L-Tyrosin


Wirkungsweise

Es vermehrt Dopamin.

Übersicht

Tyrosin, 4-Hydroxyphenylalanin, ist eine der 20 Aminosäuren, die Zellen zur Protein Synthese benutzen. Es ist eine nichtessentielle Aminosäure mit polaren Seitengruppen. Sein Name leitet sich vom griechischen „tyros“ (Käse) ab, weil der deutsche Chemiker Justus von Liebig es 1846 im Eiweiß von Käse entdeckte.

Außer dieser Funktion spielt Tyrosin eine besondere Rolle aufgrund seiner umfangreichen Reaktionsmöglichkeiten als Phenol. Es kommt in Eiweißen vor, die bei der Signalübermittlung innerhalb von Zellen agieren. Dort wirkt es als Empfänger von Phosphatgruppen, die durch Proteinkinasen (Rezeptor Tyrosinkinasen) übertragen werden. Die Phosphorylierung seiner Hydroxygruppe ändert die Aktivität des Zielproteins.

Tyrosin spielt auch eine wichtige Rolle bei der Photosynthese. In Chloroplasten (Komplex II) fungiert es als Elektronendonator bei der Reduktion von oxydiertem Chlorophyll, wobei es zunächst ein Proton von seiner Phenol Hydroxygruppe abgibt. Es wird dadurch ein Radikal, das der vierkernige Mangancluster des Pflanzenfarbstoffs zurück reduziert.

Medizinische Anwendungen

Tyrosin ist ein Präcursor von Neurotransmittern und erhöht deren Gehalt im Zellplasma, besonders für Dopamin und Noradrenalin, übt aber keine oder nur eine geringe Wirkung auf die Stimmung einer Person aus.

In mehreren Studien wurde Tyrosin als nutzbringend bei Strapazen, Erkältung, Müdigkeit und verlängerter Arbeitszeit mit Schlafentzug eingestuft. Es reduzierte Stresshormone und steigerte kognitive und physische Leistung. In Tierversuchen steigerte Tyrosin Belastungs induzierten Gewichtsverlust. Tyrosinhydroxylase agiert als das Enzym, das die Umwandlung von Tyrosin in die Aminosäure Levodopa katalysiert, dem geschwindigkeitsbestimmenden Reaktionsschritt bei der Biosynthese der Katecholamine. Seine Wirkungen sind aber weniger signifikant als die von Levodopa.

Bei gesunden Personen scheint Tyrosin die Stimmung und die kognitive und körperliche Verfassung nicht zu verbessern. Eine tägliche Dosierung für klinische Tests, die in der Literatur Bestätigung findet, liegt bei 100 mg/kg für Erwachsene; das bedeutet um 6.800 mg für 136 Pfund. Die von den meisten Produzenten vorgeschlagene Menge beträgt 500-1.500 mg pro Tag, etwa 1-3 Kapseln reines Tyrosin. Es wird nicht empfohlen mehr als 12.000 mg (12 g) pro Tag einzunehmen, weil zu hohe Dosen die Konzentration von Dopamin verringern. In überdosierten oder chronischen Anwendungen erniedrigt es die Aufnahme von anderen Aminosäuren. Es reduziert die Absorption von Levodopa.

Drogen Entgiftungskapazität

Bei der üblichen Behandlung von Kokainmissbrauch und Entzugssymptomen zeigt sich Tyrosin erfolgreich. Es kann zusammen mit anderen Aminosäuren wie Tryptophan angewandt werden. Einige Personen berichten auch gelungene Entwöhnung von Koffein und Nikotin.

Tyrosin vermindert den NDMA-Kater.

Suchtpotential

keines

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

keine

Rechtlicher Status

Tyrosin wird nicht kontrolliert.