CP 55,940

 

 

Wirkungsweise
CP 55,940 wirkt als Agonist für Cannabinoid-Rezeptoren

Übersicht

Das synthetische Cannabinoid CP 55,940 wurde 1974 von Pfizer entwickelt, kam aber nicht in den Handel. Es ist 45 mal so potent wie Δ9-THC (THC), und wird von dem Arzneistoff  Rimonabant (SR 1411716A) vollständig antagonisiert. CP 55,940 wird als voller Agonist für die beiden Cannabinoid Rezeptoren  CB1 und CB2 angesehen und hat eine kd von jeweils 0.58 nMol und 0.68nMol, ist aber interessanterweise ein Antagonist für GPR55, dem vermutlichen  „CB3“  Rezeptor.

Dosierung
Die durchschnittliche Dosis von reinem CP 55,940 liegt bei 0.5 – 1mg, geraucht in einer Kräuter/Tabakmischung, die Wirkungen halten gewöhnlich 10 – 12 Stunden an. Oral konsumiert ist die Dosis deutlich geringer. Genaue Angaben liegen nicht vor und Selbstversuche sind riskant, da die Wirkung nicht nur verstärkt, sondern auch extrem verlängert wird. Auch treten teilweise intensive Halluzinationen auf. Ähnliches wird auch bei oralem Konsum von Cannabisprodukten wie Haschisch und dessen Extrakten beobachtet .
Homologe von CP 55,940 sind zuerst in der Modedroge „Spice“ entdeckt worden. Mittlerweile gibt es eine reiche Palette an sogenannten „Räuchermischungen“, die eine Vielzahl an unterschiedlichen synthetischen Cannabinoiden enthalten und sich wachsender Beliebtheit erfreuen und einfach über das Internet zu bestellen und zu kaufen sind.
Obgleich CP CP 55,940 im Menschen wahrscheinlich ähnlich wie Δ9-THC oder kurz THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol, die aktive Hauptsubstanz in Marihuana) wirkt, werden CP CP 55,940 und seine Homologen in den Vereinigten Staaten (noch) nicht kontrolliert. Gemäß der DEA (2009) : „CP 55,940 wird auf Grund seiner strukturellen Analyse nicht als THC Substanz eingeordnet, aber es teilt einige strukturellen Eigenschaften mit den THC Substanzen, wie das Δ9-THC.“

CP 55,940 und Drogentests
CP 55,940ist ein synthetisches Cannabinoid, das gegenwärtig nicht durch Tests im Körper festgestellt werden kann. Die Grundlage für solche Tests ist der Stoffwechselabbau einer verabreichten Droge. Bei diesem Prozess werden bestimmte Produkte gebildet, nach denen mit dem Test gesucht wird. Es handelt sich dabei jeweils um spezifische Abbauprodukte, die nur als Folge des Konsums einer bestimmten Substanz entstehen können. Zurzeit (Jan. 2011) besteht kein Test, der für Stoffwechselprodukte von synthetischen Cannabinoiden angewandt werden kann. Es wird aber spekuliert, dass Forscher an der Entwicklung eines Tests arbeiten, es aber noch Jahre dauern wird bis dieser einsatzfähig ist. Das ist neben der einfachen Verfügbarkeit der Hauptgrund für die Beliebtheit dieser Produktgruppe. Der Konsum von Cannabisprodukten geht durch alle Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen, darunter auch solche, die permanent Drogenkontrollen ausgesetzt sind, wie Polizei etc. Nun ist es auch diesen Personen möglich, ohne dass es feststellbar ist und berufliche und strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten sind, diese Produkte zu konsumieren. Auch Konsumenten die schon rechtliche Probleme wegen Cannabiskonsum hatten und im  Überwachungsraster der Behörden wegen BtMG -Verstößen erfasst sind, können ohne Gefahr den Führerschein bei einer Kontrolle zu verlieren, oder sonstiger Repressalien, weiter konsumieren.

Handelsformen und Anwendung
Meist werden diese synthetischen Cannabinoide wie CCP 55,940 konsumfertigen Rauchmischungen als „ Räuchermischung, Herbal Blend, Räucherwerk “ usw. über das Internet und lokale Headshops und Smartshops verkauft. Es gibt eine Vielzahl an Handelsnamen. Primär sind es Mischungen mit Damiana (Turnera diffusa) und Eibisch (Althaea officinalis), die strukturell Ähnlichkeit mit Marihuana aufweisen und wie dieses im Joint, oder in der Pfeife mit Tabak vermischt, oder auch pur geraucht werden. Verkauft werden diese Mischungen meist in Aluminiumtüten mit 1 – 3 Gramm Inhalt, wobei der Standard 3 Gramm Packungen sind. Je nach Art und Wirksamkeit des Cannabinoids sind zwischen 10-200 mg der reinen Substanz pro Gramm der Mischung zugefügt. Dies geschieht indem das Cannabinoid je nach Löslichkeit in Ethanol, Aceton usw. gelöst und maschinell vermengt wird. Das gewährleistet eine gute Verbindung mit dem Trägermaterial (Kräutern), die optisch nach der Trocknung nicht feststellbar ist und unauffällig von Verbraucher gehandhabt werden kann. Der Geruch beim Rauchen ist ebenfalls recht neutral, so dass sogar in öffentlichen Umgebungen unauffällig z.B. in Form von selbstgedrehten Zigaretten konsumiert werden kann.
Eine andere Form sind die sogenannten „ Solids oder Resin “, die das Aussehen, die Struktur und teilweise auch den Geruch von Haschisch imitieren. Diese werden aus fein gemahlenen Kräutern unter Zugabe von Bindemitteln wie Ölen, Harzen und Honig ect. hergestellt und in ähnlicher Potenz mit den syn. Cannabinoinden vermischt, wobei hier diese nicht gelöst werden müssen, sondern im puren Zustand den Trägerstoffen untergemengt werden. Solids sind in Stücken und Platten von 1-500 Gramm im Handel erhältlich. Verwendet werden sie analog zu Haschisch und den Räuchermischungen.
Auch als sogenanntes Duft – oder Aromaöl sind rauchfertige Anmischungen erhältlich.

Diese werden analog zu Haschischöl einfach auf die Zigarette oder den Tabak aufgeträufelt und können dann direkt geraucht werden. Allerdings sind nur wenige synthetische Cannabinoide bei Zimmertemperatur dauerhaft homogen in öligen Lösungen, was die Bandbreite an unterschiedlichen Produkten einschränkt.

Bezugsquellen:
Bezugugsquellen werden rein exemplarisch angegeben und werden nur zur Information angezeigt:
Internetshop

Rechtlicher Status

Deutschland

unbekannt

USA
CP 55,940 unterliegt in den Vereinigten Staaten keiner Schedule.

Literatur

Cannabis und Cannabinoide: Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potenzial

Chemistry and Molecular Aspects of Drug Design and Action

The Cannabinoid Receptors

Handbook of Experimental Pharmacology: Cannabinoids: Volume 168

Cannabinoids in Nature and Medicine

Marihuana and Medicine