Hawaiianische Baby Holzrose, Argyreia nervosa

Jürgen Siebers

Wirkungsweise

D-Lysergsäureamid ist ein teilweiser Agonist von Serotoninrezeptoren.

Übersicht

Argyreia nervosa Bojer.; Familie Windengewächse  (Convolvulaceae).

Die Hawaianische Baby Holzrose ist eine große mehrjährige Liane mit herzförmigen Blättern ( bis zu 30 cm Durchmesser), die mit silbrigen Haaren auf der Unterseite besetzt sind. Die  5 – 8 cm langen Blüten sind rosa und sitzen am Ende eines 15 cm langen Stengels. Die Schoten trocknen zu einer glatten, dunkelbraunen, Kapsel von Haselnussgröße und sind von einem trockenen Kelch umgeben. Jede Kapsel enthält ein bis vier pelzige braune Samen. Die Baby Holzrose ist in Asien einheimisch und wächst eingebürgert in Hawaii, wo sie auch kultiviert wird. Sie wird auch Elefantenwinde und Silberkraut genannt.

Diese Pflanze ist interessant, da ihre halluzinogenen Eigenschaften erst kürzlich außerhalb von Hawaii populär wurden. Während ihre Verwandten aus  der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae), wie Rivera corymbosa (Ololiuhqui) und Ipmoea violacea (weißblühende Prunkwinde), in Südamerika seit Jahrhunderten bei schamanischen Ritualen verwendet wurden, war die Hawaiianische Baby Holzrose traditionell nicht als eine halluzinogen wirksame Pflanze bekannt.  Auf ihre Charakteristika wurde man erst in den 60`ern aufmerksam, obgleich die chemische Zusammensetzung ihrer Samen fast mit denen der oben genannten Arten identisch ist. Ihre Samen enthalten sogar die höchste Konzentration an psychoaktiven Substanzen innerhalb der Familie.

Samenkapseln

Anbau und Vermehrung:

In frostfreien Gebieten kann diese Winde draußen angebaut werden. Ansonsten   kann sie in einem großen Topf im Sommer draußen stehen und wird bei Frostgefahr hereingeholt. Man kann sie durch Stecklinge, Samen, oder im Frühjahr  auch durch Teilung vermehren. Um den Samen zum Keimen zu bringen, ritzt man vorsichtig eine vom Keimungsauge entfernte Kerbe in die Schale und weicht den Samen so lange ein, bis er aufquillt. Dann wird er etwa 1 cm tief in nährstoffreichen, losen Boden gedrückt und ohne Wärmezufuhr von unten gehalten. Das Wässern nach der Bildung der Keimblätter darf nur sparsam geschehen. Die Bodenoberfläche sollte vor erneutem Gießen bis zu  1 cm tief austrocknen, weil ein Überwässern den Stamm und die Wurzeln verrotten lassen. Die Pflanze wächst nur langsam ,bis sich etwa 6 Blätter gebildet haben; danach wächst sie deutlich schneller. Im ersten Jahr wird die Winde ein Strauch von 30 bis 60 cm Höhe, der in nicht frostsicheren Gegenden ausserhalb in einem großen Topf gehalten werden kann, um sie im Winter hereinzunehmen. Im nächsten Frühjahr wächst die Liane zu einem großen Gewächs heran und kann bis zu 10 m hoch klettern. Dann produziert sie auch Blüten und Samen. In diesem zweiten Jahr wird sie am besten ausgepflanzt oder in einen großen Kübel umgepflanzt. In Frostgebieten kann man die Wurzeln ausgraben und aufbewahren, oder den Kübel an einem kühlen Platz bis zum Frühjahr überwintern.

Ernte

Zum Ernten der Samenkapseln sollten sie gut an der Pflanze getrocknet sein, sie können dann an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt werden. Ihre Wirksamkeit beginnt nach 6 bis 9 Monaten abzunehmen.

Die Methoden, den Alkaloidgehalt von Winden zu erhöhen, können auch für die Hawaianische Holzrose angewandt werden (siehe „Prunkwinden“,  IpomoeaArten).

Wirkstoffe

Die Samen der Hawaiianischen Baby Holzrose enthalten LSA (Ergin, D-Lysergsäureamid), einen Vorgänger von LSD. Gewöhnlich werden die Samen gegessen, obgleich es eine Fülle von Präperationsmethoden gibt.

Die aktive orale Dosis beträgt 4 – 12 Samen und hält 4 – 8 Stunden an.

Der LSA-Gehalt in Argyreia nervosa beträgt 0,14 % des Trockengewichts der Samen.

D-Lysergsäureamid

Wirkung

LSA ist weit weniger potent als LSD.  Es bewirkt nicht so intensive visuelle Halluzinationen wie LSD, sondern wirkt mehr auf der mentalen, gedanklichen Ebene. D-Lysergsäureamid ruft aber stärkere auditive Halluzinationen hervor. Visuelle Erscheinungen bei geschlossenen Augen sind häufig. Das Zeitempfinden verlangsamt sich. Eine rege Gedankentätigkeit ist für einen LSA-Trip ebenso charakteristisch, wie die Empfindung, dass diese  sehr klar und geordnet sind. Gegenteilige Effekte kommen aber auch vor.

Nebenwirkungen

Einige Benutzer berichten über:

  • Angstgefühle,
  • Übelkeit,
  • Blähungen,
  • Erbrechen und abdominale Krämpfe.

Weniger häufig , nur bei hohen Dosen treten auf:

  • Delirium,
  • Schwindel,
  • Paranoia, Angstsymptome und Panikgefühle

Suchtpotential

keines

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Unbekannt

Rechtlicher Status

Die Hawaiianische Baby Holzrose (Argyreia nervosa) wird nicht kontrolliert

Bezugsquellen
Hier sind exemplarisch Bezugsquellen  aufgeführt.

LSA-haltige Samen

Literatur

Pflanzen der Götter

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen