Bromo-DragonFLY

Bromo-DragonFLY

1-(8-bromobenzo[1,2-b;4,5-b’]difuran-4-yl)-2-aminopropane hydrochloride

 

Wirkungsweise

Ein Agonist für 5-HT2A, 5-HT2B und 5-HT2C Rezeptoren

Übersicht

Bromo-DragonFLY ist ein psychedelisches Phenethylamin aus der 2C Familie. Es ist ein äußerst stark wirkendes Halluzinogen, von nur wenig geringerer Potenz als LSD. Obgleich die genaue Dosierung noch unbekannt ist, wird eine normale Dosis von Konsumenten im Bereich von 200 μg bis 800 μg angegeben. Es hat eine lange Wirkungsdauer von 1 – 3 Tagen.

Nebenwirkungen

Die Toxizität von Bromo-DragonFLY für den Menschen ist unbekannt, es sind aber mindestens drei Berichte von Todesfällen durch Bromo-DragonFLy  in Norwegen, Schweden und Dänemark bekannt.

Ein Schwede musste nach dem Konsum von einer massiven Überdosis den Vorderteil seiner Füße und mehrere Finger an einer Hand amputieren lassen. Die Substanz wirkte anscheinend als ein langwirkender und starker Vasokonstriktor, der Nekrose und Gangräne einige Wochen nach der Überdosis verursachte. Mehrere andere Fälle von peripherer Vasokonstriktion nach einer Überdosierung von Bromo-DragonFLY sind auch berichtet worden, ein ähnlicher Fall ist auch von DOB (Dimethoxybromamphetamin, seit 1998 Brolamfetamin genannt) bekannt . Von ähnlichen Fällen wurde 2010 auch in Deutschland berichtet.

Mit Research Chemicals (auch RC oder „Designer Drogen“) werden auf chemischen Weg produzierte psychoaktive Substanzen bezeichnet, deren molekularer Aufbau Ableitungen von vorhandenen (meist illegalen) Substanzen sind oder völlig neue chemische Strukturen darstellen, die bekannte Wirkungen anderer Drogen simulieren und häufig als legaler Ersatz für bekannte verbotene Substanzen vermarktet. Oft werden sie unter Begriffen deklariert wie Dünger für Kakteen oder als Badesalz um handelsfähig zu sein und bestehende Gesetze zu umgehen. Häufig wird der Begriff Research Chemical mit halluzinogenen Substanzen in Verbindung gebracht, es kann sich aber um beliebige Wirkstoffgruppen handeln  wie beispielsweise Stimulanzien, Empathogene, Entaktogene, etc.. Der eventuell legale Status impliziert bei vielen Interessenten eine trügerische Sicherheit. Fakt ist aber, dass diese Substanzen unkontrolliert in den Handel kommen und keine Garantie über Reinheit und Zusammensetzung vorliegt. Auch die wichtigen Informationen über die richtige Dosierung fehlen überwiegend. Die meisten dieser Stoffe sind kaum erforscht, über Wirkungen und Risiken sind nur wenige Fakten bekannt. Bei dem Konsum von Research Chemicals betritt man Neuland  und sollte zwingend einige grundlegenden Regeln beachten:

▪ Beachtung der körperlichen und mentalen Verfassung, der                                        Umgebung und der richtigen Dosierung

▪ Wenn es irgendwie möglich ist, die Substanz analysieren lassen.

▪ Antesten = erst kleine Mengen konsumieren, Zeit vergehen lassen                            und die Wirkung abwarten.

▪ Beim Ausbleiben der Wirkung nicht nachdosieren

▪ Mischkonsum verschiedener Substanzen vermeiden

Sucht erzeugendes Potential

unbekannt

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

unbekannt

Rechtlicher Status

Deutschland

unbekannt

USA

Derzeit werden keine der FLY Substanzen formell in den Vereinigten Staaten kontrolliert. Ihre Strukturgerüste sind jedoch denen zur Schedule I gehörenden Halluzinogenen 4-bromo-2,5-dimethoxyamphetamin (2C-B) und 4-bromo-2,5-dimethoxyamphetamine (DOB) sehr ähnlich. Dies ist eine Grauzone in dem Gesetz, weil FLY Substanzen nach dem „Federal Analog Act“ als analog zu diesen strafrechtlich verfolgten Substanzen betrachtet werden können.

Literatur

Alexander Shulgin, Ann Shulgin: PIHKAL – A Chemical Love Story Transform Press, ISBN 0-9630096-0-5

Tihkal: A Continuation: The Continuation

Psychedelische Chemie Von Trachsel, Daniel Nachtschatten Verlag AG, ISBN: 978-3-907080-53-5

Nadja Wirth: Ecstasy – Mushrooms, Speed & Co. Das Info-Buch Econ Taschenbuch, ISBN 3-548-75061-3

Pharmacology and Abuse of Cocaine, Amphetamines, Ecstasy and Related Designer Drugs: A comprehensive review on their mode of action, treatment of abuse and intoxication

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.