Ihre Meinung: Drei Experten – darunter Rick Simpson – diskutieren über medizinisches Cannabisöl

Medizinisches Cannab Am 12. Juni 2016 fand der jährliche niederländische Cannabis Liberation Day in Amsterdam statt. Einer der Hauptredner bei diesem Event war der Pionier des Cannabisöls, Rick Simpson. Simpson hielt dabei eine Vorlesung, nahm aber auch an einer Diskussion mit zwei lokalen Experten teil, die ihre Meinungen zu Cannabisöl austauschten.

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Die 8. Ausgabe des jährlichen niederländischen Cannabis Liberation Day fand an einem schönen Sommertag in Amsterdam statt. Einige tausend Menschen hatten sich im Flevopark versammelt, um die Cannabispflanze zu feiern und das Bewusstsein von ihrem immer noch illegalen Status zu fördern. Das sonnige Wetter und der wunderbare Ort lieferten einen tollen Hintergrund, und gemeinsam mit vielen Bands, Künstlern, Sprechern und Cannabisfans wurde es ein perfektes Event.

Einer der Hauptredner an diesem Tag war der Pionier des Cannabisöls, Rick Simpson. Er hat das Bewusstsein über die Chancen des Cannabisöls auf eine neue Stufe gehoben und war in der Lage, überall auf der Welt öffentliches Interesse dafür zu mobilisieren, vor allem wegen seiner persönlichen Erfahrungen mit Cannabisöl. Simpson reist derzeit rund um die Welt, um Werbung für Cannabisöl zu machen, und zwar für sein Rick Simpson-Öl, wie er es nennt.

Lesen Sie unser Interview mit Rick Simpson und sehen Sie seinen Video-Auftritt.

Rick Simpson hat zusammen mit Wernard Bruining und Rinus Beintema auch an einer Diskussion teilgenommen. Bruining und Beintema sind niederländische Cannabis-Pioniere, die ebenfalls an vorderster Front dafür kämpfen, Patienten beim Bezug bzw. der Herstellung von medizinischem Cannabisöl zu unterstützen.

Wernard Bruining (recht)

Bruining hatte 1972 einen der ersten Coffeeshops in Amsterdam eröffnet. In den letzten Jahren hat er über seine Stiftung Mediwiet (Medical Weed Foundation) Werbung für Cannabisöl gemacht. Bruining hat sich von Simpson anregen lassen, meint aber, dass die Dosierung seines eigenen Öls genauer durchgeführt werden kann.

Rinus Beintema (links)

Nachdem er einige Jahre lang in der niederländischen Cannabisszene aktiv gewesen war, entdeckte Beintema den medizinischen Nutzen von Cannabis. Er gründete mehrere Cannabis Social Clubs und erforscht auch weiter die Grenzen des rechtlich Zulässigen, um Patienten helfen zu können.

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Diese drei Experten zum Thema medizinisches Cannabis hatten jeweils eine dezidierte Meinung dazu, wie ein gutes medizinisches Cannabisprodukt aussehen sollte, warum es nicht Teil unseres regulären Gesundheitssystems ist, wie sich die Patienten in diesem System verfangen und wie sie mit Hilfe von medizinischem Cannabis optimale Ergebnisse erzielen können. Dieser Artikel vergleicht ihre Meinungen dazu. Die Diskussion wurde vom Cannabis News Network auf Video aufgenommen.

Kann Cannabis Krebs heilen?

Der Diskussionsleiter Steven Kompier hatte sich sehr gut vorbereitet. Seine Fragen trafen genau die Punkte, auf die viele Menschen eine Antwort suchen. Wie viele andere in der Branche, wird Sensi Seeds oft gefragt, ob man wirklich behaupten kann, dass Cannabis Krebs heilt.

Simpson: “Meine Erfahrung beruht im Wesentlichen auf praktischen Erfahrungen. Von 2003 bis 2009 habe ich über 5.000 Menschen mit diversen Erkrankungen behandelt, für die die Schulmedizin keine Antwort kennt. Und ich habe beobachtet, wie dieser Extrakt Wunder bewirkte. Ich kann aber niemand 100 %-igen Erfolg garantieren. Aber die Erfolgsquote dieser Behandlung ist unglaublich.”

Wernard Bruining glaubt, dass die Erfolgsquote in einem starken Zusammenhang mit der Mentalität der Betroffenen und ihrem Verhalten innerhalb des Medizinsystems steht.

Bruining: „Wenn sie sich als Patienten verhalten, können Sie ihnen Tabletten oder Öle oder was auch immer geben. Sie bleiben weiter Patienten. Aber wenn Sie die Betroffenen veranlassen, zu versuchen, ihren Zustand, ihre Gesundheit und ihren Lebensstil aktiv selbst zu verbessern, indem sie sich besser ernähren und Cannabisöl einnehmen, ist die Chance eines Erfolgs viel größer. Es kommt nicht darauf an, wer die Tabletten oder wer das Öl verkauft. Es geht um die Mentalität der Betroffenen.

Wenn ich Patienten besuche, ist das erste, was ich versuche, sie davon abzubringen, ängstlich und abhängig zu sein, und sie zu jemand zu machen, der zuversichtlich ist und seine Chancen ergreifen will. Daher gibt es keine Kontrolle und keine Garantien. Die einzige Garantie, die Sie haben, ist das eigene Verhalten.”

Beintema: „Wir haben wegen der guten Ergebnisse jede Woche einhundert neue Mitglieder. Wir können nicht jedem helfen und sind keine Wunderheiler. Aber lassen Sie das Öl einfach für sich sprechen.”

Wie muss eine gute Cannabismedizin aussehen?

Simpson: „Es geht dabei nicht nur um CBD. CBD hat einen medizinischen Wert, ohne Frage. Aber es geht auch um THC und alle anderen Cannabinoide. Es ist ein synergetischer Effekt ihres Zusammenwirkens.”

Das Rick Simpson-Öl (RSO) ist ein reines Öl, das aus Indica-Sorten stammt. Während der Diskussion sagte Simpson mehrfach, dass er ein großer Freund von Indica-Sorten ist. „Sie haben die sedativen Qualitäten, die Ihnen die Ruhe und den Schlaf geben, den Sie für den Heilungsprozess brauchen. Nehmen Sie nicht die starken Sativa-Sorten. Ihre energetischen Effekte machen den Extrakt zu stark.”

Medizinisches Cannabisöl - Sensi Seeds

Bruining meint allerdings, das RSO sei zu stark und daher schwer zu dosieren. Seine Methode besteht darin, das reine Cannabisöl mit Olivenöl zu verdünnen, damit es besser tropft und genauer dosierbar wird.

Rinus Beintema stimmt der Methode von Wernard Bruining grundsätzlich zu. „Es ist eine Sache von Versuch und Irrtum, und das Feedback der Patienten ist wichtig. Auch wir haben mit der verdünnten Form angefangen. Unsere Erfahrung ist, dass normale [d.h. unerfahrene, die Red.] Menschen, die anfangen, den reinen Stoff zu verwenden, Angst davor haben. Und das ist nicht das Ergebnis, das wir wollen. Wir wollen, dass sie die Medizin gerne nutzen.”

Brauchen wir nicht die Hilfe der Wissenschaft, um diese Medizin zu fördern?

Beintema, der an Tests für seine Produkte arbeitet, befürwortet die Einbeziehung der Wissenschaft. „Wir brauchen die Wissenschaftler, um unser Wissen zu erweitern. Wir haben eine Menge Daten, die sie auswerten können. Ich würde mich freuen, wenn sie mir sagen können, was ich an meiner Medizin verändern kann, damit sie noch mehr Menschen hilft.”

Bruining ist anderer Meinung. „Ich bin nicht so wild darauf, Wissenschaftler, Mediziner und Behörden zu überzeugen. Das ist Zeitverschwendung. Ich bin nur daran interessiert, den Patienten zu helfen.”

Wollen Sie denn nicht, dass medizinisches Cannabisöl legal wird?

Bruining: „Bob Marley hat immer gesungen „Legalize it!“. Ich bin gegen eine Legalisierung. Sobald es legal ist, werde ich mit dem Rauchen aufhören. Denn ob legal oder illegal: Es sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Es sind immer die gleichen Leute, die Sie kontrollieren wollen. Ich meine, Cannabis sollte frei verfügbar sein. Wenn es legalisiert ist, gibt es weiter Kontrollen, und das sollten wir ablehnen.”

Simpson: „Ich hasse es, wenn ich merke, dass jeder nur hinter Geld her ist. Die Pflanze gehört niemandem. Keiner Regierung, keinen reichen Leuten. Die Pflanze gehört uns allen. Also auch dir und mir. Wir sind die Eigentümer der Pflanze.

Es gibt nur ein Problem, und das heißt Korruption. Korruption ist ein Verbrechen gegen uns alle. Die Regierungen sind korrupt und werden alle vom großen Geld kontrolliert.”

Bruining: „Der beste Weg, Kontrolle zu vermeiden, ist es, die Leute über Cannabis zu informieren, sodass sie es selbst herstellen können. Also nicht die großen Unternehmen, sondern eben sie selbst.”

Selbst Öl herzustellen heißt aber, große Mengen Cannabis kaufen oder anbauen zu müssen

Simpson: „Cannabis wurde in der Geschichte schon immer angebaut. Es war eine Ackerpflanze. Wer hat denn den Schwarzmarkt geschaffen? Ist es nicht unsere Regierung gewesen, die die Pflanze einfach verboten hat? Sie ist der Grund dafür, dass wir einen Schwarzmarkt haben. Wenn die Regierung das nicht getan hätte, könnte man heute auf den Markt gehen und ein Kilo bestes Cannabis für medizinische Zwecke für etwa 10 Dollar kaufen. Die Regierung hat diesen Zustand geschaffen, und es ist unsere Aufgabe, uns dagegen zu wehren.”

Bruining: „Wir informieren die Menschen, wie sie das Öl herstellen können, und sagen ihnen auch, wo sie das preiswerteste Cannabis für diesen Zweck auf legale Weise beziehen können. Das ist auch wieder eine mentale Angelegenheit. Wenn man selbst in den Coffeeshop gehen kann, um Cannabis zu kaufen und Öl daraus herzustellen, und wenn man das anschließend einnimmt, dann wirkt es viel besser, weil man es selbst hergestellt hat. Das ist bereits der halbe Erfolg.”

Simpson stimmt dieser Aussage von Bruining zu.

Medizinisches Cannabisöl - Sensi Seeds

Der Social Club von Beintema hat noch eine andere Möglichkeit gefunden, mit der man keine großen Mengen Cannabis kaufen oder anbauen muss. „Wir produzieren BHO in einem geschlossenen Kreislauf. Wir erzeugen dabei ein reines Produkt und versetzen es mit einfachem trockenem Siebmaterial oder mit Haschisch aus Marokko, weil das viel CBD enthält. Ich schätze die natürlichen CBDs sehr. Wir stellen also ein kombiniertes Produkt her und nennen es „Dutch Moroccan“; eine gute Kombination aus beiden Staaten. Wir möchten, dass die Patienten das über Coffeeshops beziehen können, um es [als Ausgangsprodukt, die Red.] für die Herstellung von Öl zu verwenden, sodass sie keine großen Mengen Cannabis kaufen müssen.”

Große Einigkeit

Rick Simpson, Wernard Bruining und Rinus Beintema sind einer Meinung, dass Patienten ihr eigenes Cannabis anbauen oder beziehen können sollten, um daraus selbst medizinisches Cannabisöl zu gewinnen. Dabei sollte sich keine Behörde oder Regierung einmischen.

Auch wenn Simpson einige negative Kommentare zum aktuellen Status von Cannabis in seinem Heimatland Kanada abgegeben hat, sind die jüngsten Entwicklungen dort sehr viel versprechend. Kanada wird Patienten den Anbau von medizinischem Cannabis erlauben. Aber die Regeln für Cannabisöle reichen weiter von ungenauen Bestimmungen bis zur totalen Illegalität.

Und was ist Ihre Meinung?

Stimmen Sie der Meinung dieser Experten zu? Oder sollten wir die Herstellung starker Arzneimittel besser den medizinischen Fachleuten überlassen, die mit klinischen Methoden arbeiten?

Teilen Sie uns nachstehend Ihre Meinung mit.

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