngen, die relativ frei von Schmutz und Ablagerungen waren, wie auch mit einigen dünnen (ein halber Zentimeter Durchmesser) myzelbedeckten Zweigen, die ich in 2.5 cm lange Stücke schnitt und mit vorbereitetem Substrat vermischte.

Inokulation mit Reinkulturen

Die Verwendung von Reinkulturbrut zur Inokulation von Freilandbeeten wurde 1933 durch die Entdeckung (U.S. Patentnummer 1,869,517) von Dr. James Sinden revolutioniert, dass man Getreide als Substrat für die Brut verwenden kann, um damit wiederum größere Beete zu beimpfen. Man kann Körnerbrut für die Outdoor-Zucht einsetzen, aber sie eignet sich besser für drinnen. Körnerbrut zieht sehr schnell Vögel, Insekten und Nacktschnecken an, die die inokulierten Samen als nahrhaftes Essen begrüssen. Aus diesem Grund eignen sich holzbasierte Substrate wie Sägemehl, Impfdübel und Holzspäne wesentlich besser für die Outdoor-Zucht. Im Vergleich zu anderen Brutsubstraten besitzt Sägemehl den großen Vorteil, dass es eine höhere Teilchenzahl pro Pfund hat als alle anderen Substrate. Am Anfang erleichtert Sägemehl tendenziell die Ausbreitung der Hyphen (Pilzfäden), aufgrund der kleinen Teilchen kann es jedoch das dichte Myzel, das für die Fruchtkörperbildung notwendig ist, nicht ausreichend unterstützen und das Wachstum findet schnell ein Ende, wenn man das Sägemehl nicht mit größeren Partikeln versetzt. Versetzt man Holzspäne mit myzelbewachsenem Sägemehl, ist ein rasches Durchwachsen garantiert, einzig durch die Anzahl inokulierter Partikel. Das Sägemehl und die Holzspäne bilden ein Grundgerüst, in dem die Entfernung zwischen beimpften Teilchen sehr gering ist, was ein schnelleres Durchwachsen als bei jedem anderen Substrat zur Folge hat. Je schneller das Durchwachsen erfolgt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich konkurrierende Pilze auf dem Substrat ansiedeln. Man sollte immer darauf achten, nur Sägemehl aus Laubholz zu verwenden und vollständig auf Nadelgehölze wie Pinie, Zeder und Redwood (Mammutbaum) zu verzichten, da diese Hölzer starke Harze bilden, die das Myzelwachstum unterdrücken.

Ich kann die immense Wichtigkeit eines schnellen Durchwachsens nicht genug betonen. Ist die Brut zu verstreut, sind die inokulierten Teilchen zu weit auseinander, um die für das Bilden von Fruchtkörpern notwendige zusammenhängende Myzelkolonie zu entwickeln. Die besten Erfolge habe ich mit einem 20-25%igen Brut- Substrat-Verhältnis erzielen können. Hat man, zum Beispiel, ein Gefäß mit einer Gallone (4,4 Liter) Inhalt zur Verfügung, so kann man damit drei bis vier Gallonen (13-17 l) vorbereitetes Substrat beimpfen. Das mag sich nach einem hohen Prozentsatz anhören, dafür aber ist ein schnelles Durchwachsen garantiert, das von einer Woche bis zu mehreren Monaten dauern kann. Sobald die Beete vollständig besiedelt sind, kann sich der Züchter entweder dafür entscheiden, die Beete zu vergrößern, indem er mehr Substrat hinzufügt, oder die Fruchtung einzuleiten, wenn die Umweltbedingungen günstig sind.

Pappkartonkulturen

Die Verwendung von Wellpappe ist besonders geeignet für die saprophytischen (holzliebenden) Stropharias und Psilocybes, da sie gern auf Papierprodukten und Holzabfällen siedeln. Wellpappe scheint außerdem das Wachstum konkurrierender Schimmel- und höherer Pilze zu unterdrücken, dank deren Substratempfindlichkeit. Die Effektivität von Wellpappe liegt zum Teil in den welligen Rillen begründet, die es dem Myzel erleichtern, sich auf der Suche nach Nahrung schnell durchzuschlängeln und zum anderen in der vergrößerten Oberfläche, die eine bessere Wasserabsorption ermöglicht, was wiederum mehr Feuchtigkeit für die Myzelbildung bedeutet. Das Myzel lebt gern in einer feuchten, aber nicht tropfnassen Umgebung und die Riffelung bietet ein besseres Wasserrückhaltevermögen pro Quadratmeter als flaches Papier.

Damit man Wellpappe als Starthilfe für das Myzelwachstum verwenden kann, ist es notwendig, die Pappe einzuweichen, so dass eine äußere Schicht Pappe abgezogen werden kann und die geriffelte Mittelschicht sichtbar wird. Man sollte darauf achten, die Pappe nur so lange einzuweichen, dass der Kleber, der die Schichten verbindet, angefeuchtet ist. Lässt man die Pappe länger als 12 Stunden einweichen, erreicht man nur, dass die Papierschichten weich werden und reißen, anstatt sich voneinander trennen zu lassen. Die besten Erfolge erzielte ich, indem ich die Pappe vertikal in einem Plastikabfalleimer platzierte, die geriffelten Kanäle nach oben gerichtet, und dann von oben langsam Wasser durch die Pappe fließen ließ, so dass auch die mittlere Schicht durchtränkt ist. Bei dem Versuch, die Pappe horizontal liegend einweichen zu lassen, musste ich feststellen, dass Luftblasen in der mittleren Schicht gefangen bleiben können, was dazu führt, dass der Klebstoff nicht gründlich feucht wird und die Schichten schlechter voneinander zu trennen sind.

Obwohl einige es vielleicht vorziehen, auf diese Art ihre Pappkartons zu recyceln, wurde mir das ganze Einweichen und Abpellen irgendwann zuviel Arbeit und ich schaute mich nach besseren Alternativen um. Bald fand ich heraus, dass man in jedem Verpackungsmittelgeschäft eine 18 Zoll breite, 100 Yard lange Rolle einseitige Wellpappe für ungefähr 15 Dollar bekommt (in Deutschland in den Abmessungen 50cm x 70m, beispielsweise bei ebay für unter 10 € erhältlich). Diese Anschaffung erwies sich als überaus weise Entscheidung, die ich seither nicht bereut habe. Die vorhergehenden Schritte des Einweichens und Ablösens der Wellpappe sind damit überflüssig und die Wellpappe wird einfach abgerollt, auf die gewünschte Länge zugeschnitten und leicht mit Wasser besprengt. Nachdem beide Seiten angefeuchtet wurden, lässt man die Pappe einen Moment lang senkrecht hängen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Dann schichtet man entweder Myzelstränge, inokulierte Holzspäne oder auch das samtige, weiche Stielende frischer Pilze zwischen je zwei Lagen angefeuchteter Wellpappe (wie bei einer Lasagne). Mir ist aufgefallen, dass die obersten Schichten am schnellsten austrocknen und dadurch das Myzelwachstum unterbinden, während die unterste Schicht schnell zu feucht wird, was denselben Effekt hat; somit also die mittlere Schicht eine optimale Umgebung für die Myzelentwicklung bietet. Man sollte dieses Problem insofern beachten, als dass man entweder damit rechnen kann, einen guten Teil seiner Starterkultur zu verlieren oder aber man unterstützt die oberste und unterste Schicht mit zusätzlicher Pappe und isoliert somit die mittlere Schicht noch etwas mehr. Da Wellpappe anfällig für Wasserüberschuss sein kann, hatte ich den meisten Erfolg, wenn ich die Pappe auf konventionelle Art gewässert habe und dann auf die Papp- und Myzelschicht eine weitere angefeuchtete Wellpappe gelegt habe. Auf diese Weise erreicht man ein feuchtes Klima, das der Myzelbildung zuträglich ist, anstelle eines triefend nassen, das sich nachteilig auf die Myzelentwicklung auswirkt.

1. Die Späne liegen im, mit Wellpappe abgedeckten, Korb. Zu sehen ist einschönes Myzelwachstum sowohl auf dem Holz als auch auf der Pappe.

Sollte man die Entscheidung treffen, die Wellpappe-Myzel-Schichten in einem Plastikeimer unterzubringen, so rate ich zur Verwendung eines Eimers, der Löcher im Boden hat, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Stamets empfiehlt, dass, nach einer erfolgreichen Besiedlung der Wellpappe mit Myzel, diese Pappe an einem gewünschten Ort positioniert und mit Holzspänen bedeckt wird, um so ein Beet zu erhalten. Ich habe allerdings die Erfahrung machen müssen, dass die Holzspäne häufig nicht besiedelt wurden, da die Wellpappe zuviel stehendes Wasser anzog und dadurch das Myzel zerstört wurde. Ich löse dieses Problem, indem ich die gut durchwachsene Wellpappe in kleine Stücke schneide (2,5 x 7,5 cm), bevor ich sie mit geeigneten Holzspänen vermenge. Das ist insofern ähnlich wie die Sägemehlvariante, dass durch die Vergrößerung der Anzahl inokulierter Teilchen die Durchwachszeit verkürzt und dadurch das Fenster für Substratkonkurrenten verkleinert wird.

Das „Mushroom Motel“

Eine ertragreiche Methode, die über die letzten Jahre von meinen Kollegen und mir entwickelt wurde, wird von uns das „Mushroom Motel“ genannt. Diese Methode ist immer dann ideal, wenn man nur wenig Platz zur Verfügung hat. Anstatt verschiedene Beete auf dem Boden vorzubereiten und zu besiedeln, stapelt man Plastikkörbe mit inokulierten Holzspänen übereinander. Vor der Erfindung des „Motels“ verwendete ich gern Plastikabfalleimer für die Wellpappenkultivierung, wegen der Löcher im Boden, die das Abfließen überschüssigen Wassers ermöglichten. Ein dabei auftretendes Problem, das mir bald bewusst wurde, war die Schwierigkeit, in einem 50 cm tiefen Eimer die gleichmäßige Befeuchtung aller Holz- und Pappschichten zu erreichen. Ich löste dieses Dilemma, indem ich anfing stapelbare Plastikkörbe zu benutzen, die von Getränkelieferanten benutzt werden (in Deutschland eher für Brot und Gemüse), um damit 24- Stunden-Geschäfte zu beliefern und die man dort häufig hinter den Müllcontainern findet. Die Körbe sind ca. 10 cm tief, haben Griffe an den Seiten und sind mit Gitterböden ausgestattet, was die Drainagefähigkeit weiter steigert. Diese Körbe werden einfach mit frischen, sauberen Holzspänen gefüllt, mit myzelierter Wellpappe oder Holzspanbrut vermischt und mit mehreren Schichten nasser Wellpappe bedeckt. Dann wird der nächste Korb auf den ersten gestapelt und der Vorgang wiederholt. Die auf den Holzspänen liegende Wellpappe fungiert einerseits als Feuchtigkeitsspender für das inokulierte Substrat und zum anderen als Barriere gegen Kontamination. Da das Myzel auf der Wellpappenschicht genauso gut wächst wie auf dem Substrat, wechsele ich die Pappschicht regelmäßig, entweder um die besiedelte Pappe als Brut zu verwenden oder um sie beim ersten Anzeichen ungewünschter Kontamination zu beseitigen. Ich konnte feststellen, dass das inokulierte Substrat häufig davon profitiert, wenn man es beschwert, also beispielsweise ein oder zwei Ziegelsteine obenauf legt. Das hält die Holzspäne in engem Kontakt miteinander, bis das Myzelnetzwerk besser zusammengewachsen ist. Durch die Verwendung stapelbarer Körbe kann man sowohl Material entfernen als auch hinzufügen, um einen gleichmäßigen Druck zu erzeugen und muss nur den obersten Korb mit einem Gewicht beschweren. Zur Erzeugung eines hochfeuchten Klimas ohne das Substrat zu stark zu wässern, ist es ratsam, nasse Wellpappe um die gestapelten Körbe zu wickeln und mit Gummibändern zu fixieren.

2. Zwei Bahnen Wellpappe werden auf die Breite des „Motels“ zugeschnitten

3. Eine Bahn Pappe wird auf die Länge des „Motels“ zugeschnitten.


4. Die Wellpappe wird mit einem Gartenschlauch gewässert und durchnässt

5. Die feuchte Pappe wird am „Motel“ angebracht und mit Gummis gesichert

6. Zwei Stapel Körbe. Man beachte die üppige Verwendung von Pappe oben und
an den Seiten. Den obersten Korb stets mit einem Gewicht beschweren!


7. Dieselben zwei Stapel aus 6. diesmal mit nasser Pappe umhüllt.

8. Abgestorbenes, brauenes Myzel. Das weiße Myzel wird durch Kontamination
mit dem konkurrierenden gelben Pilz, rechts auf der Pappe, zerstört.

9. Die Kontamination breitet sich aus, wie man an dem Größerwerden der braunen Stelle im Inneren des Myzels erkennen kann. Der Korb sollte separiert und, wenn nötig, weggeworfen werden


Die Vorteile dieser Methode sind offensichtlich. Das „Motel“ ist hervorragend zum Expandieren geeignet und wird nur durch die Anzahl von Körben begrenzt, die man von dem Getränkelieferanten „borgt“. Die stapelbaren Körbe beanspruchen ein Minimum an Platz und können trotzdem leicht und schnell auseinandergenommen werden, um das Myzelwachstum und die angemessene Feuchtigkeit des Substrats zu überprüfen. Da jeder einzelne Korb durch die Pappschichten oben und unten eine eigene Quarantänestation darstellt, ist die Verbreitung von Kontaminanten stark eingeschränkt. Findet man auf der Wellpappe oder dem Substrat doch einmal fremde Pilze, so ist es vergleichsweise einfach, den betreffenden Korb aus dem „Motel“ zu entfernen und ihn somit zu isolieren. Außerdem ist es möglich, jeden Korb einzeln zu wässern, ohne befürchten zu müssen, dass die anderen Schichten unter zuviel Wasser leiden müssen. Wurde das Substrat vollständig besiedelt und unfreundliches Wetter steht bevor, möchte man vielleicht einen Korb an eine geeignete Stelle umzuziehen. Ein schnelles Umdrehen des Korbes und das völlig durchwachsene Substrat hüpft heraus wie ein heißes Küchlein aus einer Muffinform. Das Substrat sollte anschließend entsprechend mit Stroh, Douglastannenzweigen, Blättern oder feuchtem Torfmoos abgedeckt werden. Obwohl das durchwachsene Substrat unter günstigen Umständen im „Motel“ fruchten kann, scheint es doch sehr von einem Umzug aus einem Bereich mit einem extrem eingeschränkten Luftaustausch an einen idealen, unverdächtigen Ort mit maximalen Luftaustausch zu profitieren. Vorausgesetzt, dass das Wetter der Fruchtung förderlich ist, kann man damit rechnen, dass diese innerhalb einer Woche beginnt.

Wie man sieht, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die der Hobbyzüchter anwenden kann. Um herauszufinden, was sich für einen selbst am besten eignet, sollte man verschiedene Methoden ausprobieren oder einige Techniken an die gegebenen Umstände anpassen.

Alles zusammengesetzt: das Vorbereiten der Beete

Hat man sich einmal für einen geeigneten Standort entschieden und das gewünschte Pilzbrutmaterial angeschafft, ist es an der Zeit, das passende Substrat vorzubereiten und, wenn nötig, die Beete. Das richtige Timing spielt in diesem Stadium eine wichtige Rolle und es kann sein, dass man erst einmal experimentieren muss, um die richtige Vorgehensweise für das eigene Verfahren und die herrschenden Umweltbedingungen zu erarbeiten. Es ist zu beachten, dass eine maximale Fruchtung dann erreicht wird, wenn das Myzel im Beet ausreichend Zeit zum Durchwachsen hatte, bevor das kalte, regnerische Wetter beginnt und die Fruchtkörperbildung auslöst.

10. Ein Klumpen aus einem Korb wurde in einen Blumentopf gelegt und fruchtete dort.

11. Sobald das erste kühle Herbstwetter einsetzte, wurde der Inhalt mehrerer Körbe unter diesem Gebüsch ausgebreitet und mit Douglastannenzweigen bedeckt.

So ist es zum Beispiel möglich, Freilandbeete vom Vorfrühling bis zum Frühherbst anzulegen. Für ein gründliches Durchwachsen des Beetes ist nicht nur ausreichend Zeit vonnöten, sondern auch der richtige Temperaturbereich (7-21°C). Weicht die Temperatur einmal von diesem Bereich ab, so stoppt die Myzelbildung bis die Bedingungen wieder günstig sind. Ich kenne Mykologen in wärmeren Klimazonen, die, diese Regel beachtend, das Vorbereiten und Inokulieren der Beete in den Frühherbst verschoben haben, wenn die Bedingungen für die Myzelentwicklung vorteilhafter sind. Wenn man also gleichermaßen verfahren möchte, ist ein angemessen kleineres Beet und eine entsprechend höhere Inokulationsrate (ein mind. 30%iges Brut-Substrat- Verhältnis) anzuraten, damit sich die dichte Myzelmatte, die für die Fruchtkörperentwicklung benötigt wird, entwickeln kann. Die meisten holzliebenden Pilze brauchen mindestens vier Wochen, um eine Myzeldichte auszubilden, die ausreicht, um den Winter zu überstehen.

12. Eine Auswahl schöner Pilzgruppen – nach der „Mushroom Motel“-Methode erzeugt.

Der Frühling ist die beste Zeit für die Anschaffung reiner, frischgeschnittener Holzspäne zur Verwendung in größeren Beeten in einer gemäßigten Klimazone. Das ideale Substrat besteht aus Holzspänen, die einen Durchmesser von ca. 32 mm haben und bis zu zehn Zentimetern lang sind, mit einem minimalen Anteil an Blattmaterial. Kauft man die Holzspäne von Februar bis April, wenn die Säfte fließen und bevor das Laub wächst, kann man davon ausgehen, in den Spänen den höchstmöglichen Gehalt an Zucker, Nährstoffen und Wasser zu haben, mit einem absolut minimalen Anteil an Blattwerk. Ich halte es für notwendig, die Wichtigkeit sauberer Späne zu betonen. Meiner Erfahrung nach wächst das Myzel auf sauberen Spänen wesentlich schneller als auf schmutzigen oder schlammigen. Ich bin der Meinung, dass es daran liegt, dass der Schmutz die Poren verstopft und die dem Myzel zur Verfügung stehende Holzfläche verringert.

Meiner Ansicht nach sind unregelmäßig große Holzspäne (2.5-10 cm) der perfekte Kompromiss zwischen kleinen Spänen, die eine größere Oberfläche für die schnelle Ausbreitung des Myzels bieten, und größeren Spänen, die ein dichtes Myzelwachstum fördern, das für eine maximale Fruchtkörperbildung unabdingbar ist. Wie oben beschrieben, ist Sägemehl hervorragend für ein schnelles, büschelartiges Myzelwachstum geeignet, dieses verliert jedoch schnell an Lebensfähigkeit, wenn man es nicht größeren Holzspänen hinzufügt. Hat man die Möglichkeit, frisches Laubholzsägemehl zu erstehen, kann man es in einem 50:50 Verhältnis (nach Volumen) mit größeren, 2.5-10 cm, Spänen mischen, um ein optimales Substrat zu erhalten.

Während Paul Stamets von guten Ergebnissen mit Holzspänen und Rinden einiger Nadelbäume, wie zum Beispiel Douglastannen, berichtet, habe ich bei Verwendung solcher Tannenhölzer nur langsames, widerstrebendes Myzelwachstum erlebt, und auch nur, wenn dem Substrat andere Laubhölzer beigemengt wurden. Für beste Ergebnisse empfehle ich die ausschließliche Verwendung breitblättriger Laubhölzer statt Weichholz von Nadelbäumen. Schnellwachsende Laubhölzer wie Erle, Birke, Cottonwood (vermutlich Deltapappel), Eukalyptus und Pappel besitzen einen höheren Anteil an Splintholz als an Kernholz, und somit einen relativ höheren Zuckeranteil, was wiederum einem schnellen Wachstum förderlich ist. Der Nachteil besteht darin, dass diese Baumarten schneller zersetzt werden als festere Laubhölzer wie Eiche, die saprophytische Pilze länger ernähren können. Die zwei Arten, mit denen ich das gierigste und schnellste Myzelwachstum erlebt habe, sind Erle und Eukalyptus und ich würde empfehlen, die Beete einmal jährlich mit frischen, sauberen Spänen aufzufüllen, damit im Herbst eine reiche Ernte eingefahren werden kann.

Wenn man Zugang zu einem Schredder oder Häcksler hat, um Holzabfälle und verschiedene Materialien zu Mulch zu verarbeiten, könnte man mit unterschiedlichen Laubhölzern und pflanzlichen Abfällen experimentieren wie Weinreben, Maiskolben, Mais und Gemüsestrünken, um ein geeignetes Substrat zu erarbeiten. Ein Vorteil bei der Fertigung eigener Späne wäre die Herstellung maßgeschneiderter Substratmischungen wie Erle und Eiche, wobei das schnelle Durchwachsen der Erle mit der Langlebigkeit von Eiche kombiniert wird.

Einige Wagenladungen Mulch zur Verbringung auf den umliegenden Grünanlagen der Stadt. Oft kommt es schon auf solchen Lagerstellen zu spontanen Besiedelungen des Holzes mit saprophytischen Pilzen.

Möchte man diese Arbeit lieber jemand anderem überlassen, so gibt es eine Vielzahl lokaler Quellen für frische, saubere Holzspäne. Ich habe Holzspäne von den hiesigen Stadtwerken bezogen, von der Abteilung für Stadtparks und Naherholungsgebiete und von Baumpflegern in der Nachbarschaft, ohne die Schwierigkeiten einen Häcksler kaufen und die Arbeit selbst machen zu müssen. Alle Bezugsquellen waren mehr als glücklich meinen Namen auf die Liste derer zu setzen, die eine Wagenladung Holzspäne geliefert bekommen. Das einzige dabei auftretende Problem ist die Wahrscheinlichkeit, Holzspäne der unterschiedlichsten Baumarten zu erhalten. Ich rate zu weitergehenden Erklärungen wie Blumenbeete mulchen zu müssen, Rasen zu sähen, oder Rhododendron pflanzen zu wollen, um das Bestehen auf Laubholzspänen zu rechtfertigen. Meiner Meinung nach ist es die zusätzliche Mühe und Kosten wert, sicherzustellen, dass man nur breitblättrige Laubhölzer erhält. Mein Vermieter war nur zu willig mich für die Ausgaben einer Wagenladung frischer, sauberer Holzspäne zu entschädigen, nachdem ich mit dem Mulch ein wenig Landschaftspflege auf seinem Grundstück betrieben hatte.

Sollte es nicht möglich sein, Erlen- oder Eukalyptusspäne für den Garten zu bekommen, so ist das kein Problem, es gibt verschiedene Lösungen für den Hobbyzüchter. Ich habe von Amateurmykologen gehört, die Späne aus Hickoryund Mesquiteholz verwenden, die sie in der Grillabteilung ihres Baumarktes fanden. Ich habe solche Holzspäne zwar nicht für meine Stropharia– Beete verwendet, glaube aber, dass es eine bequeme und gute Quelle für viele sein könnte, die keine Möglichkeit oder Lust haben, frische Späne in Massen zu besorgen. Obwohl die Liste keinesfalls als vollständig bezeichnet werden kann, empfehle ich Versuche mit den Hölzern in Tabelle 1.

Stamets empfiehlt, die Holzspäne vor der Verwendung anzufeuchten, bis sie fast gesättigt sind. Je trockener die Späne, desto notwendiger ist dieser Schritt und wenn man im Laden gekaufte verwendet, sollte man erwägen, die Späne über Nacht einweichen zu lassen. In jedem Fall jedoch, auch wenn die Späne noch so sauber scheinen, spült man sie mit einem starken Strahl aus dem Gartenschlauch ab. Es macht beim Myzelwachstum wirklich einen Unterschied, auch wenn ich nicht weiß, ob das Abspülen von Schmutz, Staub oder Pflanzenresten dafür verantwortlich ist oder ob die feuchten Holzspäne einfach eine bessere „Zündung“ für das Myzel darstellen. Wichtig hierbei ist, die Späne erst kurz vor dem Verteilen auf dem Beet zu spülen. Sie sollen feucht sein, aber nicht tropfnass. Will man die Späne gut anfeuchten, sollte man einen größeren Abstand zu den Beeten einhalten, um diese nicht zu überschwemmen.

Beim Bau eines Beetes möchte man vielleicht damit anfangen, eine drei bis fünf Zentimeter starke Schicht aus angefeuchteten Holzspänen auf dem gewünschten zukünftigen Beet zu verteilen. Diese bildet die unterste Substratschicht und dient vor allem der erhöhten Lage der Brut und als Drainage. Dann wird die Brut entweder in Form von transplantiertem Myzel, inokulierter Reinkulturbrut oder geimpfter Pappe gleichmäßig auf der ersten Schicht Holzspäne verteilt. Zum Schluss folgt eine zweite Schicht angefeuchteter Späne, die sorgfältig mit der Hand oder einem Rechen verteilt werden, wobei man darauf achtet, die Späne nicht zu verschmutzen. Das fertige Beet sollte nun eine Höhe von zehn bis fünfzehn Zentimetern haben und ca. einen halben Meter breit sein. Sollte man den Wunsch haben, sein Beet jetzt noch einmal zu wässern, muss unbedingt darauf geachtet werden, es nicht zu fluten. Für ein feuchtes Mikroklima empfiehlt Stamets das Substrat mit Pappe, dunkler Plastikfolie oder Kleinholz abzudecken, um das Myzel vor direkter Sonneneinstrahlung und Austrocknung zu schützen. Abgesehen von einem wöchentlichen Kontrollgang und, wenn nötig, gießen, überlässt man die Beete der natürlichen Kraft des Myzels.

Der Lauf des Myzels

Wie bereits erklärt, sind verschiedene Faktoren für die Geschwindigkeit und Ausbreitung des Myzels verantwortlich. Ich kann die Wichtigkeit eines schnellen Durchwachsens nicht genug betonen. Es ist besser, mit einem kleinen Beet und einer höheren Inokulationsrate anzufangen und damit eine schnelle Kolonisierung zu sichern als ein großes Beet zu haben mit weit verteilter Brut, die möglicherweise nicht gut durchwächst. Ist die Brut zu weit verstreut, sind die inokulierten Partikel zu weit auseinander, um die durchgängige Myzelmatte zu bilden, die für die Fruchtkörperbildung benötigt wird. Das 20-25%ige Verhältnis zwischen Brut und Substrat sollte eingehalten werden. Sind die Beete vollständig durchwachsen und die Umweltbedingungen günstig, kann der Züchter die Fruchtung anregen. Ist das Wetter jedoch ungünstig für eine Fruchtung, aber die Temperaturen liegen über dem Nullpunkt, dann kann man die Beete erweitern, indem man mehr Substrat hinzufügt. Es ist zu beachten, dass man nur dann frisches Substrat zugibt, wenn dieses noch vor dem Wintereinbruch besiedelt werden kann. Ansonsten wird die Fruchtung eingeleitet.

Pilzstellen sind vorübergehende Gemeinschaften und da das Myzel organisches Material verbraucht, muss es sich bewegen, um weiterzuleben. Somit ist es am besten, das Myzel in Bewegung zu halten, bis die Umweltbedingungen eine Fruchtung ermöglichen. Nur bei niedrigen Temperaturen (unter 4°C) bleibt das Myzel längere Zeit lebensfähig. Wenn das Zeitfenster für die Fruchtung vorbei ist und man kein frisches Substrat zufügt, wird das Myzel das tun, was Stamets als „Rückbildung“ bezeichnet. Diese ist an einem offensichtlichen Rückgang der Vitalität des Myzels zu erkennen. Wo vorher eine dichte Matte aus Myzel war, ist es dann nur noch in kleinen Inseln zu finden. Die Stelle kann gerettet werden, indem man entweder mehr organisches Material hinzufügt oder indem man die Reste zusammenharkt und zu einem kleinen Hügel schichtet.

Im vergangenen Sommer harkte ich die Überreste eines Beetes zu einem fünfzehn bis zwanzig Zentimeter großen Haufen unter einem Baum zusammen. Ich erwartete nicht viel an Herbsternte und dachte, ich müsste im Frühling von neuem anfangen. Der Herbst kam ins Land und ich war angenehm überrascht, dass sich der Haufen aus Myzel und Abfällen zu einer soliden Masse vereinigt hatte, die bald mit einer Intensität zu fruchten begann, die ich an dieser Stelle noch nie erlebt hatte. Es ist nicht zu vermeiden, dieser Stelle im Frühjahr noch etwas Arbeit zu widmen, aber ich war erfreut über die unerwartete Ernte und nannte die Stelle prompt „Glückliche Fügung“.

Abdeckung und Fruchtung

Allgemein formuliert, wird für die Fruchtkörperbildung Schatten und verstärktes Wässern gebraucht, um den Feuchtigkeitsgehalt auf einem hohen Niveau zu halten, wie auch kühles Wetter (zwischen 7-13°C). Im Herbst wird das Beet aufgedeckt und zweimal in der Woche stark gewässert, aber mit Sorgfalt, damit sie nicht geflutet werden. Dies ist die beste Zeit, eine Substratdeckschicht zu erwägen, um die Fruchtkörperbildung zu unterstützen.

Wenn man alles –oder zumindest vieles– richtig gemacht hat, dann darf man sich im Herbst über solche Bilder freuen. Gut zu erkennen ist das stark mit Mycel besiedelte Substrat (helle Holzstückchen auf dem Bild).

Man kann sagen, dass diese Deckschicht eigentlich eine Abdeckung ist, da sie alle Eigenschaften und Erfordernisse einer Abdeckung erfüllt. Die Abdeckung dient erstens zum Schutz des besiedelten Substrats vor dem Austrocknen. Wie ich schon erwähnt habe, braucht das Myzel eine feuchte Umgebung und ist extrem empfindlich gegenüber trockener Luft. Wenn das Luftmyzel austrocknet, sterben die exponierten Zellen ab und bilden eine feste, ledrige Schicht. Diese verhärtete Schicht schützt einerseits vor weiterem Feuchtigkeitsverlust, andererseits verringert es den Luftaustausch und verhindert möglicherweise die Fruchtkörperbildung. Das bedeutet, dass die Deckschicht offen und porös sein sollte und auch nach häufigem Gießen ihre Form behalten muss, damit Verdauungsgase vom Substrat an die Luft abgeleitet werden können.

Zweitens sorgt die Deckschicht für ein feuchtes Mikroklima, das der Fruchtkörperbildung und –entwicklung förderlich ist. Das ist ein wichtiger Punkt, denn die Abdeckung muss aus einem Material bestehen, das es dem Myzelium erlaubt, ein ausgedehntes und gesundes Netzwerk durch die Deckschicht hindurch zu entwickeln, welches die Fruchtkörperbildung unterstützt. Anders gesagt, obwohl die Deckschicht im Vergleich zum Substrat nur einen geringen Nährwert haben sollte, ist es kein geeignetes Abdeckmaterial, wenn das Myzel nicht durch die Deckschicht wachsen kann.

Drittens muss die Deckschicht in der Lage sein, große Mengen Wasser sowohl abzugeben wie auch aufzunehmen, um damit das vegetative Wachstum und auch die Pilzentwicklung zu unterstützen. Man sollte daran denken, dass Pilze zu 90% aus Wasser bestehen und die Entwicklung von stecknadelkopfgroßen zu ausgewachsenen Fruchtkörpern zu einem großen Teil von der dabei zur Verfügung stehenden Feuchtigkeit abhängt. Ohne ausreichend Wasser bleiben die Pilz klein und unentwickelt, da sie miteinander um Feuchtigkeit konkurrieren müssen. Fungiert die Abdeckung als ein Wasserspeicher, werden die Pilze mit ausreichend Wasser versorgt und erreichen auch während starker Wachstumsphasen ihre volle Größe.

Viertens unterstützt die Deckschicht das Wachstum für die Fruchtkörperbildung nützlicher Mikroorganismen. Obwohl das Deckmaterial relativ frei von Schädlingen und Krankheitserregern sein sollte, ist es nicht notwendig, das Material zu sterilisieren, um das Wachstum dieser nutzbringenden Mikroben anzuregen.

Abdeckmaterialien

Zwar gibt es eine ganze Menge geeigneter Materialien wie Stroh, Douglastannenzweige, abgefallenes Laub, sogar Papierschnipsel, doch rangiert Torfmoos bei mir an oberster Stelle (hihi). Nachdem ich mit einigen biologisch abbaubaren Deckmaterialien experimentiert hatte, habe ich mit Torfmoos, das direkt nach der Inokulation des Substrats aufgetragen wurde, die schnellste Substratbesiedlung und im Herbst die beste Fruchtung der Pilze beobachten können.

Obwohl Torfmoos für den Gartenbau etwas kostenintensiv sein kann (das beste kommt aus Chile und Neuseeland) — die, die sich auskennen, schwören auf das Zeug und weigern sich, ihre Beete mit Geringerem abzudecken. Das Moos wirkt antibakteriell und unterdrückt dadurch konkurrierende Organismen, gleichzeitig ist es die perfekte Feuchthaltedecke. Dank seiner hohen Wasserspeicherkapazitäten ist Torfmoos unübertroffen bei der Herstellung eines feuchten Mikroklimas für das Myzelwachstum, ohne dass man Gefahr läuft, das Substrat zu überwässern. Da das Moos meistens getrocknet und komprimiert verschifft wird, habe ich mir angewöhnt, es über Nacht einzuweichen, bevor es auf das Beet kommt. Dann wird es leicht ausgedrückt, damit es feucht ist, jedoch nicht triefnass, und sorgfältig in einer 2.5-5 Zentimeter dicken Schicht auf dem Beet verteilt. Man muss das Moos nur leicht gießen, wenn es sich trocken anfühlt, also ungefähr einmal wöchentlich, um es wieder anzufeuchten. Aufgrund der hydrophilen Eigenschaften des Mooses ist es nachsichtiger gegenüber Überwässerung und verteilt das Wasser gleichmäßig über die gesamte Oberfläche. Ein zusätzlicher Vorteil dieses Materials ist, dass es aufgrund seiner faserigen Struktur nach der Besiedlung ein wundervolles schwammiges Myzel hervorbringt, das sehr gut als Inokulat weiterverwendet werden kann. Der Myzelkuchen kann einfach mit einem Messer ausgeschnitten werden und nach Bedarf entfernt werden. Nach ausgiebigen Experimenten mit anderen organischen Abdeckmaterialien kann ich behaupten, dass keines auch nur annähernd so gut ist wie Torfmoos. Douglasienzweige und Stroh behalten ihre Struktur auch nach häufigem Gießen und bieten eine große Oberfläche, die wie ein Mikrokondensator funktioniert, können Wasser aber weder so gut absorbieren noch so gut speichern. Braune Papierschnipsel speichern mehr Wasser als Douglastannenzweige oder Stroh, können jedoch nach mehrmaligem Gießen die Struktur verlieren und tendieren dazu, die Oberfläche der Beete zuzupflastern, dadurch die Poren des Myzels zu verschließen und den Luftaustausch zu behindern. Die einfachste Möglichkeit dieses Problem zu beheben, besteht darin, die Oberfläche des Myzels vorsichtig mit einer Gabel oder Drahtbürste abzukratzen und danach eine neue Abdeckung seiner Wahl aufzutragen.

Die Fruchtung ist eigentlich nur die Entwicklung der Fruchtkörperansatzes. Der Feuchtigkeitsgehalt wird dabei so hoch wie möglich gehalten (90-95%) bei leicht höheren Tagestemperaturen (10-18°C). Wenn die Pilze anfangen zu fruchten, sollte das Gießen an die Umweltbedingungen und natürliche Niederschläge angepasst werden.

Erfolgreiche Ernte 🙂

Solange die Temperatur über dem Nullpunkt bleibt, werden die Pilze weiter fruchten, normalerweise einige Monate lang. Anhaltender Frost beendet die Outdoorernte bis zum nächsten Jahr.

Den Winter über kann man die Beete mit einer Schutzschicht aus Stroh, Plastik oder neuen Holzspänen mit einer Plastikdecke schützen. Das ist besonders in rauhen Klimazonen zu empfehlen. Zwar eignen sich manche Teile des Landes besser für die Freilandzucht als andere, so möchte ich doch Experimente und Ideenreichtum anregen. Wenn jemand zum Beispiel in einer extrem trockenen Gegend lebt, dem würde ich, neben dem freizügigen Gebrauch von Torfmoos, das Anlegen des Beetes in einem Frühbeet oder einem Plastikgewächshaus raten. Ein einfacher Unterstand mit einer Abdeckung aus Plastikfolie ist leicht an einem Zaun oder einer Mauer zu bauen und bietet angemessenen Schutz. Ein ähnlicher Bau könnte hilfreich sein, um die Erntesaison in den Winter auszudehnen. Einige Züchter könnten Probleme haben, eine bestimmte Pilzsorte in ihrer Umgebung anzubauen; in solchen Fällen könnte es nützlich sein, eine heimische Sorte zu verwenden, die bereits an die örtlichen Bedingungen angepasst ist. In Klimazonen, die für eine natürliche Zucht ungeeignet sind, kann man die Holzspäne in Körbe füllen und vorzugsweise mit Moos abdecken (Schichten feuchter Wellpappe tun es auch) und ins Haus holen. Obwohl sich die meisten Pilze aus gemäßigten Klimazonen an niedrigere Temperaturen angepasst haben, weiß ich von Leuten, die ihre Beete im Winter entweder abdecken oder in Körben ins Haus holen, um sie vor der Kälte zu schützen und das Myzel in Bewegung zu halten.

Nette Überraschungen kann der Hobbyzüchter erleben, wenn Substrat – in der Annahme die Kultur wäre verloren – als Bodenzusatz in Blumenkübeln oder anderen Zierpflanzungen angewandt wird.

Hat man das neue Beet einmal draußen eingerichtet, kann man es als eine dauerhafte Pflanzung ansehen, die wächst und gedeiht, solange ihr Bedarf an Feuchtigkeit, Schatten und Substrat gedeckt wird. In jedem Folgejahr kann man Späne aus dem Originalbeet entfernen und als Inokulat verwenden. Behält man ein Brut-Substrat-Verhältnis von 20-25% bei, dann könnte man das Beet unter idealen Umständen theoretisch jährlich auf das vier- bis fünffache seiner ursprünglichen Größe erweitern! Dank der überaus produktiven Natur des Myzels, kann man, sobald man sich mit den lokalen Bedingungen vertraut gemacht hat, die das Myzel stellt, mit Leichtigkeit Mulchbeete an öffentlichen Orten anlegen, damit auch andere diese phantastischen holzliebenden Pilze kennen lernen können. Schließlich sagte meine Mutter immer, ich solle teilen.




0 Comments

  1. wolle

    20/07/2011 at 18:37

    wirklich suuuuuper gemacht. besonderes darauf Hinzuweisen das man genug in der Natur verteilen soll. Bei mir in der Gegend sind schon einige richtig im Wald heimlich geworden. Leider werden die von Liebhaber unsanft und gierig ausgerissen,was die gar nicht so mögen. Vielleicht weißt ihr mal darauf hin,dass wenn man im Wald azurescens ect. findet den pilz rausdreht oder sauber abschneidet, damit nichts kapput geht. Dann fuktioniert alles so wie es soll. Bis dann WOLLE

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