Essbare Wildpflanzen

Es ist angerichtet!

Markus Berger

Salat, Gewürze, Kräuter, Gemüse und Obst – das alles gibt’s im Supermarkt, wem muss das erzählt werden? Auch im Gartencenter erworben und angebaut im eigenen Garten sind solche pflanzlichen Nahrungsmittel keine Seltenheit. Doch gibt es eine Fülle schmack- und nahrhafter Gewächse für den täglichen Genuss, die ganz und gar kostenlos und dazu nachweislich „bio“ sind (im Geschäft kann man da ja nie ganz sicher sein): die essbaren Wildpflanzen, „Nahrungsmittel, die es nirgends zu kaufen gibt, die man selbst sammelt, zubereitet und genießt“ (Seite 7). Um jene auf den Teller zu bekommen, bedarf es nur des eigenen Engagements, einer guten Portion Grundwissen und eines sicheren Auges. Das Engagement darf ruhig selbst entwickelt und aufgebaut werden, das notwendige Wissen um die genießbaren Gewächse und deren Bestimmung vermittelt das im AT-Verlag erschienene Werk des Autorenteams Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann und Roland Spiegelberger.

Dem Naturliebhaber werden die 200 wichtigsten Phytonahrungsmittel nahe gebracht und die Kenntnis, ob deren Blätter und Triebe, Blüten und Früchte oder Samen und Wurzeln in der Küche Verwendung finden können. Diskutiert wird außerdem, mit welchen Giftpflanzen eine Verwechslungsgefahr besteht. Jede Pflanzenmonografie enthält Beschreibungen über die Verwendbarkeit der jeweiligen Art, deren Inhaltsstoffe und medizinischen Nutzwert. Am Ende des Bandes bekommt der Leser eine Tabelle für die Erntezeit der einzelnen Gewächse sowie eine umfassende Übersicht über die wichtigsten Pflanzen-Wirkstoffe. Die bei uns vielfach vorherrschende Angst vor dem Fuchsbandwurm, die den meisten Menschen das Sammeln solch wundervoller Früchte wie der Walderdbeere (Fragaria vesca), der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und anderer Wildpflanzen vergällt, wird gleich (und nur) im Vorwort angesprochen: So steht die Furcht vor einer Kontamination mit den Eiern des Wurmes „in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Risiko. Die Anzahl an Neuerkrankungen ist verschwindend gering. Auch Obst und Gemüse von Kulturflächen müsste dann in uns dieselben Ängste wecken, denn Füchse durchstreifen Kulturacker und wilde Landschaft gleichermaßen“ (Seite 7). Also auf – das Buch geschnappt und raus, die nächste Mahlzeit finden.

Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann und Roland Spiegelberger: Essbare Wildpflanzen, AT-Verlag, Aarau, 2007, 248 Seiten, viele farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-03800-335-9

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