Cannabis und Asthma: Was man als Patient tun und lassen sollte

Asthma Das Thema Cannabis und Asthma wird oft nur ungern angesprochen, nicht nur unter den Patienten, sondern auch in Medizinerkreisen. Viele Patienten wissen zwar, dass Cannabis einen positiven Einfluss auf ihr Leben haben kann. Dennoch gibt es ein allgemeines Tabu rund um dieses Thema, was mit den Wirkungen der Pflanze und mit den Verfahren für ihren Konsum zusammenhängt, die in einem gewissen Gegensatz zur Natur und zu den Symptomen von Asthma stehen.

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Sensi Seeds hat bereits Texte zu den Verfahren veröffentlicht, mit denen Cannabis Asthma-Patienten helfen kann, ebenso zu den grundlegenden Eigenschaften von Cannabis, die für die Linderung von Asthma-Symptomen verantwortlich sind.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen verschiedene Tipps und Tricks vorstellen, mit den man Cannabis und Asthma besser in den Griff bekommen kann.

Das Wort hat der Patient

Mark ist Niederländer und einer der Cannabisexperten, auf deren Sachverstand wir im Sensi-Seeds-Team gerne und dankbar zählen. Er lebt in den Niederlanden, wo die Witterung sehr feucht sein kann, und wo Pollen und anderes Pflanzenmaterial oft in der Luft herumfliegen, sogar in den Großstädten und besonders im Frühjahr.

Mark leidet seit seiner Geburt an Asthma und verwendet seit mehr als zwei Jahrzehnten Cannabis zu seiner medizinischen Behandlung.
Um unseren Lesern auch konkrete Anhaltspunkte zu geben, hier einige Details dazu, wie Mark mit seiner Krankheit fertig wird und wie schwer seine Symptome sind.

Pharmazeutische Behandlung: Ventolin, 1 Stoß pro Tag, Flixotide, 1 bis 2 Stöße pro Tag.

Behandlung mit Cannabis: Tägliches Verdampfen getrockneter Cannabisblüten (ca. 2 Gramm pro Tag).

Physische Aktivitäten: Meist sitzend, mit täglichen Spaziergängen in normalem Tempo.

Hintergrund: Von sehr schwer (tägliche, schwere Probleme + häufige Anfälle + regelmäßige Besuche der Notfallambulanz + Antibiotikabehandlung) bis kontrollierbar (mit der vorgenannten Behandlung + Probleme nur ein- oder zweimal pro Jahr).

Auf Grund seiner Selbstmedikation während all dieser Jahre hat Mark ein großes empirisches Wissen darüber erworben, was am besten funktioniert, wenn es um das Thema Asthma und Cannabis geht. Lesen Sie hier, was man aus seiner Sicht tun und lassen sollte.

Cannabis und Asthma: Was sollte man tun?

Entscheiden Sie sich für das Verdampfen

Cannabis hat das Potential, die Symptome zu lindern, unter denen Asthma-Patienten leiden, und zwar unabhängig von dem Verfahren, mit der es dem Körper zugeführt wird. Das bedeutet aber nicht, dass alle diese Verfahren gleich wirksam sind. Und es bedeutet auch nicht, dass die Anwendung eines weniger Asthma-freundlichen Konsumverfahrens völlig unbedenklich ist. Folgende Punkte sollten unbedingt bedacht werden:

  • Optimale Sicherheit
  • Kann sofortige Linderung bewirken
  • Kontrollierbarkeit von Dosis und Wirksamkeit

Das Rauchen von Cannabis ist eine mögliche Option, aber je nach Schwere Ihrer Erkrankung kann es eine bereits vorhandene Asthma-bedingte Krise noch verstärken oder eine solche Krise sogar herbeiführen. Auf der anderen Seite können Edibles wegen bestimmter Variablen wie der Zeit, die sie zum Auslösen ihrer Effekte benötigen, zwar für eine langfristige Behandlung genutzt werden, sind aber bei einem akuten Anfall nicht zuverlässig genug. Aus diesem Grund ist für Notfallbehandlungen das Verdampfen sicher die beste Empfehlung im Zusammenhang mit Cannabis und Asthma. Denn einerseits ist dabei die Freisetzung von Cannabinoiden im Körper fast optimal, andererseits sind die Risiken für die Lungen auf ein absolutes Minimum begrenzt.

Das Rauchen von Cannabis ist zwar für den normalen, gesunden Körper eines Menschen unschädlich. Aber als Asthmapatient müssen Sie auf alles achten, was die Qualität der chemischen Elemente in der Luft beeinträchtigen kann, die in Ihre Atemwege gelangt.

Nehmen Sie den besten Verdampfer

Man muss wohl kaum betonen, dass die Qualität Ihres Verdampfers von sehr großer Bedeutung ist, auch dann, wenn Sie das Gerät nur für Freizeitzwecke verwenden. Verkürzt gesagt, verdampft ein schlecht konstruierter oder falsch eingestellter Verdampfer einfach nicht richtig. Statt die Substanz zu verdampfen, verbrennt er sie beispielsweise, was den ganzen Aufwand natürlich zwecklos macht.

Und wenn Sie so einen schlechten Verdampfer im Zusammenhang mit einer Atemwegserkrankung verwenden, kann sich das eher als nachteilig erweisen statt als Quelle der Linderung auswirken.

Einen kleinen Verdampfer in Form eines Stifts zu kaufen, kann wegen seiner handlichen Form zwar verlockend sein. Aber es gilt das Prinzip: Je kleiner der Verdampfer ist, desto größer ist das Risiko, dass wesentliche Bauteile nicht richtig funktionieren oder einfach fehlen.
Daher kann man sagen, dass Verdampfer, die für die Benutzung an einem festen Standort (zuhause) konstruiert sind, tendenziell eher eine zufriedenstellende Leistung haben. Eine kleine Zahl mobiler Verdampfer kann jedoch ebenfalls gute Dienste leisten. Wir bei Sensi Seeds sind recht angetan von zwei Modellen unserer Freunde bei der Firma Storz & Bickel, und viele von uns empfehlen sie sehr – so auch Mark, unser Patient.

Lesen Sie mehr über den Crafty und den Mighty in unserem Webshop:

Crafty Verdampfer

Mighty Verdampfer

Lernen Sie, wie man Cannabis richtig verdampft

Konsumenten, die Cannabis als Freizeitdroge nutzen, haben oft nur eines im Sinn, wenn sie mit dem Verdampfen beginnen: Endlich den Dampf zu inhalieren. Und es ist klar, dass dieses alleinige Ziel die meisten im Laufe der Zeit auch dazu bringt, sich einen gut funktionierenden Verdampfer zuzulegen.

Für das Verdampfen aus medizinischen Gründen kommt es aber nicht nur darauf an, eine ausreichende Menge Dampf zu inhalieren, sondern auch darauf, diesen effektiv zu inhalieren, ohne weitere Probleme zu verursachen. So kann beispielsweise ein starker Hustenreiz dazu führen, dass ein Asthma-Anfall  in sehr kurzer Zeit nicht mehr nur störend, sondern lebensbedrohlich wird.

Marks ultimative Verdampftechnik: Langsam und gleichmäßig macht das Rennen. Nehmen Sie kleine, ruhige „Schlucke“ aus Ihrem Verdampfer, so als ob Sie einen dicken Milkshake trinken. Versuchen Sie, dabei einen ruhigen Inhalations-/Atemrhythmus beizubehalten. Zum Beispiel ein Zug aus dem Verdampfer durch den Mund, gefolgt von drei normalen Atemzügen (durch die Nase, wenn möglich). Ein Inhalieren für drei bis fünf Sekunden reicht schon aus, fast 10 Sekunden sind jedenfalls zu viel. Behalten Sie den Dampf etwa ein bis zwei Sekunden in den Lungen und atmen Sie dann ruhig wieder aus.

Optimieren Sie Ihre Verdampfer-Erfahrung

Wenn Sie den Verdampfer Ihrer Träume gefunden haben und bei dessen Benutzung den Rhythmus beherrschen, der für Sie am angenehmsten ist, haben Sie es fast geschafft. Aber denken Sie daran: Selbst die kleinsten Dinge können zum Scheitern führen!
Vermeiden Sie die gravierenden Folgen, die das Verdampfen für Ihre Atemwege haben kann, indem Sie stets die nötigen Mittel zu ihrer Bekämpfung zur Hand haben:

  • Raue/trockene Kehle: Stellen Sie immer eine große Flasche Wasser in Griffweite und trinken Sie regelmäßig einen Schluck (warten Sie nicht, bis Ihre Kehle gereizt ist oder Sie husten müssen).
  • Schonen Sie Ihre Lungen: Starten Sie das Verdampfen bei einer niedrigeren Temperatur, z.B. bei 180 °C. Steigern Sie die Temperatur langsam, falls nötig, aber nur bis maximal 220 °C. Ein zu heißer Luftstrom ist für Ihre Lungen keinesfalls zu empfehlen.
  • Inhalieren von Pflanzenmaterial: Achten Sie darauf, dass im Zubehörpaket Ihres Verdampfers auch Gewebefilter sind, die verhindern, dass Pflanzenteile in die Lungen gelangen, besonders dann, wenn Sie auch unter Heuschnupfen leiden, der eine häufige, mit Asthma verwandte Krankheit ist.
  • Apropos Heuschnupfen: Reiben Sie nie Ihre Augen, nachdem Sie Cannabisblüten angefasst haben.
  • Halten Sie Ihren Verdampfer nebst Zubehör so sauber wie möglich und reinigen Sie ihn mit Alkohol und flusenfreien Tüchern.

Verbinden Sie Ihren Verdampfer mit einer Wasserpfeife

Viele Verdampfer, besonders die Geräte für zuhause, verfügen über die erforderlichen Verbindungen für einen Anschluss an ein Zusatzgerät. Verbinden Sie eine Wasserpfeife mit Ihrem Verdampfer und verdampfen Sie durch das warme Wasser. Das hilft Ihnen beim Inhalieren, wenn Ihre Lunge bereits in schlechter Verfassung ist.
Achten Sie jedoch darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist, da das wiederum einen negativen Effekt auslösen kann. Wenn Sie meinen, dass Ihre Lungen feucht genug sind, entscheiden Sie sich lieber für eine trockene Verdampfer-Sitzung. Warme, trockene Luft ist gut für die Lungen.

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Nehmen Sie das beste Cannabis

Mit Cannabis wird ein weites Spektrum medizinischer Eigenschaften verbunden. Daher überrascht es nicht, dass nicht alle Cannabissorten für Verdampfer-Anwendungen bei Asthma-Patienten gleichermaßen geeignet sind. Wenn Sie Ihren perfekten Verdampfer gefunden haben, sollten Sie daher auch sorgfältig abwägen, welche Cannabissorte Ihnen am besten hilft, und in welchem Zustand Sie sie konsumieren.

Marks Empfehlungen zur Cannabis-Auswahl: Ich bevorzuge gut gereifte starke Indica-Sorten, die für mich am besten sind, was die Entspannung von Muskeln und Geist betrifft. Die Cannabisstärke hängt von der Cannabistoleranz des Patienten ab. Frisches Gras funktioniert nicht so gut, weil darin zu viel Wasser enthalten ist (aus dem gleichen Grund sollten Sie für medizinische Zwecke nicht auf Cannabisöl zurückgreifen). Und frisches Gras hat auch eine weniger starke Wirkung, sodass Sie mehr davon brauchen. Asthma-Anfälle können Ängste auslösen, daher sollten Sie eine Sorte wählen, die Sie beruhigt.

Cannabis und Asthma: Was sollte man lassen?

Rauchen Sie keinen Tabak und auch kein Cannabis

Tabakrauch kann extrem schädlich für die Lungen sein, aber meist durch seine langfristigen Wirkungen. Bei Asthma-Patienten können sich seine negativen Effekte aber sofort zeigen.
Je nach Schwere Ihrer Asthma-Erkrankung kann auch das Rauchen von Cannabis schädlich sein. Das Verdampfen mit dem Verdampfer kann ähnliche Wirkungen auslösen, aber fast ohne jede Gefahr für die Lungen.

Nehmen Sie keine Cannabis-„Dabs“ (für medizinische Zwecke)

Dabs werden immer beliebter. Medizinische Cannabis-Dabs sind ebenfalls im Kommen, aber im Zusammenhang mit Asthma bringen sie einfach nichts. Dabbing ist nicht das Gleiche wie Verdampfen, da es für Ihre Lungen eine viel zu starke Belastung sein kann. Außerdem kann die Wirkungsstärke der meisten Dabs eine Gefahr darstellen, besonders dann, wenn Sie sich sowieso schon in einem gestressten und/oder von Angst beherrschten Zustand befinden.

Geben Sie Ihre pharmazeutische Behandlung nicht auf

Es mag verlockend erscheinen, alle pharmazeutischen Medikamente auf einmal abzusetzen, vor allem, wenn die mit Cannabis erzielten Ergebnisse besser sind als erwartet. Aber die vorhandenen Belege für seine Wirksamkeit (zu denen auch dieser Artikel zählt) reichen nicht aus, um Ihnen Sicherheit in allen mit Asthma zusammenhängenden Situationen garantieren zu können.
Asthma ist von Natur aus unvorhersehbar, da es von buchstäblich hunderten Faktoren beeinflussbar ist, von Umwelteinwirkungen über die individuelle Ernährung bis hin zu psychologischen Gegebenheiten. Schon wenn Sie feststellen, dass Ihr Asthma-Spray sich nicht in Ihrer Jackentasche befindet, kann das ja genügen, um eine kleine Panikattacke auszulösen, die dann wiederum zu einem mit Asthma zusammenhängenden schweren Problem führen kann. Sie dürfen auch die multiplen Wirkungen nicht unterschätzen, die die Medikamente auf Sie haben, die Ihr Arzt Ihnen verschrieben hat, inklusive des Placebo-Effekts.

Respektieren Sie Ihre Grenzen

Wenn der Konsum von Cannabis aus dem einen oder anderen Grund Ihr Befinden eher verschlechtert als verbessert, hören Sie sofort damit auf. Wenn das passiert, kann es dafür viele verschiedene Gründe geben.
Bitte gehen Sie in diesem Fall die vorstehende schrittweise Anleitung von Mark für das richtige Verdampfen noch einmal durch. Es kann beispielsweise sein, dass Sie durch das zunehmende Vertrauen in Ihre Selbstmedikation dazu übergegangen sind, größere Mengen an Dampf zu inhalieren, was Ihre Lungen schädigen kann, insbesondere während eines Asthma-Anfalls.

Wählen Sie den Zeitpunkt für Ihren ersten Versuch mit Cannabis mit Bedacht

Nicht zu empfehlen ist es, für den ersten Versuch der Selbstmedikation so lange abzuwarten, bis Ihre Asthma-Symptome manifest werden.

Wählen Sie für diesen Versuch stattdessen eine ruhige und sichere Situation, die nicht durch ein gravierendes Problem mit Ihren Atemwegen vorbelastet ist. Sie müssen hierbei ja erst einmal genügend Wissen über den eigenen Körper aufbauen, insbesondere darüber, wie er auf den Konsum von Cannabis in unterschiedlichen Dosierungen reagiert. Das bedeutet, dass Sie in der Lage sein müssen, jedes Problem zu bewältigen, das sich durch ihre noch fehlende Erfahrung auf diesem Gebiet ergeben könnte: eventuelle Hustenanfälle, nicht angemessene Dosierung usw.  Erst wenn Sie eine klare Vorstellung darüber haben, wie das Verdampfen Ihre Atmung beeinflussen kann, können Sie dazu übergehen, es auch zur Linderung von Symptomen wie Kurzatmigkeit, Keuchen, Enge im Brustbereich, zur Erholung nach einem schweren Anfall oder sogar zur Bekämpfung eines schweren Asthma-Anfalls einzusetzen.

Lassen Sie den Wunsch nach einer Selbstmedikation mit Cannabis nicht Ihr ganzes Leben beherrschen

Wir können verstehen, dass es eine besondere Herausforderung ist, eine Lösung für ein medizinisches Problem zu finden, die durch und durch natürlich, nicht-invasiv und eventuell sogar effizienter als die bisherige ist. Aber genau so, wie Sie sich nie allein auf ein Asthma-Spray verlassen sollten, wenn es um Ihre Sicherheit und Gesundheit geht, sollten Sie auch nicht zulassen, dass nur Cannabis zu Ihrem Lebensretter wird. Halten Sie Ihre Asthma-Sprays stets griffbereit. Und wenn Sie ein gravierendes Asthma-Problem haben, versuchen Sie nicht, sich das einfach auszureden. Versuchen Sie, Ihre Situation objektiv einzuschätzen, und falls nötig, rufen Sie einen Arzt hinzu.

Sind Sie selbst auch ein Asthma-Patient? Mark, der von uns befragte Interviewpartner, und Jay, der Interviewer, sind beide Asthma-Patienten. Über die nachfolgende Kommentarspalte können Sie uns gerne Ihre persönlichen Erfahrungen mit Cannabis und Asthma mitteilen!

 

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