Ibogain

Wirkungsweise

Ibogain 12-Methoxy-ibogaminist ein nicht wettbewerbsfähiger Antagonist von alpha3beta4 Nikotinrezeptoren; ein NMDA Antagonist; das Hauptabbauprodukt Noribogain ist ein sehr starker Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Übersicht

Ibogain ist ein psychoaktives Indolakaloid. Es kommt in der Wurzelrinde von Tabernanthe iboga, kurz Iboga genannt, vor. Der Ibogastrauch wächst im Unterholz von tropischen Wäldern wie dem Regenwald des Amazonasgebiets und den Urwäldern des Kongo in Afrika. Er gehört zu der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). In Afrika wird Iboga und die Wurzelrinde als Stimulans, Aphrodisiakum, Hilfsmittel bei der Jagd und in höheren Dosierungen als Sakrament bei religiösen Ritualen verwendet.

1901 identifizierten und extrahierten Dybowski und Landrin als auch Haller und Heckel Ibogain als die hauptsächlich aktive Substanz der Wurzelrinde von Tabernanthe iboga und studierten im frühen 20sten Jahrhundert seine Wirkung auf das zentrale Nervensystem und  kardiovaskulare System. In den 50ern untersuchte die CIBA, Geigy, Ibogains Wirksamkeit als blutdrucksenkende Substanz. Zeitgleich nahmen französische Bergsteiger es zur Dämpfung des Hungergefühls und gegen Müdigkeit auf ihre langen Expeditionen mit. In Frankreich war zwischen 1939 bis 1967 ein Stimulans namens Lambarene im Handel uns wurde als Tablette verkauft. Sie enthielt 8 mg Ibogain, extahiert aus Tabernanthe manii, einer Verwandten von Tabernanthe iboga,. Ein weiterer Extrakt von Ibogain, wurde als Tonikum unter dem Namen Iperton verkauft.

1962/63 führte Howard Lotsof, jetzt der Chef von NDA International, eine Reihe von Gruppenuntersuchungen durch, um die Wirkung von Ibogain Wirkung bei Kokain-und Heroinabhängigkeit aufzuzeigen. 1969 und 1973 war der Psychiater Claudio Naranjo der Erste, der Ibogain in experimenteller Psychotherapie anwendete. 1985 meldete Lotsof Patente auf Therapieanwendungen für die Milderung von  Entzugssymptomen bei Opiat-, Kokain- und weiteren Drogenabhängigkeiten an.

Während das Verbot von Ibogain, die wissenschaftliche Forschung hinsichtlich seiner suchtmildernden Eigenschaften blockiert hat, ist die Anwendung von Ibogain zur Entzugsbehandlung von Drogen in einer „medizinischen Subkultur“ weltweit gewachsen. Man sieht Ibogain als das geringere Übel und setzt es klinisch in 12 Ländern auf 6 Kontinenten zur Behandlung von Entzugssymptomen bei Heroin-, Alkohol-, Kokain-, Crack- und Metamphetaminsucht ein. Auch soll es eine verhältnismäßig kurze und schmerzlose Entgiftung bei Opiatsucht möglich machen. So bieten seit Mitte der 80er Jahre Privatleute, Selbsthilfeorganisationen und auch Ärzte, einen Drogenentzug mit Unterstützung von Ibogain an. In den USA ist aufgrund des dort herrschenden Verbots eine Untergrundbewegung entstanden.

Wirkung, Dosierung, Anwendung als psychoaktive Substanz

Niedrig dosiert wirkt Ibogain stimulierend. Ab 5–10 mg/kg Körpergewicht löst es Visionen aus, in der Regel sind es traumähnliche, schnell ablaufende bild-und filmhafte visuelle Effekte bei geschlossenen Augen. Sie gehen oft mit hochgradig emotionalem und mystischem Empfinden einher. Halluzinationen wie unter LSD stellen sich nicht ein. Es ist ein mehr oneirischer (traumerzeugender) Trip.

Die Gesamtwirkung dauert bis zu zwölf Stunden, wobei die trippige Phase bis zu acht Stunden anhält. Ca. 15-20% der Konsumenten berichtet von individuellen Nachwirkungen bis zu 36 Stunden Stunden nach der Einnahme. Bei kombinierter Einnahme mit

Yohimbin, einem starken MAO-Inhibator, kann es schnell zu riskanten Überdosierungen und extremen Rauschzuständen kommen.

Sucht erzeugendes Potential

keines

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Unbekannt

Rechtlicher Status

Deutschland

illegal

USA

Ibogain gehört zur Schedule I in den Vereinigten Staaten.

Literatur