DXM, Dextromethorphan

DXM, Dextromethorphan

Wirkungsweise

DXM ist ein NMDA Rezeptor Antagonist.

Übersicht

Dextromethorphan Hydrobromid Monohydrat (DM oder DXM) ist eine hustenstillende Substanz, die in vielen rezeptfreien Erkältungs- und Hustenmitteln enthalten ist. Die FDA ließ 1958 Dextromethorphan freiverkäuflich als hustenstillendes Medikament zu. Es ersetzte Antitussiva mit sedativen Nebenwirkungen, höherem Missbrauchs- und Suchtpotential. Antitussiva waren zu dieser Zeit weitverbreitet, heute sind sie in den USA nur auf Rezept erhältlich.

DXM Pillen

Während der 60`er und 70`ger war DXM in Tablettenform unter dem Markennamen Romilar freiverkäuflich erhältlich. Es wurde eine freie, reichlich angebotene Handelsware in der Hoffnung, weniger codeinhaltige Hustensäfte zu verkaufen. 1973 mußte Romilar aber wegen explosionsartig ansteigenden  Verkaufszahlen aufgrund von missbräuchlicher Verwendung als Droge zurückgezogen werden. Später kamen Gelkapseln in der Form von Robitussin Hustenkapseln und einige Generika auf den Markt, die unter anderem DXM enthalten.

Dextromethorphan wird als ein dissoziatives Halluzinogen klassifiziert, wenn es in Dosierungen höher als medizinisch empfohlen verabreicht wird. DXM hat ähnliche Wirkungen wie Ketamin und Phencyclidin (PCP). Es kann Verfälschungen in der visuellen Wahrnehmung, Dissoziationsgefühle, Verzerrungen der körperlichen Wahrnehmung, Erregung als auch den Verlust des Zeitgefühls auslösen. Biochemisch können die Wirkungen von DXM zum größten Teil auf Dextrophan (DXO) zurückgeführt werden, das als Metabolit beim Abbau von DXM im Körper entsteht. Sowohl DXM als auch DXO sind NMDA Rezeptor Antagonisten.

Dextromethorphan Hustenstiller

Umgangsnamen für DXM deuten auf die Markennamen der Hustenmittel hin, wie „Tussin“, „Robo“, „Dex“, „dreifache Cs“ und „Skittles“. Der Konsum von DXM wird oft in Tätigkeitswörtern ausgedrückt, wie „dexen“, „tussen“, „roboen“ und „robotrippen“.

Dosierung

  • 1.5 – 2.5mg  je kg Körpergewicht wirken leicht stimulierend; Bewegungen und Musik werden häufig als wohltuend empfunden
  • 2.5 – 7.5mg  je kg Körpergewicht wirken vergleichbar intensiv wie Lachgas oder Cannabis; Geräusche und visuelle Wahrnehmungen scheinen in einzelnen Phasen aufgenommen zu werden ( „flanging“), das Kurzzeitgedächtnis ist gestört und zeitweise treten milde Halluzinationen auf.
  • 7.5 – 15mg  je kg Körpergewicht, Halluzinationen und Störungen beim Denken, beim sensorischen Erfassen der Umwelt und im Gedächtnis . Ab dieser Dosierung können die Effekte sehr unerquicklich sein.
  • <15mg  je kg Körpergewicht, die Wirkung ist ähnlich einer nicht narkotischen Dosis Ketamin mit der  Lösung des Geistes vom Körper und kann physisch und psychisch bedrohlich werden. So hohe Dosierungen sind unbedingt zu vermeiden. Wenn trotzdem eine solche Erfahrung gewünscht wird, so sollte man es mit Ketamin probieren, da eine berauschende Ketamindosis unter der narkotischen Dosis liegt, d.h. es wird nicht wie dxm über- sondern unterdosiert und hält daher weit weniger Risiken bereit.

DXM wird ab 20 – 30mg/kg toxisch, Dosierungen über 900mg sind jedoch gefährlich genug; werden wirklich stärkere Erfahrungen gewünscht, so empfiehlt sich Ketamin oder Lysergsäure Diäthylamid (LSD).

Nebenwirkungen

  • Hautausschläge/ Juckreiz
  • Übelkeit
  • Schläfrigkeit
  • Schwindel
  • Fieber
  • Magen/Darm Verstimmungen
  • Erbrechen
  • Unscharfes Sehen
  • Erweiterte Pupillen
  • Perspiration
  • Bluthochdruck
  • Flaches Atmen
  • Diarrhoe
  • Zurückhaltung beim Urindrang

In einigen seltenen, dokumentierten Fällen hat DXM bei Missbrauch zu psychischer Abhängigkeiten geführt. Gemäß dem WHO Committee (World Health Organization) für Drogenabhängigkeit bildet sich jedoch keine physische Abhängigkeit.

Dextromethorphan Wechselwirkungen

DXM sollte nicht zusammen mit den folgenden Substanzen angewandt werden:

  • Monoamin Oxidase Inhibitoren (MAOIs)
  • Selektiven Serotonin Wiederaufnahme Inhibitoren (SSRIs)
  • Sedierende Drogen und Substanzen für das CNS (Beruhigungsmittel), einige psychoaktiven Substanzen wie zum Beispiel Alkohol, da sie eine kumulative CNS Sedierungswirkung erzeugen, wenn sie zusammen mit Dextromethorphan  konsumiert werden.

Todesfälle durch Dextromethorphan sind theoretisch möglich, dafür aber müsste es in einer derart großen Menge eingenommen werden, wie es in der Praxis kaum möglich ist. In Kombination mit Paracetamol sind dagegen Todesfälle bekannt.

Suchtpotential

niedrig

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

unbekannt

Rechtlicher Status

Deutschland

Apothekenpflichtig

USA

DXM ist legal und in den Vereinigten Staaten freiverkäuflich.

Bezugsquellen

Apotheken, Onlineapotheken, Schwarzmarkt

Einen detaillierten  Artikel von Markus Berger über DXM findet man hier: