Medizin & psilocybinhaltige Pilze

von Hartwin Rohde, Ralph Klubach

Als Albert Hofmann vor fast 70 Jahren mit den Alkaloiden des Mutterkorn experimentierte, hatte er vor, ein Schmerzmittel zu entwickeln. Er war fasziniert von der Ähnlichkeit der Mutterkornalkaloide mit dem körpereigenen Serotonin, welches für einige Schmerzformen verantwortlich zu sein schien. Später entdeckte man dann in Ständerpilzen ein ganz ähnliches Alkaloid, das Psilocybin und seinen instabileren Verwandten, das Psilocin. Während die Entdeckung des LSD noch auf die Suche nach einem Schmerzmittel zurück zu führen war, wurde man auf die Pilze durch den ritualisierten schamanistischen Gebrauch in Zentralmexiko aufmerksam. In beiden Fällen jedoch stand bei der ursprünglichen Verwendung das geistige und körperliche Wohl hilfsbedürftiger Menschen im Vordergrund. Dass diese Nutzung gesellschaftlich sehr bald in den Hintergrund trat ist eine Tatsache, und die meisten machtpolitisch orientierten Staaten haben dem mit entsprechenden Gesetzen Rechnung getragen. Letztendlich wurden dabei die Bedürfnisse der ursprünglichen Zielgruppen dieser Entheogene komplett außer Acht gelassen – obwohl diese Mittel oft die letzte dauerhaft wirksame, nebenwirkungsarme Möglichkeit einer Behandlung darstellen.

Mit der letzten Änderung des BtmG der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Lage generell auch in der BRD erneut verschärft – bei der Lektüre des Abschlusssatzes von Anlage I des BtmG kann jedoch auch ein anderer Eindruck entstehen. In einer der folgenden ER wird das Thema Clusterkopfschmerz daher noch einmal intensiv, unter Einbeziehung Betroffener, behandelt.

Migräne und Cluster – Kopfschmerz

Serotonin

Die Patente der Firma Sandoz auf LSD und Psilocybin sind ausgelaufen. Dies ist die Nachricht, welche eine weitergehende Beschäftigung mit diesen Medikamenten in vielen Bereichen der Medizin wieder sinnvoll erscheinen lässt – es können nun auch andere Firmen an entsprechenden Medikamenten verdienen.

Ein wesentlicher Teil dieser Forschung könnte dem Einsatz dieser beiden Substanzen in der Migräne- und Cluster-Kopfschmerztherapie gelten. Um nicht falsch verstanden zu werden, Migränepatienten und „Cluster- Köpfe“ (so nennen sich Personen selbst, die an Cluster – Kopfschmerz leiden) sollen nicht über einen Kamm geschehrt werden. Die Wirksamkeit von Psilocin ist jedoch in beiden Fällen oft auch dann gegeben, wenn eine Sauerstofftherapie nicht anschlägt.

Derzeitige synthetische Medikamente zur Behandlung des Clusterkopfschmerzes und der Migräne sind im Wesentlichen Wirkstoffe, die in den Serotonoinhaus- halt (Serotonin = 5-hydroxytryptamin; 5-HT) des Zentralnervensystems eingreifen. Herkömmliche Analgetika, wie Opioide usw. helfen bei beiden Kopfschmerzformen nicht, oder nur in sehr eingeschränktem Maße.

Betrachtet man sich die Funktionsvielfalt des Serotonin im ZNS, so wird auch ersichtlich, dass die serotoninwirksamen Medikamente zukünftig eine deutlich größere Rolle spielen werden:

„Die Funktionen des Serotonin sind vielfältig und schließen die Kontrollmechanismen für Appetit, Schlaf, Gedächtnis, Lernfähigkeit, Temperaturregelung, Stimmung, Verhalten (incl. Sexual- und Halluzinationsverhalten), Funktionen der Herztätigkeit, Muskelkontraktionen, Hormonhaushalt und Depressionen ein. Peripher scheint Serotonin eine wesentliche Rolle in der Blutplättchenbildung, Beweglichkeit des Verdauungstraktes und in der Tumorbildung zu spielen. Dies stellt ein ziemlich breites pharmakologisches und physiologisches Wirkspektrum für eine Substanz dar, wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass im Körper eines erwachsenen Menschen lediglich um die 10mg 5-HT vorhanden sind.“ [http://www.alternatives.com/ bcfms/serotonin.htm, Ronald F. Borne]

Serotonin wird in den Nerven in speziellen Speichern gelagert und bei Bedarf in den Raum zwischen den Synapsen abgegeben, um an den entsprechenden Rezeporen der anderen Synapsen zu binden. Nahezu sofort wird das gerade abgegebene Serotonin auch wieder zurückgeholt und in den Speichern eingelagert. Medikamente können nun auf verschiedene Weise in den Serotoninhaushalt eingreifen.

Einerseits kann ein Medikament als Serotoninrezeptor – Agonist wirken, also die Wirkung des Serotnin an den Rezeptoren der Nevenzellen simulieren, andererseits kann auch die Rückholung des Serotonin verhindert werden. Beides führt zu einer Verstärkung der Serotoninwirkung. Andererseits kann man auch die Abgabe des Serotonin selbst beeinflussen, sie kann forciert oder verhindert werden. MDMA z.B. forciert diese Abgabe dermaßen, dass die entsprechenden Speicher nach einem MDMA-Rausch komplett leer sind, es folgt ein Depressionsschub.

Da der Serotoninmetabolismus (Serotonin wird vom Körper zersetzt) sofort nach Abgabe aus den Nervenzellen beginnt, kann auch durch Eingriff in diesen Vorgang eine Wirkung erzielt werden.

Welche der Möglichkeiten zur Einflussnahme genutzt werden, hängt nun also vom Krankheitsbild und dem damit einhergehenden Serotoninhaushalt ab.

Medikamente / Zufallsfunde

Vor einigen Jahren entdeckten leidgeplagte Clusterköpfe, dass sich ihr Krankheitsbild drastisch änderte, wenn sie sich unter den direkten Einfluss bestimmter entheogener Substanzen begaben. Es stellte sich heraus, dass bei einigen die Einnahme von LSD und bei anderen von Psilocybin (bzw. Psilocin) zu einem abrupten Ende des Kopfschmerzes führte, teilweise mit erstaunlich langanhaltendem Effekt.

Um zu vestehen, wie diese Erkenntnis stattfinden konnte, muss man wissen, dass Clusterköpfe während eines Anfalls wirklich alles machen würden, was den Schmerz auch nur um eine Winzigkeit erträglicher machen könnte. Diese Handlungsbereitschaft geht bis hin zu selbstzerstörerischen Tätigkeiten und führt teilweise auch zu bleibenden Gesundheitsschäden.

In einer solchen Situation könnte einem leidgeplagten Menschen die Tatsache einer gewissen anästhetischen Wirkung von LSD bzw. Psilocybin in Erinnerung gekommen sein.

Seit einigermaßen bekannt ist, wie Migränekopfschmerz entsteht, ist auch der Wirkmechanismus dieser Zufallsentdeckung erklärbar.

In den Blutgefäßen des Hirns sind 5-HT – Rezeptoren sehr verstärkt anwesend, wo sie in der Steuerung des Blutflusses und des Schmerzempfindens eine wesentliche Rolle spielen. Während der vorbereitenden Phase einer Anfalles wird 5-HT spontan in großen Mengen von den Blutplättchen freigegeben. Dieses bindet an die Rezeptoren der Blutgefäße, die daraufhin verengt werden und eine geringere Schmerzschwelle erhalten. Gleichzeitig wird jedoch auch der primäre 5-HT – Metabolit (5-HIAA) freigesetzt, der kurz darauf für eine erhebliche Verknappung des 5-HT sorgt. Der einsetzende Mangel an 5-HT sorgt für eine Aufweitung und Vergrößerung der Blutgefäße sowie für entzündliche Vorgänge, was dann in Kopfschmerz mündet.

Sowohl LSD als auch Psilocin (Psilocybin wird bei oraler Einnahme in Psilocin umgewandelt und kann erst dann resorbiert werden) sind starke 5-HT Rezeptor – Stimulatoren. Sie kompensieren also letztlich das abgebaute Serotonin, binden jedoch auch an anderen Rezeptoren und haben damit die bekannten Nebenwirkungen. Allerdings scheint auch die Langzeitwirkung dieser beiden Hilfsmittel mit der Breitbandigkeit ih rer Wirkung einherzugehen. Eines der am erfolgreichsten eingesetzten Medikamente zum Abbruch oder zur Verkürzung akuter Migräneund Clusterkopfschmerzanfälle ist Sumatriptan (z.B. Imitrex). Es hat eine sehr hohe Affinität zu 5-HT1 – Rezeptoren, wirkt jedoch überhaupt nicht auf 1-HT2 und 1-HT3 – Rezeptoren. LSD und Psilocin haben hingegen ihre hauptsächlichen Wirkungsbereiche auf den 5-HT2A und 5-HT2C – Rezeptoren, die größtenteils für die Ursachen der Migräne verantwortlich gemacht werden (entzündliche Vorgänge der Blutgefäße sind die schmerzhaften Folgen). Durch die Fokussierung des Sumatriptan auf die 5-HT1A und 5- HT1D – Rezeptoren werden hauptsächlich die entzündlichen Vorgänge beendet. Die Wirkung hält nur sehr kurz an, was zu einer baldigen Nachdosierung zwingt. (Chronische Clusterheads haben bisweilen einen monatlichen Medikamentenverbrauch von ca. 1500 Euro, der komplette Markt an Migränemedikamenten hat einen jährlichen Wert von ca. 1,5 Milliarden Euro.) Medikamente, wie z.B. Ergotamin, sind in ihrer 5- HT – Rezeptoraffinität zwar breitbandiger, haben jedoch häufig unerwünschte Nebenwirkungen.

Hinsichtlich LSD und Psilocin ist interessant, dass eine entheogene Dosis zur Schmerzstillung nicht benötigt wird. Ein Konflikt mit dem BtmG der BRD sollte also eigentlich ausgeschlossen sein, da dieses im Schlusssatz der Anlage I ausdrücklich nur die missbräuchliche Verwendung als Rauschmittel verbietet. Eine rechtliche Prüfung in dieser Hinsicht könnte mit Sicherheit einer großen Patientenzahl das Leben erheblich erleichtern.

Das Koppautsch an sich

(Autor: Ralph)

Es ist ein normaler Tag, ich bewege mich normal durch die Gegend, ich gehe um meine normale Uhrzeit ins Bett und schlafe ganz normal … bis zu dem Zeitpunkt, wo ich aufwache und einen Schädel habe, der nach der Richterskala mit einer zweistelligen Zahl bebt.

Auf Normaldeutsch gesagt Kopfschmerzen von der übelsten Sorte. Die Augen lassen sich überreden, auf die Uhr zu gucken … 5:52 Uhr morgens, also ca. eine Stunde vorm Aufstehen. Damit sind folgende Dinge klar:

✧ Ich will jetzt unter keinen Umständen aus dem Bett klettern

✧ Wenn ich jetzt liegen bleibe wird’s schlimmer und ich muss dann schon deshalb raus, um mein gestriges Abendbrot durch die Abflussleitung zu brüllen

✧ Der Tag fängt ziemlich blöde an.

So ganz nebenbei ist mein Kopf noch so klar, dass ich mir überlege, warum das ganze nun wieder passiert und wo genau das Epizentrum liegt. Letztendlich läuft die Geschichte auf den normalen Katastrophenablauf hinaus:

✧ Kleines Licht am Bett einschalten

✧ Überlegen, wo sich gerade die Migräneschmerz- pillen befinden

✧ Aus dem Bett klettern, ins Bad schlurfen, Wasser in einen Becher laufen lassen

✧ Ins Wohnzimmer weiter, dort die Pillen nehmen und einweichen

✧ Das eklige Gesöff runterwürgen und mit einem Schluck Kaltwasser nachspülen

✧ Wieder zurück ins Bett schlurfen ✧ Das alles natürlich im Dunkeln, denn ich bin kein Masochist.

✧ Nach zehn Minuten merken, dass noch nichts passiert aber in einer dreiviertel Stunde der Wecker los geht, also noch mal raus aus dem Bett und die Weckmaschine ausknipsen

✧ Wenn jetzt nichts dazwischen kommt schlafe ich in ca. einer dreiviertel Stunde ein und wache gegen Mittag wieder auf. Mein Chef wird sich inzwischen seinen Teil über diesen Morgen denken und sehnsüchtig auf meinen Anruf warten, dass ich nun zum Ackern vorbeikomme. ✧ Wenn was dazwischen kommt, dann meistens der unabänderliche Drang, das gestrige Abendbrot mitsamt den heutigen Schmerzpillen der Abflussleitung anzuvertrauen und danach das Problem zu haben, dass diese Schmerzpillen auf nüchternen Magen ziemlich schnell dieses Verlangen wiederholen werden. Eben ein suuuuper Tag.

Nun habe ich noch das Glück, dass ich meine Migräne halbwegs unter Kontrolle habe, diese normalerweise ca. zwei Mal im Monat zuhaut und nicht länger als einen halben Tag andauert. Da sich das aber langsam steigert bin ich natürlich auf der Suche nach alternativen Methoden, solche Anfälle zu vermeiden bzw. zu behandeln. Nützlich wäre es natürlich, ersteinmal herauszubekommen, was genau in diesem Moment los ist. Aber selbst die großen Experten stehen da noch ziemlich im Regen. Es gibt allerdings inzwischen verschiedene Ansätze. Es muss einen Grund haben, warum oftmals nur ein Teil des Kopfes schmerzt. Ich habe allerdings kein Bedürfnis, während eines Anfalls in die Charité zu fahren, mich schnell mal in einen Computertomographen zu werfen, um dann zu sehen, welcher Bereich sich da gerade nicht beherrschen lässt. Sinnvoll wäre es allerdings durchaus. Dummerweise schmerzt aber auch nicht jedes Mal der selbe Teil. Der menschliche Körper ist eben ein merkwürdiges Naturerlebnis. Ich für meinen Teil habe inzwischen herausgefunden, dass mehrere Wege -je nach Intensität- aus diesem Kopfbeben führen können:

✧ Ruhe, Dunkelheit, Entspannung (z.B. Musik)

✧ Ablenkung durch andere Reize (leise Musik, welche langsam lauter wird)

✧ Ein kurzer Fußweg rund ums Haus, soll heißen, frische Luft und damit viel Sauerstoff in den Kreislauf, außerdem wird eine hohe Blutmenge an den Muskeln benötigt, womit aus dem Kopf etwas abgezogen wird.

✧ Breitbandschmerzhammer, am besten mit Magenpsychopharmaka

Um die Wirkungsweise dieser Methoden zu verstehen ist es sinnvoll, einige Varianten der Migräneentstehung zu kennen.

Oftmals steht der Anfall mit anderen Symptomen in Zusammenhang, z.B. einer Aura. Diese entsteht oft, wenn der Blutdruck ansteigt, sich die Arterien dabei nicht erweitern. Nach einer gewissen Zeit geht diese Aura zurück, dann allerdings ist der Schmerzanfall nicht mehr weit. Der Arzt meint: Die Arterien weiten sich, das Herz pumpt aber weiterhin entsprechend Blut ins Gehirn. Dadurch sinkt zwar einerseits der Blutdruck, durch die geweiteten Arterien strömt aber mit hoher Geschwindigkeit eine sehr hohe Blutmenge. Dadurch entsteht nach einiger Zeit so etwas wie eine Entzündung. Außerdem finden die kleinen Kapillaren, wo das Blut den Sauerstoff an das Gehirn abgeben soll, diesen dort entstehenden Druck nicht gerade hilfreich, auch die Geschwindigkeit des Blutes behindert die Sauerstoffübergabe. So kommt es, dass bei einem hohen Blutvolumen sich die Arterien entzünden und gleichzeitig eine Sauerstoffunterversorgung entsteht. Die Arterienentzündung sorgt für den Kopfschmerz, die Sauerstoffunterversorgung kann dann zu anderen Nebeneffekten wie Übelkeit, Schwindelgefühl, Sehstörungen usw. führen. Bei leichten Anfällen reicht es daher oft aus, die Blutdurchflussmenge im Gehirn zu reduzieren, eben durch Entspannung die Pulsfrequenz zu vermindern, durch Ablenkung zusätzliche oder andere Hirnregionen zu aktivieren, um das Blut besser zu verteilen oder durch einen Spaziergang die verfügbare Blutmenge zu reduzieren, da ja jetzt die Muskeln auch etwas haben wollen. Aber Vorsicht, wenn der Anfall zu weit fortgeschritten ist, dann werden die Schmerzen bei den letzten beiden Varianten nur schlimmer. Da hilft dann nur noch ein Schmerzmittel, möglichst mit entzündungshemmender Wirkung. Damit dieses die notwendige Zeit im Körper bleibt, sollte der Magen dabei ein wenig beruhigt werden und das Schmerzmittel einen dementsprechenden Wirkstoff enthalten.

Was sollte der eigentliche Wirkstoff bringen?

✧ Schnelle Schmerzstillung

✧ Entzündungshemmung

✧ Unterstützung des derzeitigen Zustandes (wach bleiben oder schlafen)

Das Problem ist dabei oft, dass bis zum Wirkungseintritt (Schmerzstillung) bis zu zwei Stunden vergehen können. Wünschenswert wäre also, dass diese Wirkung so schnell wie möglich eintritt, notfalls durch einen anderen Wirkstoff bis zum Eintritt der Hauptwirkung überbrückt wird. Hierbei ist jedoch selten der Wirkstoff selber das Hindernis sondern die Art der Einnahme. Eine Tablette muss erst einmal durch den Magen verarbeitet und der Wirkstoff ins Blut gelangen. Das Rauchen sorgt für eine wesentlich schnellere Verfügbarkeit des Wirkstoffes, also wo bleibt die zu rauchende Aspirin? UÅNberbrückungsstoffe sollten sich nicht lange im Kreislauf aufhalten sondern sollten schnell verarbeitet werden können. Sie müssen auch nicht den Schmerz an sich bekämpfen, sie können diesen auch dämpfen, umleiten oder sonst was, eben nur so, dass einen der Schmerz nicht mehr stört. Manchmal reicht das auch bereits zur Schmerzbekämpfung, da der Körper sich entspannt und Anfallauslöser dabei wegfallen. In diesem Fall braucht man sich keine Sorgen um Wechselwirkungen mit einem Wirkstoff zu machen, anderenfalls ist eine Kenntnis von diesen Wechselwirkungen nicht zu verachten. Es wäre fatal, wenn zwar die Kopfschmerzen dann vorerst weg sind, danach allerdings eine neue Leber oder Niere eingebaut werden müsste. Auch Auswirkungen auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr wären zu beachten, so ein Führerschein ist teuer, und einige etwas härtere Wirkstoffe können in einem solchen Fall durchaus die Reaktionen oder Reaktionszeiten dermaßen verändern, dass die sogenannte aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht nur für einen selber sehr heikel werden kann. Des weiteren weiß der evtl. behandelnde Notarzt nicht, was man vorher so alles eingenommen hat, womit wir wieder bei dem oben beschriebenen Leber- und Nierenproblem wären. Vielleicht aber gibt es ja andere Hinweise auf Möglichkeiten, wie ein dermaßen fies anfangender Tag dann doch noch nett ausklingen kann. RALPH

Depressionen

Die am weitesten akzeptierte Annahme zu den physischen Ursachen von Depressionen ist eine Störung im Serotoninhaushalt, die zu einer Unterversorgung der entsprechenden Rezeptoren führt. Diesem Umstand wird derzeit mit einer Vielzahl von Medikamenten entgegengetreten, so wird durch MAO-Hemmer versucht, den Metabolismus des Serotonins aufzuhalten, durch andere Mittel versucht man, die Wiedereinlagerung zu verzögern und durch weitere Medikamente die Funktionen der Botenstoffe zu simulieren. Jedes dieser Mittel hat eigene, spezifische Nebenwirkungen, einige davon sind auch langzeitschädlich. So sind toxische Wirkungen auf das Herz sehr verbreitet, ebenso wie Müdigkeit und Gewichtszunahme.

Mittlerweile wurden auch hier Alternativen gefunden, die sehr selektiv eine Wiedereinlagerung des Serotonin verhindern und kaum Nebeneffekte haben. Drei dieser Antidepressiva sind Fluoxetin (Prozac), Sertralin (Zoloft) und Paroxetin (Paxil). All diese Medikamente haben als Ergebnis ihrer Wirkung die Zunahme des Serotoninspiegels an den dafür vorgesehenen Rezeptoren. Es wäre also aus Kostengründen interessant zu erfahren, wie sich Psilocin oder LSD auf diese Krankheiten auswirken, speziell auch deshalb, weil die genannten Medikamente mittlerweile auch als Kandidaten für die Behandlung von Alzheimer, diabetischer Neuropathie und Übergewicht gelten.

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