Mondia Whitei – „Der süße Duft der Erde“

von Jörg Happe, mit freundlicher Genehmigung von Bert Marco Schuldes und Werner Pieper aus „Psychoaktive Pflanzen“ (ISBN: 3-925817-64-6)

Eine in West-, Zentral- und Südafrika verbreitete Liane mit großen tiefgrünen Blättern und weißem Saft. Die Wurzel hat einen stark aromatischen Geruch, der an Waldmeister erinnert.

Verwendung

Zubereitungen, bei denen verschiedene Pflanzenteile Verwendung finden (Wurzel, Blüten, Blätter) werden im gesamten Verbreitungsgebiet gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Vor allem steht aber die Wurzel in West- und Zentralafrika in außerordentlich hohem Ansehen als Aphrodisiakum. Sie ist die am höchsten geschätzte „Bitters“Pflanze. („Bitters“ sind alkoholische Auszüge aus Wurzeln, Rinden und Früchten). Zur Herstellung eines „Bitters“ werden etwa 100 Gramm der Wurzel mit 0,35 Litern Alkohol, 30 – 40% vol., übergossen. Die Extraktion kann bis zu 7 Mal mit den selben Pflanzen-teilen durchgeführt werden, wobei die Extraktionszeit mit jedem Aufguss verlängert wird. Der erste Ansatz wird nur einige Stunden stehengelassen, der letzte kann mehrere Tage ziehen. So erhält man aus 100 Gramm Wurzel etwa 2,5 Liter „Bitters“- Ansatz. Zur Verfeinerung kann der Mondia-Wurzel noch 2 Gramm Ingwer und 4 Gramm Tigernuss zugesetzt werden.

Wirksame Inhaltsstoffe

Bisher nicht näher erforschte Glykoside und Alkaloide befinden sich vor allen in der Wurzel. Man fand auch 1,2 % einer gelben Flüssigkeit mit kräftigem Cumarin-Geruch in der Wurzel.

Wirkungen

Der alkoholische „Bitters“- Auszug aus der Wurzel wirkt in geringer Dosis (10 – 20 ml) anregend, aktivierend und euphorisierend. Höhere Dosierungen wirken stark stimulierend auf die Sinneswahrnehmungen: Das Sehen wird klar, alle Konturen erscheinen scharf abgegrenzt. Auch das Hörvermögen wird stark intensiviert. Die Wirkung hat dann fast halluzinogene Aspekte.

Der Wurzelextrakt hat zudem allgemein tonisierende und aphrodisierende Eigenschaften.

Nebenwirkungen

Ähnlich wie beim Waldmeister: Nach dem Genuss von großen Mengen können am folgenden Tag Kopfschmerzen und typische Alkoholkatersymptome auftreten. Besonders nach dem Genuss hoher Dosen bleibt auch die berauschende, sensibilisierende Wirkung über mehrere Tage hinweg spürbar. Große Mengen können bei Schwangeren Fehlgeburten auslösen.

mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

 

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