MDAI, 5,6-Methylendioxy-2-aminoindan

 

 

Wirkungsweise

Vermehrung von Serotonin.

Übersicht

MDAI ist eine Research Chemikalie, die in den 90ern von David E. Nichols und seinem Team an der Purdue Universität entwickelt wurde. In Tierversuchen wirkt es als ein  hochselektives Serotonin Agens, ohne Neurotoxität zu verursachen. Beim Menschen werden empathogene Effekte ausgelöst.

Die chemische Struktur ist indirekt von der des illegalen MDA abgeleitet, aber die α-Methylgruppe von der Alkylaminoamphetamin-Seitenkette wurde an den Benzolkern gebunden und bildet das bizyklische Indansystem. Damit ändern sich die pharmakologischen Eigenschaften beträchtlich. Dieser Indanring ändert auch den Aufbau des Moleküls.

Nebenwirkungen

Wichtiger Hinweis (Forschung Chemikalie)

Erfahrungsbericht

WARNUNG: Die von mir angegebenen Dosierungen sind keinesfalls repräsentativ und sollten nicht als Vorgabe dienen.

Ich bestellte 1g MDAI bei einem RC Onlineshop und erhielt nach ein paar Tagen ein bräunliches Pulver. Es gibt aber auch weiße Qualitäten. Seit ca. 5 Monaten konsumierte ich kein Methylon oder MDMA mehr, da ich unter lästigen depressiven Backends zu leiden hatte.

Ich nahm also 100 mg zur Stunde 0 und wartete zwei Stunden. Der Geschmack ist schrecklich, zwar nicht ganz so schlimm wie der von MDMA, aber man hat den typischen chemischen Nachgeschmack, wahrscheinlich von einem Lösungsmittels, echt scheußlich! Nach 0 + 2 Std. war ich sehr enttäuscht. Es trat keine Wirkung auf, die man nicht auch unter den Begriff Placebo packen könnte. Ich hatte die Nacht zuvor einen mäßigen Schlaf gehabt und war noch leicht müde, als ich MDAI einnahm. Ich hoffte, es würde mich so aktivieren, wie es Methylon getan hätte. Großer Irrtum! Beim Hinlegen erhielt ich anhaltende hypnagogische Gedanken, aber nichts an visuellen Erlebnissen oder Halluzunationen wie sie sonst bei Methylon auftreten. Ich hörte Musik (Clint Mansell), die ich etwas klarer als sonst wahrnahm (Placebo?).

Aus diesem Grund nahm ich zu diesem Zeitpunkt  (0 + 2 Std. ) ein wenig enttäuscht weitere 200 mg. Innerhalb einer Stunde, 0  + 3 Std., begann ein prickelndes Gefühl auf der ganzen Haut gepaart mit einem leichten Taubheitsgefühl. Kein unangenehmes, aber auch kein wirklich angenehmes Empfinden. Plötzlich überkamen mich empathogene Gedanken. Sie waren in der Weise besonders, dass sie sich natürlich und nicht induziert anfühlten. Ich bin mir sicher, dass dies keine Plazebo Wirkung war, da ich einen Verwandten anrief und mir ungewöhnlich gesprächig vorkam, jedenfalls deutlich mitteilungsbereiter war, als im nüchternen Zustand. Ich war immer noch schläfrig, legte mich also hin und nahm ein kurzes Nickerchen. Dieser Punkt stellt den Unterschied zu MDMA dar: MDAI einzunehmen und zu erwarten, die ganze Nacht über wach bleiben zu können ist bein Irrtum. Es besitzt dafür anscheinend ungenügende adrenergische Stärke. Das prickelnde Gefühl stieg mein Rückgrat hoch den Hals entlang. Ich war sehr ruhig.

Ein Anruf von meiner Freundin weckte mich auf. Ich war ein wenig benommen, aber ich war froh ihre Stimme zu hören. In dem Moment fühlte ich eine ungeheure Liebe.

Sechs Stunden später (0 + 6 Std.) entschied ich, meine ideale Dosis sei  300 mg. Ich nahm also die Hälfte vom Rest ein, etwa 350 mg (Toleranz berücksichtigt), und trank eine Tasse Tee. 90 Minuten später (0 + 8 Std.) wurde alles sehr interressant. Zuerst sah die Wohnung fremd aus, zu weiß, mit zu viel leerem Raum. Die Gedanken waren ungeheuer wohltuend! Fast keine MDMA-ähnliche physische Wirkung, sie war auch nicht zu erwarten. Diese Droge wirkt anscheinend stark auf das  Gehirn. Musik hörte sich wunderbar an. Ich wollte tanzen und war überaus glücklich. Ich ging nach draußen etwas Rad zu fahren. Dann überkam mich die seltsame Idee, im See zu schwimmen (es war gegen Mitternacht, aber noch etwas hell). Ich kletterte über den Zaun eines Parks, der um 10.00 Uhr abends schließt, und lief nackt ins Wasser. Ich war offensichtlich nicht allein, die anderen Leute, ebenfalls Zaunkletterer, schienen sich jedoch zu entfernen. Wir grüßten einander, immer noch mit viel Einfühlungsvermögen meinerseits. Danach durchschwamm ich den ganzen See und wieder zurück. Das Wasser fühlte sich kalt, doch unglaublich gut an. Gewöhnlich schwimme ich nie zum gegenüber liegenden Ufer, auch beim nachfolgenden Radfahren fuhr ich besonders schnell. Die gleiche Erfahrung hatte ich früher schon bei 2-CI und LSD. Diese Substanzen sind meiner Ansicht zwar nach nicht leistungssteigernd, aber der Zustand der Glückseligkeit spornte mich zu größerer Leistungsbereitschaft an.

Um 0 +  12 Std. war die Wirkung fast abgeklungen, ich ging zufrieden zu Bett und schlief gut.

Schlussfolgerung:

Wie erwartet, benötige ich mindestens 300 mg um eine für mich ausreichende Wirkung zu erzielen.. MDAI hat einige, besonders empathogene Vorteile gegenüber MDMA und Methylon. Der Trip ist viel länger als mit Methylon, aber ohne Stress. MDAI hat  gegenüber MDMA wesentlich geringere nachteilige Auswirkungen  wie Backend, Depression, Schlaflosigkeit usw. Ich kann deshalb hypothetisch sagen, dass keine Neurotoxität besteht. Der Trip ist mehr mental als physisch. Als Partydroge halte ich MDAI für ungeeignet, ich würde nicht die ganze Nacht über wach bleiben. Es ist eine angenehme Substanz, die ich in Zukunft öfter mal nehmen möchte.

Suchtpotential

Unbekannt

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Unbekannt

Rechtlicher Status

unbekannt

Literatur

David E. Nichols, 1990

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