Inosit, Inositol


Wirkungsweise

Inosit spielt eine wichtige Rolle als strukturelle Basis für eine Anzahl von „Secondary Messenger“ Signalübermittlungen in eukaryotischen Zellen (Zellen, die einen Zellkern enthalten). Inosit Phosphate, Phosphatidylinositol (PI) und das Phospholipid Phosphatidylinositol (PIP) sind miteingeschlossen.

Übersicht

Inosit, häufig Inositol genannt, oder Cyclohexan-1,2,3,4,5,6-Hexol ist eine chemische Substanz mit der Summenformel  C6H12O6 oder (-CHOH-)6, einem sechsfachen Alkohol (Polyol) von Cyclohexan. Es kommt in neun gängigen Stereoisomeren vor, von denen die prominenteste, überall in der Natur vorkommende Form cis-1,2,3,5-trans-4,5-Cyclohexanol ist, auch Myo-Inosit oder Myo-Inisitol genannt. Andere natürliche, in geringen Mengen vorkommende, Isomere sind: scyllo-, D-chiro-, L-chiro, muco-, und neo-Inositol. Die restlichen Isomere sind: allo-, epi-, and cis-Inositol.

Myo-Inositol spielt eine wichtige Rolle als strukturelle Basis für eine Anzahl von „Secondary Messengers“ Signalübermittlungen in eukaryotischen Zellen, die Inosit Phosphate, Phosphatidylinositol (PI) und das Phospholipid Phosphatidylinositol (PIP) miteinbeziehen. Es kommt in vielen Nahrungsmitteln vor, besonders in Getreiden mit hohem Kleiegehalt,  in Nüssen, Bohnen, und Früchten, besonders Orangen und Cantaloupe Melonen. Es wird nicht als ein Vitamin eingestuft, da der Körper es selbst synthetisieren kann.

Früher wurde Myo-Inositol als eine Substanz des Vitamin B Komplexes (als Vitamin B8) aufgeführt, herausgefunden wurde, dass der Körper es synthetisieren kann. Man sollte aber bedenken, dass Niacin und Cholin auch vom  Körper synthetisiert werden können. Ihre Mengen werden jedoch nicht für ausreichend gehalten, deshalb werden sie als essentielle Nährstoffe klassifiziert.

Verschiedene Formen von Inositol

Psychiatrische Anwendung

Patienten, die unter klinischer Depression leiden, haben verringerte Konzentrationen von Inosit in ihrer Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Einige vorläufige Studien mit hohen Dosierungen von oralen Inosit Ergänzungen ergeben versprechende Resultate für Probleme wie Bulimie, Traumen mit panischer Angst oder Verwirrung, Psychische Störungen wie OCD („obsessive-compulsive disorder“) und unipolare als auch bipolare Depression.

Myo-Inosit wurde in einer einzigen doppelt blinden Untersuchung mit 13 Patienten oral verabreicht, in der weder der Patient noch der behandelnde Arzt, sondern nur die Wissenschaftler wussten, wer ein Placebo oder Myo-Inosit einnahm. Das Ergebnis zeigte eine signifikante Reduktion der Symptome von psychischen Störungen wie OCD, sie war mit der durch SSRIs erzielten Reduktion der Symptome vergleichbar, erzeugte aber keine Nebenwirkungen. In einer anderen doppelt blinden Studie zeigte sich Myo-Inositol gegenüber Fluvoxamin überlegen, indem es die Anzahl der Panikattacken verminderte und weniger Nebenwirkungen hervorrief. Weiter zeigte bei depressiven Patienten einer doppeltblinden Studie mit Placebovergabe und 12 g Inositol eine signifikante Verbesserung ohne Veränderungen der Leber-, Nieren- oder hämatologischen Funktionen.

Forschungen deuten an, dass Lithium vorwiegend die Myo-Inositol Konzentrationen in bipolaren Patienten reduziert. Andere Forschungen weisen darauf hin, dass die Behandlung mit Lithium außerdem das Enzym Inosit- Monophosphatase hemmt, was zu erhöhten Konzentrationen von Inosit Triphosphat im intrazellaren Raum führt. Die Wirkung wurde durch die Verabreichung von einem Inosit-Triphosphat-Wiederaufnahmehemmer verstärkt.

Weitere Befunde

D-Chiro-Inosit, DCI (cis-1,2,4-trans-3,5,6-Cyclohexanhexol) ergab  in zwei doppelt blinden Studien eine wirksame Behandlung für die vielen Symptome des Polyzistischen Ovarialsyndroms (PCOS). Insulin Resistenz, erhöhter Androgenspiegel und Oligo-/Amenorrhoe wurden dabei durch DCI reduziert. Die Anstösse für diese Forschungen waren der beobachtete Mangel beim DCI Metabolismus  PCO (verstehe ich nicht) und die Bedeutung von DCI bei der Insulin Signalisierung. Tierversuche legen nahe, dass Inosit die Ernsthaftigkeit des osmotischen Demyelinations Syndrom vermindert, wenn es vorausgehend zu einer schnellen Korrektur von chronischer Hyponatraemie gegeben wird. Weitere Studien sind notwendig, bevor diese Resultate beim Menschen angewandt werden können. Studien von in vitro Experimenten mit Tieren und begrenzten klinischen Erfahrungen, behaupten, dass Inosit wirksam gegen einige Typen von Krebs verabreicht werden kann, besonders wenn es zusammen mit Phytinsäure (Hexa-Phospho-Inosit oder IP6) angewandt wird.

Inositol verbindet sich mit Cholin, um Lecithin zu bilden. Es soll Haarausfall vorbeugen. Es ist am Fettstoffwechsel beteiligt und hilft bei der Körperfettverteilung. Es hat eine beruhigende Wirkung. Es verbessert die Merkfähigkeit und hilft dabei Substanzen schneller in das Gehirn zu befördern und die Wirkung zu erhöhen. Auch wird es oft als Streckmittel für Kokain benutzt.

Sucht erzeugendes Potential

Kein

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Keine

Rechtlicher Status

nicht kontrollierte Substanz