Mandragora officinarum – Alraune

Die Alraune, eine mehrjährige Pflanze, wächst auf Feldern und auf steinigen Plätzen Südeuropas. Sie gehört der Familie der Nachtschattengewächse an, zu der auch die Tollkirsche, der Stechapfel und das Bilsenkraut gehören. Die Al- raune ist eine der klassischen Hexen- und Zauberpflanzen des Mittelalters und zahlreiche Sagen ranken sich um sie.

Verwendung: Verwendet wurde der Aufguß aus der zerkleinerten Wurzel. l /4 bis 1/2 Teel. (gestrichen) ist eine wirksame und noch sichere Dosis. Die Alraune war auch Bestandteil der Hexensalben, die durch das Auskochen verschiedener Pflanzen in Schweineschmalz hergestellt wurden.

Wirksame Inhaltsstoffe: Scopolamin, Hyoscyamin, opiod wirksames Man- dragorin und andere Alkaloide.

Wirkungen: Halluzinationen, gefolgt von totenähnlicher Trance und Schlaf. Die narkotische Wirkung steht aufgrund des Mandragoringehalts und des im Verhältnis zu anderen Alkaloiden relativ hohen Scopolamingehalts im Vergleich zur Tollkirsche stärker im Vordergrund. Im halbnarkotischen Zustand kann es zu sexueller Enthemmung kommen. Kleine Dosen bewirken einen schlafähnlichen Trancezustand mit luziden Träumen.

Nebenwirkungen: Nachtschattenalkaloide sind in ihrer Wirkung auf den Or- ganismus des Einzelnen nicht vorhersagbar. Dosierungen, die von einer Person gut vertragen werden, könne bei anderen zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Allgemein häufige Neben- und Nachwirkungen von Nachtschattendrogen sind: Übelkeit, Brechreiz, unangenehm übersteigertes Tastgefühl, verminderte Sehschärfe durch Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit. Der deutliche Anstieg des Herzschlags kann bei Menschen mit vorgeschädigtem Herzen (Verengung der Herzkranzgefäß, Angina pectoris, Herzinfarkt) zu Problemen führen. Solche Personen sollten Nachschattengifte unbedingt meiden. Bei der wiederholten Anwendung innerhalb kurzer Zeiträume können bereits geringe, sonst harmlose Mengen zu einem voll ausgeprägten Rauschzustand führen. Im Mittelalter wurde von Kräuterkundigen behauptet, daß der andauernde Gebrauch von Alraune, Tollkirsche, Bilsenkraut und Stechapfel zu Geistes- schwäche führt. Durch die erheblichen Nebenwirkungen dürfte es aber kaum zum gewohnheitsmäßigen Gebrauch dieser Pflanzen kommen. Vergleichen Sie zu den Wirkungen und Nebenwirkungen auch die Abschnitte über Atropa Bel- ladonna, Datura stramonium und Hyoscyamus niger.

Bezugsquellen: Kann in Südeuropa wildwachsend gefunden werden, gele- gentlich in deutschen Gärtnereien.

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