HU-211

Wirkungsweise

HU-211 Dexanabinol ist ein synthetisches Cannabinoid, Es bindet sich nicht an CB1– und CB2-Rezeptoren.

Übersicht

HU-211 ist strukturell der aktiven Hauptsubstanz in Marihuana, Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC), ähnlich. Es wurde 1988 an der Hebrew University (HU) synthetisiert. In wissenschaftlichen Studien wird es pharmakologisch in der Hirnforschung eingesetzt und auch um unterschiedliche therapeutische Anwendungen zu erforschen. Es wurde kürzlich behauptet, dass es in Spice enthalten war. In den Vereinigten Staaten wird HU-211 nicht kontrolliert, obgleich es wegen seiner strukturellen Analyse als THC Substanz kategorisiert ist und den Substanzen, die in Marihuana vorkommen, ähnlich ist.

Pharmakologische Verhaltensversuche mit Tieren zeigten, dass HU-211 nicht die gleiche Wirkung wie Δ9-THC ausübt. HU-211 zeigte im Gegensatz zu HU-210 bei Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen in klinischen Studien der Phase I, II und III, keine psychoaktiven Effekte beim Menschen.

HU-211 und Drogentests

HU-211 ist ein synthetisches Cannabinoid, das gegenwärtig nicht durch Tests im Körper festgestellt werden kann. Die Grundlage für solche Tests ist der Stoffwechselabbau einer verabreichten Droge. Bei diesem Prozess werden bestimmte Produkte gebildet, nach denen mit dem Test gesucht wird. Es handelt sich dabei jeweils um spezifische Abbauprodukte, die nur als Folge des Konsums einer bestimmten Substanz entstehen können. Zurzeit (Jan. 2011) besteht kein Test, der für Stoffwechselprodukte von synthetischen Cannabinoiden angewandt werden kann. Es wird aber spekuliert, dass Forscher an der Entwicklung eines Tests arbeiten, es aber noch Jahre dauern wird bis dieser einsatzfähig ist. Das ist neben der einfachen Verfügbarkeit der Hauptgrund für die Beliebtheit dieser Produktgruppe. Der Konsum von Cannabisprodukten geht durch alle Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen, darunter auch solche, die permanent Drogenkontrollen ausgesetzt sind, wie Polizei etc. Nun ist es auch diesen Personen möglich, ohne dass es feststellbar ist und berufliche und strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten sind, diese Produkte zu konsumieren. Auch Konsumenten die schon rechtliche Probleme wegen Cannabiskonsum hatten und im  Überwachungsraster der Behörden wegen BtMG -Verstößen erfasst sind, können ohne Gefahr den Führerschein bei einer Kontrolle zu verlieren, oder sonstiger Repressalien, weiter konsumieren.

Verbreitet werden aber Informationen zur vermeintlichen Abschreckung, dass es ein Nachweisverfahren gibt. Es soll für alle Hauptwirkstoffe einsetzbar sein und eine aktute Intoxikation (Vergiftung) bei einem Bluttest nachweisen können. Praktisch wurde dieses Verfahren noch nicht eingesetzt.

Sucht erzeugendes Potential

Unbekannt

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Unbekannt

Rechtlicher Status

Deutschland

unbekannt

USA

HU-211 wird in den Vereinigten Staaten nicht kontrolliert

Literatur

Cannabis und Cannabinoide: Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potenzial

Chemistry and Molecular Aspects of Drug Design and Action

The Cannabinoid Receptors

Handbook of Experimental Pharmacology: Cannabinoids: Volume 168

Cannabinoids in Nature and Medicine

Marihuana and Medicine