Omega-3-Fettsäuren

 

Strukturformel der α-Linolensäure

 

Wirkungsweise

Wahrscheinlich Membran verstärkende Eigenschaften in den Gehirnzellen.

Übersicht

Die Omega-3-Fetttsäuren (ω−3) bilden eine Fettsäuren-Familie. Die letzte Doppelbindung in der mehrfach ungesättigten Kohlenstoffkette, von dem Carboxyl-Ende aus gesehen, ist die drittletzte C=C-Bindung. Sie trägt das endständige (ω)-C-Atom, das diesen Säuren den Namen gibt.

Die Omega−3-Fettsäuren bewirken eine Membran verstärkende Wirkung im Gehirn. Eine medizinische Erklärung für diesen Effekt ist, dass sie die Myelinscheiden von Nervenfasern kräftigen. Es ist kein Zufall, dass sie gemäß Dr. David Horrobin etwa 8%  des durchschnittlichen menschlichen Gehirns ausmachen. Dr. David Horrobin ist ein Pionier in der Erforschung von Fettsäuren. Ein anderer wichtiger Forscher auf diesem Gebiet ist Ralph Holman von der Universität in Minnesota. Er gab der Omega-3-Fettsäure ihren Namen und vermutet hinsichtlich der Rolle des (ω)-C-Atom im menschlichen Gehirn: »DHA is structure, EPA is function«. Es betrifft die beiden Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure), von denen DHA die Struktur und EPA die Funktion des Gehirns verstärken.

Die Omega-3-Fettsäuren  helfen dem Gehirn Schäden zu reparieren, indem sie das neuronale Wachstum fördern. In einer 6 Monate langen wissenschaftlichen Untersuchung mit Schizophrenen und an Huntington erkrankten Patienten verabreichten die Forscher zwei Gruppen entweder EPA oder ein Placebo. Die Gruppe mit dem Scheinmedikament hatte einen deutlichen Verlust zerebralen Gewebes, während die mit dem EPA-Ergänzungsmittel versorgten Patienten signifikante Zunahmen von grauer und weißer Substanz zeigten.

Die Omega-3-Fettsäure/Dopamin Hypothese von Ohara (2007) besagt: In dem präfrontalen Cortex (PFC) verringern (ω−3) Fettsäuren höchstwahrscheinlich den Dopaminneurotransmitter. Diese Unterfunktion im PFC mag zu einer Überaktivität im limbischen System des Gehirns beitragen, weil es dann weniger von dem PCF Dopamin-System kontrolliert wird. Dadurch können die Positivsymptome bei Schizophrenie vom limbischen System gesteigert erscheinen. – Dieser von Ohara hypothesierte Mechanismus könnte erklären, warum positive, negative und neurokognitive Symptome sich bei schizophrenen Patienten verbessern, wenn Omegafettsäuren als Ergänzungsmittel verabreicht werden.

Als Folge davon hat im Westen in den letzten zehn Jahren die Omegafettsäure-Forschung an Aufmerksamkeit gewonnen. Diese Säure wird zu Recht als »Gehirnnahrung« bezeichnet.

Ein wichtigerer Fokus der wiss. Untersuchungen betrifft die rezeptfreie Behandlung von gewissen psychiatrischen und mentalen Diagnosen. Dieses Gebiet umfasst viele Studien und Spekulationen.

Dr. Andrew L. Stoll und seine Kollegen an der Harvard Universität führten 1998 eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Untersuchung an 30 Patienten mit bipolarer Störung durch. Die meisten der Erkrankten erhielten schon zuvor psychopharmakologische Behandlungen, 12 von ihnen nahmen z. B. Lithium. Sie wurden über 4 Monate in zwei Gruppen getestet. Die Placebo-Gruppe erhielt Kapseln mit Olivenöl und die übrigen 15 Personen bekamen Kapseln mit 9 g EPA und DHA. Die mit Omega-3-Fettsäuren uversorgten Patienten bekamen seltener Rückfälle in dieser Zeit. Sie erholten sich auch signifikant besser als die mit Placebos behandelten Testpersonen. Eine Bemerkung in der Stoll Nachforschung gibt allerdings an, dass die positiven Effekte in der Testgruppe zu gering waren um klinisch als signifikant anerkannt zu werden. Stoll glaubt, dass sein durchgeführtes Experiment nicht optimal angelegt war. Er hat seitdem weitere Forschungen durchgeführt. Die Grundlage für neue Untersuchungen ist aber geschaffen, um die theoretische Verbindung zwischen absorbierten Omega-3-Fettsäuren und der Hemmung von Signaltransduktionen im Gehirn zu studieren.

Verschiedenene epidemiologische Studien legen eine negative Kovarianz von Fischverzehr und der Häufigkeit von bipolaren und Depressionsstörungen nahe. Forschungen mit Biomarkern zeigen ein Defizit an Omega-3-Fettsäuren bei depressiven Patienten. Nahrungsergänzung mit ihnen zeigen therapeutischen Gewinn. Dieselbe Wirkung auf koronare Herzerkrankungen kann der gut erforschte Zusammenhang zwischen dieser Krankheit und dem Auftreten von Depressionen erklären. Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren fördert affektive Störungen und ihre Zufuhr bietet einen starken sinnvollen Behandlungsansatz.

Eine Untersuchung im Jahre 2004 zeigte bei Patienten nach einem gescheiterten Suizidversuch, im Durchschnitt signifikant niedrigere Konzentrationen von EPA im Blut als bei Vergleichskontrollgruppen.

Ein Review von 2006 des »American Journal of Clinical Nutrition« gab keine stichhaltige Empfehlung für eine fischhaltige Ernährung oder für die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren zur Behandlung bei Depressionen. Das Studium wertete die Resultate von 12 willkürlich kontrollierten Versuchen in einer Metaanalyse aus. Der Artikel schlug vor, dass »größere Untersuchungen in ausreichender Stärke durchgeführt werden müssen, um klinisch wichtige Beweise zu finden.«

Suchtpotential

kein

Rechtlicher Status

Omega-3-Fettsäuren werden nicht kontrolliert.

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