Lophophora williamsii, Geschichte

Traditionelle Einnahme bei den Indianern

Über die genauen Umstände die zur Entdeckung von Peyote führte, gibt es keine genauen Angaben. Es ist aber bekannt, dass Peyote lediglich von 5 Indianerstämmen konsumiert wurde, was sich aber ab 1880 änderte. Es ranken sich mystische Geschichte um die Entdeckung des Peyote von diesen Indianerstämmen. So z.B. wird erzählt, dass ein verirrtes Stammesmitglied nahe dem verdursten und verhungern aus Not die kleinen und bitteren Knollen probiert hätte. Eine andere Geschichte besagt, dass ein anderes Stammesmitglied ebenfalls dem Tode nahe, eine Stimme hörte die ihm befahl, diesen Kaktus zu essen und zurück zum Stamm zu bringen, damit er den Menschen Mut und Frieden bringt. Mit der Eroberung Mexikos durch die Spanier wurde, wie bereits zuvor der Zauberpilz Psilocybe cubensis, auch Peyote einer breiteren Masse zugänglich. Kurz nach dem Einfall wurde der Peyotekult bis nach Chichimeca, Toltec und der aztekischen Welt gebracht. Das erste schriftliche Zeugniß was den Gebrauch von Peyote dokumentiert ist der ‚Florentiner Codex‘ (Sahagún, 1560; es wurde 3 Jahrhunderte nach seiner Abfassung veröffentlicht). Sahagún schrieb, dass „Jene, die davon essen entweder furchterregende oder freudvolle Visionen haben… (Peyote) gibt ihnen Mut zu kämpfen und läßt sie weder Furcht noch Hunger oder Durst spüren, und sie behaupten, dass sie vor Gefahren schützt“.

Ausrottung des Peyote-Kults durch die Spanier

Die Spanier hatten eine sehr negative Haltung gegenüber der Kaktee, und nannten sie ‚raiz diabolica‘, was soviel heißt wie teuflische Wurzel. Vor allem störte sie der Gebrauch von Peyote in katholischen Zeremonien, wo er anstatt der Hostie gereicht wurde. Dies führet dazu, dass der Gebrauch von Peyote 1620 offiziell von der Inquisition verboten wurde und in einem katholischen Handbuch von 1760 sogar mit dem Kannibalismus gleichgesetzt wurde. Trotz der immensen Anstrengungen Peyote aus dem Leben der Menschen zu verbannen, behielten die Indianerstämme ihre Peyote-Riten bis zum heutigen Tage bei (Stafford, 1980). Es wird vermutet, dass der Peyotekult, der trotz der Verfolgung durch die Inquisition in nahezu reiner Form erhalten blieb, durch die Mescalero-Apachen als auch durch die Lipan von Mexiko nach Nordamerika gelangten und dort zu der Gründung der Native American Chruch führte.

Christliche Form des Peyote-Kults

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg hat sich Peyote auch ab 1870 immer weiter nördlich ausgebreitet, und gelangte so in die Vereinigten Staaten. Dadurch verbreitete sich auch der christliche Peyote-Kult, und fand vor allem Anklang bei den Prärie-Indianern, da diese Visionen sehr zu schätzen wussten. Die Verbreitung wurde noch durch missionarische Tätigkeiten beschleunigt. Ungefähr 50 Nordamerikanische Stämme übten den christlichen Peyote-Kult aus. Obwohl es von Stamm zu Stamm Unterschiede in der Ausübung des Kults gab, so war im Grunde die Struktur immer gleich. Die Zeremonie findet immer an einem Samstag in einem Tippizelt statt, und beginnt bei Sonnenuntergang. Vor einem Altar brennt ein Feuer, und es es sind verschiedene Personen mit verschiedenen Aufgaben während solch einer Zeremonie anwesend. Da ist zum einen der Roadchief, der den Großen Geist repräsentiert und den ‚Peyote-Weg‘ aufzeigt. Er ist der Zeremonieführer. Dann gib es noch den Firechief, der den zu Gast weilenden Geist repräsentiert. Er bewacht die Türe und versorgt Kranke, zündet das Feuer an und kümmert sich danach um selbiges. Dann gibt es noch den Cedar-Chief, den Häuptling, der den heiligen Geist repräsentiert und die orientierungslosen Teilnehmer zur Gemeinschaft zurück holt. Der Drum-Chief repräsentiert Jesus und trommelt die ganze Nacht. Es werden während der Zeremonie abwechselt von jedem 4 Peyote-Lieder gesungen, und gegen Mitternacht verlässt der Roadchief das Zelt und pfeift in jede der 4 Ecken der Erde. Gegen Ende der Zeremonie bricht der ‚falsche Morgen‘ an, bei dem die Peyote-Frau (eine Frau des Stammes) der Gemeinschaft Wasser und Nahrung bringt. Der christliche Peyote-Kult wurde erstmal 1918 offiziell anerkannt, nachdem der Völkerkundler James Mooney zu einer Versammlung ein, aus der die Native American (Peyote) Chruch hervorging, damit die Indianer auch weiterhin ein Recht auf den Peyote-Gebrauch hatten. Nach Schätzungen aus dem Jahre 1922 soll es damals unter der nordamerikanischen Bevölkerung 13300 Peyote-Esser gegeben haben, wohingegen man heute davon ausgeht, dass die Hälfte aller verbliebenen Indianer diesen Kaktus Konsumiert, was immerhin ca. eine Viertelmillionen Peyote-Esser ergibt, die noch immer der Native American Church of North America angehören. Allerdings versuchte die weiße Bevölkerung als auch wenige Indianer den Peyote-Genuß zu untersagen, obwohl der Konsum von Peyote viele Indianer vom Alkohol weg brachte und somit ein soziales Leben wieder ermöglichte, und 1908 kam es zum ersten Prozess. 1968 wurde das Bundesdrogengesetzt in den Vereinigten Staaten implementiert, was den Anbbau und Gebrauch von Peyote und Meskalin unter Strafe stellt. Allerdings ist es den Indianern erlaubt Peyote für die Ausübung ihrer Religion zu gebrauchen (Stafford, 1980).

Code Of Federal Regulations SPECIAL EXEMPT PERSONS

Section 1307.31 Native American Church. The listing of peyote as a controlled substance in Schedule I does not apply to the nondrug use of peyote in bona fide religious ceremonies of the Native American Church, and members of the Native American Church so using peyote are exempt from registration. Any person who manufactures peyote for or distributes peyote to the Native American Church, however, is required to obtain registration annually and to comply with all other requirements of law.

Einnahme Heute

Wie bereits oben beschrieben werden die Peyote-Riten noch von einigen Stämmen betrieben. So praktizieren die Huichol-, Cora-, Yaki- und die Tarahumariindianer noch immer ihre speziellen Zeremonien, bei denen Peyote zum Zwecke von Weitsicht (z.B. wer eine Fehde gewinnen wird) oder aus medizinischen Gründen eingenommen wird. Diese Riten ähneln den ursprünglichen Zeremonien noch sehr stark. Auch heute werden die Knollen noch von vielen Indianerstämmen Mexikos verehrt, und diese besondere Verehrung wird durch die ‚Jagd‘ nach Peyote zum Ausdruck gebracht. Dazu machen sich einige Stammesmitglieder auf die Suche nach der wertvollen Knolle. Diese Jagd wird von verschiedenen Ritualen und Gelübden begleitet, wie z.B. der Verzicht auf Nahrung oder die sexuelle Enthaltsamkeit. Meistens ist es einem in dieser Zeit auch untersagt zu sprechen. Wenn der Kaktus dann gefunden wurde folgen spezielle Riten und Zeremonien, bevor man sich mit der ‚Beute‘ auf die Rückkehr zum Stamm vorbereitet. Zurück beim Stamm werden die Knollen dann getrocknet und eine regelrechte Peyote-Orgie abgehalten, bei der getanzt und sich fast ausschließlich von Peyote ernährt wird. Dies kann über Tage gehen, bis man einen Zustand erreicht, der eine Veränderung der Ich-Umwelt Beziehung zur Folge hat. Unter der weißen Bevölkerung Nordamerikas war der Gebrauch von Peyote nicht sonderlich verbreitet, was sich aber mit der Veröffentlichung des Buches ‚Die Pforten der Wahrnehmung‘ von Aldous Huxley änderte. In diesem Buch beschreibt er auf ca. 100 Seiten seine Erfahrungen mit Meskalin-Sulfat. Aufmerksam auf Peyote und Meskalin wurde Huxley durch die Psychologen Humphrey Osmond und John Smythies, welche die Wirkung von Meskalin auf Psychosen und Schizophrenie untersuchten, und 1952 einen Artikel über dieses Thema im Journal of Mental Science. Nachdem dieser Artikel erschienen ist, stellte sich Huxley als Versuchsperson für weitere Test zur Verfügung. Daraus entstand dann sein Buch. Danach folgten weitere Bücher wie ‚Rausch des Bewusstsein‘ 1957 veröffentlicht und von Robert de Ropps verfasst, als auch ‚The Drug Experience‘ (1965) von David Ebin verfasst, die Meskalin und Peyote noch populärer machten. Ab diesem Zeitpunkt war auch Peyote zahlreich in den Medien vertreten, und man konnte ihn sogar per Post aus westtexanischen Grenzstadt Laredo und Umgebung bestellen. Durch diese Popularisierung brauchte es auch nicht lange, bis die ersten Weißen wegen Peyote-Konsum verhaftet wurden. 1960 wurde ein Cafe-Besitzer festgenommen, der Peyote in Form von Kapseln öffentlich über seine Theke verkaufte und per Post 310 Pfund Peyote bestellt hatte. Er wurde aber niemals angeklagt.

Verwendung in der Medizin

Meskalin wurde von den Indianern zu manigfaltigen Zwecken verwendet, wie z.B. zur Heilung von Krebs, Kopfschmerzen oder der Wundpflege. Esgibt wirklich Belege, dass die Stämme die Peyote zu sich nehmen von besserer Gesundheit sind als nicht Peyote-Esser. Die Indianer trennen die halluzinogene und die Gesundheitsförderne Wirkung nicht voneinander, wie Westler es tun würden. Vielmehr betrachten sie die halluzinogene Wirkung als ein in Kontakt mit der Geisterwelt treten, die verantwortlich für die Krankheiten sind, und wodurch eine Besserung hervorgerufen wird. Sie sehen in dem Rauschzustand eine göttliche Intervention die ihnen den Weg zur Bekämpfung einer Krankheit weist.

Da Peyote die zu den mit am besten erforschten psychoaktiven Pflanzen überhaupt gehört, hat man auch seine medizinische Anwendung untersucht und das Hauptalkaloid Meskalin wurde vermehrt in der Psychotherapie angewendet. In der heutigen Medizin wurde Peyote noch nicht eingehend untersucht, aber man hat in einer Studie an der Universität von Arizona heraus gefunden, dass Peyote ein Antibiotikum – das Peyocactin- enthält, was wirksam gegen ein breites Spektrum an Bakterien ist.

Bezugsquellen
Hier sind exemplarisch Bezugsquellen  aufgeführt. 
Psychoaktive Kakteen

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