Lophophora williamsii, Peyote

Fakten über den Kaktus

Cactaceae (Kaktusgewächse); Cactoideae, Tribus Cereeae ( = Cacteae); Subtribus Echinocacteinae (= Echinocactinae).

Lophophora williamsii (früher auch Echinocactus williamsii, Anhaloniwn williamsii, oder der Mammillaria-Spezies zugehörig) ist der lateinische Name für den Peyote Kaktus (auch ‚Peyotl‘ genannt, was aus dem aztekischen kommt), der nur in einem kleinen Gebiet um den Rio Grande im Nordosten Mexikos und Texas beheimatet ist. Er wächst also vorwiegend in der Chihuahuan Wüste. Er ist ein stacheloser Kaktus und bildet überirdisch eine kleine Knospe (die Peyote-Knospe oder auch Peyote-Button genannt) aus, die eine blaugrüne bis hin zu graugrüne Farbe hat. Die Wurzel des Kaktus hat Ähnlichkeit mit einer Karotte und enthält nur geringe Konzentrationen an Alkaloide, wohingegen in dem Button viele verschiedene Alkaloide zu finden sind die teilweise sehr hoch konzentriert sind. In der Mitte des Button befindet sich eine Art Flaum, dem der Peyote Kaktus auch seinen Namen zu verdanken hat, denn in der Nahuatl-Sprache bedeutet Peyote soviel wie ‚Kokon-Seide‘. Auch der lateinische Name bezieht sich auf diese Quaste, denn Lophophora bedeutet soviel wie ‚Federbusch-Träger‘. Dieser Flaum ist in Form von Quasten angeordnet, in denen sich Samenhülsen befindet, die mit kleinen schwarzen Samen gefüllt sind. Diese Quasten gehen aus den verwelkten und befruchteten Blüten hervor. Die Blüten sind schlanktrichterig bis radförmig und werden bis zu 3 cm lang und erreichen einen Durchmesser von 2,5 cm. Sie haben eine zart-rosa bis tief violette Farbe. Die Samenhülse die aus der verblühten Frucht entsteht ist kugelig bis länglich und erreicht eine Länge von ungefähr 1 cm. Sie hat eine rosa bis rote Farbe (Albert und Mullen, 2006). Die Quaste wandert dann mit dem Wachstum des Kaktus nach außen und nach unten, bis eine neue Blüte erscheint. Hennings (1888) beschriebe Peyote folgendermaßen (Becker, 1985):

Die bläulich grau-grünen Pflanzen haben einen starken Rübenkörperteil mit 8-10 Rippen, die meist undeutlich zusammenfließend gehöckert sind. Die Kaktee wird oberirdisch bis zu 1,5 cm hoch, bei einem Durchmesser von 4 cm. Ihr Gewicht beträgt 20-30 Gramm. Die Zapfenwurzel steckt etwa 10 cm tief in der Erde; der Scheitel ist mit wolligen, schmutzigweißen Haaren bedeckt. Die Areolen sind 0,3 bis 1,5 cm voneinander entfernt, rund, rnit steifen Büscheln von Haaren, mäßig lang mit grauer oder weißer bis gelblicher Farbe. Zu Beginn zeigt der Sämling 1 mm lange zart gefiederte Stacheln, die in Büscheln stehen. Die Blüten sind klein, kurz und haben einen Durchmesser von etwa 1,25 cm. Sie kommen aus einem ziemlich straffhaarigen Scheitel, der im eigentlichen Scheitelpunkt kein Polster bildet. Die schlanktrichterigen Blüten sind im Hochstand ausgebreitet. Die Schuppen sind grün und eventuell oben an der Röhre berandet. Die Ovarien haben eine ellipsoide Höhlung und sind nackt. Die wenigen Perigonblätter sind hellrosa, manchmal mit dunkleren Randstreifen versehen. Die Staubfäden sind weiß, die Narbe gelb. Der etwa einen Zentimeter lange rötliche Fruchtknoten ist keulenförmig. Die wenigen kugeligen, schwarzen, am Grunde gestutzten Samen sind matt, punktiert und haben einen Durchmesser von 15 mm. Wurzel und Haarschopf werden abgeschnitten, das besonders an Mescalin reiche und chlorophyllhaltige Mittelstück (Mescal button, botons des mescal) wird zum Genuss verwendet. Das Peyotestück ist faserig, krautig und braungelb.


Diese Kaktusart wächst sehr langsam, und es dauert ca. 13 Jahre bis er das erste Mal blüht. Das Wachstum von Peyote kann man aber beschleunigen, indem man ihn auf eine schnell wachsende Art aufpropft. Dieses Verfahren wurde von der Industrie entwickelt und man benutze meist den sehr schnell wachsenden Opuntia-Kaktus. Ein Peyote-Button ereicht eine maximale Größe von ca. 10 cm im Durchmesser, und anstatt weiter zu wachsen bilden sich in diesem Stadium kleinere Knospen am unteren Ansatz des ausgewachsenen Buttons. Dadurch entstehen die charakteristischen Peyote-Cluster. Oftmals wurde aufgrund der ähnlichen Nomenklatur der Peyote-Kaktus mit der Meskalin-Bohne (der lateinische Name lautet Sophora secundiflora). Die aktive Komponente des Peyote-Kaktus wurde von Heffner (Stafford, 1980) Meskalin getauft, was auf die Mescalero-Indanier zurück zu führen ist. Die Meskalin-Bohne wächst auch in der gleichen Region und ist neben dem Peyote eine der wenigen blühende Pflanze in der Region. Diese Bohne ist allerdings hoch-giftig und sollte nicht verzehrt werden (Verzehr von 1/4 bis 1/2 Samen kann zum Tode führen). Peyote wurde ebenfalls häufig mit der Meskal-Pflanze verwechselt (aufgrund der Bezeichnung), einer Agave die zur Schnapsproduktion (dem berühmten mexikanischen Schnaps namens ‚Pulque‘) genutzt wird. Neben der verwirrenden Bezeichnung (denn der Kaktus hat erst seit Ende der dreißiger Jahr seinen endgültigen Namen Lophophora williamsii), war auch die Tatsache, dass es wirklich noch eine zweite Art entdeckt, die lediglich im Staat Querötaro in Zentralmexiko beschränkt ist. Diese heißt Lophophora diffusa (eine /ew/w/7-Typus), und zeigt zu Beginn des Wachstums in einem sehr frühen Stadium die Charakteristika einer Art, transformiert sich aber mit dem Alter in die andere Form (Stafford, 1980).

Bezugsquellen
Hier sind exemplarisch Bezugsquellen  aufgeführt. 
Psychoaktive Kakteen

, Peyote
Lophophora williamsii-,-Peyote