Echte Katzenminze, Nepeta cataria

Echte Katzenminze

Nepeta cataria L.; Lippenblütler (Labiatae)

Nepeta cataria

Wirkungsweise

Die Wirkung von Nepetalacton ist unbekannt.

Die natürliche Funktion des Nepetalactons in der Pflanze dürfte die eines Repellents (Stoff, der abstoßend wirkt, ohne zu schäŠdigen ) gegen Insektenfraß sein, was zumindest in Versuchen mit der Reinsubstanz gezeigt werden konnte.

Bei  Versuchen mit Mäusen wirkte Nepetalacton als Opioid auf bestimmte Rezeptor-Subtypen.

Übersicht

Nepata ist eine Gattung von etwa 250 Arten von blühenden Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler  (Laminaceae). Die Pflanzen dieser Gattung sind als Catnip (Katzen Nippel) oder Catmint (Katzenminze) wegen ihrer intensiven Wirkung auf Katzen bekannt – sie wirken angenehm und vorübergehend euphorisch auf Katzen und können auch beim Menschen eine milde Euphorie hervorrufen.

Nepata ist auch unter den folgenden Namen bekannt: Cataria, Catmint, Catnep, Catrup, Cat‘s Heal All, Cat‘s-play, Cat‘s Wort, Catswort, Catwort, Chi Hsueh Tsao, Field Balm, Garden Nep, Herba Cataria, Herba Catti, Nebada, Nep.

Nepetalacton

Der wirksame Stoff ist das ätherishe Öl, Nepetalacton, das in den Blättern und im Stamm der Pflanze vorkommt. Andere vorkommende Substanzen sind Essigsäure, alpha & beta Nepetalacton, Citral, Nepetalacton, Geraniol, Limonen (syn. Dipenten), Citronellol, Nerol, Buttersäure, Valeriansäure und Tannine.

Wenn eine Katze eine Katzenminze findet, riecht sie gewöhnlich zuerst daran, reibt sich dann an ihr, beleckt sie und frisst sie schließlich. Es ist das Riechen, das die Euphorie verursacht. Man glaubt, dass die Katzen die Minze fressen um sie zu beschädigen, damit mehr an Nepatalactonöl freigesetzt wird. Die Euphorie hält gewöhnlich 5 bis zehn Minuten an.

Interessant ist, dass die Katzen durch Riechen stimuliert werden, das Fressen der Blätter aber wie ein Sedativum auf sie wirkt.

Etwa 50 % der Katzen sind von Nepata beeinflusst, jedoch in verschiedenen Intensitäten. Kätzchen, die jünger als 8 Wochen sind, empfinden die Wirkung der Katzenminze als unangenehm. Die Stimulierung durch die Katzenminze scheint als ein autosomales Gen vererbt zu werden. Nicht nur Hauskatzen lieben die Katzenminze, viele wilde Arten auch. Katzen können einen Teil in einer Billion von Luftteilen riechen. Kater wie auch Katzen, kastriert oder nicht, es gibt keine Gruppe, die sensibler auf die Katzenminze reagiert als eine andere.

Nepetalacton wirkt wie ein Halluzinogen. Einige sagen, dass die Wirkung ähnlich der von LSD ist, andere meinen, sie sei ähnlich der von Marihuana. Es ist behauptet worden, dass Katzenminze aphrodisisch wirkt, weil Katzen sich dann auf dem Boden rollen, wie eine Katze in Hitze. Dieses ist aber unwahrscheinlich, da Kater in der gleichen Weise reagieren. Auch Spielen, Jagen und Verfolgen, die nichts mit sexualem Verhalten zu tun haben, können auch als Wirkung der Katzenminze beobachtet werden. Die Antwort auf die Minze geschieht durch das olfaktorische System. Selbst Katzen, die nicht gut riechen können, werden von der Katzenminze angezogen.

Eine robuste, aufrechte, mehrjährige Pflanze mit hartem Stengel, die haarige, herzförmige, graugrüne Blätter hat. Die Blüten sind weiß oder violett,  6 cm lang und kommen in Gruppen am Ende der Verzweigungen vor. Einheimisch in Europa, Afrika und Asien, kultiviert in Nordamerika.

Anbau und Vermehrung

Die Pflanze wächst einfach mit geringem Pflegeaufwand auf jedem Gartenboden, da sie nicht die Feuchtigkeit benötigt, welche die meisten Mintarten benötigen. Von Samen sollte sie direkt an dem Platz ausgesät werden, an dem  sie gewünscht wird. Verletzte oder kürzlich umgepflanzte Pflanzen werden leicht von Katzen gefressen, werden sie nicht geschützt. Die Samen sollten sehr dünn  in Reihen mit Abständen von jeweils 50 cm ausgebracht werden. Die Pflanze verlangt fast keine Pflege, außer gelegentlichem Unkraut jäten. Die Vermehrung durch Stecklinge ist die gebräuchlichste Methode.  Sie kann alternativ auch durch Teilung der Wurzeln im Frühjahr vermehrt werden. Ein Beet kann so viele Jahre genutzt werden.

Ernte

Das Heilkraut wird vor der Blüte im mittleren bis späten Sommer an einem trockenen sonnigen Tag geerntet, wenn aller Tau verschwunden ist. Die  Trocknung sollte sehr schonend geschehen. Die Blätter werden vom Stengel abgestreift und dann  direkt im Schatten oder schonend in einem Ofen bei einer Temperatur von max. 65 ℃ getrocknet, um die Verdunstung der ätherischen Öle möglichst gering zu halten.

Nepeta cataria, Blatt

Droge

Herba Nepetae catariae, das getrocknete Kraut

Katzenminze, Samen

Nepeta cataria, conc.

Nepeta cataria, conc.

Anwendung

Rauchen: mit gleichen Teilen, oder ohne Tabak rauchen. Extrakte können auf Tabak oder andere rauchbare Stoffe aufgesprüht werden.

Tee: 2 Teelöffel auf 0,25 Liter Wasser, 5 Minuten kochen lassen, dann 5 Minuten ziehen lassen (eventuell 2 Teelöffel Daimana, Turnera diffusa hinzufügen)

Bearbeitung zur Intensivierung der Wirkung:

1. Das Kraut wird in Essigsäure-essenz circa 10 – 20 Minuten gekocht, wobei sich das Gemenge bräunlich färben sollte.

2. Das ganze wird nach dem Kochen mit circa 1-2 Esslöffeln Backpulver oder besser Kaisernatron neutralisiert (wenn es schäumt ist es richtig).

4. Mit einem Sieb werden die Blätter dann unter dem Wasserhahn ausgewaschen, ausgepresst und am besten in der Sonne auf einer Zeitung getrocknet.
Jetzt kann man es rauchen, dann wird es am besten vom Körper aufgenommen. Vorsicht! Die Wirkung ist nach dieser Bearbeitung sehr stark!

Wirkung

Die Wirkung ist entspannend und ähnlich eines milden Cannabisrausches . Bei beschriebener Verarbeitung halluzinogen. Wird auch als Medizin bei chronischer Bronchitis verwendet.

Wirkstoffe

Psychoaktiv wirksam sind die Alkaloide Actinidin und das verwandte Nepetalacton, welche beide in der Pflanze vorhanden sind.


L
n
Nepetalacton