Mandragora officinarum, Alraune

Alraunen-Raunen

Felicia Molenkamp

Ja – es gibt sie tatsächlich, die Königin der Zauberkräuter, die vielbeschriebene Alraune oder Mandragora (Mandragora officinarum) aus der Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Die Märchen, Legenden und Sagen um dieses „Wesen“ sind so atemberaubend und zauberhaft, dass sie oft nur im Land der Träume vermutet wird, wohin sie jene, die noch mit ihr arbeiten können, auch manchmal begleitet.

Der Name Alraun(e) kommt aus dem nordeuropäischen Raum und bedeutet Geheimnis. Darüber hinaus hat die Pflanze so viele volkstümliche Namen, dass ich mich hier auf eine kleine (aber bedeutungsvolle) Auswahl beschränkt habe: Adamsapfel, Arzt- Wurzel, Dämonenhoden, Halbmenschpflanze, Lebensatem, Menschkraut, Unholdswurzel …

Beschreibung

Die Mandragora ist eigentlich eine eher unauffällige Pflanze. Ihre wirsingähnlichen Blätter wachsen stängellos in Rosettenform aus dem Boden und auch ihre weißlich – violetten, kurzstieligen Blüten sind leicht zu übersehen.

Vielleicht ist ihre Unscheinbarkeit der wahre Kern der Sage, wonach die Alraune gern verschwindet, wenn sie einmal entdeckt wurde; es sei denn, sie wird mit Urin oder Monatsblut beträufelt.

Die pflaumengroßen, gelb bis orangen, auch als Liebesäpfel bezeichneten Früchte der Mandragora fallen schon eher ins Auge. Berühmt ist die Pflanze allerdings wegen ihrer bis zu 90 Zentimeter langen, fleischigen, meist zweigeteilten Wurzel, dem sogenannten Galgenmännlein (dazu später).

Verbreitung

Ursprünglich beheimatet ist die Mandragora in Südeuropa, Nordafrika und Kleinasien. Sie kommt also etwa aus der Region, die einige Anthropologen als eine Wiege der Menschheit ansehen, d.h. von dort, wo die Ursprünge der menschlichen Evolution liegen.

Diese gemeinsame Herkunft könnte auch im Zusammenhang stehen mit der Theorie einiger (ethnobotanischer) Forscher (wie Rätsch und Schulte- Evans), dass das Aufblühen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit mit der bewussten Einnahme psychowirksamer Pflanzen und Pilze einhergeht.

Den Aspekt der gemeinsamen Genese von Mandragora und Mensch finden wir auch in der Mär, die besagt, dass „Gott“ bei der Erschaffung des Menschen zunächst an der Alraune geübt hat (wegen ihrer menschenähnlichen Wurzel), sowie in der alttestamentarischen Genesis, wonach Eva den Adam dazu verführt hat, von dem Apfel des Baumes der Erkenntnis1 zu naschen. Diese Frucht wird nicht selten als Alraunenfrucht gedeutet.

Die Früchte schenken göttliche (=allumfassende) Erkenntnis, langes Leben und gute Gesundheit. Wer von ihnen isst, wird mit Visionen der sich selbst offenbarenden Grossen Göttin beschenkt.

Heutzutage ist die Alraune relativ selten wild zu finden, hauptsächlich auf einigen Mittelmeerinseln und im Vorderen Orient, an trockenen, sonnigen Stellen. Ihre Samen können aber bei speziellen ethnobotanischen Fachversänden bestellt werden.

Inhaltsstoffe

Die psychoaktive Wirkung von Mandragora wird vor allem den Alkaloiden2 Atropin und Scopolamin zugeschrieben, deren chemische Struktur einigen unserer körpereigenen Botenstoffe ähnelt (Acetylcholin, Adrenalin und Noradrenalin). Daher können die Pflanzenwirkstoffe ebenso hemmend bzw. erregend auf unser vegetatives Nervensystem einwirken.

Das vegetative Nervensystem regelt die unwillkürlichen Vorgänge in unserem Körper, wie Atmung, Verdauung, Herzschlag etc. und besteht aus 2 Antagonisten: der Sympathikus wird bei Erregung aktiviert, der Parasympathikus ist im Ruhezustand aktiviert und bei Erregung gehemmt. [Diese Erläuterung ist aus Verständnisgründen sehr vereinfacht.; Anm. M.B.] Atropin und Hyoscyamin (welches beim Trocknen zumeist in Scopolamin übergeht) hemmen den Parasympathikus, wirken also erregend auf den Körper. [Man beachte, dass Hyoscyamin kein Hauptalkaloid der Mandragora officinarum ist.; Anm. M.B.]

Scopolamin 3 wirkt beruhigend und entspannend (bis hin zur Atemlähmung bei Überdosierung!). [Beruhigend und entspannend klingt sehr genussvoll. Scopolamin-Erfahrungen sind m.E. allerdings eher von narkotisierender, trübender, halluzinogener Natur. Eine letale Dosis kann ab 14 Milligramm erwartet werden.; Anm. M.B.]

Diese gleichzeitige Aktivierung der beiden Gegenspieler unseres Nervensystems könnte vielleicht die körperliche Ursache für die Halluzinationen sein, von denen User nach Konsum von Nachtschatten-Rezepturen berichten. Da nämlich die Energie, die für den Aktivitätsbefehl vom Sympathikus zur Verfügung gestellt wird, nicht in Bewegungsenergie umgesetzt werden kann (Muskelentspannung durch Scopolamin), fließt sie evtl. in die Gehirnaktivität.

Die „Geschwister“ der Mandragora aus der Familie der Nachtschattengewächse, Atropa belladonna (Tollkirsche), Datura (Stechapfel), Brugmansia (Engelstrompete) und Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), besitzen die gleichen Alkaloide und sind ähnlich in ihrer Wirkung.4

Flugsalbe

Trotz der eher unauffälligen äußerlichen Erscheinung galt Mandragora im Europa des Mittelalters nicht nur als eine Art medizinisches Allheilmittel, sondern nahm aufgrund seiner starken psychoaktiven Wirkung auch eine hervorragende Stellung in den Hexenzirkeln ein.

Als Zauberpflanze verdankte sie ihre Berühmtheit bei Hexen und Magiern der stark betäubenden Wirkung und der bizarren Form der Wurzel, die zuweilen dem menschlichen Körper ähnelt.

Allerlei „Giftiges“ mix(t)en die Hexen laut (mündlicher) Überlieferung in ihre Salben und Getränke. Diese Giftigkeit bezieht sich wohl auf die bewusstseinsverändernde Wirkung der Rezepturen und auf die tatsächliche Tödlichkeit bei Überdosierung der Inhaltsstoffe.

Mandragora gilt zusammen mit Atropa, Datura und Hyoscyamus als Hauptingredienz der Hexenschmiere oder Flugsalbe. Sie wurde auf bestimmte Körperstellen aufgetragen (Schläfen, Handgelenk, Geschlechtsorgane, Kniekehlen etc.) und bewirkte wirklichkeitsnahe Phantasiereisen wie z.B. den Hexenflug zum Blocksberg, die Lügengeschichten des Baron von Münchhausen, Hippie-Trips. Der Besenstiel der Hexen hat hier wohl eher symbolische Bedeutung, vor allem als Fluggerät. Das Gefühl, sich in die Luft zu erheben und dahinzuschweben, ist für den Rauschzustand, den die Hexenkräuter erzeugen, bezeichnend.

Obwohl die Gattung Mandragora (je nach Taxonomie) sechs verschiedene Arten umfasst, hat nur M. officinarum als Halluzinogen in Magie und Hexenkunst eine entscheidende Rolle gespielt. Die Alraune gilt auch als eine der Hauptzutaten in der mittelalterlichen Pappelsalbe5 (Unguentum populi). Rezepte hiervon werden in vielen Kräuterbüchern angeführt, die mit den mündlichen Überlieferungen von Zutaten und Applikation der Hexensalbe nahezu identisch sind.

Göttinnenaspekte

Die Alraune war die heilige Pflanze der griechischen Aphrodite, die den Beinamen Mandragoritis hat. Zu Ehren dieser Liebesgöttin wurde während rauschender Tempelorgien psychoaktives Alraunenbier (bzw. -wein) genossen.

Die Wurzel wurde der griechischen Göttin Hekate zugeordnet, der Hüterin des Totenreiches und gleichzeitig Göttin der Geburt (wie unsere Frau Holle).

Sie gehörte zu den Gartenpflanzen der ägyptischen Liebesgöttin Harthor und war auch die Zauberpflanze der Kirke (Mandragora Circaea wurde sie von Dioscurides bezeichnet), die mit ihr die Mannen des Odysseus in Schweine verwandelte. Als Meisterin der Gifte war Kirke ebenfalls eine Totengöttin und Seelenbegleiterin.

Mythologie

Um die Mutter aller Zauberpflanzen ranken sich unzählige Mythen und Geschichten, von denen ich einige hier vorstellen möchte.

In der Spätantike wurde die Alraune als Geschenk des griechisch- ägyptischen Gottes Toth (= Hermes Trismegistos), dem Gott der Alchemie, betrachtet. Elfen und ähnliche Geschöpfe werden in orientalischen Märchen mit dem bekannten Magier und König Salomon in Verbindung gebracht, der sie mit Hilfe seines berühmten Siegelringes beherrscht und erforscht habe. Ein Stück Mandragorawurzel soll in diesen Ring eingearbeitet gewesen sein und ihm seine Wirksamkeit verliehen haben. Überhaupt habe Salomon die Alraune über alles geschätzt und in seinen Gärten gezüchtet. Auch in der Bibel (AT) wird die Pflanze als „dùdà’im“ (= Liebesapfel) im Hohelied des Salomon besungen. Eine weitere Erwähnung findet dudaim als Aphrodisiakum und Streitapfel zwischen Lea und Rahel, den beiden Frauen Jakobs.

Der Mythos um das Sammeln der Alraune hat im Laufe der Geschichte nahezu dämonische Formen angenommen. Der griechische Arzt Theophrast (ca. 370-328 v. Chr.) beschreibt in seiner Geschichte der Pflanzen noch ein vergleichsweise einfaches Sammelritual, wobei zunächst mit dem Messer 3 Kreise um die Alraune in der Erde gezogen werden müssen und die Wurzel dann bis auf ein letztes Stück langsam freigelegt wird. Der Sammler steht dabei mit dem Gesicht nach Westen. Während auch der letzte Teil der Wurzel aus dem Boden gezogen wird, muss der Sammler um sie herumtanzen und aus den Mysterien der Liebe (oder – an anderer Stelle- so viel Unanständigkeiten wie möglich) rezitieren.

Dieses Ritual wurde dann – wie es der Königin der Zauberpflanzen gebührt – immer mehr ausgeschmückt, bis hin zu der Version, dass zur Ernte der Mandragora die Hilfe eines großen, schwarzen Hundes benötigt würde, da die Pflanze beim Ausgraben einen grellen (tödlichen) Schrei ausstoßen würde, der aber den Hund anstelle des (weit entfernt wartenden) Sammlers töte oder in den Wahnsinn triebe. Ich sehe allerdings in der älteren Version Übereinstimmungen mit den magischen Sammelregeln in der Heilkräuterkunde, wie sie Wolf-Dieter Storl in seinem Buch Kräuterkunde aufgeführt hat. U.a. wird hier empfohlen, die Heilkräuter von Westen her anzugehen, mit dem Gesicht nach Osten gewandt. Zauberkräuter werden vom Osten her angegangen, mit dem Gesicht in Richtung Westen. Weiterhin werden die Heilkräuter vor dem Absammeln rituell in den Mittelpunkt gestellt und rechtsläufig (deosil) umwandert (oder mit dem Stab umschrieben) sowie mit einem Zauberton besungen (es wird ihnen also die Absicht des Sammlers mitgeteilt). Die Alraune stößt in den meisten Sagen der Kräutersammler „wie ein lebendiges Wesen“ Laute aus (wie auch der Peyote). Dies scheint ein Hinweis auf die das Gehör beeinflussende Wirkung der Pflanze zu sein.

Die Alraunenwurzel als Talismann6 wurde wöchentlich gebadet und in Samt gekleidet. Sie sollte dem Besitzer Glück, Geld und Gesundheit bringen sowie Erkenntnisse über die magischen Zusammenhänge von Zukunft und Gegenwart. Die der Mandragora zugesprochenen Kräfte führten im Mittelalter zu einem wahren Boom. Quacksalber verkauften das anthropomorphe (menschengestaltige) Wichtelmännchen sehr teuer, wobei es sich allerdings meist um bearbeitete Versionen anderer Pflanzenwurzeln handelte, wie Zaunrübe, Wilde Möhre, Schöllkraut, Knabenkraut (= Alraune des Nordens), Ginseng (=Alraune des Ostens), Enzian, Allermannsharnisch u.v.m.

Die Bezeichnung Galgenmännlein rührt daher, dass die Pflanze angeblich besonders häufig auf Galgenplätzen gefunden wurde (es soll aus dem Sperma der Gehängten wachsen).

Dies könnte mit dem Brauch zusammenhängen, den zum Tode Verurteilten als Henkersmahl einen mit Mandragora versetzten, narkotisierenden Trank zu verabreichen. Noch enthaltene Pflanzensamen konnten durch Verschüttung oder nach Passage durch den Körper der Todeskandidaten zu Boden gefallen und gekeimt sein.

Medizinische Verwendung

Seit der Antike ist die Mandragora als nahezu Allheilmittel bekannt. Sie wurde bei unzähligen Krankheiten innerlich angewandt, als Salbe aufgetragen oder geräuchert. Während der griechischen Hochkultur war die Alraune das wesentliche Symbol der Arzneikunde und Pharmakologie. In der Frauenheilkunde wurde sie als wichtiges gynäkologisches Mittel eingesetzt:

✧ zur Steigerung der sexuellen Lust

✧ zur Förderung der Fruchtbarkeit

✧ zur Erleichterung der Geburt

✧ als Abortivum sowie

✧ zur Austreibung einer Todgeburt.

Je nach Dosis wirkt sie entspannend, aphrodisierend, einschläfernd (altertümliches Schlafmittel), als Schmerzmittel (bei mittelalterlichen chirurgischen Eingriffen), als Narkotikum (bis in die Neuzeit), tödlich (durch Lähmung des Atemzentrums).

Als Aphrodisiakum entfacht der Duft der Früchte die Liebeslust und Wurzelprodukte steigern die Potenz. Der Verzehr der Mandragorafrüchte scheint unbedenklich, da sie nur einen geringen Alkaloidgehalt aufweisen (nach Rätsch 1998). Ihr Geschmack soll an den von Tomaten7 erinnern.

Märchen

Sagen scheinen zumeist Schilderungen von wunderbaren, offenbar mittels pflanzlicher Hilfsmittel unternommenen Seelenreisen zu sein, die aber stets vom Standpunkt des Uneingeweihten berichtet werden. Märchen sind Bilder der gleichen Vorgänge, jedoch in der ursprünglichen Version und von denjenigen erzählt, die selber auf diese rätselhafte Reise gingen. Geschehnisse, die den Sagenerzähler mit abergläubischem Schreck erfüllen (ein Bund mit unsichtbaren Mächten, ein Flug durch die Lüfte, Verwandlungen in Tiergestalten u.dgl.), werden vom Märchenerzähler in aller Ruhe als Möglichkeiten dargestellt, die es in seiner Welt nun einmal gibt.

Direkt benannt oder indirekt beschrieben kommt die Alraune in vielen der heute bekannten Märchen vor. Die Hauptfiguren erfahren ihre Weisheit durch Scheintod. Auf ihren inneren Reisen erlangen sie Erkenntnisse von tiefen Geheimnissen, die einer Initiation gleichkommen. Pfeifenrauch und Flaschengeister symbolisieren hier den magischen Gebrauch der Mandragora. Oft werden in Märchen auch magische Blumen und ihre Zauberkraft beschrieben, die ähnliche Eigenschaften besitzen, wie im Volksglauben der Alraune zugesprochen wurden.

Goethes bekannte Erzählung „Das Erdkühlein“ handelt von Mandragora und deren glücksbringendem Zauber, wenn man die entsprechenden Ernterituale weiß. In der alten Fassung von „Rapunzel“ kommen drei Zauberäpfel vor, mit deren Hilfe die Heldin aus dem Turm entkommt. Die Puppe der Wassilissa, die von ihrer bösen Stiefmutter zur russischen Baba Jaga in den Wald geschickt wurde um Feuer zu holen, gleicht sehr der Alraunenwurzel. Im Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ erfüllt das Fischlein alle Wünsche der Frau, nur nicht den nach größenwahnsinniger Allmacht.

Die Alraune, die ihrem Besitzer dem Volksglauben nach ebenfalls nahezu alle Wünsche erfüllte, stand wohl auch hier Pate. Vielleicht ist dieses Märchen als Warnung zu verstehen, nicht zu sehr und zu lange in die magische Welt mit Hilfe der Zauberwurzel einzutauchen (und sich bald selbst für ein göttliches Wesen zu halten), um später nicht verzweifelt und „machtlos“ im erbärmlichen Alltag zu erwachen. Am liebsten führe ich in diesem Zusammenhang das Märchen „Schneewittchen“ an, in dem die unschuldige Protagonistin von der bösen, neidischen Stiefmutter dazu verführt wird, in den vergifteten Apfel zu beißen und scheinbar tot umfällt. Schneewittchen macht mit Hilfe dieses Apfels eine Reise durch die Unterwelt ins Reich des Lichtes und wacht in den Armen ihres Prinzen wieder auf.

Der Apfel als Zaubermittel und als Ursache zu unglaublichen Verwandlungen, als Auslöser des magischen Schlafes und des (Schein-)Todes, als Erzeuger des Wahnsinns und der leidenschaftlichen Liebe, als sprechendes, denkendes Wesen und als Wegweiser in das Märchenland (Frau Holle) führt uns hier direkt zu den Alraunefrüchten.

Auffälligerweise ist die Bezeichnung „Apfel“ auch mit anderen Nachtschattengewächsen verknüpft:

✧ Erdapfel = Kartoffel (Solanum tuberosum)

✧ Liebesapfel = Tomate (Lycopersicon spp.)

✧ Stechapfel = Datura spp.

✧ Schlafapfel = Atropa spp. und Hyoscyamus spp.

Zum Schluss noch einige Beispiele der abendländischen Literatur, in denen Mandragora als Zauberpflanze erwähnt wird: Goethes „Faust“, Shakespeares „Macbeth“ sowie „Romeo und Julia“9, Homers „Odysseus“, Hauffs „Zwerg Nase“, Rowlings „Harry Potter“ und im Kindercomic Die Schlümpfe (u.v.v.m.)

1 Den Baum der Erkenntnis gibt es nicht nur im alttestamentlichen Paradies. In der griechischen Mythologie steht er in Hekates Garten, behaftet mit dem goldenen Vlies. Im Garten der nordischen Freya ist er mit goldenen Äpfeln bestückt. Er ist ebenso der ursprüngliche Weltenbaum (Yggdrasil), der heilige Baum der Schamanen.

2 Alkaloide sind proteinähnliche Produkte aus dem Stoffwechsel einiger Pflanzen, in deren Molekülen Stickstoff eingelagert ist. Sie dienen u.a. dem Fraßschutz.

3 Scopolamin wurde früher als Wahrheitsserum verwendet, da es zu Willenlosigkeit und Apathie führt.

4 Warnhinweis: Alraune sind Lebewesen, deren individueller Alkaloidgehalt stark schwanken kann. Ein Herumexperimentieren ohne fachliche Begleitung kann zum Tod durch Atemlähmung führen. Von Scopolamin wird behauptet, es lagere sich bis zu 6 Monaten subcutan (unter der Haut) ein.

5 Die Pappelsalbe war bis in die Neuzeit sehr beliebt und wurde ähnlich wie heute Acetylsalicylsäure als universelles Schmerzmittel angewendet.

6 Im Zusammenhang mit diesem Wurzelkult könnten die Darstellungen der Galgenmännlein auf mittelalterlichen Kunstwerken (z.B. auf dem „Gart der Gesundheit“ der Antwerpener Drucke, 1533 u. 1547) Vorläufer unserer heutigen Gartenzwerge sein.

7 Auch Tomaten und Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen, beinhalten aber nicht oben beschriebene Alkaloide.

8 Z.B. beschrieb Faust seine Beschwörungen im Rauch (Rausch?).

9 „Shakespeare“ wurde angeblich durch Berichte von Mandragorawirkungen zum Schreiben dieser Tragödie angeregt.

Literatur:

Golowin, Sergius, Die Magie der verbotenen Märchen, Merlin Verlag Hamburg (o.Datum)

Hansen, Harold A., Der Hexengarten, trikont-diantus 1981

Müller-Ebeling, Claudia; Rätsch, Christian; Storl, Wolf-Dieter, Hexenmedizin, AT-Verlag 1999

Rätsch, Christian, Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, AT-Verlag 1998

Storl, Wolf-Dieter, Kräuterkunde, Aurum-Verlag Braunschweig, 1996

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