Hyoscyamus niger – Bilsenkraut l

 

 

 

Das schwarze Bilsenkraut, das der Familie der Nachtschattengewächse (Sola- naceae) zugerechnet wird, wächst in sandigen Gebieten, auf Schuttplätzen und an Straßenrändern Siideuropas. Bei uns kommt das Bilsenkraut selten vor. Im Mittelalter wurde es in eigenen Bilsengärten angebaut, um als 3ierschärfe“ verwendet zu werden, d.h. dem Bier wurde gemahlener Bilsenkrautsamen zugefügt, um es berauschender zu machen. Der Name der Stadt Pilsen und damit letztlich auch die Bezeichnung Pils für die bekannte Biersorte läßt sich so auf diese alte Rauschpflanze zurückführen.

Verwendung: Die Blätter und vor allem die leicht dosierbaren Samen des Bilsenkrauts werden wegen ihres berauschenden Effekts geraucht. Die Hexensalben des Mittelalters wurden hergestellt, in dem man die zerkleinerten Pflanzenteile in Schweineschmalz bei nicht zu hohen Temperaturen auskochte und anschließend das noch heisse Fett durch ein Tuch direkt in das Aufbewahrungsgefäß seihte. Rauchen und die Anwendung als Salbe haben den Vorteil, daß die Wirkung besser dosier- und kontrollierbar bleibt, als dies bei der Einnahme als Tee oder gar der Rohdroge der Fall wäre. (Trotzdem starb Karl Kiesewetter, ein Erforscher und Kenner der Hexensalben, bei einem Selbstversuch.) Von der Einnahme der Samen und von Zubereitungen daraus wird abgeraten.

Wirksame Inhaltsstoffe: Vor allem Scopolamin, daneben Hyoscyamin und Atropin.

Wirkungen: Bilsenkraut ist eine narkotisch und halluzinogen wirkende Gift- pflanze. Es können Halluzinationen des Gesichtssinns, des Gehörs und des Geschmacks auftreten. Aggressives Verhalten während des anfänglichen Erregungszustandes kommt vor. Später kommt es zu tiefem, narkotischem Schlaf, währenddessen Halluzinationen, häufig sexuellen Inhalts, oder auch Flugträume oder Tierverwandlungen erlebt werden. Die Welt wird unter Scopolamin häufig magisch, mystisch, märchenhaft verändert erlebt.

Die durch Nachtschattenalkaloide hervorgerufenen Halluzinationen erscheinen dem Berauschten nicht selten als real. Ein Verwandter unseres schwarzen Bilsenkrauts, das weiße Bilsenkraut, (Hyoscyamus albus oder auch Hyoscyamus muticus) wächst in Teilen Nordafrikas, so. z.B. in Ägypten, und wird von den Arabern „Sekaran“ – die Berauschende – genannt.

Die Blätter dieser Pflanze werden von den Beduinen noch heute manchmal geraucht, um Rauschzustände hervorzurufen. Von den drei wichtigsten Nachtschattengewächsen, Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut scheint der sehr vorsichtige Gebrauch des letzteren am wenigsten riskant zu sein, besonders wenn es geraucht wird. Bedingt ist dies einesteils durch die relativ geringste Alkaloidkonzentration aller drei Pflanzen. Der zweite Grund ist der, daß im Bilsenkraut der relative Anteil der stark giftigen Stoffe Atropin und Hyoscyamin geringer ist und das weniger giftige Scopolamin stärker überwiegt, als bei den anderen beiden.

Nebenwirkungen: Bilsenkraut ist giftig. Wer mit Nachtschattengewächsen experimentieren will, muß sich dessen bewußt sein und sollte sich mit den Wir- kungen der Alkaloide Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin auseinandergesetzt haben, die in zu hohen Dosen zum Tod führen. Durstgefühl, Kopfdruck, Schwindel, allgemeines Vergiftungsgefühl sind die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen. Besonders am folgenden Tag ist ein katerähnlich auftretendes Vergiftungsgefühl die Regel. Vorsicht ist bei wiederholter Anwendung in kurzen Zeitabständen geboten; bereits kleine, sonst harmlose Dosen können ausreichen, um in einen schweren Rauschzustand zu geraten. Während der anfänglichen Erregungsphase kann es zu relativ hoher Herzfrequenz kommen. Personen mit vorgeschädigtem Herzen (Angina pectoris, Verengung der Herkranzgefäße, Herzinfarkt) sollten das Bilsenkraut daher auf keinen Fall verwenden. Vergleichen Sie auch die Wirkungen und Nebenwirkungen von Atropa Belladonna und von Datura Stramonium.

Bezugsquellen: In Deutschland in der Natur selten.

1 Comment

  1. Andrea

    20/02/2015 at 19:26

    non si capisce n’a sega, però stando la a pensare cosa volesse dire si capisce abbastanza bene, spero che migliori…

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.