MDMA

Wirkungsweise

Vermehrt die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin.

Übersicht

MDMA (Methylendioxymethylamin) oder »Ecstasy« ist ein Entaktogen, das in den letzten 20 Jahren stark an Popularität gewann. Der Grund ist, intensive Gefühle der Behaglichkeit, Empathie und Verbindung zu anderen Menschen zu entwickeln.

Die Wiederaufnahme von Serotonin wird durch MDMA gehemmt. MDMA kehrt die Aktion des Transporters geradezu um, so dass der Neurotransmitter vom Innern der Zelle in die Synapse gepumpt wird. Das leert unter dem Einfluß einer normalen Dosis innerhalb von wenigen Stunden die Serotoninvesikel im Nervenende..

Zudem hat MDMA eine partielle Affinität die Wiederaufnahme von Dopamin zu blockieren. In kleineren Maß wird die  Wiederaufnahme von Noradrenalin zu inhibiert und in noch kleineren Mengen auch die von anderen Neurotransmittern. Dopamin und Noradrenalin sind neben anderen Signalüberträgern in geringen Mengen für vermehrte Energie, das »speedy« Gefühl, verantwortlich. Serotonin dagegen erzeugt vor allem die Gefühle des Wohlbehagens, der Euphorie und das stark verringerte Aggressionsverhalten.

Der empathische Effekt von MDMA muss noch genauer erforscht werden. Eine Theorie postuliert, dass Oxytocin in großen Konzentrationen freigesetzt wird. Es ist ein ausschlaggebendes Hormon und Neurotransmitter für soziale Bindungen.

MDMA ist meistens in Tablettenform erhältlich, manchmal aber auch in Kapseln oder als Pulver. Die orale Anwendung ist die häufigste, nasaler Konsum ist selten.

Nebenwirkungen

  • • Erhöhung des Blutdrucks und des Pulses,
  • • Nystagmus (rhythmische Bewegungen des Augapfels),
  • • Trismus (Kieferklemme),
  • • Bruxismus (Zähneknirschen),
  • • Perspiration,
  • • Erregung,
  • • Muskelkrampf,
  • • Kopfschmerzen,
  • • Übelkeit und Erbrechen,
  • • trockene Mundhöhle,
  • • Leberprobleme,
  • • Wasserzurückhaltung,
  • • Müdigkeit,
  • • Verwirrung,
  • • Stimmungsschwankungen,
  • • Ohnmacht, usw.

 

Nach Liechti et al. (2001), »Nebenwirkungen kommen häufiger bei Frauen, als bei männlichen Konsumenten vor und bestehen  hauptsächlich aus Kieferklemmen oder starker Anspannung der maxillaren Muskeln, trockener Mundhöhle und Appetitlosigkeit. Perspiration und Übelkeit traten mehr bei Männern auf. Zu Beginn der MDMA Wirkung klagten einige User über Brechreiz, Hitzewallungen, Parästhesie (Kribbeln, Ameisenlaufen) und Schwindel. Bei etwa einem Drittel der Befragten kamen Tremor (Zittern) und vermehrte Unruhe vor. Die Nebenwirkungen wurden allgemein als milde angesehen und ähnelten denen aus früheren Studien (Vollenweider et al. 1998a) und Ecstasy Konsumenten (Peroutka et al., 1988; Solowij et al., 1992). Es gab keine Komplikationen, die einen medizinischen Eingriff erforderten«

Viele MDMA Konsumenten beschreiben ein Backend oder eine Periode der Depression. Curran & Travill (1997) folgerten:

»Der Konsum von MDMA am Wochenende kann eine Flaute  um die Wochenmitte zur Folge haben.«

Sie fuhren fort, dass

»…die Ergebnisse dieser Untersuchung besagt, der Konsum  von MDMA am Wochenende ist mit einem nachfolgenden Tief in der Mitte der Woche verbunden und deutlich eingeschränkter Aufmerksamkeitsfunktion. Es ist nicht klar, ob dieses eine vorübergehende serotonergische Erschöpfung darstellt, eine ernste Serotonin Neurotoxität oder eine psychologische Reaktion nach dem akuten High.«

Nahrungsmittel, die dem MDMA Backend entgegenwirken und acht Tage später angewandt werden sollten, sind in der folgenden Aufzählung angeführt:

Therapeutische Dosierungsmethode hinsichtlich Ernährung

L-Tyrosin: täglich 3 mal 500 mg, es vermehrt Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin;

5-HTP: täglich 100 mg, es vermehrt Serotonin.

Langfristige Nebenwirkungen

Kalechstein et al. (2007) nahm eine Metaanalyse von 33 hauptsächlichen Untersuchungen vor. Sie betrafen den Zusammenhang zwischen MDMA Konsum und Aufmerksamkeit/Konzentrations-Verlust, verbales und anderes Lernen/Erinnern und psychomotorische Funktionen. Die Auswertung zeigte, dass MDMA verantwortlich für  Schwächen in der Neurokognition in allen Breichen verantwortlich  ist. Die Schäden waren allgemein gering bis mittelstark, welche durch eine Periode der Enthaltsamkeit und/oder Tryptophanreiche Ernährung therapiert werden können. Einige der Lebensmittel mit einem hohen Tryptophangehalt sind werden in folgender Tabelle aufgeführt:

Tryptophan-reiche Nahrungsmittel

  • Tryptophangehalt in gr/100 gr Lebensmittel,
  • Rohe Flaxsamen 0,297
  • Augenbohne und Subspezies in gereifter Form 0,294
  • Salami, italienische, Schweinefleisch 0,253
  • rohe Linsen 0,251
  • Pute aller Klassen, Fleisch nur, roh 0,25
  • Erdnüsse, alle Sorten, roh 0,25
  • Pute als junge Bratpute, Fleish und Haut, roh 0,247
  • Hähnchen zum Braten oder Grillen, Schenkel, Fleisch, roh 0,247
  • Hähnchen zum Braten oder Grillen, Flügel, Fleisch, Haut,roh 0,195
  • Putenbrust, roh 0,194
  • Nüsse, Mandeln 0,192
  • Eigelb, frisch, roh 0,177
  • Nüsse, englische Walnüsse   0,17
  • Ei, ganz, frisch, roh 0,167
  • Rindfleisch, rund, mager und fett, mit 0,3 cm Fettrand roh 0,146
  • Rind, Lendenfilet, mager und fett, mit 0,3 cm Fettrand, roh 0,144
  • Putenwurst, frisch, roh 0,130
  • Eiweiß, frisch, roh 0,125
  • Vollmilch, 3,25 % Fett 0,075

 

 

Suchtpotential

Niedrig

Rechtlicher Status

illegal


Literatur

Erowid (2008)
Liechti et al. (2001)
Vollenweider et al. (1998a)
Paroutka et al. (1998)
Solovij et al. (1992)
Curran & Travill (1997)
Kalechstein et al. (2007)
 

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