Diethylether, Ether


  • Ether
  • Äther
  • Diäthyläther
  • Ethoxyethan
  • Et2O

Übersicht

Dem Alchimist Raymundus Lullus wird zugeschrieben, im Jahre 1275 Diethylether entdeckt zu haben, obwohl zeitgeschichtlich dafür kein Beweis besteht. Valerius Cordus synthetisierte Diethylether 1540 das erste Mal und nannte  ihn das „Öl des süßen Vitriol“ (oleum dulcis vitriole), weil er ihn durch Destillation einer Mischung von Äthanol und Schwefelsäure (Vitriolöl) herstellte. Er entdeckte später auch einige der medizinischen Eigenschaften vom Ether. Zu dieser Zeit entdeckte Paracelsus die analgetische Wirkung des Ethers. August Siegmund Frobenius prägte 1730 den Namen Ether.

Ether ist schwierig ohne Zusatz einzunehmen. Er wird deshalb meist mit Alkohol gemischt und kann so auch inhaliert werden.

Da Ether sich nicht mit Wasser vermischt und nichtpolarisierte Substanzen sich in ihm leicht lösen, wird er zur Herstellung der Kokainbase benutzt. Von der „United Nations Convention“ gegen verbotenen Handel mit narkotischen Drogen und psychotropen Substanzen wird Ether als ein „Table II Präkursor“ aufgeführt.

Verwendung als Droge

Diethylether wird auch als Inhalat verwendet. In Irland wurde es ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Rauschmittel in Apotheken verkauft, weil es preiswerter als Alkohol war. Da sich Diethylether mittlerweile in Apotheken nur noch schwer beschaffen lässt, ist der Konsum nicht mehr sehr verbreitet.

Nebenwirkungen

Da Ether seit der lange Zeit als Narkosemittel eingesetzt wurde und mittlerweile rein in Kombination mit anderen Narkotika verwendet wird, ist seine Schädlichkeit eher gering einzuschätzen.

Dauerkonsum und exzessive Anwendung können zu schmerzhaften Reizungen der Nasen- und Rachenschleimhäute (bei Inhalation) oder starken Magenbeschwerden (bei oraler Einnahme) führen.

Vorsichtsmaßnahmen

Ether wird leicht in Peroxide zum explosiven Diethylperoxid umgewandelt. Ether Peroxide haben einen höheren Siedepunkt und sind trocken mit und ohne Luft explosionsfähig. Ether wird deshalb mit winzigen Mengen des Antioxidantien BHT (2,6-di-tert-Butyl-4-Methylphenol) versetzt, das die Umwandlung in Peroxide vermindert. (Peroxide sammeln sich bei der Verdunstung im Rückstand an. Ether Vorräte, die längere Zeit gelagert wurden, sollten auf  ihren Peroxid Gehalt überprüft werden, bevor man sie verwendet, oder destilliert).

Ether ist ein äußerst leicht entzündlicher Stoff. Offene Flammen und auch elektrisch betriebene Heizgeräte müssen beim  Einsatz von Ether vermieden werden, da er sich leicht an einer Flamme oder einem Funken entzündet. Die Selbstentzündungstemperatur von Ether liegt bei 170  °C ( 338  °F).  Er kann sich deshalb auch leicht an einer heißen Oberfläche ohne Flamme oder Funken entzünden. Eine allgemeine Praxis für Ether Destillation oder Erhitzung in chemischen Laboren ist die Anwendung von Dampf.

(Ether ist schwerer als Luft. Ether Dämpfe kondensieren deshalb an niedrigen Stellen des Fußbodens, was eine zusätzliche Gefahr bedeutet).

Sucht erzeugendes Potential

niedrig

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

unbekannt

Rechtlicher Status

Keine Reglementierung

Literatur