Kratom, Anbau-Ernte

Anbau

Da Kratoms natürliches Habitat in warmen, subtropischen Teilen der Erde liegt, ist es wünschenswert diese Bedingungen für ein optimales Wachstum auch in anderen Gefilden zu gewährleisten. Dies macht dem Anbau von Kratom im Freien in etwas schwierig, zumindest, wenn optimale Wachstumsdingungen erreicht werden sollen. Die Anzucht von Kratom in Gewächshäusern, in denen diese Art von Pflanzen sehr gut florieren sollte, ist ebenfalls nicht einfach. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass die Kratomsamen nur eine gewisse Zeit brauchbar sind. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der schwierige Teil der Kratomanzucht das Keimen ist. Um aber die Ausbeute zu erhöhen, sind die folgenden Tipps empfehlenswert.

Kultivierung

Boden

Kratom bevorzugt feuchte, durchlässige Böden, die reich an Humus und Nährstoffen sind.

Triebe

Nach einer erfolgreichen Keimung ändern sich die optimalen Bedingungen teils erheblich und die Pflanze wird mit zunehmendem Wachstum robuster. Dennoch sollten die Pflänzchen langsam an jede Änderung der Luftfeuchtigkeit gewöhnt werden. Doch auch während des weiteren Wachstums sollte versucht werden, die Luftfeuchtigkeit möglichst an die natürlichen Bedingungen anzupassen. Dies kann durch die Verwendung von Sprühflaschen oder eine Schale, die Feuchtigkeit hält, erreicht werden. Allgemein sollte die Pflanze vor Kälte unter 15° C geschützt sein.

Nährstoffe

Grundsätzlich hat Kratom einen hohen Nährstoffbedarf. Stickstoffreiche Nahrung wird vor allem bei feuchten Böden empfohlen.

Umtopfen

Richtlinien zur Umtopfung der Kratom Pflanze entsprechen denen anderer Pflanzen des Haushalts. Ein idealer Zeitpunkt ist während des Frühlings, um den Pflanzen Zeit zur Bildung neuer Wurzeln zu geben.

Potenz

Um den Mitragyningehalt in den Blättern zu erhöhen, wird empfohlen den Blättern ständig Wind zuzuführen. Ebenfalls sind naturähnliche Wachstumsbedingungen zu empfehlen, sofern dies möglich ist. Dies lässt sich dadurch erreichen, Sonnenstrahlung, Temperatur und Feuchtigkeit möglichst natürlich zu simulieren.

Mögliche Probleme

Die meisten Probleme mit Hauspflanzen werden nicht durch Infektionen wie Bakterien oder Pilze hervorgerufen, sondern durch unausgeglichene Bedingungen bzw. durch Aufbewahrungsarten, die für die Pflanzen Stress bedeuten. Des Weiteren machen die Unfähigkeit Symptome bzw. Stressfaktoren zu erkennen und diese schnell zu beheben den Hauptgrund des Misserfolgs vom Anbau von Hauspflanzen aus.

 

Symptom

 

Mögliche Ursachen

Braune/versengte Blattspitzen A) Schlechte Gesundheit der Wurzeln verursacht durch Überwässerung, extreme trockener Boden (speziell zwischen den Wässerungen), Überdüngung, oder andere lösliche Salze im Boden. 

B) Vergiftung durch spezielle Nährstoffe (Fluoride, Kupfer, Bor).

C) Geringe Feuchtigkeit.

D) Pestizide oder mechanische Verletzungen.

Blattflecken, -defekte, oder -blasen A) Sonnenbrand. 

B) Kältebrand (<10° C).

C) Überwässerung.

D) Infektion verursacht durch Pilze oder Bakterien.

Gelb-grünes Blattwerk (ältere Blätter) A) Unzureichende Düngung (speziell Stickstoff). 

B) Schlechte Gesundheit der Wurzeln verursacht durch verdichteten Boden oder schlechte Durchlässigkeit des Bodens.

C) Unzureichendes Licht.

Gelb-grünes Blattwerk (neuere Blätter) A) Unausgeglichener Boden pH. 

B) Unausgeglichene nicht-essentielle Nährstoffe (Fe, Mn, B, Mo, Cu, Zn, Cl).

Gelb-grünes Blattwerk (allgemein) A) Zuviel Licht. 

B) Unzureichende Düngung.

C) Zu hohe Temperaturen (speziell im Zusammenhang mit Trockenheit).

D) Insektbefall (Wurzelfäule).

Abfallende Blätter A) Schlechte Gesundheit der Wurzeln verursacht durch Überwässerung, extreme Trockenheit, extreme Düngung oder verdichteter Boden. 

B) Zu schnelle Änderung von Licht, Temperatur, oder relativer Feuchtigkeit.

C) Wurzelfäule.

Welkendes oder abfallendes Blattwerk A) Schlechte Gesundheit der Wurzeln verursacht durch Überwässerung, extreme Trockenheit, extreme Düngung oder verdichteter Boden. 

B) Chemische Vergiftung.

Vermehrung

Klone & Stecklinge

Steckling wurzeln schlecht und sind anfällig für Infektionen, speziell Pilzbefall. Des Weiteren sind Bäume, die aus Stecklingen gezogen wurden, höher aufgeschossen.

Samen

Nur frische Kratomsamen sind zu verwenden. Dabei ist besonders die Versanddauer zu beachten. Selbst die frischesten Samen werden nicht mehr keimen, wenn sie zu lange unterwegs waren.

Keimung

Die winzigen Kratom Samen werden auf herkömmliches Aussaatsubstrat (z.B. Aussaaterde) gestreut und evtl. mit einer hauchdünnen Schicht Erde oder Quarzsand bedeckt.

Während der Keimung sind Sonne und Wind zu vermeiden. Die Wasserzufuhr sollte so gewählt sein, dass der Boden stetig feucht, aber nie nass ist. Da die Keimung zum schwierigsten Teil der Anzucht gehört und es mal abgesehen von ein paar Grundregeln, nicht die Zuchtanleitung gibt, sind hier ein paar Auszüge aus Erfahrungsberichten aus deutschsprachigen Foren:

Es wurden Samen auf verschiedenen Substraten getestet; Steinwolle, Perlite und Aussaaterde. Dem Gießwasser wurde ein ganz wenig Algenextrakt beigefügt (Alg-A-Mic). Bei Feuchte, Zimmertemperatur (ohne Bodenheizung) und indirektem Sonnenlicht wurde die Saatgefäße/Steinwollblöcke in ein offenes Glas gestellt und nicht abgedeckt. Die ersten Sämlinge waren auf Steinwolle bereits nach zwei Tagen sichtbar und auf Aussaaterde einen weiteren Tag später. Die gesamte Keimquote betrug 4 %. Den kommenden Winter haben die Sämlinge nicht überstanden.

Die Samen wurden auf handelsüblichem Vermehrungssubstrat (Floraton 3) ausgesät. Zum Schutz vor Pilzen wurde dem Wasser beim Anstauen Chinosol zugegeben. Die Temperatur während der Keimung betrug fortwährend ca. 20° C, der Topf mit den Keimen stand am Südfenster ohne direkte Sonne.  Nach einer Keimzeit von drei Wochen waren die ersten Sämlinge sichtbar. Später wurden aufgrund des miesen Wetters und der kalten Temperaturen die Sämlinge unter eine HQI Lampe gestellt und zusätzlich noch eine 30 W Heizmatte besorgt, was schnelles Wachstum auch bei diesen Bedingungen zur Folge hatte. Nach etwas mehr als einem halben Jahr wurden die Pflänzchen pikiert.

Ein weiterer Bericht gibt die folgenden Bedingungen mit erfolgreicher Keimung wieder:

möglichst frisches Saatgut

sehr warm (25-30° C)

sehr feucht (nahe 100%)

sehr hell (anfangs 24 h/d, nachher 20 h/d)

Samen nicht einbuddeln, sondern aufstreuen

möglichst Sauber arbeiten, Schimmelbildung kann mit 0.2% Chinosol-Lsg bzw. steriler 0.3% H2O2 verhindert werden

Ernte

In ihrer natürlichen Umgebung ist Mitragyna speciosa am alkaloidreichsten in der Zeit zwischen Sommerende bis maximal Winteranfang. Eine Ernte wird daher im späten Herbst empfohlen, kurz bevor die Blätter abfallen. Ein blühender Kratombaum ist kein Indiz für die Potenz der Blätter. Sollte jedoch eine Blüte erreicht werden, ist dies eine durchaus seltene Gelegenheit zur Ernte von Samen. Nach einer erfolgreichen Aussaat können die ersten Blätter etwa innerhalb eines Jahres geerntet werden.

Bezugsquellen
Hier sind exemplarisch Bezugsquellen  aufgeführt.

Kratom

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