Erfahrungsbericht: Praktikum beim Deutschen Hanfverband

In den letzten drei Jahren hatten wir beim DHV mehrere Praktikanten, die unsere Arbeit in vielen Punkten deutlich unterstützen konnten. Bisher waren alle zufrieden mit ihrer Zeit bei uns. Jochen Eichelmann war einer davon und berichtet in diesem persönlichen Erfahrungsbericht von seinem Praktikum.

Was machst du da?“, „Baut ihr da Drogen an und verkauft die?“, „Die kiffen da doch bestimmt eh nur den ganzen Tag“ und „Warum willst du denn bei sowas ein Praktikum machen?“ Seit ich wusste, dass es mit meinem Praktikum beim DHV klappt und ich Familie, Freunden und Bekannten davon erzählte, musste ich viele solche Fragen beantworten und mir viele schräge Bemerkungen anhören. Für mich Grund genug, diesen Menschen, aber auch allen anderen Interessierten, von meinen drei Monaten beim DHV zu berichten.

Für mein Studium in Soziologie und Politikwissenschaft benötigte ich ein mindestens sechs wöchiges Praktikum. Unter anderem dadurch, dass ich in Baden-Württemberg aufgewachsen bin und im bayrischen Würzburg studiert habe, also zwei Bundesländern, in denen die Verfolgung von Cannabiskonsumenten besonders hart ist, war ich für das Thema Legalisierung sensibilisiert und kannte die Arbeit des DHV. So war auch der Hanfverband die erste Stelle, bei der ich mich bewarb. Zu meiner großen Freude klappte es direkt und ich erhielt die Zusage für ein knapp drei Monate langes Praktikum.

Ab diesem Zeitpunkt fing meine Arbeit für den Verband im Prinzip schon an. Ich wurde mit Fragen und Bemerkungen meiner Familie und vielen Freunden und Bekannten überschüttet und musste vielen erklären was der Deutsche Hanfverband überhaupt ist und macht. Selbst Menschen, die selbst Erfahrungen mit Cannabis oder sogar mit der strengen Repression gemacht hatten, kannten den DHV noch nicht und verfolgten die politische Debatte zur Legalisierung nicht wirklich. So erklärte ich ihnen schon bevor mein eigentliches Praktikum begann, warum die Legalisierung von Cannabis dringend eine starke Lobby braucht und wie sich der Hanfverband als Bindeglied zwischen Politik, Medien und Öffentlichkeit engagiert. Die Meisten hatten nach meiner Erklärung glücklicher Weise ein positives Bild vom DHV und für meine Praktikumsstelle wurde ich nicht mehr belächelt.

Mitte Mai 2016 war es dann soweit. In Berlin angekommen hatte ich meinen ersten Praktikumstag. Obwohl ich mich natürlich vorher schon ausführlich mit dem Thema Cannabis und auch mit der Arbeit des DHV auseinandergesetzt hatte, wusste ich nicht wirklich was mich im Büro erwartet und ich war sehr aufgeregt das Team kennenzulernen. Mir wurde schnell klar das dort, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte, engagierte Menschen arbeiten, die die Legalisierung mit vollem Einsatz voran bringen wollen.

Die Mitarbeiter haben mich sehr nett aufgenommen und schnell fühlte ich mich als Teil des Teams. Die Arbeit machte großen Spaß und ich bekam unterschiedliche und abwechslungsreiche Aufgaben. Vom Erstellen von Terminen oder Presseechos für die DHV-Homepage, zum Packen von Willkommensgeschenken für neue Fördermitglieder, bis hin zum Emails schreiben und Telefonieren war vieles zu tun. Besonders interessant waren die wöchentlichen Teamsitzungen, in denen gemeinsam die Arbeit der letzten Zeit besprochen wurde und die Aufgaben für die Zukunft geplant wurden.

Nachdem ich einige Zeit im Büro war, merkte ich, dass mir das Schreiben von Artikeln und Blogeinträgen für die DHV-Homepage und die Verwaltung des Facebook-Auftritts des DHV besonders viel Spaß machten. Mir wurde daraufhin ermöglicht, mich vor allem auf diese Arbeiten zu konzentrieren, wofür ich dem Team sehr dankbar bin. Das Recherchieren und Schreiben von Artikeln und die direkte Arbeit mit der Facebook-Community des DHV waren meine absoluten Highlights des Praktikums und diese Aufgaben waren sehr spannend, abwechslungsreich und interessant.

Zu meinem Glück, waren in den drei Monaten meines Praktikums auch noch einige super Veranstaltungen auf denen ich mit vielen interessanten und engagierten Menschen sprechen konnte. Das alljährliche DHV-Sommerfest, die Hanfmesse Mary Jane, Treffen der DHV-Ortsgruppe Berlin, der Hanf-Block beim Christopher-Street-Day, Infostände und zum Abschluss meiner Zeit im Berliner Büro noch die große Hanfparade.

Insgesamt bin ich sehr glücklich, dass ich mein Praktikum beim Deutschen Hanfverband gemacht habe. Die Arbeit dort für drei Monate mitzuerleben und sogar ein Teil des Teams zu werden, hätte ich mir nicht besser vorstellen können. Die engagierte und seriöse Arbeit des DHV, gepaart mit einer riesigen und motivierten Community in ganz Deutschland und natürlich im Netz, haben mich davon überzeugt, dass wir alle gemeinsam eine neue und vernünftigere Drogenpolitik erreichen und die Legalisierung voran bringen können.

Für die tolle, interessante und lehrreiche Zeit bin ich sehr dankbar. Dem Team im Büro, den vielen Menschen, die ich persönlich kennengelernt habe und der großartigen Online-Community. Wenn ich jetzt wieder mal die Arbeit des DHV erklären muss, mache ich das sicherlich mit noch mehr Überzeugung und Hintergrundwissen. Ich werde mich auch in Zukunft intensiv für eine andere Drogenpolitik und die Legalisierung von Cannabis stark machen und bin vollkommen überzeugt: Gemeinsam schaffen wir das!

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