Kalmus, Acorus calamus

Kalmus
Acorus calamus L., (Arum Familie, Araceae)

 Aussehen

Kalmus ist ein kräftiges mehrjähriges Kraut, welches bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Es besitzt viele lange und schlanke grasähnliche Blätter die bis zu 2 cm lang werden können. Sie wachsen aus einem horizontalen Wurzelstock. Die Blüten, die aus einer Ähre von 10 cm Länge wachsen, welche wie ein Finger aussieht, sind winzig und haben eine gelb-grüne Farbe. Der gesamte Blütenstand ist zylindrisch-walzenförmig. Sie erscheinen von Juni bis Juli. Die Pflanze trägt auch Früchte die wie Beeren aussehen.

Anbau und Vermehrung

Kalmus stammt ursprünglich aus dem Norden der USA (traditionelle Verwendung bei den Krähenindianern), Europa (ehem. Zusatz in Absinth) und Asien.  In den USA und in Kanada ist sie winterhart. Das Gewächs braucht viel Wasser und kann in Sumpfgebieten und an Rändern von Teichen angepflanzt werden (bis zu 30 cm Wassertiefe), obwohl es ab besten in nährstoffreicher Gartenerde wächst, die ständig feucht gehalten wird. Man kann Kalmus vermehren indem man den Wurzelstock teilt, was am besten in Frühjahr oder Herbst gemacht werden sollte. Den abgetrennten Teil des Rhizoms sollte man 2,5-5 cm tief in die Erde einsetzen und die Distanz zu anderen Gewächsen sollte ungefähr 30 cm in jeder Richtung betragen.

Kalmus, Acorus calamus, mit Wurzel

Kalmus, Acorus calamus, mit Wurzel

Ernte

Beim Kalmus wird der Wurzelstock geerntet, was am besten bei einer 2-3 Jahre alten Pflanze passieren sollte. Die beste Erntezeit ist das Frühjahr bevor die Wachstumsperiode wieder einsetzt, oder der späte Herbst. Für eine Weiterverarbeitung ist der Wurzelstock wichtig, und man sollte die kleinen Wurzelfasern entfernen und den Wurzelstock gründlich waschen. Anschließend werden sie bei Zimmertemperatur getrocknet, wobei das Rhizom währenddessen 70-75% seiner Masse verliert. Durch den Verlust der feuchte werden aber die Aromastoffe aufkonzentriert. Um die Qualität der Pflanze zu erhalten sollte sie von Hitze und Feuchtigkeit ferngehalten werden und am besten an einem kühlen und trockenen Platz gelagert werden. Man kann die Wurzel nicht länger als ein Jahr lagern, weil sie bereits meist ihrer aktiven Wirkstoffe verloren hat.

Feinde

Getrocknete Wurzeln wirken anziehend für Würmer und kleinere Bohrkäfer und müssen an einem sicheren Platz gelagert werden.

Acorus-calamus,-root-conc.

Acorus calamus, Wurzelt conc.

Acorus-calamus,-root-pulv

Wirkung

Die Wurzeln des Kalmus wurden bereits im Mittelalter gegen Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Gallenbeschwerden, Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen eingenommen. Die verbreiteste Einnahmeform ist als Tee und oral durch Zerkauen, wobei der Kalmus als aphrodisierenderBadezusatz sich auch großer Beliebtheit erfreut. Das ätherische Öl sowie die Bitterstoffe des Kalmus-Extrakts fördern die Sekretion der Verdauungssäfte und wirken reizlindernd. Die Essenzen haben auch allgemein eine belebende Wirkung auf den Organismus. Es wird auch von halluzinogenen Erfahrungen berichtet, wobei dort die Dosis von einem ca. 25 cm langen Wurzelstück, welches gekaut wird,  nötig ist. Das entspricht in etwa 2 Esslöffel bei zermahlender Wurzel. Bei ca. 5 cm ist die Wirkung stimulierend und euphorisierend. Die Wirkstoffe können in Verbindung mit MAO-Hemmern toxisch sein.

Nebenwirkung

Der Inhaltsstoff β-Asaron ist kanzerogen.

Wirkstoff

Die Wirkstoffe in Kalmus sind β-Asaron und Monoterpene, welche eine antimikrobielle Eigenschaft besitzen. β-Asaron kommt im tetraploiden Kalmus (aus Indien stammend) bis zu 80% vor, und zeigte bei Tierversuchen kanzerogene Eigenschaften. Es gibt noch eine weitere Varietät von Kalmus, die in Nordamerika stammt, und diploider Kalmus ist. Dieser Art ist auch in Europa eingebürgert und enthält lediglich Spuren von Asaron und ist als sicher eingestuft. Es muss also immer darauf geachtet werden, den diploiden Kalmus zu verwenden.

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