Die Geschichte botanischer Nomenklatur der Gattung Ariocarpus im Ueberblick:

Psychoaktive Ariocarpus

1838 Gattung Ariocarpus wird von Scheidweiler definiert. Gilt für erste bekannte Art A. retusus.


1842 Lemaire ordnet Ariocarpus irrtümlicherweise allgemein Anhalonium zu. Er glaubt, keine Areolen an Ariocarpuswarzen finden zu können. Er beschreibt Anhalonium kotschoubeyanum, den heutigen Ariocarpus kotschoubeyanus. Aus dem schon erfassten A. retusus wird Anhalonium retusum.

1856 Engelmann beschreibt Mammillaria fissurata, den heutigen Ariocarpus fissuratus.

1880 Die Gattung Anhalonium wird von Hemsley als Untergattung den Mammillarien zugeordnet.

1893 Anhalonium trigonum, der heutige Ariocarpus trigonus, wird von Weber beschrieben.

1894 Die autonome Gattung Anhalonium wird von Coulter wieder eingeführt.

1898 Unter Ausschluss des heutigen Lophophora williamsii wird von Schumann und Thompson die Gattung Ariocarpus klassifiziert.

1922 Britton und Rose beschreiben 3 Ariocarpus-Arten: A. retusus, A. fissuratus, A. kotschoubeyanus.


1925 Der Thüringer Alwin Berger entwickelt ein neues System für Ariocarpus: Er führt die Gattung Roseocactus ein und ordnet dieser A. fissuratus, A. kotschoubeyanus und A. lloydii zu.

1930 Ariocarpus scapharostrus wird von Bödecker beschrieben.


1939 Borg ordnet Ariocarpus sieben Arten zu: A. fissuratus, A. furfuraceus, A. kotschoubeyanus, A. lloydii, A. retusus, A. scapharostrus und A. trigonus. Somit mißachtet er die von Berger eingeführte Gattung Roseocactus.

1941 Neogomesia agavoides, der heutige Ariocarpus agavoides, wird von Castaneda beschrieben.

1946 Roseocactus wird von Marshall abgeschafft bzw. Ariocarpus untergeordnet.

1960 Anderson beschreibt sechs Arten: A. agavoides, A. fissuratus, A. kotschoubeyanus, A. retusus, A. scapharostrus, A. trigonus. Aus A. lloydii wird A. fissuratus var. lloydii, A. furfuraceus wird als Form von A. retusus eingestuft. Neogomesia agavoides wird zu Ariocarpus agavoides und Roseocactus wird zu einer Untergattung von Ariocarpus.

1965 Backeberg möchte Roseocactus und Neogomezia als eigenständige Gattungen sehen. Anderson veröffentlicht eine Revision der Gattung Ariocarpus in KuaS 1, 1965; S. 3-32

1989 A. fissuratus var. hintonii wird in Bradleya 7 von Stuppy und Taylor erstbeschrieben.

1991 Hunt empfiehlt eine Umbenennung von A. scapharostrus in A. scapharostris.

1992 A. bravoanus wird in Bradleya 10 von Hernández und A. Anderson erstbeschrieben.

1997 Anderson und Maurice eröffnen eine Revolte: Sie bestreiten die Autonomie der Varietäten A. fissuratus var. lloydii (wird zu A. fissuratus) und A. fissuratus var. hintonii (wird zu einer Unterart von A. bravoanus). A. trigonus wird zu einer Unterart von A. retusus. Außerdem wünschen sie Roseocactus als Untergattung von Ariocarpus zu sehen und sie bestehen auf Hunts Rat von 1991, A. scapharostris als endgültigen Namen festzusetzen. Alles geschehen in Haseltonia 5.

1998 Halda beschreibt A. trigonus var. horacekii, Halda und Horacek beschreiben A. confusus, A. retusus fm. scapharostroides und A. retusus subsp. panarottoi. Halda, Panarotto und Horacek beschreiben A. retusus subsp. jarmilae und A.scapharostrus var. swobodae. Halda und Panarotto beschreiben A. retusus subsp. horaceki. Halda führt ein neues System ein: A New System of the genus Ariocarpus Scheidweiler (Acta Musei Richnoviensis 5(1)).

mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

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