Monterrey – Drogenkrieg in Mexiko: 49 enthauptete Leichen gefunden

am Jun17

Im Norden Mexikos wurden 49 enthauptete Leichen gefunden. Den 43 Männern und
sechs Frauen wurden auch die Hände und Füße abgeschnitten.

Mexiko-Stadt. Grauenvoller Fund nahe Monterrey: Sicherheitskräfte in Mexiko
haben die zerstückelten Leichen von 49 Menschen gefunden, die Regierung machte
rivalisierende Drogenbanden für das Massaker verantwortlich. Der Hauptgrund für
die Gewalt sei der Streit zwischen Kriminellen um die Kontrolle über den
Drogenschmuggel und Absatzmärkte, hieß es aus dem Innenministerium. Das mächtige
“Sinaola-Kartell” bekämpft nach Polizeiangaben die Drogenbande “Los Zetas”.

Sicherheitskräfte hatten die Leichen am Sonntag entdeckt. Die Körper wurden nach
Angaben der Staatsanwaltschaft unbekleidet in einen Straßengraben in der Nähe
von Monterrey, der Hauptstadt des Bundesstaates Nuevo Leon, geworfen. Es ist das
dritte Massaker im Norden des Landes innerhalb weniger Tage. Medienberichten
zufolge wurde bei den Leichen eine Nachricht gefunden, in der angeblich die
“Zetas” die Verantwortung für die Morde übernahmen.

Unter den 49 Toten bei Monterrey waren nach Medienberichten auch sechs Frauen.
Wie die Internetzeitung “La Jornada” berichtete, waren viele der Leichen derart
zerstückelt, dass eine Identifizierung “bestenfalls per DNA-Abgleich” möglich
sein werde. Den 43 Männern und sechs Frauen wurden nach Angaben der Behörden
auch Hände und Füße abgeschnitten.

Im Bundesstaat Sinaloa wurden Behördenangaben zufolge in drei verschiedenen
Orten zudem sechs Tote gefunden. Erst Anfang Mai wurden in Nuevo Laredo an der
US-Grenze 23 Männer getötet. Wenige Tage später fand die Polizei im Bundesstaat
Jalisco 18 Leichen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um einen
Rache-Akt für das Massaker in Nuevo Laredo handelte.

Die mexikanische Regierung versprach, im Kampf gegen die Drogenbanden nicht
nachzugeben. In ihrem Drogenkrieg haben die Banden “irrationale Taten von
unmenschlicher und unzulässiger Gewalt begangen”, erklärte das Innenministerium.
Vor allem in den Grenzgebieten zu den USA im Norden Mexikos tobt seit Jahren ein
unerbittlicher Krieg zwischen den Kartellen um die Schmuggelrouten in die USA.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 sind mehr
als 50.000 Menschen in dem Drogenkrieg ums Leben gekommen. Am 1. Juli wählen die
Mexikaner einen Nachfolger für Calderón. (dpa/rtr)

Hamburger Abendblatt, 14.05.2012

http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2276385/Drogenkrieg-in-Mexiko-49-enthauptete-Leichen-gefunden.html


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