Ephedra sinica, Meerträubel

von Jürgen Siebers |

 

 

 

Meerträubel (Ephedra sinica) stellt die Pflanzengattung der Familie der Meerträubelgewächse (Ephedraceae) innerhalb der Ordnung Gnetales dar. Es gibt innerhalb dieser Gattung etwa 35 – 60 Arten.

Ephedra-Arten enthalten Alkaloide die Effekte auf Herz Kreislauf ausüben. Die wichtigsten, das Ephedrin, Norephedrin und N-Methylephedrin wirken ähnlich wie Amphetamin und erzeugen ein analoges Suchtpotenzial wie dieses. Der chemische Aufbau der Phenylethylamine gleicht der von Adrenalin. Der Wirkstoffgehalt  in den Pflanzen ist variabel und auch jahreszeitlich unterschiedlich.


Das chinesische Meerträubel Ma-Huang (Ephedra sinica) in Asien indigen.

Diese Ephedra Art wächst in trockenen Höhenlagen Nordchinas.

Es ist  ein winterhartes Gewächs, unempfindlich gegen Hitze und Trockenheit.

Die mehrjährige, bis zu 60 cm hohe Pflanze besitzt schachtelhalmartige, rutenartige Stiele.  Sie hat gegenständige Schuppenblätter, ist aber meist blattlos.

Aus den dezenten Blüten die sich zwischen März und Mai  zeigen, entwickeln sich fleischige, rote Zapfenbeeren.

Anbau und Vermehrung

Ephedra sinica ist die robusteste Ephedra Art und eignet sich für den Gartenanbau in unseren Breiten.

Das Saatgut idealerweise auf mineralische Kakteenerde (Staunässeschutz) streuen und nur leicht andrücken Die Samen keimen am besten bei einer Temperatur von 18°C. Nach der problemlosen Keimung sollte man die Sämlinge gut beobachten und vor Staunässe schützen. Ephedra sinica bevorzugt sonnige Standorte und einen sandigenBoden z.B. im Steingarten. Gelegentliches Beschneiden begünstigt das Wachstum und dient gleichzeitig als Ernte.

Den höchsten Wirkstoffgehalt besitzen die jungen Rutenzweige (Stengel) im Herbst. Sie sollten schonend an einem luftigen, schattigem Ort getrocknet werden.

Im Frühjahr oder Herbst können die Pflanzen geteilt werden.

Meerträubel ist zweihäusig. Zur Befruchtung und Gewinnung von Saatgut sind also mindestens je eine männliche und weibliche Pflanzen erforderlich. Aus den recht unscheinbaren Blüten bilden sich die roten beerenartigen Fruchtkörper, welche die dunklen Samen enthalten.

Ephedra nevadensis

Ephedra nevadensis Wats.; Familie Meerträubelgewächse (Ephedraceae)

Ein aufrechter besenartiger Strauch, 60 cm hoch. Die blattlosen Stängel sind jung blaß-grün und im Alter olivbraun. Männliche und weibliche Blüten kommen auf verschiedenen Pflanzen vor (eingeschlechtlich). Die Samen sind glatt, braun und gepaart

Häufig an Hängen und in Bergen, die meistens unterhalb von 1,350 m Höhe liegen. Einheimisch in der Mohave- und Coloradowüste, östlich von Utah, in Arizona und New Mexiko.

Anbau und Vermehrung

Ephedra nevadensis sollte an trockenen Stellen gepflanzt werden. Die Pflanze gedeiht hervorragend auf gewöhnlichem lehmigem Boden sowie sehr gut auf losem steinigem Boden mit voller Sonne und wenig Wasser. Sie wird meist durch Teilung der Büschel im Frühjahr vermehrt und durch Samen, die im frühen Frühling auf leichtem, sandigem Boden ausgesät werden. Sie kann auch durch Schichtung und Ausläufer vermehrt werden. An steinigen Hängen bildet sie eine   ausgezeichnete Bodenbedeckung.

Ernte

Die jungen Spitzen und Zweige können zu jeder Zeit gepflückt und getrocknet werden, solange die Pflanze nicht entblößt und jenseits ihrer lebensfähigen Knospen zurückgeschnitten wird.

Wirkungweise

Ephedra Wirkstoffe vermehren Norepinephrin als Antagonist der α1-Adrenozeptoren und α2-Adrenozeptoren.

Übersicht

Ephedra, hauptsächlich die Pflanzengattung  Ephedra sinica, wird als Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin seit  5000 Jahren zur Behandlung von Asthma, Heuschupfen und Erkältung benutzt. Der allgemeine Name in China ist Ma huang. Die Ephedrawirkstoffe sind ein Stimulans, welches die Blutgefäße verengt und damit den Blutdruck und Puls erhöht. Viele Ephedraarten werden seit Jahrtausenden für verschiedenartige medizinische Anwendungen eingesetzt. Die amerikanischen Ureinwohner  und die Pioniere der Mormonen tranken Ephedratee, den Mormonentee, wobei die nordamerikanischen Ephedrapflanzen (nevadensis) nicht die Alkaloide besitzen, die in Ephedra sinica enthalten sind.

Norephedrine
Amphetamin

Die Ungefährlichkeit von Nahrungsmittelergänzungen, die Ephedra-Wirkstoffe enthalten, wurde von der FDA (Food and Drug Administration), dem “National Center for Alternative Medicine“ und der medizinischen Forschung in Frage gestellt. Grund ist die Vielzahl an Nebenwirkungen und den mit Ephedrakonsum in Verbindung gebrachten Todesfällen. Anfängliche Bemühungen Ephedrawirkstoffe zu testen und zu regulieren wurden jedoch durch starken politischen Druck der Pharmaindustrie und deren Lobby verhindert. (Ähnliche Bemühungen finden mittlerweile auch in der EU statt, wo man versucht alle pflanzlichen Präparate einer behördlichen Kontrolle zu unterstellen, mit teils abstrusen Zulassungsbeschränkungen) Schließlich verbot die FDA am 12. April 2004 den Verkauf von Präparaten, die Ephedra Wirkstoffe enthielten.

Mittlerweise kann man allerdings in verschiedenen US Bundesstaaten Ephedraprodukte rezeptfrei in Drugstores und Supermärkten kaufen.

Ephedrawirkstoffe wirken stark stimulierend und erzeugen Thermogenese; ihre physiologischen Effekte beruhen auf dem Gehalt an Ephedrin und Pseudoephedrin. Diese  erhöhen den Puls und den Blutdruck (Verengung der Blutgefäße) . Die Bronchialröhren werden erweitert was die Atmung erleichtert. Die thermogenetischen Eigenschaften, (Erhöhung der Körpertemperatur), fördern den allgemeinen Stoffwechselabbau (Diätmittel, Fatburner).

In der traditionellen chinesischen Kräuterkunde, kommt E. sinica in vielen Präparaten gegen Erkältung und Grippe vor. Ephedra wird auch therapeutisch als schweißtreibendes Mittel benutzt, um äußerliche Krankheitserreger zu beseitigen und die Atemtätigkeit zu erleichtern.

Ephedra wird vielfach von Sportlern benutzt, obgleich seine leistungssteigernden Effekte unbewiesen sind.

Ephedra wird häufig auch als Ausgangsstoff für die Synthese von Amphetaminen verwendet.

Ephedra wird manchmal in Kombination mit Aspirin und Koffein zum Abnehmen verschrieben. Untersuchungen bestätigten, dass Ephedra einen geringfügigen Gewichtsverlust  bewirkt (0.9 kg/Monat; man weiß aber nicht, ob dieser Gewichtverlust beständig ist. Es gibt viele  Berichte über Nebenwirkungen, die aber auf nicht zugelassene Ephedra Präparate zurückzuführen sind.

Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen können bei Verwendung von Ephedra auftreten:

  • ernste Hautreaktionen,
  • Irritabilität,
  • Nervosität,
  • Schwindel,
  • Zittern,
  • Kopfschmerzen,
  • Schlaflosigkeit,
  • starkes Schwitzen,
  • Dehydration, Hautjucken, auch der Kopfhaut,
  • Erbrechen,
  • Hyperthermie,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Anfälle,
  • Todesfälle durch Herzinfarkt oder Schlaganfall

Suchtpotential

ähnlich des von Amphetaminen

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

unbekannt

Legaler Status

Deutschland

Pflanzen  sind legal

Kontrollierte Substanz (AMG)


Suppliers- Bezugsquellen
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Ethnobotanicals:
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