Kratom, Risiken

Gesundheitsrisiken

Der Konsum von Kratom kann schnell zur Gewohnheit werden, und Menschen, die es regelmäßig über einen längeren Zeitraum einnehmen, können Entzugserscheinungen nach Absetzen entwickeln. Es gibt keine Langzeitstudien zum Kratomkonsum beim Menschen, so dass Langzeiteffekte aus Tierversuchen und ein paar Berichte von Anthropologen extrapoliert werden müssen. Obwohl selten, können Kratomabhängige starke Psychosen entwickeln. Eine von zwei Studien wurde 1975 über 30 Langzeitkonsumenten in Thailand von Suwanlert angefertigt. In seinem Bericht fand man allerdings die zu der allgemeinen Literatur widersprüchliche Angabe, dass Kratom in hohen Dosen stimulierend und bei geringen Dosen sedativ wirken soll. Unter seinen 30 Studiensubjekten gab es auch 5 Patienten, die Psychosen nach Langzeitkonsum entwickelt hatten und in ärztlicher Behandlung waren. Dies sind fünf Beispiele für Psychosen nach Entwicklung einer Kratomabhängigkeit.

Fall 1. Ein 55-jähriger Mann (Thai) hat mit 20 Jahren begonnen, Kratom zu konsumieren. Er hat sich über Krämpfe und Geistesverwirrung in den letzten paar Wochen beklagt. Er war dünn und hatte dunkle Verfärbungen an beiden Wangen. Er zeigte auch Bewusstseinstörungen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Fall 2. Ein 32 jähriger Thai, der eine Anstellung als Arbeiter hatte, fing mit 22 Jahren an Kratom täglich zu konsumieren. Zusätzlich hat er in den letzten beiden Jahren noch Alkohol konsumiert. Er litt unter Verfolgungswahn und zeigte Verwirrungszustände. Nach einer zweiwöchigen Behandlungsdauer war das Ergebnis zufriedenstellend.

Fall 3. Ein 31 jähriger, verheirateter Thai, der eine Anstellung als Arbeiter hatte, nahm Kratom seit seinem 14 Lebensjahr ein. Er beklagte sich über Schwindel und Kopfschmerzen. Er litt unter anderem an Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Verwirrung.

Fall 4 und 5. Zwei weitere Patienten entwickelten ebenfalls Psychosen. Sie litten unter mehreren Anhängigkeiten von Kratom, Alkohol, Amphetaminen und Heroin. Sie zeigten ein begrenztes Sozialleben, aber waren gute Arbeiter. Innerhalb von zehn Jahren nach Entzug wurden sie nicht rückfällig.

Das malaysische „Ministry of Health“ hat 1994 eine zweite Studie über 54 Konsumenten angefertigt, die Kratom zwischen 1 und 20 Jahren konsumiert haben. Fast alle untersuchten Konsumenten (94,3 Prozent) gaben an, vorher Opioide oder Marijuana eingenommen zu haben und dann auf Kratom umgestiegen zu sein. Die Patienten gaben an, unter Entzugserscheinungen gelitten zu haben bei dem Versuch, den Kratomkonsum einzustellen. Sie meinten aber auch, dass die Entzugserscheinungen milder und kürzer waren als mit Opioiden. Es wurden auch Gesundheits- und biochemische-Tests gemacht, welche den Konsumenten eine gute Gesundheit bestätigten und keine Abweichungen zu Referenzwerten zeigten.

Durch die zunehmende Verbreitung Kratoms außerhalb Asiens sind den Forschern jetzt eine Vielzahl an Berichten aus erster Hand zugänglich. Dadurch ist es möglich, Informationen zu sammeln, die nicht vom Glauben und Tradition beeinflusst wurden. Durch diese neue Informationsquelle ist es nun möglich, die vielseitigen Effekte von Kratom zu verstehen, erforschen, und manche Fehler und widersprüchliche Angaben aus wissenschaftlichen Artikeln und Berichten zu klären und zu korrigieren. Viele Aussagen von westlichen Kratomkonsumenten stimmen aber auch mit früheren Forschungen und Berichten überein.

Einnahmerichtlinien

Um eine mögliche Abhängigkeit zu vermeiden und einer Gewohnheit vorzubeugen, sollte Kratom nur etwa einmal pro Woche angewendet werden.

Kratom sollte nicht mit anderen Stimulanzien (Kokain, Yohimbin und Amphetaminen und Koffein) und das Zentralnervensystem dämpfenden Drogen (Opiate, Alkohol,  Benzodiazepine) kombiniert werden, da die Gefahr der Überstimulierung oder einer zu starken Relaxion besteht, was zu Atemnot und Stillstand führen kann.

Desweiteren sollte Kratom nicht MAO-Hemmern (Peganum harmala, Passionsblume oder Antidepressiva) kombiniert werden, da die Kombination von MAO-Hemmern mit Monoaminen fatale Reaktionen hervorrufen kann, was allerdings noch nicht für Kratom wissenschaftlich untersucht wurde. MAO-Hemmer wirken indem sie bstimmete Gehirnbotenstoffe ausgleichen und dabei die Menge der sogenannten Monoaminooxidase (MAO) verändern und damit den Abbau von bestimmten Überträgerstoffen im Gehirn beeinflussen. Wenn man körperfremde Monoamine einnimmt, dann werden diese nicht mehr normal abgebaut, was zu einem gefährlichen Blutdruckanstieg führen kann.

Bezugsquellen
Hier sind exemplarisch Bezugsquellen  aufgeführt.

Kratom

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