Lophophora williamsii – Peyote

Während viele andere Kakteen von Laien nicht immer leicht zu unterscheiden sind, prägt sich der Peyote sofort ein: Ein rundlicher Kaktus, blaugrün, weich, ohne Stacheln, dafür mit kleinen Haarbüscheln. Der Peyote wächst ausgesprochen langsam: Bis er ausgewachsen ist, können 15 Jahre vergehen. Peyote ist der bekannteste rituell gebrauchte Kaktus. Wie Berichte spanischer Chronisten bezeugen, wurde er im Mexiko der Azteken zeremoniell gebraucht. Archäologischen Funden nach zu schließen, ist die kultische Einnahme dieses Kaktus noch wesentlich älter, man spricht von bis zu 4000 Jahren. Auch die der Konquista folgende, Jahrhunderte währende, barbarisch-blutige Unterdrückung alter Bräuche durch die katholische Kirche konnte den Gebrauch der Kakteen nicht ausrotten. Seit Anfang des Jahrhunderts gibt es in den USA die Kirche,,Native American Church“, in der der Peyote als Sakrament verwendet wird. Ethnologen, die diese studierten, berichteten immer wieder über die positive Wirkung, die diese Gemeinschaft auf die Indianer ausübt. Insbesondere der weit verbreitete Alkoholismus wird als Folge der Peyote-Zeremonien oft aufgegeben. Den Mitgliedern der „Native American Church“ sind Besitz und zeremonieller Gebrauch des Kaktus nach höchstrichterlichen Entscheidungen dann gestattet, wenn sie mindestens 25% indianisches Blut nachweisen können.

Verwendung Der getrocknete oberirdische Teil der Pflanze, der sogenannte Mescal Button, wird ausgekaut. 5 bis 20 solcher Buttons gelten als Normaldosis.

Wirksame Inhaltsstoffe: Etwa 1% des Trockengewichts Mescalin, sowie zahlreiche Nebenalkaloide, u.a. Anhalonin, Anhalodin, Anhalonidin, Hordenin, Lophophorin. Gerade die Nebenalkaloide werden für die unangenehmen Nebenwirkungen verantwortlich gemacht.

Wirkungen: Halluzinogen. Die Wirkung setzt etwa nach einer bis eineinhalb Stunden ein und dauert bis zu 12 Stunden. Nicht selten kommt es zu einer religiös gefärbten, visionären Euphorie, zu mystischen, ekstatischen Halluzinationen. Veränderung aller Sinne, besonders das Farbsehen wird intensiviert. Geräusche werden übersteigert wahrgenommen. Auch Depersonalisation kann auftreten. Alltägliche, banale Gegenstände erhalten eine neue, mystische Bedeutung. In den frühen Büchern von Carlos Castaneda berichtet dieser ausführlich über den kultischen Gebrauch von Mescalin. Niedrige Mescalindosen wirken aphrodisierend.

Nebenwirkungen: Ausgeprägte Übelkeit und Erbrechen besonders in der ersten Stunde nach der Einnahme sind die Regel. Die Übelkeit legt sich im Lauf der Erfahrung. Die Aktivierung latenter Psychosen und das Auftreten von sog. „Horrortrips“ ist möglich.

Sonstiges: Mir ist zu Ohren gekommen, daß verschiedentlich 10 oder 20 junge Peyote gekauft und vermutlich verspeist wurden. Sowas ist Unsinn; selbst vierzig oder fünfzig kleine Exemplare würden kaum ausreichen, einen auch nur leichten Trip hervorzurufen, erst recht, wenn die Pflanzen aus deutscher Zucht stammen. Doppelt ärgerlich ist dies deshalb, weil der Peyote zunehmend seltener wird, an seinen natürlichen Standorten von der Ausrottung bedroht ist, und strengstem Schutz unterliegt. Die Nachzucht solcher Pflanzen sollte unbedingt geschont werden. Mescalin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz.

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