Lophophora williamsii, Pharmakologie

Chemische Formel von Meskalin und Pharmakologie

Die halluzinogene Wirkung von Peyote wird hauptsächlich dem Alkaloid Meskalin zugeschrieben, welches chemisch ein 3,4,5-Trimethoxy-phenethylamin ist. Chemisch gesehen ist es dem Hormon Adrenalin und dem Neurotransmitter Noradrenalin sehr ähnlich, als auch den ZNS-Stimulantien Amphetamin und Methamphetamin.

Der Effekt tritt erst ca. 1-2 Stunden nach Meskalineinnahme ein, was vermuten lässt, dass nicht Meskalin die rauschverursachende Substanz ist, sondern ein Metabolit (ein Abbauprodukt). Um dies zu verifizieren hat man die Stoffwechselprodukte des Meskalins im Urin von Menschen untersucht, und man fand folgende Verbindungen (Becker, 1985):

Metabolit Prozentuale Ausscheidung (auf die eingenommene Menge bezogen)
Meskalin 55-60%
3.4.5-Trimethoxyphenylessigsaure 27-30%
3-Hydroxy-4.5-dimethoxyphenylessigsaure 5,0%
N-Acetyl-3.4-dimethoxy-5-hydroxyphenylethylamin 5,0%
3-Hydroxy-4.5-dimethoxyphenylethylamin 3,5%
4-Hydroxy-3.5-dimethoxyphenylethylamin 2,7%
3.4-Dihydroxy-5-methoxyphenylessigsäure 2,5%
N-Acetylmescalin 0,1%

Man hat herausgefunden, dass nur ca. 2% des Meskalins die Blut-Gehirn-Barriere durchdringen kann, und dass das meiste in die Leber transportier wird. Man vermutet, dass ein Meskalin-Lebereiweißkomplex für die rauschverursachende Wirkung verantwortlich ist, und man fand einen Zusammenhang zwischen dem Maximalgehalt des Komplexes und dem Höhepunkt der Wirkung. Ca. 27 g Trockengewicht entsprechen einer Menge von etwa 300 mg Meskalin.

Weitere Alkaloide isoliert aus Lophophora williamsii

Die wichtigsten Alkaloide, neben Meskalin, werden in den folgenden Absätzen kurz behandelt. Peyote beinhaltet unter anderem die Alkaloide b-Phenethylamine (Anhalonin), Anhalodin, Anhalonidin, Dopamin, Hordenin, Lophophorin, Pellotin, und Tyramin.

Pellotin (Peyotin)

Ein weiteres Alkaloid was in Peyote vorkommt, ist das Pellotin. Es ist ein N-Methylanhalonidinderivat und seine Nomenklatur lautet N-Methyl-6,7-dimethoxy-8-hydroxy-1-methyl- 1.2.3.4-tetrahydroisochinolin. Das Salz dieser Substanz ist wasserlöslich und hat einen sehr bitteren Geschmack. Bei einem Menschen (75 kg schwer) führen Dosen von 50-60 mg Pellotin zu Müdigkeit, Abneigung gegen geistige und körperliche Anstrengungen und eine Verlangsamung der Herzfrequenz. Man konnte keine halluzinogenen Eigenschaften von Pellotin fest stellen.

Anhalonin

Anhalonin ist 6-Methoxy-7.8-methylendioxy-l-methyl-I.2.3.4-tetrahydroisochino, ein Alkaloid das bei Konzentrationen von 100 mg beim Menschen lediglich, wenn überhaupt, eine leichte Schläfrigkeit hervorruft.

Lophophorin

Lophophorin ist ein N-Methylanhaloninderivat, das bei einem 75 kg schweren Menschen Kopfschmerzen, ein gerötetes Gesicht, Hitzewallung und eine verminderte Pulsfrequenz bewirkt. Diese Symptome kann man ab einer Konzentration von 20 mg Lophophorin beobachten.

Bezugsquellen
Hier sind exemplarisch Bezugsquellen  aufgeführt. 
Psychoaktive Kakteen

Pellotin (Peyotin)