GHB, 4-Hydroxybutansäure

Wirkungweise

GBH vermehrt den Neurotransmitter GABA(B) und stimuliert den GBH Rezeptor.

Übersicht

4-Hydroxybutansäure (Gamma-Hydroxybuttersäure), in der Regel als GBH abgekürzt, ist erst seit 1960 ein therapeutisches Pharmazeutikum. Seit 2005 ist GHB  in Deutschland als (BtM-)rezeptflichtiges Medikament zur Behandlung von Narkolepsie  zugelassen und wird auch bei Parkinson eingesetzt, da durch die Anregung der körpereigenen Dopaminausschüttung ein Mangel an diesem Neurotransmitter reduziert wird. GHB ist in den meisten Ländern auch als illegale Droge verbreitet. Sie kommt als körpereigener Stoff im zentralen Nervensystem vor,  wie auch in Wein, Rindfleisch, kleinen Zitrusfrüchten und in geringen Mengen in fast allen Lebewesen.

In der Medizin wird GHB als gewöhnliches Narkosemittel  eingesetzt. Ebenso dient es auch zur Behandlung von Schlaflosigkeit, klinischer Depression, Narkolepsie (Schläfrigkeit), Alkoholismus und diente zur Steigerung sportlicher Leistungsfähigkeit (Nahrungsergänzungsmittel). 4-Hydroxybutansäure wird illegal unter dem Straßennamen Liquid EcstasyLiquid ELiquid XGFantasy.„Juice“ oder „liquid XTC“ gehandelt, und als  Rauschmittel oder auch manchmal als Vergewaltigungsdroge benutzt. Es besitzt allerdings weder chemisch, noch von der Wirkung Ähnlichkeiten mit Ecstasy (MDMA), sondern diese Bezeichnungen dienen ausschließlich zu Marketingzwecken.

Die menschlichen Körperzellen produzieren GHB, das strukturweise mit Keton β-Hydroxybutyrat verwandt ist. Als Droge wird GHB gewöhnlich als Kaliumsalz (ein weißes kristallines Pulver) oder als in Wasser gelöstes GHB Salz (eine klare Lösung) gehandelt. Die Buttersäure GHB fällt auch als ein Nebenprodukt bei Fermentationsprozessen an und kommt in geringen Mengen in einigen Bieren und Weinen vor.

GHB kann relativ einfach aus dem Lösungsmittel GBL, Butyro-1,4-lacton hergestellt werden. GBL oral konsumiert, wird innerhalb weniger Minuten zu GHB metabolisiert und innerhalb von einigen Stunden als CO2 über die Atemluft wieder ausgeschieden.

Verstoffwechslung von GHB, GBL und 1,4-Butandiol.

Dosierung

GHB Dosierungen von 500 – 3000 mg können Euphorie, intensive Erfahrung von Bewegungen und Musik, erhöhte Libido, größere Geselligkeit und Rauschzustände effizieren. Eine Dosis von 500 – 3000 mg entsprechen etwa  0,5 – 3 ml  Flüssigkeit, bei einem Konzentrationsverhältnis 1 g / 1 ml . Die Effekte von GHB können 1 ½ bis zu 3 Stunden anhalten oder auch länger, wenn die konsumierte Dosis höher , oder mit Alkohol gemischt ist.

Nebenwirkungen bei hohen Dosierungen

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Schwindel,
  • Benommenheit,
  • Unruhe,
  • visuelle Störungen,
  • Atemprobleme,
  • Spasmen
  • bei Dosen > 3,500 mg tritt schnelle Bewusstlosigkeit ein.
  • Dosierungen > 7,000 mg können eine lebensbedrohliche Atemdepression und Bradykardie mit folgender Herzinsuffizienz herbeiführen.

Warnung

GHB sollte nicht zusammen mit Alkohol oder anderen Depressiva angewandt werden, weil die Wechselwirkungen ein erhöhtes Risiko von negativen Nebenwirkungen ergeben, das zu einem GHB Koma oder sogar dem Todesfall führen kann.

GHB wird in den letzten Jahren in der gleichen Weise wie Alkohol und Rohypnol (Flunitrazepam) als  Vergewaltigungsdroge, oder K.o.-Tropfen missbraucht. Es hat zwar einen salzigen Geschmack, da es aber farblos und geruchlos ist, kann es „Getränken, die den Geschmack maskieren, leicht zugefügt werden und bleibt dadurch meist unbemerkt .  Es ist jedoch schwierig zu ermitteln wie häufig GHB bei Vergewaltigungen eingesetzt wurde, da es vom Körper sehr schnell abgebaut wird und nach ca. 12 Stunden nicht mehr nachzuweisen ist. Viele Opfer leiden zudem häufig nach Verabreichung von GHB an Gedächtnisslücken.

GHB kann eine psychische Abhängigkeit auslösen, die in einer physischen Sucht endet. Die körperliche Abhängigkeit entwickelt sich, wenn GHB regelmäßig (d.h. alle 2 – 4 Stunden für viele aufeinanderfolgende Tage oder Wochen) eingenommen wird.

Auftretende Entzugssymptome sind:

  • Schlaflosigkeit,
  • Unruhe,
  • Angstgefühle,
  • Zittern,
  • Schwitzen,
  • Appetitlosigkeit,
  • Gereiztheit,
  • Tachykardie, Brustschmerzen und Engegefühl,
  • Muskel- und Knochenschmerzen,
  • Überempfindlichkeit für Geräusche, Licht und Berührungen,
  • Dysphorie (Unzufriedenheit),
  • geistige Trägheit.

Diese Symptome bilden sich nach 1-3 Tagen zurück.

Suchtpotential

mittel

Rechtlicher Status

Deutschland

GHB wurde am 28. November 2001, mit der 16. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften, als Betäubungsmittel klassifiziert. Der Umgang mit GHB wird außerhalb medizinisch zugelassener Indikationen nicht gestattet. GHB ist in Anlage III zu § 1 BtMG (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Stoffe) aufgelistet. Ausnahmen sind injizierbare Mittel wie Somsanit, welche der einfachen Verschreibungspflicht unterliegen

USA

In den Vereinigten Staaten gehört GHB zur Schedule I.

Literatur


Gamma-Hydroxybuttersäure(GHB) / Liquid Ecstasy – Aussagekraft von GHB-Konzentrationen beim Menschen

Kurzbeschreibung
Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) ist als körpereigene Verbindung im Blut und Urin des Menschen nachweisbar. Bei dieser kurzkettigen Fettsäure handelt es sich um ein Strukturanalogon der Gamma-Aminobuttersäure. GHB wird als Medikament u.a. als Narkotikum eingesetzt. Die Substanz wirkt euphorisierend und leicht berauschend. GHB wird jedoch auch missbräuchlich verwendet und ist relativ einfach zu beschaffen. In flüssiger Form, unter dem Begriff Liquid Ecstasy, wird GHB von Tätern zur Vorbereitung sexueller Übergriffe verwendet, die farb- und geruchlose Substanz wird zu den Knock-out Mitteln gezählt. Bei toxikologischen Untersuchungen, insbesondere bei forensisch relevanten Fragestellungen ist es daher entscheidend, zwischen endogenen GHB-Konzentrationen und GHB-Konzentrationen aufgrund einer Einnahme/Beibringung von GHB unterscheiden zu können. Mit der vorliegenden Arbeit soll ein Beitrag geleistet werden, wie im Hinblick auf diese Frage die Aussagekraft von GHB-Konzentrationen und angegebene Entscheidungsgrenzwerte zu beurteilen sind. Nach einem Überblick über die aktuelle Literatur werden Fälle mit GHB-Beteiligung vorgestellt. Es werden Einflussfaktoren auf GHB-Konzentrationen genannt und die postmortale Bildung von GHB, das Vorkommen endogener GHB sowie Entscheidungsgrenzwerte von endogener GHB in Blut und Urin diskutiert. Abschließend werden die Aussagekraft von GHB-Konzentrationen und vorgeschlagene Entscheidungsgrenzwerte beurteilt.

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