Der Drogenkrieg auf den Philippinen eskaliert: Polizei und Todeschwadronen töten Tausende

Rodrigo Duterte / Foto: Keith Kristoffer Bacongco from Davao, Philippines [CC BY 2.0 ] via Wikimedia Commons

 

Der philippinische Präsident Duterte hatte zum Amtsantritt angekündigt, mit harter Hand gegen Drogenhändler und -konsumenten vorzugehen. Der ehemalige Drogenpolizist hat sein Versprechen gehalten, denn gegen das, was sich gerade auf den Philippinen abspielt, mutet der Drogenkrieg in Mexiko geradezu harmlos an. Seit dem Amtsantritt Dutertes am 1. Juli wurden bislang 1.027 Verdächtige im Rahmen von Polizeioperationen getötet und 15.055 inhaftiert. 686.000 Personen haben sich freiwillig der Polizei gestellt. Die Verhältnisse in den Gefängnissen sind besorgniserregend, seit sich Konsumenten und Verkäufer aus Angst um ihr Leben gleich scharenweise der Polizei stellen, um sich selbst anzuzeigen. Zudem gibt es seit dem Amtsantritt über 1.500 ungeklärte Morde. Offiziellen Angaben zufolge gab es in den ersten beiden Monaten des Drogenkriegs 2.446 Tote, die Dunkelziffer liegt wohl weitaus höher. Im Süden des Landes haben islamische Paramilitärs der Moro Islamic Liberation Front (MILF) Cannabisbauern überfallen und die Ernte vernichtet, um den Präsidenten in seinen Bemühungen zu unterstützen.

Als das Schlachten selbst der UN zu weit ging, hat Duterte, der sich eigenen Angaben zufolge „nicht um  Menschenrechte schert“, die Kritik der Staatengemeinschaft als „total dumm“ zurückgewiesen. Der Geraer Pfarrer Michael Kleim hat jetzt eine Petition auf avaaz.org ins Leben gerufen, die den Papst auffordert, den katholischen Präsidenten aufgrund seiner Verbrechen zu exkommunizieren. Auf den Philippinen hat der Papst ähnlich großen Einfluss wie in vielen Ländern Südamerikas, da ein Großteil der Bevölkerung katholisch ist. 

„Duterte ist persönlich für diese Morde verantwortlich. Er sollte dafür vor Gericht gestellt werden. Duterte sagt deutlich, dass er nichts von Menschenrechten hält und Menschenrechtsorganisationen, Kirchenvertreter und Journalisten verachtet. Die Philippinen sind ein Land, in dem die katholische Kirche großen Einfluss hat. Deshalb bitten wir Sie darum, dass Sie Herrn Rodriguez Duterte exkommunizieren und ihm alle kirchlichen Rechte entziehen. Mit diesem Schritt würde die katholische Kirche einem kriminellen Politiker die Legitimation zum Töten entziehen. So könnten Sie das Morden stoppen, Menschenleben retten und das Anliegen der Barmherzigkeit auch in den Philippinen durchsetzen,“ begründet Kleim die Aufforderung an Rom.

Der DHV ruft zur Unterstützung der Petition auf!

 

Sonderthemen: 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.